Das große ‘These Nerds’ Interview – Balkan Toni trifft Marc.

Man mag es kaum glauben. Man mag kaum glauben, dass sich hinter diesem gewinnendem Lächeln, welches wie die Vanillekugel im Schokobecher hell durch seinen vollen Bart blitzt, tatsächlich Marc verbirgt. Marc. Lange Zeit wurde sein Name vor allem mit Mopeds asoziiert – und zwar mit der Schattenseite der Mopeds: Den berüchtigten Moped-Gangs der mannheimer Vorstädte. Als langjähriger Anführer der “Evil Vomit”-Bande zeichnete er sich in den frühen Neunzigern für diverse Schlagzeilen bundesweiter Fahnungsbulletins verantwortlich. Unvergessen wird vor allem sein Anschlag auf die Hipp-Kinderbrei-Fabrik in Heddesheim bleiben, die, wie er beim Gerichtsprozeß 1995 äußerte, “das Epitom deutscher Gemütlichkeit” war und daher “getilgt werden musste, ebenso wie Helmut Kohl”.

Man mag es kaum glauben. Nicht dieses Lächeln, nicht jener Marc.

Aber er ist es.

1.Was unterscheidet uns von anderen Blogs?

These nerds ist das einzige deutschsprachige Blog, das sowohl von EA als auch von Take 2 finanzielle Unterstützung erhält, wobei die beiden Firmen über ihre unfreiwillige “Zusammenarbeit” bisher im Unklaren gelassen worden sind. These nerds ist sich nicht zu schade, einen intelligenten Artikel durch einen pubertären Pimmelwitz zu erden. These nerds hat Bock auf Dissens. Und das wichtigste : Wir haben Potter Balkan Toni!

2.Was zeichnet einen guten Text über Spiele aus?

Das wichtigste ist, dass der Leser am Ende des Artikels eine objektive Kaufberatung erhält. Im Ernst: Es gibt 1000 Wege, die zu einem gelungenen Text führen können. Man muss nicht zwanghaft einen autobiopgraphischen Bezug herstellen, um einen lesenswerten Artikel über “Q-Pop” oder “Die total verrückte Ralley” zu schreiben. Letzendes sage ich als altes Konsumentenschwein: Ich will unterhalten werden!


3.Spiele hermetisch behandeln oder in Bezug zum Realweltlichen setzen – dein Favorit?

Exzellente Frage! Wie bereits oben zart angedeutet, ist der Bezug zum uns umgebenden Zeit-Raum-Gefüge im Feld der textuellen Spieleanalyse ein Kann, keinesfalls ein Muss, und so bleibt am Ende jedem selbst überlassen, ob er sich mit Querverweisen und videospielkulturellen Referenzen oder mit der Anekdote, als Opa mal auf die Sam’n’Max-Verpackung gekotzt hat, wohler fühlt. Ich will weiterhin : Unterhaltung!

4.Was magst du an Adventures? Sind eigentlich total langweilig, Dude!

Als Kind habe ich sie unglaublich gerne gespielt, die ganze LucasArts-Schiene rauf und runter. Ich habe dieses besondere Adventuregefühl – “wenn es plötzlich weitergeht” – geliebt. Ich glaube, dieser Thrill hat mich über die extrem statische Konzeption hinwegsehen lassen. Außerdem habe ich mich immer über die nerdigen Star-Wars-Anspielungen gefreut.

5.Deine persönliche Spieleentwickler-Top 5?

1. Günter Cornett
2. Tim Schafer
3. Warren Spector
4. Der Typ, der sich Aztec Challenge ausgedacht hat
5. Ron Gilbert

6. In den 70ern hat man sich gestritten: Kultur für Jedermann vs. Kultur fürs Kulturbürgertum! Wie siehst du das bei Spielen? Spiele für alle oder Spiele für Spieler? Heidelberg oder Mannheim?

Unabhängig von der Fragestellung: Mannheim!
Ansonsten: Spiele für alle!! Merkel, bau die Volkskonsole!

7.E-Sports! Verbieten oder nur bestrafen?

Beides.

8.Wieso gibt es so wenige Gefühle jenseits von Angst und Aggression in Spielen?

Weil der Space Marine leider ein verdammt harter Hund ist. Und solange er nicht in Rente geht, bleiben Liebe, Wehmut und Eifersucht in Videospielen die Ausnahme.

9.Wann wird der Artikel über Homosexualität in Spielen endlich fertig?

Morgen.

10.Der Large Hadron Collider hat dich in eine fremde dimension geschossen. So Zap!-mässig. Welches Spiel stellst du der fremden Kultur vor?

Auf jeden Fall Pro Evolution Soccer 6.