Spiele WAREN früher besser

Es gibt eine Nostalgie-Skepsis in deutschen Spieleblogs. Es wird unterstellt, man ließe sich von der frische jugendlicher Eindrücke täuschen und verkenne den Wert heutiger “Komfortfunktionen” (Diese Anführungszeichen nutze ich für Gamestar-Worte wie eine Kneifzange für Hundekacke) und der tollen Grafik. Dabei wird jedoch nicht wirklich der Frage begegnet wieso ausgerechnet in unserem Medium, das ganz und gar zukunftsgewandt ist (und zwar sowohl in Entwicklungsfragen als auch hinsichtlich der Aufarbeitung durch Zeitschriften, wo hauptsächlich über kommende Spiele berichtet wird) so eine scheinbar paradoxe Wehmut nach Früherem herrscht.

Ich habe natürlich eine Antwort gefunden, die für mich gilt.

Spiele haben die Tendenz zum leidenschaftlichen Hobby zu werden und man erwartet von ihnen, analog zu der Erwartungshaltung die man zu anderen medialen Hobbies pflegen mag, dass sie einen lange begleiten – am besten gleich mal durchs Leben! Der Genuss von Videospielen fand für mich stets in zukunftsgewandter Erwartung des Hypothetischen statt. Ich wartete auf bessere Grafik, neue Konzepte und – hier ist die Crux – altersgerechte Beschäftigung. Ich denke, dass mich mein intensiver Konsum von Büchern, Comics und Filmen vor allem für solche Spiele empfänglich machte, die eine Annähurng an diese Medien unternahmen, indem sie Geschichten erzählten. Ich analogisierte und erwartete später als junger Mann, bei Spielen den gleichen Transfer machen zu können wie bei diesen Medien. Es gibt Bücher für Kinder, Bücher für Adoleszente und dann Bücher für Erwachsene – von Spielen erwartete ich das gleiche. Mir war klar, dass es noch keine Spiele für Erwachsene gab, aber ich war ein Enthusiast und als solcher natürlich optimistisch, was die Entwicklungsmöglichkeiten “meines” Mediums anging und außerdem beging ich den Fehler, Regeln anderer Medien als für Videospiele gültig vorauszusetzen.

Als ich irgendwann erkannte, dass ich zwar immer älter wurde, die Spiele jedoch nicht, versuchte ich mehrere Bewältigungsstrategien.

Die Erste war das künstliche Erklären bleiebiger Spieleinhalte als “erwachsen” oder “anspruchsvoll” – Liebhaber asiatischer Filme dürften dies kennen. Während dieser Phase waren die doofen Witzchen bei Viewtiful Joe “total cleverer meta-Humor” und die G.T.A.-Reihe war natürlich ein “kluger satirischer Kommentar zum Leben in den Vereinigten Staaten“. Als diese Bewältigungsstrategie dafür sorgte, dass ich vor dem Spiegel den Ekel jener, die sich selbst erniedrigen zu empfinden anfing, versuchte ich etwas anderes: Ich zürnte. “Blöde Publisher! Warum ist euch wirtschaftlicher Gewinn wichtiger als KUNST! Spiele könnten so viel mehr sein!”. Von allen Bewältigungsphasen war diese sicherlich die einfältigste und beschämendste – sie zeigte nämlich, dass ich eine fundamentale Wahrheit über die Kunst noch nicht gelernt hatte: Sie kann nur dort entstehen, wo Autoren ohne wirtschaftliche Zwänge wirken dürfen. Spiele werden nie Kunst sein und Indie-Games nie mehr als prätentiöser Dilettantendünnschiss. Als sich der Zorn ausgelaufen hatte, fand ich zur Ironie. Ich spielte Spiele und belächelte sie verächtlich – doch wahres Genießen will unironisch sein und Ironie ist überhaupt eine abscheulich lauwarme Haltung. Also ließ ich sie hinter mir und fand endlich die Akzeptanz: Ich akzeptierte, dass Spiele nie mehr als unterhaltsamer, interessanter Unsinn sein werden. Ich kann Spiele inzwischen unter totaler Ausblendung der ganzen inhaltlichen Dummheit spielen, die sie in der Regel begleitet und habe wieder Spaß.

Aber, jetzt kommt es: Dieses Vergnügen ist nur ein Schatten des hoffnungsvollen, unironischen Genusses meiner Kindertage. Der Grund, wieso Zocker so gerne nostalgisch sind, ist in der oben beschriebenen Entwicklung verankert: Sie altern aufgrund ihres kommerziellen Charakters nicht mit und werden am besten zu jener Zeit genossen bevor sie durch die kognitiv-analytische Mühle geschickt werden, wo sie einen zwangsläufig enttäuschen müssen. Gerade dort wo andere Medien einen als denkenden Erwchsenen zu begeistern anfangen, lassen Spiele einen leider im Stich.  Die Wut, die Ironie – sie alle stehen irgendwann zwischen Spieler und Spiel wie eine Membrane und der Genuss kann nie mehr jener Begeisterung gleichen, auf der die Kindheit wie aus silbernen Schienen vorbeigerast ist.

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45 Kommentare

  1. Spielerdrei

    Hängst du dich dabei nicht etwas zu sehr an der Story/dem Grafikdesign auf? Wenn man beide Aspekte ausblendet, verschwinden auf einmal irgendwelche altersspezifische Inhalte, Spielmechanik ist unabhängig vom Alter.

    Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass es auch nach deinen Maßstäben erwachsene Spiele gibt – nur sind wir DAFÜR dann doch noch nicht alt genug. Handels- und Flugsimulationen, Management- und Tycoonspiele – da spiele ich lieber bunte Comickacke oder pubertäres Blutfontänenbonanza.

  2. balkantoni

    Hängst du dich dabei nicht etwas zu sehr an der Story/dem Grafikdesign auf? Wenn man beide Aspekte ausblendet, verschwinden auf einmal irgendwelche altersspezifische Inhalte, Spielmechanik ist unabhängig vom Alter.

    Das finde ich nicht. Herumballern, kleine Männchen bewegen und Bauen von Städchen sind infantile Beschäftigungen. Etwas anderes behaupten heißt, sich im Bewältigungsstadium Nr. 1 zu befinden.

    Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass es auch nach deinen Maßstäben erwachsene Spiele gibt – nur sind wir DAFÜR dann doch noch nicht alt genug. Handels- und Flugsimulationen, Management- und Tycoonspiele – da spiele ich lieber bunte Comickacke oder pubertäres Blutfontänenbonanza.

    Was ist denn bitte erwachsen daran, so zu tun als sei man ein Pilot oder Feuerwehrmann? So etwas tut man mit Sechs.

  3. SpielerDrei

    Etwas anderes behaupten könnte auch heißen, Beschäftigungen kein Maximalalter zuzuteilen. Allerdings versteh ich auch die Beweggründe nicht, jede Befriedigung in jedem Medium finden zu wollen.

    Wahrscheinlich verstehe ich einfach nicht, worauf du hinaus willst. Was versteht du denn unter einem erwachsenen Spiel? Real Lives 2010? The Baron? Edutainment?

  4. mightymib81

    ” (Kunst)… kann nur dort entstehen, wo Autoren ohne wirtschaftliche Zwänge wirken dürfen.”

    Ist jetzt aber ein wenig steil definiert. Unter dem Kriterium gäbe es ziemlich wenig Kunst auf der Welt, dann wäre ein offiziell anerkanntes Medium wie Film zu gar keiner Kunst fähig, es sei denn ich drehe ohne kommerzielle Interessen mit der Privatkamera ein Home Video…womit wir aber wieder beim Indie-Dünnschiss wären. Oder ich versteh mal wieder was falsch.

  5. balkantoni

    @ S3: Ich sage ja: Spiele machen den Transfer ins Erwachsenenalter nicht mit. Ich kann keine Beispiele für Erwachsenenspiele geben und das Medium scheint mir ganz und gar für Jugendliche gemacht, sowohl thematisch als auch formal. That’s what I’m talkin’ about.

    @ Aulbath: Nein. Ich glaube zu ahnen, worauf du hinauswillst – deswegen gleich mal vorweg: Spiele könnten durchaus auf rein formaler Ebene, also wenn man sich nur die berühmte “Spielmechanik” anschaut, auch dieses Niveau erreichen und zu “Erwachsenenspielen” werden. Allerdings sehe ich noch kein Spiel, das dies geschafft hätte.

    @ MightyMib: Nun ja – bei Filmen wage ich auch mal zu behaupten, dass Kunst dort stattfindet, wo Regisseure größere finanzielle Unabhängigkeit genießen. Chabrol war reich, Tarkovsky und Kubrick (den ich gar nicht so steil finde) genossen Narrenfreiheit usw… Natürlich gibt es Grenzgänger wie Spielberg, doch ds Statement, übrigens nur eine Paraphrase Adornos (der eröffnet sogar seine Minima Moralia damit, der Absatz heißt “Für Marcel), Proust(s)”, bleibt bestehen.

  6. balkantoni

    Nachträglich: Ich will gar nicht sagen, dass Spiele NIE über ihr jetziges Stadium hinauwachsen können / werden. Es geht mir darum, dass es zur Zeit wenig an Spielen gibt, das einen als Erwachsenen total umhaut – man spielt sie stets im Bewusstsein darum, dass man nicht mehr zur Zielgruppe gehört.

    @ S3: Wegen zweitem Post – der Titel ist durchaus ambivalent, weischwieischmein? ;)

  7. Ben

    Ach Toni, dass grade Du den selben Fehler wie Herr Ebert machst… der zimmert sich auch einen verkitschten Kunstbegriff zusammen unter den Spiele dann per Definition nicht mehr passen können. Mal ehrlich, der einsame Künstler der entgegen allen Widrigkeiten, gesellschaftlichen und monetären Zwängen Kunst schafft… das war schon immer vergoetheter Bullshit. Sorry. Wenn sich Kunst immer nur durch Unzugänglichkeit und Misserfolg definiert, dann sollte man aufhören, den Begriff wertend zu verwenden.

    Anderes Problem: 5000 Jahre Literaturgeschichte stehen 100 Jahren audiovisuellen Medien und 30 Jahren Videospielen gegenüber, das verzerrt die Wahrnehmung was Qualität und Meisterwerke angeht doch enorm. Wie viel belangloser Dreck auf einen Ulysses kommt möchte ich gar nicht wissen.

    Man muss ja nicht jeden Quark mit offenen Armen empfangen, aber ich sehe das alles nicht mehr so verbissen und kann intellektuelle Spielchen mit dem Zeug treiben, mit dem ich es möchte.

  8. balkantoni

    Ben, irgendwas hast du an dem Text missverstanden – ich verlange ja von Spielen gar nicht mehr, Kunst zu sein und nenne ganz andere Gründe dafür, wieso sie nun mal einen Erwachsenen nur schwer so begeistern können wie ein Kind / einen Herandwachsenden. Sie sind einfach für die zweite Gruppe erstellt worden. Die Bemerkung mit der Kunst sollte ja vielmehr auf meine alten Prätensionen zum Thema verweisen.

    Übrigens:

    Wenn sich Kunst immer nur durch Unzugänglichkeit und Misserfolg definiert, dann sollte man aufhören, den Begriff wertend zu verwenden.

    Wieso? Und was wäre im rahmen deiner – im Sozialismus auch sehr beliebten, hehe – Argumentation, denn erfolgreiche, zugängliche Kunst?

  9. Ben

    Wie gesagt, ich finde nicht dass man bei Spielen automatisch als Erwachsener nur noch infantile Gelüste befriedigt… den Interpretations- und Mustererkennungskennungsfilter kann ich doch auf alles anwenden, was ich als dessen würdig erachte. Ich glaube nicht dass sich Spiele dem automatisch verweigern.

    Hmmm… fiese Frage. ;)
    Als ich das schrieb, hatte ich da eher aus der anderen Perspektive gedacht, wie aus antiker Hausdekoration ein paar Jahrhunderte später auf einmal hehre Kunst wurde oder aus kommerziellen “wir können es nicht besser”-Pixelhaufen auf einmal “Reduktion auf das Wesentliche”-Blahblub wird.

  10. balkantoni

    Fällt es dir (und S3) denn wirklich so leicht, dich nur am “Mechanische” des Spiels zu erfreuen und all jene Inhlte für Pubertierende vollkommen auszublenden? Deine Texte in der Bude sagen was anderes, finde ich.

  11. mightymib81

    Koennen Spiele überhaupt erwachsen sein? Ist “spielen” per se nicht die Zelebrierung des Kindlichen? Was sind Spiele für Erwachsene? Was spielen Erwachsene sonst noch? Poker? Fussball? Speziell letzteres ist doch irgendwie auch, wenn wir das jetzt mal zerpflücken, auch eine alles andere als erwachsene (= seriöse, ernsthafte, gedankenanregende etc.) Tätigkeit.

    Ist Tetris erwachsen, weil es auf eben diese vielgescholtenen pubertären Fantasy und Sci-Fi Szenarios verzichtet? Sind es nur die Szenarios und Stories, die einem Game den Einzug in die seriöse Erwachsenenunterhaltung verwehren? Sind Fantasy und Sci-Fi automatisch unseriös?

    So, genug Fragen in den Raum geschmissen. Aber was Spiele und Kunst anbelangt: Kommt der relativ neue Downloadtitel “Limbo” dem nicht eine ganze Ecke näher?

  12. balkantoni

    Ich, als Erwachsener, spiele vor allem an mir selber rum!

    Eine richtige Antwort gibt es, wenn ich aus dem Training zurückkehre! :)

  13. Ben

    Ne, ich blende die Inhalte nicht aus, eher im Gegenteil, aber man findet selbst beim größten Blockbusterkäse immer noch spannende Aspekte auf die man sich einlassen kann… sofern man das möchte. Ich bin wohl irgendwie Kind der Popkultur und mag die gesunde (ja, die langweilige und verweichliche) Mischung an Berieselung und Herausforderung die sie zuweilen hervorbringt.

    Das ändert natürlich nix daran, dass immer noch viel zu viel “vernichte alles” da draussen rumfleucht und dass Du, wenn man diese ganze gemäßigten Sichtweise mal weglegt, vermutlich Recht hast. Spiele konzentrieren sich viel zu stark auf Kinderspiel- und Sportelemente… selbst Limbo, was streckenweise verdammt gut ist, muss mit irgendeinem Beziehungskitsch im Klappentext und Highscores werden.

  14. Ben

    Man kann das ganze s/w-Zeugs natürlich auch als prätentiösen Möchtegernanspruch abtun und Limbo ist auch nicht so weit weg von “Another World” wie es vielleicht sein möchte, aber es gibt da zwei, drei Stellen, da hab ich mir gedacht: Verflucht ist das gut! Bisschen wie Ico+Braid minus nervige Monster und minus nervige Atombombensache.

    Protip: Spiel doch die Demo, die zeigt fast schon die stärksten Szenen des Spieles.

  15. SpielerDrei

    Also ist dein Text das Spieleäquivalent zu “The Golden Age of Science Fiction is Twelve”?

    Auf deine Frage: Ich habe das große Glück, mit einer enormen Menge Anpruchlosigkeit gesegnet zu sein. Gepaart mit der nerdtypischen Begeisterungsfähigkeit und akutem Bregenstillstand beim Anblick bunter Bilder komm ich gar nicht dazu, mich zu fragen, ob ich denn gerade altersgemäß unterhalten werde bzw. ich mich eigentlich schämen sollte, meine Zeit mit solch Narretei zu vertändeln. Schmerzfrei nennt SpielerEins das. Und ich bin dankbar dafür, beispielsweise Army of Two spielen zu können, ohne mich mit der menschenverachtenden Botschaft auseinandersetzen zu müssen, dass ich auf der Tanzmatte rumhampeln kann, ohne drüber nachzudenken, was das mit dem Ästhetikempfinden meiner Mitmenschen anstellt, dass ich trotz all der “Mit dem Zeitaufwand hättest du auch ein echtes Intrument lernen können”-Unkenrufe mich immer noch mit Plastikinstrumenten beschäftigen kann. Daher halt auch meine Fragen, weil ich halt nur theoretisch versuchen kann, das nachzuempfinden, was dich umtreibt. Ich mein, ich hatte auch meine “Blut und Dreck yay, bunt und putzig nay”-Phase, aber inzwischen ist mir das Zielgruppenalter echt schnuppe.

    Ich würd dir trotzdem mal The Baron oder Galatea empfehlen, gerade weil ich finde, dass Interactive Fiction emotionalere Wirkung ausübt als klassische Videospiele, aber das mag daran liegen, dass ich Worte als evokativer und emotionaler empfinde als Bilder.

  16. Aulbath

    Ich will ich mich hier doch nochmal kurz einklinken.

    Was sagt Wiki denn zum Thema “Spiel” an sich: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiel
    Unter diesen Gesichtspunkten kann ein Spiel schon nicht ansatzweise in die Nähe von Buch oder Film kommen. IMO die einzige Firma die dies begriffen hat, ist Nintendo – und ihr Erfolg gibt ihnen Recht. Die anderen züchten irgendwelche Hybriden aus zwei Welten die kaum miteinander vereinbar sind. Eine Storyline hat in Schach keinen Sinn, die Figuren keinen Charakter dennoch ist es das “Spiel der Könige”.

    Die Frage ist doch, warum wir spielen? Bzw. welcher Aspekt beim Spielen der wichtigste ist, und das dürfte mMn nicht der inhaltliche Anspruch sein, sondern ganz banal Spielprinzip und Ausführung. Sind diese Punkte Mist, und ich zwinge mich wegen der Geschichte oder den Figuren durchzuhalten – ist es dann überhaupt noch ein Spiel?

    Die Freiheiten die ein Spiel haben müsste (wenn es denn überhaupt ginge) um soetwas wie Kunst zu werden sind durch die Definition von Spielen meines Erachtens nach nicht gegeben. Gedanken und Emotionen lassen sich IMO nicht mit konkreter Aufgabenstellung und striktem Regelwerk vereinen weil es grundverschiedene Dinge sind. Nenne mir ein Spiel bei dem der Storypart soweit ins Spiel integriert ist, das es ohne die Story nicht mehr funktionieren würde. Kein Spiel braucht diese Inhalte – oft verwässern Sie sogar das Erlebnis Spiel.

    Ich habe es eine ganze Weile mit Spielen versucht die Inhalte bieten, die irgendwas versuchen in meinem Brägen was zu bewirken… aber am Ende des Tages zocke ich doch Reaktionstests am liebsten die ohne Ballast daherkommen. Je weniger dabei Story und Figuren im Vordergrund stehen und je mehr das Spielerlebnis in den Vordergrund rückt, desto reifer wirkt das Spiel auf mich. Was aber nicht heisst das wenn ich die Wahl zwischen Schach, und Millenium Falcon Holo-Schach ich nicht letzteres Variante wählen würde.

    Ich würde auch gerne wissen wie Du dir ein erwachsenes Spiel vorstellst das in Sachen Thematik / Story / Figuren glänzen kann. Und vorallem, wie würde es sich spielen?

  17. balkantoni

    @ S3 / Ben: I get where you’re coming from. Ohne Sarkasmus, oder so. Ich werde mir mal die “Limbo”-Demo anschauen und berichte dann. Außerdem gelobe ich mir selbst, meine “judgemental preconceptions” nicht von der Kette zu lassen, auch wenn sie sich bei Braid am Ende bewahrheitet hatten, hehe. Bin mal gespannt.

    @ Aulbath: Ich stimme dir eigentlich absolut / auf ganzer Reihe zu und, ja, ich bin auch von starker Skepsis erfüllt, ob das Erzählen in Spielen überhaupt Sinn macht. Für mich sind Geometry Wars I & II so wie irgendwie alle Spiele sein sollten. Und dann noch in einer Arcade wo man mit Freunden den Spieltrieb in seiner wirklich Altersentbundenen Form genießen kann.

  18. balkantoni

    Und ja: Man muss sich neue Bewertungskriterien und einen neuen Wortschatz für Spiele aussuchen. Das ist wahr. Ich gehe jetzt GW2 zocken – Höllenabend hinter mir. Meine Freundin hat sich ziemlich verbrannt (die Haut ist abgegangen, das war echt unheimlich) und wir waren in der Notaufnahme – war dann letztlich nicht so schlimm, doch der Schrecken davor war ziemlich groß. Nach Hause angekommen, stellten wir fest, dass wir im Tohuwabohu vergessen hatten, eine Herdplatte auszumachen. Dreifaches zurückkehren in die Wohnung nach verlassen ist für die nächsten Jahre vorprogrammiert.

    Literatur, Film, Comic scheitern alle. Nur ein Spiel kann mich jetzt in den Schlaf fahren. Und es muss GW2 sein, weil man dieses nur gut spielt, wenn man über etwas vollkommen anderes beim Spielen denkt. Perfekt!

    BTW: Erstes Video zu Limbo angesehen – es sieht sehr schick aus, ohne zu “self-conscious” oder bemüht zu wirken. Die Spielszene sahen auch nach solidem Vergnügen aus. Steilharte Rezension mit dazugehörigem Video rappender Asijugend folgt natürlich bald!

  19. Mnemonic

    Waaaaah! Asijugendrap! Egal, mach hinne!

    Ich nehme mal an, daß du Gears of War 2 meinst, Tonez. Und da ist mir aufgefallen, daß gerade der Horde-Mode wunderbar funktioniert. Ich erfreue mich einfach wie ein Kind an den Reaktionen, die meine Shotgun hinterläßt und bin hinterher stolz auf mich, eine Welle komplett allein geschafft zu haben. Das war denke ich auch früher so bei meinen ersten Gehversuchen in diesem Medium. Kam mir so vor, als wär ich dem Spiel wirklich näher, keine Ahnung wie ich das schreiben soll. Halt Ich vs Spiel.

    Ob ich das jetzt infantil finde, kann ich garnicht sagen, darüber muß ich erstmal nachdenken und bei ner Runde Horde sacken lassen. Hehe!

    Bei Coop-Spielen ist das wieder ganz anders. Da hängt es irgendwie für mich von der Herausforderung und an den Mitspielern ab. Gestern haben wir halt einen Neuling in L4D2 eingeführt. Das war natürlich totlangweilig für mich. Aber was tut man nicht für neue Mitspieler (den Achievementhuren sei dank, die sich überall tummeln)? Da machts am meisten Spaß mit dem schnellen Zock zwischendurch und wenn die Mitspieler eingespielt sind.

    Die einzigen Geschichten, die ich in diesem Medium erleben möchte werden natürlich selektiert. Ob das neue Halo jetzt dumm und infantil oder schlecht erzählt ist, juckt mich nicht. Ich freu mich einfach auf die Herausforderung auf Legendär. Wo wir wieder genau da wären, was ich oben beschrieben habe. Hmmm…Spielmechanik oder garnichts? Hmmm…

  20. laZee

    Eure Kunstdefinitionen nerven mich. Ich verbinde mit Kunst sowas wie maximale Freiheit in alle Richtungen. Inklusive der Freiheit, nicht als Kunst akzeptiert zu werden. Die beste Kunstdefinition die ich bisher gehört habe, war: “Es ist Kunst wenn der Künstler es als Kunst definiert.”

  21. Mnemonic

    Mir ist mal grad aufgefallen, dass toni wohl eher Geometry Wars 2 meinte! Wie dumm von mir! Aber prinzipiell auf der gleichen Schiene wie GoW2 im Hordemode. Da gehts auch nur um Points und absolvieren der nächsten Welle.

  22. Mnemonic

    Ja, Horde macht einfach Spaß!

    Zum Thema: Kann es sein, daß viele Spiele einfach nicht mehr auf den Punkt kommen heutzutage? Bei manchen wünsche ich mir schon ein simpleres Gameplay (also leicht zu erlernen, schwer zu meistern). Viele verheddern sich doch in den ganzen “Möglichkeiten” um ein rundes Spielerlebnis zu bieten. Da kann man denke ich schon behaupten, daß die Konzepte früher stimmiger waren. Ist nur so ein Gedanke. Vielleicht liegts aber auch einfach daran, daß man heutzutage immer irgendwas belangloses Sammeln muß, was den Spielfluß hemmt.

  23. Ben

    Hast Du Beispiele? Mir fallen nämlich auch locker Sachen ein, um das Gegenteil zu beweisen.
    Ich denke eher, dass die Große “unser Spiel muss alles können”-Phase längst vorbei ist und aktuelle Spiele schon wieder unter zu schlichtem Gameplay leiden.

    Dass Spiele in der Arcade das “easy to learn, hard to master”-Prinzip besser ausgearbeitet haben als Spiele auf aktuellen Heimkonsolen hat sicherlich etwas mit unserem Kumpel Kapitalismus zu tun. Wie das Spiel funktioniert, das sollst Du binnen Sekunden dem Automaten selbst oder dem Zuschauen entnehmen können, welches Angriffsmuster der erste Zwischenboss hat, erst viermarkfufzich später.

  24. Mnemonic

    Vielleicht gehe ich da auch in die falsche Richtung, weil ich im Hinterkopf immer diese Sandboxspiele habe. Von denen hab ich mittlerweile mehr als genug gespielt und die hängen mir zum Hals raus. Könnte aber wohl auch an der Art und Weise hängen, wie ich Spiele überhaupt angehe. Hmmm…

  25. jorl

    Ich stell mich nur mal als Kontrastprogramm zum Herrn Aulbath hin: Ich zocke nun auch schon ein paar Jährchen, aber Spiele ohne Hintergrund/”Ballast” konnten mich noch nie länger als ein paar Minuten an sich binden ( abgesehen von den Teilen mit Instrumenten/Trittfeldern). Ich habe da immer das Gefühl etwas für umsonst zu machen. Kein Ziel zu haben. Highscores interessieren mich nicht die Bohne. Da schließe ich doch viel lieber eine Story ab, selbst wenn sie sich am Ende als riesigen Mist herausstellt (tut sie das schon vorher, steht es mir ja frei, das Spiel für immer wegzulegen).
    Ich bin da sehr bei S3: Zocken einfach weil es Spaß macht und solange es Spaß macht, wenn es dann ab und zu noch eine interessante Message transportiert umso besser. Nur das Ausblenden von für mich bedenklichen Inhalten beherrsche ich nicht.

  26. jorl

    Inhalte:
    Spiele mit Bezug zu realen Kriegen. Ich finde das einfach nicht das geeignete Thema für “simple Unterhaltung”. Vielleicht ist mir das auch einfach nicht weit genug weg. Mit Western oder Pulp hätte ich nicht so ein Problem (mit Fantasy/SF sowieso nicht). Ich will damit aber keineswegs sagen, dass es keine WW2-Shooter mehr geben soll. Ich bin da etwas zwiegespalten, ob ich das verwerflich finden soll oder ob da einfach jeder seinen Spaß haben soll wie er will.
    Auch das viel besprochene Manhunt würde ich nicht mal antesten. Ebenso finde ich diese Gears-Mechanik mit dem Köpfetreten weit unter meiner Ist-Noch-OK-Grenze. Das kann man bei näherer Betrachtung nicht wirklich schlüssig begründen, denn wie ein digitaler Gegner nun das Leben aushaucht macht für “ihn” dann auch keinen Unterschied mehr, aber für mich scheinbar schon.

    Weglegen:
    Richtig weglegen ist es ja meist nicht, sondern eher “spiele ich später weiter” und das “später” ist dann in Wirklichkeit nie. Das letzte an das ich mich erinnere ist wohl Eternal Sonata. Mir gefällt der Grafikstil und die Grundidee hat auch was. Das Spielprinzip nicht toll. Das würde mich aber normalerweise nicht von Durchspielen abhalten, aber das Gelaber ist dermaßen dämlich und die Wege dazwischen viel zu lang und meine Zeit dafür dann doch zu knapp.

  27. siro

    Klar waren Spiele früher besser. Um die Aussage noch weiter zu präzisieren, möchte ich behaupten, Spiele waren am besten Anno 1993 (+/-1 Jahr).

    Da kommt das Gros meiner Lieblingstitel her und interessanterweise (in Hinblick auf die Aussage, dass die Spiele mitwachsen müssen) sind das eben solche, die ich auch heute noch als passend empfinden würde. Spiele wie System Shock, die Lucas Arts Adventures, Super Mario World / Kart oder auch Little Big Adventure. Was für eine Gaming-Ära!

  28. onkl

    Ich mag ja Spiele die einzigartige und fesselnde Atmosphären aufbauen, mit tollen Charaktären und Spielwelten. Gerade die werden doch immer besser. Stellt euch mal Loom mit der Technik von Limbo vor. Oder System Shock in Crysis Engine. Thief I im Vergleich zu III. Thi4f kann eigtl. nur besser werden.

    Das die Spiele dann auch anfangen einen “erwachsenes Niveau” zu entwickeln liegt jetzt aber in der Hand unserer Generation. Bisher war die Branche eben immernoch jung, ohne breite Akzeptanz und die nötige finanzielle Basis. Jetzt sind die einstigen Spieler erwachsen und philosophieren über ihr Medium in den Seitengassenblogs. Es liegt jetzt an uns zu stürmen und zu drängen damit die Spiele mitwachsen.

    “Gerade dort wo andere Medien einen als denkenden Erwchsenen zu begeistern anfangen”

    Bei den anderen Medien ist auch nich alles so rosig und die mussten sich auch erst entwickeln. Die haben nur die große breite Masse und dadurch auch die Chance für mehr Nieschen mit höherer Perlenquote.

  29. siro

    Steil to the max. Wirklich äußerst steilish.

    @onkl: Allerdings sehen heute viele der “Blockbuster” gleich aus, dank Engine-Union und Middleware-Tristesse. Früher musste sich dagegen noch jeder seine Grafik selber basteln. OK, die Zeiten fanden dann natürlich auch in besagter Schlüsselära mit DOOM ihren Anfang vom Ende.

    Brauche kein System Shock in CryEngine. Oder… eigentlich doch. :)

  30. 16farben

    Howdy Leute,
    netter Blog, gleich mal registriert..
    @topic

    Verstehe nicht ganz, was ihr unter “Erwachsenenspiele” verstehen wollt (ausser natürlich so spezielle geschlechtsspezifische Sachen^^).
    Ich meine, Spiel an sich bedeutet für mich halt kindliches loslassen, infantil sein im Sinne von Fantasie ausleben, freies Denken halt.
    “Erwachsen-Sein” ist “spielen” heutzutage diametral entgegengesetzt, ein “Erwachsenenspiel” ist somit ein Widerspruch in sich.
    Entweder du spielst (ein somit zwangsweise infantiles Tun), oder du beschäftigst dich ernsthaft.
    Ich weiß nicht, ob Beides ohne Weiteres vereinbar ist.

    —> Also locker bleiben und einfach daddeln^^

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