Welche zukünftigen Titel sorgen bei Toni für ehrfürchtige Hibbeligkeit?

Lieber Leser, du fragst zu Recht: Wo bleiben die Texte? Nun, mein Superhelden-Text wird immer fertiger (in zwei-Zeilen-Schritten, wohlgemerkt, da ich zur Zeit in den Halbjahresgeschäften meiner Schule gefangen bin). Was meine beiden Homeboys angeht, so sind die beiden auch fleißig: Bei Aule stelle ich mir vor, dass er sich gerade seine Inspiration an den Sanddünen der Ostsee holt, bevor er nackend ins kalte Meeresewasser hineinrennt, um so sein Imunsystem zu stählen. Marc, wiederum, ist ein Avantgardist und kettet sich als solcher an die schönen Säulen des neuen Bahnhofs in Stuttgart, um ihn vor wütenden Sozialkundelehrern zu schützen – deswegen kommt er nicht zum Schreiben! Ihr habt aber mich und ich will, bevor ich diese Woche ganze ZWEI richtige Artikel veröffentliche, euch sagen, dass ich auf ein 2012 hoffe, dessen Zockage sich mit jener des Vorgängerjahres messen kann, denn wie wir alle wissen: 2011 war ganz schön heiß! Es sprechen ja auch einige Kandidaten dafür, dass es so wird!

Longa! Io, Agent 47 und ich – we go way back! Ich habe jeden Hitman-Teil durchgespielt und weiß Ios unprätentiöse Versuche “filmisch” zu arbeiten zu schätzen. Ich bin mir sicher, lieber Leser, dass du einige Twitter-Philosophen kennst, die mit strengem Blick verlangen, dass Spiele endlich “eine eigene Sprache” entwickeln, statt ihre Stilmittel ständig beim Film zu borgen. Mir ist so was egal – als alter Genrehase möchte ich schlichtweg, dass ein Spiel Grafikprotzedness. viele Wummen, Bobbs und br00dl hat und Hitman: Absolution verspricht all dies. Yeah, Longa!

Solchen Twitter-Philosophen wie ich sie eben beschrieben habe dürften auch bei diesem Trailer Kapillare platzen (mit Karacho!), spricht doch der fetzige Werbestimmenmann von “cineastischer Qualität” dieses “Föhrd-Pöhrs’n-Shooters”. Uh-huh! Yeah! Uga! Bis auf Boobs – die aber sicherlich in kommenden Trailern noch offenbart werden – scheint aber Max Payne 3 auch alle wichtigen Kriterien echter Genrehasigkeit zu erfüllen. Und diese smoothen Animationen? Ich sage dazu:

Yeah, Bwoy! Next:

Ich sage es dir am liebsten ehrlich, Leser-Longa: Ich bin ein Lara-Fanboy erster Stunde. Wieso? Boobarama. Schaut euch den Trailer oben bitte an – das verspricht mehr Ingame-Gebounce als ein Mai Shiranui und Resi 5-Allnighter! Hell, yeah! Ansonsten mag ich diesen forciert poshen Akzent Laras – er erinnert mich an all jene britischen Chicks, die sich während meiner Studienzeit in England um mich zu prügeln pflegten. Süße unschuld der Jugend, wo biste hin?

Es ist ein neues Resi! What’s not to love? Aule hat sich schon skeptisch geäußert, aber der wird auch ganz begeistert sein, wenn es erst einmal so weit ist – da bin ich mir sischer! Die Entwickler sprechen nicht mehr von “survival horror”, sondern von “dramatic horror” – also letzendlich bloß ein Versuch jenen Wandel zu kategorisieren, den sie mit Resi 4 selbst herbeigeführt haben und dessen Einfluss für solche Überhämmer wie die beiden Dead Space-Smasher gesorgt hat. Ich bin jedenfalls so what from heiß!

Schlussendlich will ich unbedingt das firax’sche X-Com-Remake spielen (von dem ich noch keine Trailer finden konnte), weil sich mit diesen Dudes endlich ein kompetentes Team an den einzigartigen generischen Cluster, den die Serie darstellt, versuchen würde – sonst waren es immer irgendwelche Modder-Dilettanten, die einen unglücklich machten, yearning for unschuldige Jugendtage! Änder’ das, Sid! Das neue Jagged Alliance-Teil fasse ich jedenfalls nicht einmal mit der Klobürste an – es ist in Echtzeit.

Liebe Leser, nun ihr: Worauf freut ihr euch? Machen euch die obigen Spiele so heiß wie mich? Können wir Aule überzeugen, dass Resi 6 supergut wird? Discuss!

Polygon 2011

These (humble) Nerds tun es!  Nach erfolgreicher Verweigerung des Mainstreams, dissen eurer Lieblingsspiele, schamloser Unterstützung des Kapitalismus, Äußerungen moralischen Bedenkens gegenüber einigen Spielinhalten und Tonis Adelung zum Blogger-Könich wird 2011 mit diesem Artikel endgültig beerdigt. Es ist Zeit für den POLYGON 2011!

UND AULBATH SO:

Runner-Up: SPACE MARINE

Dass ich Warhammer 40,000-Fanboy bin dürfte sich spätestens seit diesem Jahr rumgesprochen haben. Egal ob bei uns im eigenen Podcast oder bei den Leuten von der Frühstückstruppe, ich stehe nachwievor dazu “Space Marine” ist geil. Meine Begeisterung (die soweit mir bekannt nur Stammleser Holmes teilte) war lediglich getrübt vom beschissenen Online-Modus, der direkt nach Release nicht so recht laufen wollte und dem Nachliefern eines Spielmodus der, endlich verfügbar, recht sinnfrei war. Dank Steamsale nun auch endlich auf meinem PC, werde ich mich noch einmal in die grimme Dunkelheit des 41. Jahrtausends begeben in welchem nur ewiger Krieg tobt. Doch nach über 50 Stunden auf der PS3 ist der Lack etwas ab (und sich erneut im Multiplayer hochzuballern ist etwas ermüdend) und so segelt Space Marine knapp an meiner GOTY-Liste vorbei.

Platz 3: OUTLAND

Zu Outland schrieb’ ich den letzten Text auf InsertDiskII bevor ich den Blog aufgab und bei These Nerds anheuerte (wofür ich den Kollegen Marc und Toni wirklich dankbar bin). Insofern bringt das Spiel auch einen gewissen emotionalen Faktor mit, nicht das es den brauchen würde. Fantastische Optiken, frische Spielidee und eine Atmosphäre die mich zurückversetzte in die Tage von Psygnosis und dem Amiga 500. Ich liebe dieses Spiel, und stehe auch nachwievor zu meinem Tweet aus der Zeit als ich es spielte. Eine fantastische Reise, die auf eine Art verzauberte die ich längst verloren glaubte und ich die jederzeit wieder unternehmen würde. Wunderbarer Titel.

Platz 2: MORTAL KOMBAT

Mortal Kombat kann nicht oft genug erwähnt und gelobt werden. Nach Street Fighter IV das zweite Vollpreisspiel das ich für die aktuelle Konsolengeneration zum Release kaufte und wo mich der Hype so dermaßen bei den Eiern hatte, dass ich mich wieder wie zwölf Jahre alt fühlte. Als Mortal Kombat II-Fan war die Rückkehr von MK in seiner ganzen Pracht eine Offenbarung. Vorbei die Tage der bescheidenen Spin-Offs und schlechten 3D-Prügeleien vorangeganger Teile. Mortal Kombat fand wieder zu seinen Wurzeln zurück und ließ mich Super Street Fighter IV in kürzester Zeit vergessen. Ein grandioser Storymodus (der beste MK-Film ever!), hochmotivierender Challenge-Tower, eine geile Fightengine die recht ordentliches Balancing aufweist, Style und Musik – alles FLAWLESS VICTORY! Und ohne Mortal Kombat wäre ich nie Teil der Behrudy Nation geworden, hätte mir nicht die diesjährigen EVO-Finals live angetan (inklusive völliger Erschöpfung am nächsten Arbeitstag) und hätte vermutlich auch nicht meine Bemup-Historie geschrieben. Danke Ed Boon!

Platz 1: DARK SOULS

Ich glaube dazu muss ich hier nichts mehr schreiben, oder? Falls doch, ich empfehle meine Diskussion mit Anjin Anhut bei howtonotsuckatgamedesign und den großartigen Text von Jan bei kackreiz (absoluter Lesebefehl!). Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich auch die verschiedenen Texte anderer Kollegen wie spielereins, spielerdrei und das völlige derailing bei uns selbst. Wir spielten alle das gleiche, andere Spiel. Und soviel Emotion, dass kann nur Liebe sein – aller Makel und Schönheitsfehler zum Trotz.

Als Ausblick für 2012 erhoffe ich mir mehr Steamsales, mehr hochkarätige Beat’em Ups (wie King of Fighters 13, yeah buddy!)das Armored Core V ungefähr so einschlägt wie Dark Souls und das 2D auch außerhalb von Indie-Titeln endlich wieder als ernstzunehmend betrachtet wird. Vorallem aber das wir uns auch im neuen Jahr im Kommentarbereich austoben wie 2011. These Nerds wäre nämlich ohne unsere Fuckbuddies in den comments mal so gar nichts wert!

Weiter im Text mit Marc und Toni.

TONEZ SACHT:

Ich will das alles ja nicht, aber Aule und Marc haben Fotos von mir und Michael Trier beim Friseur unserer Wahl – sie haben mich in der Hand, Longa! Dann mal so:

Runner Up: SKYRIM

Kein Spiel ruft solche Emotionen hervor und zwar nicht unbedingt im Spielgeschehen selbst, denn da findet gar kein Versuch statt, Emotionen anzusprechen – doch in der Rezeption. Ich mag daran: Streunen, Entdecken, auf verschiedene Weisen spielen. Es hat Schwächen: Nicht nur das Szenario ist eisig, sondern auch die Wechselwirkung zwischen Spiel und Spieler – Skyrim bleibt immer durchschaubar und konstruiert. Inwiefern man diese gewisse Sprödigkeit ignorieren kann, scheint darüber zu entscheiden, ob man das Spiel mag oder nicht.

Platz 3: TERRARIA

So unfair es scheint: Man kann Terraria scheinbar am leichtesten durch Minecraft-Vergleiche rezensieren. Minecraft klickt bei mir nicht, Terraria jedoch sehr; und zwar, weil es zwei Dimensionen hat. Dies macht mir sowohl basteln wie kämpfen vergnüglicher vergnüglicher. Das Spiel sorgt sogar für wilde Fieberträume!

Platz 2: DUNGEONS OF DREDMOR

Die Wirkung von Roguelikes auf heutige Spiele wird gerne übersehen – dabei ist sie von Diablo bis hin zu Dark Souls recht offensichtlich. Mit DoD hat man es dann mit dem Destillat dieses Konzepts zu tun. Es ist zugänglicher als es dessen Ascii-Brüder üblicherweise sind, jedoch nicht weniger tight und komplex: Die Kerker sind gefährlich und Permadeath an.

Platz 1: BATMAN: ARKHAM CITY

Ich liebe Superhelden und fnde, dass Rocksteady die Figur Batmans sehr gut erfasst haben. All jene, die beteuern, dass sie das Spiel mögen “obwohl Superhelden gar nicht so ihre Sache” sind, deuten schon darauf hin: Einem vollendeten Superhelden kann  niemand widerstehen! Alles weitere bald in einem längeren Text.

Marc

Platz 1: League of Legends

Das beste, reinste E-Crack der ganzen Stadt. Nur die anderen Junkies nerven manchmal.

Platz 2: DeusEx 3

Cyberpunk’s not dead und Deus Ex ist der überzeugendste Vertreter des Genres seit langem, der die Kernthemen des Cyberpunk
mit Traditionsbewusstsein und Modernität gleichzeitig transportiert. Abzüge gibts für die Matrixsonnenbrillen.

Platz 3 :  Amnesia : The Dark Descent

Das einzige Spiel dieses Jahres, das mir das längst vergessene Herzrasen eines mit CherryCoke hochgeputschten, übernächtigten 13-jährigen, der an den unbarmherzigen Dämonenhorden der späten Level von Doom 2 verzweifelt, wiederbeschert hat. Tausche Liebe gegen Angst.

100 Miles…

…AND STILL RUNNIN’, LONGA!

Ich wollte nur kurz und mit selbstherrlicher Pose (Fingerspitzen treffen sich unter der Nase, jobsianischer Intensivblick darüber zielt in deine Richtung, lieber Leser) bemerken, dass Christian Schmidt mir und uns im Interview dicke Gangstaprops gegeben hat. Auf die Frage, welche Autoren und Magazine er zu empfehlen hatte, antwortete er:

Ich mag schlaue Leute, ich mag meinungsstarke Leute, und ich mag Leute mit Sprachwitz, und das alles vereint Balkantoni in seinem Blog „These Nerds“, das zu lesen in etwa so ist, wie mit Marcel Prousts abgetrenntem Bein verdroschen zu werden: tut weh und ist vage beunruhigend, aber man fühlt sich doch privilegiert und um eine Erfahrung bereichert, mit der man später vielleicht mal angeben kann.

Ich kannte dieses krawall.de soweit nicht, hoffe jedoch, dass mir dort bald wieder gehuldigt werden wird. Nicht dass unsere Steilness für dich etwas Neues wäre, lieber Leser – denn wenn du regelmäßig hier bist, bist du ein alter Genrehase. Die Leute in deiner Arcade machen Platz an den Cabs, wenn du kommst. Sie lassen dich ihre Credits fertigspielen. Sie halten eine Coke-Dose stets so bereit, dass du aus dem Strohalm trinken kannst, ohne von deiner Metal Slug-Session wegblicken zu müssen; sie wissen nämlich, dass jedes verlorene Leben dafür sorgen wird, dass du in achillischem Zorn den nächstbesten Tanzspielotaku mit einem Barhocker angreifst. Fetz nei, Longa! Ich schreibe jetzt weiter an meinem Text über Superhelden.