Moment der Klarheit

Ich sage nichts Neues, aber eins will ich trotzdem mal festgestellt haben: Die Raubkopiererei ist ein direktes Ergebnis der Bemühungen der Spieleindustrie, der jungen Kundschaft das Gefühl zu vermitteln, man müsse ihre Produkte unbedingt haben.

Nehmen wir einen meiner nerdigsten Schüler als Beispiel: Er kommt aus ärmlichen Verhältnissen, wohnt in der übelsten Gegend der Region und arbeitet nebenbei im Gemüsehandel wo er Kisten schleppt und verfaulte Auberginen aussortiert. Eigener Aussage nach kann er sich genau ein Spiel monatlich kaufen – den Rest seines Lohns braucht er für andere Hobbies wie etwa Eishockey. Da kostet ja so ein Schläger etwa 150€, die Schlittschuhe kosten 300 – 600 €, die Messer dafür 50€ und er muss immer wieder für verschiedene dieser Anschaffungen sparen. Er wird von seinen Eltern finanziell nicht unterstützt und ich glaube er lädt sich jedes einzelne Spiel herunter. Er würde das – im Gegensatz zu anderen Schülern – nie zugeben, dafür ist er irgendwie zu brav. Stattdessen fängt er immer an, von seinen “Freunden” zu sprechen: Die können sich die Spiele nicht leisten, aber wenn sie sich die Previews durchlesen und Trailer ansehen, sind sie so scharf sie, dass sie auch nicht darauf verzichten können. Hier funktioniert das Marketing der Spielehersteller einfach zu gut.

Das Geschäftsmodell krankt aber nicht nur an der finanziellen Schwäche seiner Zielgruppe sondern auch an dem ätherischen Charakter seiner Artikel: Spiele lassen sich halt viel zu einfach klauen, weil sie – verzeiht mir bitte meine dilettantische Ausdrucksweise hier – immateriel sind. Skateboards sind auch scheiß teuer und müssen regelmäßig, spätestens nach dem 130. Caveman, gewartet werden (man muss neue Achsen, Rollen und Decks kaufen), aber sie lassen sich nicht aus dem Strom herbeisaugen wie Spiele. Es sind verdammte Gebrauchsgegenstände und man muss sie in einem Laden kaufen, der in der Regel so beschaffen ist, dass man nur sehr schwer stehlen kann.

Die Spieleindustrie hat es außerdem bisher nicht geschafft, ihre Kundschaft dazu zu bewegen, sich mit einzelnen Brands zu identifizieren – ganz im Gegenteil: bestehende Labels wurden bei der Übernahme durch größere Firmen mitsamt allen positiven Konnotationen, die sie sich in der Zeit ihrer Unabhängigkeit erarbeitet hatten, einfach ausgelöscht.
An Jugendliche zu verkaufen heißt jedoch nicht Produkte, sondern Allüren zu verkaufen: Identifikationsflächen, die man im Alter der Formung und Umwälzung sucht. Jugendliche sind durchaus bereit ihr (kümmerliches) Geld für eitle Zugehörigkeitsbekenntnisse auszugeben – etwa überteuerte, weil limitierte Black Metal-LPs (die auch ein immaterielles Produkt tragen) und T-Shirts. Prinzipiell dürfte gelten: Je stärker die Identifikation, umso höher ist das Bedürfnis nach dem Originalprodukt als Nachweis eigener Authentizität.

Es ist erstaunlich, dass eine Kundschaft, die sich zwar stolz zu ihrem Hobby als “Zocker” oder “Gamer” bekennt bisher nicht erfolgreich von einzelnen Herstellern zur Identifikation gelockt werden konnte. Ich denke, dass sich EA-Fans an einer Hand abzählen ließen und selbst das vermeintliche Hipstertum Nintendos hat nicht verhindern können, dass der DS unter horrenden Einbußen durch Raubkopien leidet (man lese hierzu das Interview mit Team 17s Martyn Brown in der letzten Retro Gamer-Ausgabe). Seien wir ehrlich: Identifikation mit Computerspielen ist soweit eine ausgesprochen lauwarme Angelegenheit, die hauptsächlich unter Blogger-Spasten (ich meine damit auch mich) stattfindet, doch keine wirtschaftliche Relevanz besitzt.

Computerspiele brauchen also nicht DRM, sondern ein neues Geschäftsmodell: Sie müssen günstiger werden (ich weiß: haha) und man muss endlich anfangen die Menschen hinter den Spielen stärker zu vermarkten, statt nur die Spiele selbst – schließlich haben diese Menschen eine wesentlich höhere Halbwertszeit als ihre Produkte, die in der Regel nach dem Review medial nicht mehr thematisiert werden. Erschaffer der Spiele müssen zum roten Faden der Vermarktungsstrategie einzelner Publisher werden. Und macht diesen Scheiß endlich mal günstiger. 70 Öcken, ey, das ist selbst mir als lebenszeitlich Verbeamteten fast schon zu viel.

About these ads

122 Kommentare

  1. Actionman

    Das neue Geschäftmodell „mit wir müssen den Menschen hinter den Spielen stärker vermarkten“ , hat sich mal in den 80iger ein Firma auf die Banner geschrieben.

    Gegründet von Trip Hawkniss, nur leider ist sie vom Weg abgekommen.

    Ja ich rede wirklich von EA , oder wie sie früher ausgeschrieben hieß “Electronic Arts” Denn Herr Hawkniss hat sich bei den Arts im Namen schon was dabei gedacht, und wenn man sich alte Spielverpackung von Electronic Arts anschaut , hatten die auch ein gewisse Ähnlichkeit zu Albumcover. Die Entwickler worden vorgestellt, halt die Leute hinten den Spielen.

    Aber irgendwann fielen bei Electronic Arts , das Arts und der Rest unterm Tisch. Und es blieben nur EA übrig. Eine Seelenlose Firma wie so viele andere.

  2. predo

    naja, ansätze sind ja schon vorhanden.
    leute wie sid meier, will wright, peter molyeux oder der spinner von doom haben ja schon eine gewisse fangemeinde.
    ob es so kritikwürdig ist, jugendlichen zu vermitteln, dass man ihre produkte unbedingt haben muss, sei dahingestellt. darauf basiert halt werbung.
    das letzte spiel, was ich mir gekauft habe, war bioshock 1.
    wobei es interessant wäre zu erfahren, ob nur ich irgendwo ein schlechtes gewissen habe, 50 € für ein Spiel auszugeben (immerhin hatte es eine formschöne Metallverpackung).
    ich finde es schon ordentlich, sich ein spiel im monat zuzulegen. besonders bei konsolentiteln mit 70€ pro spiel find ich das schon ordentlich (ich hatte nie eine; obwohl ich gerne mal auf einer wii spielen würde).

    welche firma versucht sich eine fangemeinde zu machen, ist valve mit ihren merchendiseprodukten. da wird regelmäßig das entwicklungsteam vorgestellt oder die entwickler kommentieren sogar das spiel im spiel (ich mein den commentarymode).
    mal ganz abgesehen von den t-shirts, der headcrabmütze oder tassen mit halflife, teamfortress oder portal motiven.

    ist allerdings auch immer eine frage der kostensache. und da ist die vermeindliche sicherheit von DRM garantiert günstiger.

  3. cor

    Bei dem Aspekt der “Immaterialität” stimme ich voll zu- die Kosten einer einzelnen digitalen Kopie sind vernachlässigbar klein.
    Ich persönlich kaufe mir auch die wenigsten Spiele. Als Teenager hatte ich das Geld dafür nicht, mittlerweile begeistert mich kaum etwas, als dass ich dafür 60Eur zahlen würde(PC-Spiele).
    Identifiziert hatte ich mich eigentlich nur mit Piranha Bytes (Gothic-Fanboy, ich gebs zu), was ich dann aber nach Gothic 3 wieder aufgegeben habe. Risen hab ich auch erst die Raubkopie gespielt, und als ich nach feststellte, es ist spielbar hab ichs mir gekauft. Spielbar heißt jetzt vor allem technisch bugfrei, vom Design/ Setting war ich schon vorher durch Videos überzeugt- und das andere “zu gut funktionierende Marketing”

    Gut gemacht wurde es beim ersten Assassins Creed: wie Jade Raymond gehyped wurde war beeindruckend – hat dem Spiel am Ende dann aber inhaltlich auch nichts genützt.
    Anderes Beispiel: die Jungs von Flagship Studios und ihr Hellgate: London

    Eigentlich komisch, dass eingefleischte “Gamer” nicht einzelne Studios vergöttern…
    *hust* Blizzard

    Cor

  4. balkantoni

    Blizzard ist in der Tat so eine Ausnahme, die mit Battlenet und WoW auch noch clever gegen übliche Wege des Raubkopierens vorgeht. Ich werde zwar nie verstehen, wieso dieses Studio so steil gefunden wird, doch was mich noch mehr wunder ist: Wieso sind sie die einzigen, die sich so erfolgreich ins Spielerbewusstsein gehyped haben?

  5. balkantoni

    @ Predo: Ich frage mich, inwiefern DRM tatsächlich günstiger ist. Es kostet doch ‘ne Menge, das Zeug zu erschaffen / implementieren. Ich will nicht wissen, was Ubisofts neues Online-Kontrollportal gekostet hat… Wäre es nicht vernünftiger Valves Politik zu verfolgen, zumal sie sehr erfolgreich zu sein scheint? Fannähe, langfristige Produktpflege – so was…

  6. Ben

    Wenn die Firmen nicht völlig bescheuert sind, dann nehmen sie einen Teil der Raubkopien billigend in Kauf. Ein Produkt ins Gespräch zu bringen ist wertvoller als wenn es überhaupt nicht gekauft wird, weil kein Geld vorhanden ist… der von Dir beschriebene Schüler passt in diese Kategorie. Eine Marke zu etablieren kann so hervorragend funktionieren, hat es in meiner eigenen Schulzeit zumindest mit den LucasArts Adventures und einigen anderen Spielen, bei denen ich später Nachfolger, Remakes und ähnliches gekauft habe.

    Andererseits gibt es aber auch Leute, die Spiele einfach nur kopieren, weil sie es können. Besonders drastisch sieht man das grade am iPhone/iPod Touch wo die Spiele meist zwischen einem und drei Euro kosten, trotzdem wird kopiert wie bekloppt… und ein riesen Marketinghype findet um die wenigsten statt. (wobei ich mich mal interessieren würde, ob es wirklich der direkte Marktetingerfolg der Hersteller ist, oder nicht einfach die generelle Schnellebigkeit der international gleichgeschalteten Medienlandschaft. Themen sind heute einfach nur noch wenige Wochen auf der Agenda, egal ob Film/Buch/Nachricht, wer mitreden will, muss schnell sein)

    Wenn man hier das Kopieren erschweren möchte, bittesehr… so lange das für mich nicht mit ätzenden Nachteilen verbunden ist. Dass das geht zeigt Steam inzwischen ganz gut, bei Start war es ein nerviges Gängelband, heute würde ich ein Spiel mit gescheiter Steam-Integration jederzeit einer DRM-Freien DVD-Kopie vorziehen.

  7. Ben

    “Ich werde zwar nie verstehen, wieso dieses Studio so steil gefunden wird, doch was mich noch mehr wunder ist: Wieso sind sie die einzigen, die sich so erfolgreich ins Spielerbewusstsein gehyped haben?”

    Dasselbe Schema das auch bei Valve funktioniert (und zum Teil noch bei Rockstar):
    Wenige klar definierte Spiele, keine Flops.

    Niemand kann ein Fan der Marke EA werden, weil sie, analog zu grossen Filmstudios oder Buchverlagen, einfach viel zu viele (auch qualitativ) unterschiedliche Produkte anbietet.

  8. balkantoni

    Spiele kosten in der Herstellung inzwischen Millionen – selbstverständlich wird mit Verlustmarginen gearbeitet, aber wie wenig man nachzugeben bereit ist, zeigen doch die derzeitigen Versuche den second hand-Handel mit Spielen zu unterbinden:

    http://www.gamestar.de/news/pc/action/multiplayer-shooter/2312787/electronic_arts.html

    Es zählt offenbar jede verkaufte Kopie und das derzeitige Geschäftsmodell ist alles andere als optimal: Man stellt etwas sehr, sehr kostspieliges her und weiß, dass es millionenfach gestohlen wird. Daran ändert sich auch durch DRM nichts. Steam IST ein neues Geschäftsmodell und auch eins, das ich allen anderen bevorzuge: Es ist günstig, praktisch und bequem.

    Zu der Frage nach der Schnelllebigkeit der gleichgeschalteten Medienlandschaft: No way. Hard Marketing ist immer noch absolut entscheidend, wenn es um den Erfolg einzelner Spiele geht. Es gibt gute Gründe, wieso in den Staaten kein Arsch die Siedler spielt und Mass Effect 2 sich viel besser verkauft hat als das viral so herumgeschwenkte Aquaria.

  9. Ben

    Das meinte ich gar nicht, es ging mir nicht um den Erfolg, sondern die kurzlebigkeit der Produkte. Die 70€ für den einen Titel sind nach spätestens zwei Wochen obsolet, weil man sofort zum nächsten weiterziehen muss… ich glaube nicht dass da nur das Marketing dran Schuld ist.

  10. cor

    Zum Marketing: Ich bin immer noch erstaunt, wenn ich im Fernsehen mal Werbung für ein Spiel sehe, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es sich lohnt. Die Werbungen die ich bis jetzt gesehen habe gingen nur um “richtige” Spiele (um das leidige Casual/Core-Gamer Thema wieder hochzukochen ;-) ) und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich jemand ein Spiel kauft weil die Werbung dazu im Fernsehen lief. Die Zielgruppe müsste auch ohne solche Spots wissen, wann welches Game erscheint!
    Ansonsten ist das Marketing auf den mir vertrauteren Kanälen wirklich durchochestriert: Anzeigen, Specials, Interviews, Teaser, Trailer, Vorschau, Preview, dazu sehr umfangreiche Launch-Sites. Man kommt, wenn man sich halbwegs fürs Zocken interessiert wirklich nicht um die AAA-Titel jeden Quartals herum!

    Welches Spiel hatte noch eine Seite, wo hinter einem Countdown nur der Namen des nächsten Projekts steckte?

    @Ben
    Viele Titel bieten einfach keinen großen Umfang. Wenn man 3h am Tag abzwackt um den derzeitigen Titel zu spielen – 3h am Tag ist jetzt auch nicht die Welt- hat man nach 2 Wochen den Standardtitel mit seinen 20h Spielzeit schon locker durch.
    Und Spiele mit deutlich mehr Umfang verschwinden auch nicht nach 2 Wochen in der Versenkung, Foren, Guides, Builds etc kommen erst nach geraumer Zeit richtig ins Rollen, während die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird.

    Cor

  11. vivec

    Hmm, ich bin aber auch nicht willens und in der Lage, 80 Euro für ein Spiel auszugeben, das sich in der Betaphase befindet und mir hinterher ständig um die Ohren fliegt, wie zB Gothic3. Oder 80 Euro für ein Spiel, das man in knapp 4 Stunden durchgespielt hat (Bioshock, any1?). Dazu habe ich einfahc nicht genug Geld. :(

  12. epospecht

    Das Glorifizieren der Köpfe hinter den Spielen ist ein Relikt aus den 80ern und konnte nur funktionieren weil die Spiele

    a.) von nur wenigen Personen programmiert wurden
    b.) eine Zielgruppe ansprachen die eine eingeschworene kleine Gemeinde war (Nerds), und so ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugte

    Das geht heute einfach nicht mehr glaubwürdig. Jade Raymond war ja nur deshalb ein Thema weil sie so unglaublich gut aussah. Das ist eher beschämend als erfrischend^^

    Wenn du als Entwickler wahrgenommen werden möchtest dann musst du dich wohl zwangsläufig in eine Nische begeben die eine personelle Bindung zu deiner Kundschaft in diesem engen Rahmen forciert. So etwas wie Braid (Jonathan Blow).

    Ansonsten sollte man so eine Bindung eher über das Studio machen. Und da ist Electronic Arts im Sportbereich (EA Sports) für viele sicherlich ein Qualitätsgarant.

    Alternativ könnte man Schauspieler zum Motion-Capturen und/oder Voice-Acting engagieren und mit denen Promo-Touren organisieren und das Franchise auf diese Schauspieler abstimmen (so in etwa wie Tera Patrick in Saints Row, nur besser^^)

  13. vivec

    Aber spielen willste sie trotzdem, nicht wahr?

    Wollen ja. Machen meistens nicht. Gothic3 wollte ich spielen, hatte aber zum Glück beschlossen, es vorher anzutesten. Danach wollte ich es nicht mehr spielen.
    Und Bioshock ist in nem halben Jahr für nen Appel und n Ei zu haben. Warum muss ich das jetzt sofort haben?

  14. Ben

    @Epospecht:
    Bei Film funktioniert die Personenbindung hervorragend, ohne dass dort Nischenfokus vorherrscht. Der neue Cameron, der neue Tarantino… mit riesen Teams für ein riesen Publikum produziert, dennoch vollkommen über die vermeintliche Autorschaft einer Person kommuniziert.

    Will man das bei Spielen erreichen, müsste man sich dringend von der reinen Spielmechanik (ich mache einen Egoshooter mit Nazis) lösen und hin zur, achtung Kitsch, “künstlerischen Vision” die man wenigstens Ansatzweise einer Person zuordnen kann.
    Bisher schafft das meiner Meinung nach nur Tim Schafer in grossem Stile und der grosse Finanzielle Erfolg ist damit bisher nicht verbunden, aber es ist keine völlig abseitige Marketingpraktik.

  15. Mnemonic

    Ich weiß nicht, ob das irgendwen interessiert, wer hinter den Spielen steckt. Mich persönlich interessiert das schon, finde es auch immer schön, wenn wie im Falle Valves ein Entwicklerkommentar im Spiel ist, zumal der viel über die Designschiene geht. Warum hat man das so oder so gemacht. Aber mal ehrlich, ich denke 90 % der Spieler wählt den einmal an und gehen dann nach dem ersten Audiokommentar wieder raus.

    Ausserdem hat im Falle der XBox sowieso keiner Zeit für sowas. Sind sehr viele Achievementhuren unterwegs, gerade in meiner Freundesliste. Wenn ich nicht selbst mal angefixt gewesen wär, könnt ich nur den Kopf schütteln. Und klar müssen diese Leute immer die neusten Titel haben, halt wegen der Score.

    Obs da irgendne Kundenbindung durch einen Studionamen gibt, kann ich mir nicht vorstellen. Andererseits kenne ich Leute (wie Tonis Kumpel, der sich jeden Scheiß kauft und Horrorfilme sammelt), die sind immer am frohlocken, wenn sie was über Nachfolgetitel hören. Bei denen bleiben eher die Titel hängen.

    In meinem Falle funktioniert das mit der Studiobindung teilweise. Meine Hassliebe zu Bungie, früher mal Rare und Nintendo. Sega und Capcom natürlich nicht zu vergessen.

  16. balkantoni

    @ Mnemo: Bisherige Versuche, bestimmte Menschen in der Spieleindustrie zu “household names” zu etablieren waren doch ganz erfolgreich: Gabe Newell, Sid Meier oder Blödyneux sind bekannt und auch Irrationals Ken Levine hat es durch sein konstantes Gefasel über die besonders “philosophische” Story Bioshocks geschafft, für das Spiel effektiver zu werben als EA beispielsweise für Dante’s Inferno, wo man nur wusste, dass es “von den Leuten, die Dead Space gemacht haben” sei. Ich denke, da IST ein Bedürfnis bei der Kundschaft ihre Spiele auch biographisieren zu können – die Bindung zu vertiefen sozusagen. Score-Hoes wird es immer geben, doch ich denke nicht, dass sie eine allzugroße Rolle spielen werden bei den Schritten, die Spiele in der Zukunft nehmen werden: Als gute Konsumenten werden sie den Anweisungen des Marktes folgen, die sie auch in erster Linie zu den Achievements geführt hatten.

    @ Ben: Ja, zustimmung. Schaefers Name sorgt immerhin dafür, dass er seinen Scheiß überhaupt gepublisht bekommt.

  17. m.a.

    Der Schuss mit dem Entwicklernamen kann aber auch leicht nach hinten losgehen… ich sage nur “Jon Romero”, was heutzutage eigentlich synonym für “Selbstgefälliger Grosskotz” ist, oder “Peter Molyneux”, wo eigentlich bei jedem sofort die Alarmglocken “Ach herrjeh, der erzählt viel wenn der Tag lang ist” losgehen sollten.

    Und sogar everybodies Darling Will Wright hat sich mit Spore nun auch nicht grade ein goldenes Ei ins Nest gelegt.

  18. balkantoni

    Selbstverständlich kann und darf das nach hinten losgehen – so wie bei Tarantinos “Death Proof”, dem wahrscheinlich langweiligsten Film aller Zeiten, oder bei Stephen Kings “Lisey’s Story” (“Love” auf Deutsch), dem wahrscheinlich langweiligsten Buch aller Zeiten. Keiner sagt, dass biographisierte Spiele GUT sind, aber sie bekommen viel Aufmerksamkeit, was einfach gutes Marketing ist. Abgesehen davon: Kennst du es nicht, dass du Spiele gespielt hast, bei denen du gerne mehr über die Entwickler gewusst oder von ihnen über das Spiel gehört hättest. Mir ging es schon oft so! Wer macht bloß so was wie “Manhunt” und wieso? Wieso hat man bestimmte Aspekte des Strugatzki-Buchs bei S.T.A.L.K.E.R. nicht übernommen? Ich bin da furchtbar neugierig…

  19. Krystof

    Ich glaube es wäre schon einiges damit getan wenn die Publisher an ihrem eigenen Profil arbeiten würden.
    Solange ich das Gefühl habe dass EA mich mit stumpfen und identitätslosen Blockbustern ausnehmen will, werde ich auch kein Geld dafür bezahlen. Das ist unabhängig vom Medium. Ich kaufe selten Musik auf Major Labels oder irgendwelche epischen Filme, deren einziger epischer Aspekt die Vermarktung zu sein scheint.
    Das Ganze mache ich nur aus einem Grund. Weil ich das Gefühl habe EA will an mein Geld und nicht das Spiel als gesellschaftliches und kulturelles Gut weiterentwickeln.
    Auf der einen Seite habt ihr Recht. Es würde sicherlich helfen durch eine Art Galleonsfigur (in Form eines Nerd, der sich als Spieleentwickler ausgibt) ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl hervorzurufen.
    Ich glaube aber auch, dass dies allein schon durch die Spiele an sich möglich wäre.
    Mich würde interessieren wie viel Kohle Machinarium abgeworfen hat. Sicherlich in keiner Relation zu einem Spiel wie Modern Warfare, aber in Bezug auf Kosten und Zufriedenheit des Entwicklers sicherlich ein Erfolg. Machinarium ist ein Spiel mit dem ich mich identifizieren kann. Modern Warfare sicherlich nicht. Jedoch will ich auch nichts mit Leuten zu tun haben, die sich bei Cpt. Prices Tod die Hose nass machten.
    Der springende Punkt ist: GTA IV, Uncharted 2, Modern Warfare 2, Bioshock… alle wurden von der „Fachpresse“ hoch gelobt und bieten ausser moderner Grafik und Filmelementen nichts was nicht schon da gewesen wäre oder mich an dieses Spiel bindet. Mein Bezug zu Niko Bellic, Indiana Jones auf Steroiden, nem Sargeant (der sich sicherlich vor 10 Jahren noch kräftig auf Spring Break abgeschossen hat) und diesem Typen mit den brennenden Händen (hat man den eigentlich je zu Gesicht bekommen?) ist nichts im Vergleich zu Guybrush, Jill Valentine, alle Mario Charaktere, Pacman, die Türme aus Battlechess, etc.
    Worauf ich hinaus will ist: Spiele hatten ihren eigenen Weg eine Geschichte zu erzählen und mich als Spieler einzubeziehen. Das wurde von den großen Publishern einfach über Bord geworfen. Stattdessen kopiert man den Erzählstil der (ironischerweise auch unter Raubkopien leidenden) Filmindustrie. Filme unterhalten mich 90 Minuten im Kino. Selten kommt es vor, dass Kino oder Filme einen Bezug nach der eigentlichen Vorführung zu mir herstellen. Film gesehen, bewertet, abgestempelt, archiviert. So ist das bei den heutigen Spielen auch. Ich werde mich nicht an die Geschichte von GTA IV erinnern können, weil „Joa, der Film war ganz okay, aber Casino mit Robert De Niro is halt schon besser“. Da ändert auch kein Drehbuchautor was daran. Spiele werden nie den Platz der Filme einnehmen können, weil sie sich im Moment an Elementen von Filmen bedienen und somit, triefend vor Klischees immer einen Schritt hinterher schleichen.

  20. jorl

    Ein wichtiger Grund für das Raubkopieren sehe ich vor allem im sofort! haben wollen. Hätte die angesprochene jugendliche Zielgruppe auch nur etwas Geduld (und hey sie haben noch die meiste Lebenszeit vor sich) würde das Geld locker für viele Titel pro Monat reichen. Außerdem sollten sie doch erstmal die verfügbaren Klassiker konsumieren um einen gewissen Zocker-Grundbildungsstand zu erlangen ;-)
    Ich kaufe mir z.B. nie aktuelle Titel (höchstens lasse ich mir mal einen schenken). Die Spiele sind in zwei bis sechs Monaten noch genau so gut. Leider habe ich durch dieses Vorgehen immer noch kein shadow of the colossus, da scheinen sich die Preise anders zu entwickeln (zu wenig Datentrager gepresst?). Aber das ist wirklich eine absolute Ausnahme.

    Spieleentwickler bei denen ich früher aufgemerkt habe waren: Dave Perry und American McGee, aber das hat sich mittlerweile auch erledigt. Personenbindung funktioniert für mich nichtmal bei Musik. Ist mir total egal ob der Sänger meiner Lieblingsband gern Rosen züchtet oder dreimal geschieden ist. Bei Autoren ist das noch etwas anderes. Aber gerade in einem durchgestylten Spiel wo massig Leute an irgendwelchen Ecken rumpolieren, bleibt doch eher selten die wirkliche Vision eines Kopfes übrig.

  21. balkantoni

    @ Krystof: Marc und ich sind schon mit medialen Analogien – soll heißen mit Spiele/Filme – Spiele/Bücher – Spiele/Comics-Vergleichen – gegen die Wand gefahren, weshalb ich vorsichtig sein will. Ich möchte nur feststellen, dass GTA IV oder COD:MW beides Spiele sind, die ich nicht besonders gut finde, die aber durchaus narrativ Möglichkeiten genutzt haben, die anderen Medien nicht zur Verfügung stehen. In GTA IV konnte man sich ja sein Leben mit Freunden gestalten (was ich übrigens furchtbar anstrengend und störend fand) und in COD:MW konnte man in den radioaktiven Tod kriechen. Ich fand gerade das Letzte beeindruckend und intensiv. Was du meinst, ist (glaube ich jetzt mal), dass sich Spiele dramaturgisch an Hollywood-Filme anlehnen und stets verwandte Themen auszubeuten versuchen: Krieg, Verbrechen, Gewalt. Stattdessen hättest du lieber einen autonomeren Themenkreis, der ja früher auch durchaus vorhanden war. Die “filmreife” Entwicklung (um mit der GS zu sprechen) ist ja ein Ding des letzten Jahrzehnts. Ich frage mich jedoch, ob eine solche Umorientierung sich positiv auf die Verkäufe und Zahlen der Raubkopien auswirken würde.

    @ Jorl: Ich bin auch ein absoluter Budget-Käufer und nur wenige Spiele erscheinen mir beim Erscheinen ihren Neupreis wert zu sein. Zu deinem Einwand, was Personalisierung bei Spielen angeht: Ben hat oben eine Parallele zu Filmen gezogen, die ich gut fand.

  22. m.a.

    @jorl: Der Effekt “sofort haben müssen” kommt sicherlich zum einen von dem Hype her, der die aktuellen Games umgibt – das war bei uns damals auf dem Schulhof genau so. Der, der als erster Paradroid hatte, war der King.

    Aber heutzutage kommt noch der elende Effekt “Online” mit dazu. Ganz ehrlich, kauf die ein Spiel mit starker Onlinekomponente sechs Monate nach Erscheinen und du wirst, wenn es nicht ein Quadrupel-A-Titel ist, nur noch verwaiste Server vorfinden, in denen besten falls wie im wilden Westen mal ein vertrockneter Busch vorbei rollt, während der Wind durch das leere Gebälk pfeift.

    … oder die Alternative, wie z.B. bei Streetfighter, wo man nach der Einstiegsphase nur noch auf Oberkiller trifft, die einem schneller die Fresse breit treten, als man “Hadouken” sagen kann, weil die ganzen Beginners wie man selbst schon längst aufgegeben haben.

    Ich finde grade bei online muss eigentlich unbedingt ganz vorne mit dabei sein, wenn man überhaupt ne chance haben will.

  23. balkantoni

    Das stimmt. L4D2 erreicht gerade die Phase der Ungenießbarkeit: Keine oder leere Lobbys, spammende, unkooperative Arschlöcher als Temamitglieder – es ist wie Quake Wars. Das ging schnell! Bei Online-Spielen muss man inzwischen tatsächlich trial and error-mäßig immer in der Hoffnung kaufen, das Spiel entwickle sich noch. Erstaunlicherweise hat “Killing Floor” eine viel coolere und loyalere Spielerschaft als L4D. TF2 hat sich auch gehalten. Ansonsten aber ist es durchaus so wie du es beschreibst.

  24. jorl

    @m.a.
    Ach die elende “online”-Komponente vergesse ich in jeder Diskussion, einfach weil ich nie online spiele. Aber Du hast natürlich Recht, in meinem 360-Probemonat hat auch schon keiner mehr Table Tennis gespielt. Ich hätte da je wenigstens gern mal zugeguckt.

    Noch zu den Personen und Filmen: Bei dem Neuen Burton, Bay, Tarantino, Del Toro weis ich recht genau was ich zu erwarten habe. Ich bin mir nicht ganz sicher ob das bei Spielebuden auch so funktioniert. Ähnliche Produkte der selben Teams haben meist den selben Namen + Nummer. Da gibt’s also keinen Grund noch Personen als Erkennungsmerkmal dran zu pappen. Und sonst: obwohl weil mir Mirrors Edge gefällt, hab’ ich nicht das mindeste Intresse an einem Shooter von DICE.
    Die Studios werden wohl auch mit Absicht nicht zu sehr auf Personenkult setzen, sonst sind die ganz schnell weg und steichen woanders noch mehr Kohle ein (oder versuchen es solo und gehen unter ;-)).

  25. epospecht

    Nochmal zur Identifikation durch Galionsfiguren:

    Ein Tarantino, ein Scorsese oder ein Cameron haben ihren Status weil sie in ihrer Frühzeit herausragende, oder doch zumindest aufsehenerregend andere Filme gemacht haben.
    Diesen Bonus haben auch die damaligen Spieleentwickler wie Molyneux, Meier und Schäfer. Aber auch das ist heute kaum noch möglich. Wo sind denn die neuen Ideen in AAA-Spielen? Das ist doch ein viel zu hohes Risiko.

    Ein großer weiterer Unterschied: Ein Regisseur hat unter anderem die Aufgabe Schauspieler (also bekannte Personen die schon andere Rollen gespielt haben und damit vergleichbar sind ) zu Höchstleistungen anzuspornen. Das geht dem Producer ab. Der muss sich auf seine Animator verlassen dass sich die Figur ordentlich bewegt (von Emotionen ganz zu schweigen)

    Zudem, und das ist meiner Meinung nach das Hauptproblem, ist ein Film (und mit ihm der Regisseur) dann Erinnerungswürdig wenn er mich emotional mitnimmt. Emotionen in Filmen sind das wohl billigst zu produzierendste Element eines Filmes (2 Schauspieler und einfach mit der Kamera draufhalten). Bei Spielen ist das umgekehrt. Da ist Animation mit Abstand am teuersten und selbst bei den Besten des Faches (Valve, Crytek, Quantic Dream und Naughty Dogs) noch so limitiert dass man hier keine herausragenden Alleinstellungsmerkmale herausbliden kann.

    Der typische Weg eines Regisseurs über Low Budget Produktionen fällt für den Game Designer/Producer im Hinblick auf Story/Geschichte/Emotionen also weg.

    Was bleib ist also die Spielmechanik. Ähnlich zu Brettspielen, wo die Autoren mitunter schon bekannt und geschätzt sind (Klaus Teuber z.B.) könnte man hier ansetzen. Nur driften wir da fast unweigerlich wieder in die Casual Ecke weil nur reine Logik-Spiele mit überschaubarem grafischen Aufwand innovativ zu produzieren sind. (Siehe Braid, World of Goo, tetris ;-) uva. ) Bei AAA-Titeln wäre das Risiko einfach zu groß. Solche Spiele sprechen aber größtenteils nicht die Käuferschicht an bei der Raubkopien ein großes Problem darstellen.

  26. balkantoni

    Epo, deine Analogien funktionieren nicht: Jedes Spiel hat einen Lead Designer – und die sind interessanter als Producer – und diese haben oft ein interessantes Pedigree. Mass Effecs (2) Casey Hudson hat zum Beispiel schon an MDK 2 gearbeitet. Drew Karpyshyn, der Writer des Spiels, hat schon an KOTOR, Jade Empire und BG II gearbeitet. Er hat offensichtlich eine Ahnung vom Erzählen in Spielen. Wieso sollte ihm nicht mehr Platz in der Vermarktung von Spielen eingeräumt werden, zumal er ja lauter “herausragende Frühwerke” vorweisen kann, um dich mal zu paraphrasieren? Schließlich würde ich Emotionen von vielem mehr abhängig machen als nur Animationen – bereits Textadventures konnten den jungen Toni zum Flennen bringen! Schon mal “Planetfall” gespielt?

  27. epospecht

    Arggh… auf Emotionen abseits der Animation wollte ich noch eingehen. Hab es dann aber gelassen weil es nicht die Norm sondern eher eine Nische darstellt (bei heutigen AAA Titeln)

    Wenn ich aber lese “Mass Effecs (2) Casey Hudson hat zum Beispiel schon an MDK 2 gearbeitet. Drew Karpyshyn, der Writer des Spiels, hat schon an KOTOR, Jade Empire und BG II gearbeitet” dann sind wir hier schon im Nerd Bereich ;-)

    Lass es mich mal so ausdrücken:

    Bei Filmen kennen

    80% der Leute die Schauspieler
    60% den Regisseur
    30% den Produzenten
    10% den Drehbuchautor
    5% den Lead Camera Artist (oder wie die sich nennen)
    2% den Stunt Koordinator

    Und du willst nun einen Writer (und sei er noch so ordentlich) zur Spielikone hochstilisieren? Um den Massenmarkt anzusprechen?
    Naja, ich weiß nicht.

    Sicherlich gibt es immer mal wieder Köpfe die herausstechen und so viel Profil haben dass sie sich zur medialen Verwendung eignen. Aber da jetzt ein Paradigma draus zu entwickeln halte ich für schwierig.

  28. Mnemonic

    Vielleicht sollten die Medien die Spieler auch besser erziehen. Durch dieses Hypen muss jeder Spieler das Spiel direkt haben. Andererseits ist das wohl auch ein wenig zu hoch gegriffen. Hab selbst erst vor ein paar Jahren gerafft, dass ich nicht alles spielen muss und schon garnicht am Erscheinungstag. Ist aber halt auch blöd, wenn man nicht direkt mitreden kann aufm Schulhof.

    @toni: Du hast schon recht damit. Die Designer sind berühmt geworden wegen ihrer Werke und wurden auch so vermarktet, nur ist da auch irgendwann die Luft raus. Selbst von Miyamoto erwarte ich da nicht mehr viel, auch wenn der mir viele vergnügliche Stunden bereitet hat.

    Zu teuer sind Spiele hier bei uns allemal. Ich selbst bestelle nur noch aus England, wenn ich ein Spiel unbedingt zum Releasetermin haben muss. Nicht nur wegen der Sprache. Ist mir mal aufgefallen, als ich mein XBoxliveabo verlängert hab. Bei uns kostet das offiziell 60 Tacken, in England umgerechnet 30 Euro. Das kanns ja auch nicht sein.

  29. epospecht

    @toni:

    Hmm.. lass mal nachdenken

    Viel Scheiße labern –> Richard Garriot
    völlig unproduktiv viel zu wenige Filme drehen –> Chris Roberts
    kommerziell nur mäßig erfolgreich sein –> Dave Perry
    hunderte Ankündigungen machen um dann doch das Gegenteil davon zu machen –> Peter molyneux
    pseudocoole Visage –>Tomonobu Itagaki
    und ein ganzes jahrzent Filmgeschichte definieren –>Shigeru Miyamoto

    Und das alles in einer Person… hmmm ;-)

  30. Aulbath

    Personenkult bzw. “Entwicklerkult” schützt auch vor RKs nicht… alles von Factor 5 haben wir auf Amiga geliebt, mein erstes ORIGINAL Turrican hatte ich allerdings erst um die Jahrtausendwende in der Hand (okay, stimmt nicht – irgendwann gab’s mal Sunsofts Turrican 2 port für MS DOS zu Weihnachten). Bergeweise Floppies aus der Zeit habe ich immernoch… und wir waren große Fans von Bitmap Brothers, Team 17, Psygnosis usw.
    Und haben zielgerichtet Spiele dieser Leute/Firmen besorgt. Manfred Trenz kannte jeder, nur seine Spiele hat bei uns keiner gekauft…

    Irgendwie passte das auch gar nicht in die Zeit, Kumpels hatten Berge von VHS Tapes mit aufgenommenen Krempel oder schlecht überspielten Videotheken-Kopien, Musik hat man mitgeschnitten aus dem Radio oder von Schallplatte bzw. MC auf MC überspielt. Ist also IMO nichts Neues. Die Frage ist nur, ob sich das Verhältnis von Käufern und RKern irgendwie verschoben hat… aber wie gesagt, wenn ich an die Amiga-Zeiten zurück denke, dann kann ich mir das irgendwie nicht vorstellen.

    “An Jugendliche zu verkaufen heißt jedoch nicht Produkte, sondern Allüren zu verkaufen” – hier stimme ich dir absolut zu, dennoch frage ich mich inwieweit man das auf Spiele anwenden kann. Die Markenklamotte oder das dolle Handy hat man ja am Mann zum rumzeigen… “meine Videospielsammlung” in der Aufzählung von “Haus, Boot, Auto, Frau” kommt irgendwie eher unbeeindruckend.

    Bis Spiele gekauft werden, weil sie von bestimmten Personen oder Personenkreisen hergestellt worden sind, wird es noch dauern – dafür ist der Einstiegspreis zu hoch (im Gegensatz zu Film) und das Endergebnis ist nie abzuschätzen (Siehe Dawn of War 1 und Dawn of War 2 und die Heerscharen an enttäuschten Fans) und es gibt verdammt nochmal zu viel, und zu viel ist davon einfach gesichtlos. Es fehlen irgendwie die Equivalente zu “Blockbustern” die auch tatsächlich eine gewisse Präsenz außerhalb unseres Dunstkreises haben (Wii hat das ganz gut hinbekommen) aber eben auch die Arthouse-Produkte die auch gefallen können wenn man kein “Degree of Nerdery” hat – einfach weil sie funktionieren auf ihre spezielle Art und Weise.

    Ich bin mir aber insgesamt nicht sicher ob Spiele diesen Weg überhaupt gehen wollen – IMO überholt man nämlich gerade die Musikindustrie in Sachen “Geld abziehen wo geht” und dabei möglichst wenig Aufwand und Innovation beteiben. Und wenn doch mal irgendwo was Frisches am Start ist, dann sprießen die “Me Too”-Produkte nur so aus dem Boden. Und solange das so gehandhabt wird, nutzt auch ein Personenkult nichts, wenn das eigentlich Produkt doch nur die gleiche Grütze mit anderer Farbe ist.

    IMO wird’s Zeit für einen richtig schön fetten Videospielcrash! Einmal tabula rasa und nochmal bitte.

  31. balkantoni

    Du siehst also den Problemkern in der Preislage: Spiele sind einfach zu teuer?

    Den Crahs prophezeie ich ja übrigens seit längerem für die nächste Konsolengeneration – ich glaube nach 360 und der PS3 wird es beben!

  32. Krystof

    Wenn ich einspringen dürfte: Ich denke er sieht den Problemkern in der Qualität der Spiele. Es ist das selbe Phänomen wie in fast jeder wirtschaftlichen Sparte.
    Studios, Publisher, Labels, Producer, etc. scheinen für jedes Medium einen bewährten Weg gefunden zu haben, dieses kommerziell erfolgreich zu machen. Die Mechanismen werden bis zum erbrechen ausgeschlachtet. Am Ende wird Raubkopierern, der Politik, den GameStar Lesern der Vorwurf gemacht, sie seien Schuld an der gegenwärten Situation. Die, übrigens, jeder BWLer einfach durch das massive Überangebot begründen würde.
    Solange mir im Kino die 10. Liebeskomödie mit Owen Wilson angeboten wird,
    solange ich mit emotionsloser und toter Musik im Radio konfrontiert werde,
    solange mir Publisher weiss machen wollen ich muss ein Spiel haben, weil es einfach nur besser aussieht wie vor 2 Jahren, solange werde ich mir diesen wertlosen Mist kostenlos und bequem reinziehen.
    Ich finde es auch interessant, dass gerade du lieber BalkanToni, über die Zukunft von Gamepublishern und deren Waffen gegen die Raubkopien referierst.
    Es wäre doch total schön wenn all die großen Affen jämmerlich an ihrer Kohle ersticken und das Monetenparadies „Casual Gaming“ verlassen würden, damit innovativen und engagierten Unternehmen Platz gemacht wird, dessen gefühlte Lebensmotivation die Arbeit mit und für Videospieler ist und nicht gegen diese.
    Hack the planet!

  33. Krystof

    PPS: Also kann man deine Motivation, die Mechanismen der Spielepublisher gegen Raubkopien zu hinterfragen, als nachhaltig ansehen. Ich lese hier erst seit einer Woche mit und bin täglich fasziniert von deiner Weisheit.

  34. balkantoni

    Na, na, jetzt wirst du ein bisschen melodramatisch: Im Kino werden auch coole Filme gezeigt (ich fand etwa die beiden Mesrine-Filme steil) und im Radio spielen sie regelmäßig das beste Lied aller Zeiten, nämlich:

    Recycling von bewährten Themen ist übrigens eine alte Praxis. Hast du dich schon mal mit barocker Literatur beschäftigt? Da gab es sogar die besonders ausgefeilte Technik der Emblematik, die es erlaubte Themen und ihre Verknüpfung katalogisch auszusuchen, wenn man ein Gedicht schreiben wollte und Originalität war keineswegs das damalige Kernkriterium guter Lyrik. Trotzdem sind viele großartige Gedichte und Dramen aus jener Zeit unbedingt lesenswert – etwa Bidermanns Cenodoxus, oder so. Worauf ich hinaus will: Zitieren und Verarbeiten sind vollkommen legitime Techniken. Sich darüber zu empören ist so was von 2007, Alter. Sich darüber zu empören und dann aber zuzugeben, dass man sich das Zeug dennoch illegal lädt und spielt – die Sensatio dabei dürfte so lüstern-verächtlichem “angry sex” gleichen, schätze ich – ist zeitlos mongo. Du musst dich nämlich schon entscheiden: Findest du das Zeug wirklich verdammenswert und scheiße, so lass die Finger davon. Das mache ich zum Beispiel mit Onkelz-CDs. Ich kaufe und höre sie nicht. Findest du das Zeug aber gut genug, um es zu spielen, so sei zumindest integer genug, das herunterladen nicht durch irgendwelche theatralischen weltschmerz-Posen zu mehr aufbauschen zu wollen als es eigentlich ist: Geiz.

  35. Ben

    @Aulbath: Preis ist sicher ein Faktor, aber nicht der einzige. Wie gesagt, schau Dir den Markt der iPhone oder auch der Independent-Spiele an, Titel unter 5$ werden trotzdem wie blöde kopiert. Jemandem der sich für 200$ einen iPod leisten kann, einen PC besitzt um das Gerät aufzubrechen dem rauben dann böse Spielehersteller mit Preisen von 99 Cent pro Spiel den Geldbeutel leer?

    @Krystof: Die richtige Reaktion auf ein Überangebot und Übermüdungserscheinungen deinerseits ist also nicht die Verweigerung gegenüber den minderwertigen Produkten, sondern nur die Verweigerung der Entlohnung? Man verzeihe die Internetspreche, aber WTF?!
    Wenn das alles so schlimm und furchtbar schlecht ist, warum konsumierst Du es dann und suggerierst den Herstellern überhaupt Interesse? Die machen doch liebend gern die Rechnung auf: 20 Millionen P2P-Downloads sind 20 Millionen Verkäufe die uns entgangen sind, ergo stecken wir mehr in die Kopierschutzentwicklung und Online-Verknüpfung. Die Leute wollen es ja haben.
    Filme und Musik sind auch nicht schlechter geworden nur weil man selbst nicht mehr das Gefühl hat, permanent mit neuem konfrontiert zu werden. Die Meisten Medien wurden bereits recht früh ausgereizt, und wirklich spätestens seit der ersten Hälfte des 20. Jh. ist alles durch was man mit Film/Musik/Bild/Text/Kunst im Grunde machen kann, alles “neue” sind Varianten, Remixe… Segen und Fluch der Postmoderne, passierte aber auch schon viel viel früher.

    Toni hat mal sowas von recht, es ist Geiz, alles andere sind alberne Ausreden.

  36. epospecht

    Hmm… wo seht ihr denn Anzeichen für einen Crash?
    Ich meine der Branche geht es trotz allem Gejammer blendend. Die Umsätze und Bedeutung des Mediums Computerspiele steigt stetig, es kommen immer mehr Plattformen dazu (Facebook, Iphone etc.)
    Gerade durch das starke Online-Wachstum kommen immer mehr Menschen in Berührung mit (Casual)games von denen ein bestimmter Prozentsatz dann klassischer Videospieler wird.

    in 5-6 Jahren werden wir auf allen Devices hochauflösend über die Cloud spielen und damit wird sich das Thema Kopierschutz auch erledigt haben (wobei ich nicht glaube dass es keine Raubkopien geben wird, es werden wohl ganze Piraten-Clouds in Russland und China entstehen. Nur wird man für deren Benutzung eben auch Geld bezahlen müssen was die Verbreitung eindämmen wird )

    Klar werden die Spiele erstmal noch teurer in der Produktion. Allerdings hält sich das mit dem wachsenden Spielemarkt die Waage. Alles andere wäre betriebswirtschaftlicher Selbstmord.

    Also kein Revival des “guten alten” nach einem befreienden Schlag in Sicht… oder?

  37. epospecht

    @ben

    Stimme dir eigentlich vorbehaltlos zu. nur der Tenor zwischen den Zeilen dass die Raubkopierer schuld an Gängelei und Onlineaktivierungszwang seitens der Publisher sind halte ich für zu einfach.
    Ein Unternehmen möchte immer den höchstmöglichen profit erwirtschafen (zumal große, börsennotierte wo eine persönliche Bindung und Haftung eines Eigentümers nicht mehr vorhanden ist)

    Der Zwang zur Onlineaktivierung und -kontrolle hat geldwerte Vorteile abseits des Verhinderns von Raubkopien als da wären:

    - Online Advertising Ingame
    - Auswertung von Spielerverhalten (Das spart ne Menge marktforschung und QA)
    - Verhinderung einer Zweitverwertung (sprich Weiterverkauf)
    - kontrolle durch eine präsente Onlineplattform und damit Kundenwerbung
    - Werbung auf dieser Online-Plattform
    - Gesparte Werbekosten durch Newsletter etc.
    - Forcierung (Kaufzwang) des Nachfolgespiels durch das zeitnahe Abschalten des Servers

    Da ein Kopierschutz und oder Onlineportal im Vergleich zu den Entwicklungskosten eines modernen AAA-Spiels so unbedeutend niedrig ist hätten wir diese Entwicklung so oder so. Raubkopien legitimieren also vor allem dieses vorgehen moralisch. Was schlimm genug ist.

  38. Ben

    Jupp. Ist halt nicht alles Monokausal… ne solide Zusammenfassung dessen, was man da online so alles anstellen kann.
    Wobei man noch erwähnen sollte, dass das teils auch ohne Zwangsaktivierung funktionieren würde (siehe Steam Cloundfeatures oder ME2 DLC-Code) und nicht alles pauschal negativ für die Spieler ist (im Gegensatz zu nem guten alten Starforce Kopierschutz).

  39. Krystof

    Ich schaue sehr gerne Filme im Kino, auch sehr gerne höre und kaufe ich Musik und Computerspiele kaufe ich spätestens, wenn es mir ein Freund empfiehlt oder ich es angetestet und für gut befunden habe. In allen Sparten gibt es qualitativ wertvolle Produkte, die ich um nichts auf dieser Welt missen will.

    Aber darum ging es mir in meinem Kommentar auch nicht. Sondern um die Produkte welche aus rein kommerziellen Gründen entstanden sind. Bzw. bei denen es klar ersichtlich ist. Aus dieser Motivation entstandene Produkte sind meines Erachtens zu 80%-90% wertloser Dreck.

    Deshalb finde ich deinen Vergleich mit dem Recycling auch nicht fair. Mir ist natürlich bewusst, dass kreative Arbeit nur durch zitieren und Inspiration von äußeren Einflüssen entstehen kann. Da bin ich völlig deiner Meinung. Aber, und das ist auch der ganze Witz an der Urheberrechtsdebatte, wenn sich eine Plattenfirma an einer alten und bekannten Melodie vergreift ist es einfach asozial die „Prosumer“ zu ächten, weil sie die gleichen simplen „Kreativitätstechniken“ verwenden, wie sie selbst.

    Ich habe ein Problem damit, dass Entscheidungen in einem Prozess für ein kreatives Produkt bewusst so getroffen werden, dass kommerziell ein Maximum an Erfolg abzuschätzen ist. Nun kann man sagen, dass die Welt eben so ist, dass ich eben diese Produkte nicht konsumieren soll und dass „die Leute“ es eben so wollen. Aber ich will mich damit nicht zufrieden geben weil nunmal jede Art von kreativer Arbeit seinen Teil zur Kultur einer Gesellschaft beiträgt.

    Ich muss dir Recht geben was deine Kritik an meinem vermeindlichen Konsumverhalten angeht. Es ist nicht konsequent. Aber ich würde noch gerne hinzufügen dass es mir darum geht, Produkten meinen Respekt und meine Wertschätzung entgegenzubringen, die ich toll finde und nicht durch künstlich aufgeblasene Publicity oder geschmierte Spieletester durch die Harnröhre eingeführt bekomme. Die Beurteilung des Produktes findet ja immer erst nach dem Konsum statt. Die Wertschätzung immer schon davor. Interessant dazu die Debatte über die Abschaffung der Zwangssteuern, angestoßen von Sloterdijk.

  40. balkantoni

    Wenn er die Spendierhosen anhat, bringt der Geizkragen großzügig “dem Produkt” seine “Wertschätzung” entgegen. Überhaupt ist sein Geiz eine “Kreativitätstechnik” und somit etwas Fruchtbares.

    Wir erkennen: Die Piratenpartei KANN es nur in Deutschland geben.

    Off-Topic: Wer zum Teufel hat mir einen Abwärtsdaumen für meine L4D2-Kritik weiter oben gegeben? Manche Leute, tsk tsk!

  41. Ben

    “Aber ich will mich damit nicht zufrieden geben weil nunmal jede Art von kreativer Arbeit seinen Teil zur Kultur einer Gesellschaft beiträgt.”

    Aber Dir scheint nicht mal die Zeit zu schade zu sein, die Du in den Konsum investieren musst. Ergo misst Du den Produkten doch einen Wert zu. Du willst einfach an der aktuellen Diskussion teilhaben, aber nichts dafür bezahlen.
    Die besonders schöne Ironie an der Sache ist übrigens, Dein Verhalten trägt dazu bei den “wertlosen Dreck” erst in die öffentliche Diskussion zu bringen. Du bist williger Teil der kommerziellen Marketingmaschine, nur eben ein geiziger williger Teil.

    “Aus dieser Motivation entstandene Produkte sind meines Erachtens zu 80%-90% wertloser Dreck.”

    Deine Insiderkenntnisse sind in der Tat bemerkenswert. Darf man fragen warum Du dazu berufen bist, die Entscheidung zwischen Dreck und Wertvollem zu fällen? Rufst Du bei jedem Produzenten an, fragst nach seiner Motivation, den Motiven des Teams? Was machst Du mit den zwei Idealisten im Entwicklungsteam, die ihren Müll wirklich für einen wertvollen Beitrag halten, bekommen die nen halben Mitleitseuro in Briefmarken zugeschickt?
    Was ist mit den Menschen anderen Geschmackes, dürfen die das, was Dir gefällt und was sie verachten, wenigstens auch gratis konsumieren?

    Ich glaube schon dass die globale, kostenfreie Verfügbarkeit von medialen Kulturgütern eine interessante Vision ist. Vor allem die Bequemlichkeit von P2P ist ein enormer Vorteil (2h Download vs. 2 Tage Amazon Versand, wochenlange Ebaybelagerung oder monate langes Warten auf hiesige Veröffentlichung) zu dem kommerzielle Anbieter erst langsam aufschliessen.

    Man verzeihe den herablassenden Ton, aber ich raff es einfach nicht warum man sich so viel Mühe in der Ausredenfindung gibt. Geiz, Bequemlichkeit… nicht ehrenvoll, aber wenigstens nachvollziehbar.

    @Toni: Schweden.
    Ganz kannst Du dem Geiz die kreative Komponente nicht absprechen… ohne Tauschbörsen würden wir heute noch keine gescheiten Downloadportale haben.

  42. balkantoni

    Kam aus Schweden – abgesehen von großbusigen Blondinen – denn JEMALS ETWAS GUTES?

    Ey, und wieso kriege ich GAR KEINE PROPS FÜR FOOTLOOSE, IHR WICHSER?

  43. SpielerDrei

    Weil jeder weiß, dass I’m Free, Never und Let’s Hear It For The Boy die klar besseren Tracks auf dem OST sind.

    Ontopic: Dein Beispiel ist toll. Der Schüler hat nur Geld für ein Spiel, weil er ein teures anderes Hobby hat? Duh. Spiele sind, so man den Wunsch hat, “mitreden zu können”, was auch immer das einem bringen mag, ein sehr teures Hobby, genau wie Eishockey, Autotuning (also das Tunen von Autos, mein ich) oder Schlagzeugspielen. Dass man sich mit einem Azubigehalt keine zwei teuren Hobbies leisten kann (dass sich die meisten Menschen, je nach Einsatzwillen und Einschränkungsfreude, nicht mehr als ein teures Hobby leisten können,), liegt doch auf der Hand.

    Und ich kriege immer willkürliche Kotzanfälle, wenn ich all die tollen Rechtfertigungen lese, die natürlich total schlüssig erklären, wieso man ohne Bezahlung spielt. Weil ich irgendwie bezweifle, dass diese Menschen auch die Computer Bild Spiele ausm Kiosk klauen, auch wenn dies nach ihren Maßstäben komplett gerechtfertigt wäre (obwohl, was weiß ich denn, vielleicht gibts davon ja auch zeitnahe PDFs ausm Torrent). Weil ich der Dumme bin, der scheißeviel Geld für Krams ausgebt, den ihr stehlt. Weil ich einfach nicht so cool gewissenlos sein kann. Weil ich als selbst kreativ tätiger Mensch (und ich red jetzt nicht nur von Blogeinträgen) absolut verstehen kann, wieso man damit Geld verdienen möchte, und ich im Umkehrschluss eben nicht verstehen kann, wie irgendein Konsument sich nicht nur erdreisten kann, sondern auch noch im Recht fühlt, wenn er mir vorschreibt, dass er mein kreatives Werk für lau verdient hätte. Ich sehe keinen Unterschied zwischen einem handgeschnitztem Stuhl und einem Song, was die Besitzrechte angeht. Und weiterhin gibt es in jedem Medienbereich so viel geile Scheiße gratis im Netz, wenn man sich die Mühe macht, danach zu suchen, dass all die Ausreden zwischen “Ich sehe nicht ein, dafür Geld auszugeben” bis “Ich habe gar kein Geld” komplett ihre beabsichtigte Wirkung verlieren.

    Ach, man entschuldige diesen unstruktierten Stream of Hate.

  44. balkantoni

    “Let’s Hear it for the Boy” ist tatsächlich ein Hammer vor dem Herren!

    Mir gefällt dein Beispiel mit dem Stuhl! Als Berufsschullehrer weiß ich nämlich genau, was passieren würde, wenn jemand einem Schreiner zu erklären versuchen würde, er wolle ihm nichts für einen Schaukelstuhl zahlen, weil dieser eben durch sein Designt- und Schönsein die Kultur fördert: Der Schreiner würde sich ein Tischbein schnappen und dieser Person einmal über die Birne ziehen. Und das ist keine Metapher.

    Es ist die Immaterialität der Spiele: Je immaterieller etwas, umso größer der Eindruck, es existiere ja gar nicht und man sei kein Dieb.

  45. Aulbath

    @Toni: Der Preis im Zusammenhang mit der Tatsache wie einfach der Krempel zu klauen ist dürfte vermutlich die Hauptsache sein. Dazu kommt der Fakt das es eigentlich gar keinen Grund mehr gibt sich noch irgendwas Materielles hinzustellen… bei MMOs landen nicht mal mehr die “savegames” in greifbarer Nähe und in Zukunft kann man sicherlich auch den client irgendwo serverseitig aufrufen ohne irgendwas zu installieren… man schlägt Zeit tot mit einer komplett nicht mehr greifbaren Sache.

    Was diese Gesellschaft leider komplett verpasst hat, ist KREATIVE Leistung anzuerkennen… ich sehe das täglich bei uns im Verlag, die Leute tun sich unheimlich schwer Sachen wie Konzeption (ein Bereich der vorallem im Kopf maximal in Scribbles) stattfindet zu bewerten, und vorallem zu entlohnen.
    Da mittlerweile auch jeder Hans Wurst irgendwas zusammenkloppen kann ist das Verhältnis dementsprechend noch mehr im Eimer… die Leute haben a) einfach keine Ahnung b) gibt’s zuviel Konkurrenz und Möglichkeiten abzuspringen – man muss sich also nicht damit auseinandersetzen und c) die Bequemlichkeit siegt einfach viel zu oft viel zu schnell.

    So immateriell die Daten sind die hinten rauskommen, so immateriell ist der Prozess der zu Ihrer Entstehung führt. Das eine Idee manchmal mehr wert sein kann als ein Jahr lang irgendwie hart arbeiten versteht diese Gesellschaft nicht.

    Jetzt kombiniere man das ganze mit den schon genannten Punkten Überangebot und peer-group pressure jeden Scheiß haben zu müssen und badabing, das Zeug wird gezogen wie Blöde. In vielen Fällen könnte ich mir vorstellen geht’s dabei nichtmal um die Spiele an sich, sondern schlicht um’s Haben. Ohne Sinn und Verstand.

    Allerdings tun die Spielefirmen leider nichts um diesen Umstand zu ändern (bzw. einige schon, free to play-Titel die sich die Kohle über micropayments holen sind genial + die Zukunft, in bester Drogendealermanier die Leute anfüttern und dann langsam vernichten finde ich einen guten Ansatz) – was war das letzte Spiel welches wirklich “wertig” daher kam? Welches Spiel wirbt mit der hineingeflossenen Liebe und Kreativität? Wo steht das Erlebnis statt Feature-Listen und Vergleichen mit anderen gleichartigen Titeln im Vordergrund? Welches Spiel bietet soviel “schöngeistigen” Inhalt das man es besitzen müsste? Trotz meiner ~500 Spiele würden mir wenige einfallen die den Besitz tatsächlich rechtfertigen würde ich die Nostalgiebrille absetzen und kritisch bewerten müssen – Spiele haben sich einfach zu sehr in Richtung Wegwerf- und Konsumprodukt entwickelt, biste mit einem fertig stehen schon wieder 7 85+% Kandidaten in den Startlöchern. Spielen bleibt ja gar keine Zeit zu “wirken” und wie gesagt, sehe ich auch nicht das man versucht den Spielern was anderes als Wegwerf-Produkte anzudrehen (das mögen Leute die in den Prozessen beteiligt sind anders sehen). Und da braucht man sich nicht wundern wenn der Konsument den Kram dann eher aus dem Abfall grabbelt als dafür Geld zu bezahlen.

    Oder um’s auf den Punkt zu bringen, Videospiele sind Schundliteratur und Groschenheftchen die zum Preis von hochwertig gebundenen Sammlereditionen wertvoller Bücher unters Volk gebracht werden.

    An dieser Stelle sei erwähnt das ich dieses Jahr bislang 2 Spiele (Bayonetta und Darksiders) gekauft und 2 auf der unbedingten “to shop” Liste habe (Blood Bowl wenn’s weniger als 25€ kommt – immerhin habe ich schon das Brettspiel nebst Minis, sowie Hokuto no Ken Musou – und selbst mit meinem lächerlichen Gehalt ist das eine Menge die sich trotz extrem teuerer anderer Hobbies gut kaufen lässt).

    @Toni: Ich könnte dir viele tolle Dinge nennen die aus Schweden kommen… fangen wir mit Marabou Schokolade (die schmeckt in Schweden GANZ anders!) und Skogaholms Sauerteigbrot an.

  46. balkantoni

    Sorry, aber die großbusigen Blondinen finde ich am allerbesten. Und ABBA war auch nicht without its merits!

    Anonsten: Ja, bei Spielen ist es schwer einen “Höhenkamm” festzustellen – also Spiele, die einfach inteligennter, besser, kreativer sind. Und selbst dann bleibt die Frage nach der Bewertungshoheit; wer entscheidet denn darüber, ob Bayonetta japanischer Hentai-Vollschrott ist oder eine psychedelische Reise mit Explosionen?

    Vielleicht müsste man den kreativen Prozess hinter so einem Spiel offenbaren, um dem Kunden zu erlauben zumindest auf dieser Basis ein Werturteil abgeben zu können. Ich weiß, dass mir bei der Mass Effect Bonus-CD, als die ganzen tollen Skizzen der einzelnen Kreaturen dargestellt und kommentiert wurden, zum ersten Mal klar wurde, was für eine enorme kreative Anstrengung so ein AAA-Titel durchaus ist.

    Ich weiß natürlich nicht, ob diese Maßnahme nennenswert etwas an Zahlen der Raubkopien ändern würde. Die Pickelfressen sind nicht besonders rezeptiv für Leistungen, die über das Gewinnen einen Kekswichsmaratons hinausgehen…

  47. Aulbath

    “Ich weiß natürlich nicht, ob diese Maßnahme nennenswert etwas an Zahlen der Raubkopien ändern würde. Die Pickelfressen sind nicht besonders rezeptiv für Leistungen, die über das Gewinnen einen Kekswichsmaratons hinausgehen…”
    :(

  48. m.a.

    Nachdem Toni uns nun zielstrebig wieder die Masslatte noch weiter nach unten gesetzt hat als man es bisher für möglich hielt (vielen Dank an dieser Stelle dafür) möchte ich doch gerne mal den Advocatus Diaboli spielen und all diejenigen die sich in den vorangegangenen Kommentaren so schön über Raubkopierer echauffiert haben zwei Fragen stellen:

    1. Ihr habt nie nie nie irgendwann mal was kopiert? Echt jetzt? Wem wollt ihr eigentlich den Bären aufbinden?

    2. Wer von euch ohne Adblocker das Internet bebrowsed, der werfe den ersten Stein.

    In diesem Sinne verabschiede ich mich…

  49. balkantoni

    Mein Blog, meine Messlatte!

    (Was meinst du denn überhaupt damit? Die Großbusigen Blondinen? ABBA? Meinen brandneuen Artikel? Oder etwa…

    FOOTLOOSE?)

    Alter, was haste gegen Footloose?

  50. balkantoni

    Vor allem: Nachdem man SECHZIG SCHEIß COMMENTS lang konstruktiv moderiert hat, lässt man einen fahren und schon empört sich jemand. Meine Fresse, wilde Vollblutslaven wie Marc und Toni müssen auch mal randalieren!

  51. SpielerDrei

    @m.a. i.A. (in Abwesenheit, selbstverständlich): Alter, ich hatte ‘nen C64. Natürlich hatte ich Raubkopien en masse. Aber inzwischen bin ich halt groß und respektiere geistiges Eigentum und den Wunsch, mit ebendem Geld zu verdienen, weißte? Und deswegen zieh ich mir keine Raubkopien von nix und besitze nur Originale. Außer meine alten C64-Disketten. Ich reg mich auch nicht wegen irgendwelchen moralischen Ansprüchen auf, sondern aus purem Neid. Weil ich mich durch meine Geisteshaltung gezwungen sehe, Geld für Krams auszugeben, den andere umsonst kriegen. Sie haben schon alle Spiele, lass mir wenigstens meinen Hass.
    Und Adblocker fahr ich auch nicht. Bin ich deswegen oder wegen Obigem ein besserer Mensch? Quatsch. Stell ich mich als solcher dar? Ich hoffe nicht. Und wenn, dann nicht mit Absicht. Wirke ich anklagend? Hoffentlich. Aber primär, weil ich einfach die Geisteshaltung von Leuten nicht verstehe, die Filme abfilmen. Die Serien in Torrents stellen. Die als erstes einen Rip releasen. Ich verstehe deren Motivation (kein Ruhm, kein Geld… was?) nicht, und vielleicht wirke ich deswegen so vom hohen Pferd (autsch); aus Unverständnis. Aber Unverständnis gebiert Hass, und so lange mich keiner aufklärt, sehe ich da keine Änderung.

    Ach mann. Erneut, sorry. Sensibles Thema für mich. Meine Mutter wurde raubkopiert.

  52. balkantoni

    Eigentlich sollte jeder wissen, dass diese Frage nach der moralischen Integrität der Teilnehmer an einer Diskussion ein Sophismus ist, ein dümmliches Scheinargument. Ändert sich an der Validität der Aussage, dass Raubkopieren eine geizige Angelegenheit ist irgendetwas, wenn sie von jemandem geäußert wird, der selbst Raubkopien besitzt? Eigentlich nicht.

    Anderes vorauszusetzen ist Grundschulmentalität.

    Ansonsten: Ich kaufe meinen Shizzle und habe mich nicht über das Raubkopieren empört. In dem Artikel geht es darum wie man Spiele erfolgreicher vermarkten könnte und nicht darum wieso Piraterei falsch ist. An Krystofs Aussagen hat mich auch nicht die Tatsache geärgert, dass er raubkopiert, sondern vielmehr die bescheuerte Gymnasiastenallüre mit der er das rechtfertigen wollte.

  53. predo

    Auch wenn dieser Thread (nennt man das bei Comments so?) mittlerweile elendslang ist, hier nochmal meine 2 cents:

    @krystof: mit deinem kruden statement entlarfst du dich etwas als Heuchler (oder Kulturfaschist, ist auch ein schönes Wort): aber dazu hat der Ben schon alles gesagt.
    @m.a.: wenn man älter ist, überdenkt man das, was man als Jugendlicher gemacht hat. Und daher kann man sagen, dass raubkoieren nichts anderes ist, als geistiges Eigentum zu klauen; bzw. den Künstler, Produzenten, oder der phösen phösen kapitalistischen Firma ihr zugestandenes Entgelt zu verweigern.

    Was die Messlatte für Spiele angeht, so habe ich für mich zumindest in den letzten Jahren einige Ausnahmen gefunden. Ich fand die Spielwelt beim ersten S.T.A.L.K.E.R. Teil richtig schön stimmig, und auch die Endsequenz (die Gute) hab ich zwar nicht unbedingt als Belohnung empfunden, allerdings hat sie eine Menge Interpretationsraum offengelassen. Oder die Film-noir Liebesgeschichte aus Max Payne 1 und 2; die fand ich auch spitze (abgesehen von den Klasse Ballergefechten)
    Was Sid Meier angeht: soweit ich weiß hat lässt der nur noch seinen Namen verwerten; selber am Produktionsprozess nimmt der nicht mehr Teil. Civ 4 ist aber trotzdem absoluter Zeitfresser.
    Das letzte wäre dann zu Bioshock. Ich habe irgendwo ein Interview mit Ken Levine gelesen, in dem er angeführt hat, welche Bücher er als Inspiration genutzt hat, und war erstaunt, wie viele das waren. Dem Spiel merkt man auch an, dass ein großartiger Gedanke dahintersteckt, nur geht der bald in der ganzen Ballerei und dem 08/15 Endkampf unter, auch wenn es seine Momente hat, die wirklich großartig waren.
    Das wär dann alles.
    Mehr Spiele hab ich mir auch nie gekauft…Außer Patrizier II auf der Gamestar DVD (bitte nicht schlagen). Ich finds spannend, mein Bruder arschlahm. Wahrscheinlich ist Ascaron deshalb den Bach runtergegangen. Würde sogar behaupten sowas würde heute nicht mehr produziert werden.
    GTA 4 hab ich nie gespielt und die CoD-Reihe rühr ich aus Prinzip nicht an. Brenn die mir trotzdem nicht.

  54. m.a.

    Gähn, habt ihr ein Glück, dass ich schon so früh wach sein muss…

    @predo: Ja, genau das isses doch – wenn man älter wird, denkt man drüber nach. Mit richtigem Geld in der Tasche ist das auch einfacher, aber als Kids waren wir doch keinen Cent besser.

    Als ich ein Kind war,
    redete ich wie ein Kind.
    Ich urteilte wie ein Kind
    und dachte wie ein Kind.
    Als ich ein Mann geworden war,
    legte ich alles Kindliche ab.
    [Korinther 13,11]

    Es geht mir nicht um den Artikel sondern um die eskalierenden Kommentare, die mir nunmal sauer aufstossen. Es heißt in der Bibel nicht umsonst “Wer ohne Schuld ist werfe den ersten Stein”. Es ändert natürlich nichts an der Argumentation für oder gegen Raubkopierereien, aber wenn wir alle (und ja, da schließe ich mich ein) früher als Kiddies raubkopiert haben als gäbe es einen Nobelpreis dafür, dann tue ICH mich zumindest schwer damit jetzt einen auf entrüstet zu machen, nur weil jemand, der wahrscheinlich im selben Alter ist wie ich damals, das jetzt auch tut. Ganz ehrlich: die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

    @marc: “wieso werfen uns die menschen in letzter zeit ständig niveauverfall vor? wir hatten doch nie welches.” … ja eben DRUM. Umso bewundernswerter ist die Kunst, dass man diese sowieso kaum vorhandene Messlatte (Opacity 10% würde ich sagen) stetig weiter nach unten bewegen kann. Find ich stark. Und grade von Tony, der hier ja gerne angestrengt sein “Word of the day Toiletpaper” raushängen lässt, finde ich das doppelt bewundernswert. Ganz ehrlich Jungs, ich find euch subba, sonst hätte ich euch schon längst aus meinem RSS-Reader gekickt. Gruppenkuscheln?

  55. balkantoni

    Okay, es wird befremdlich: UNS Niveauverfall vorwerfen, dann aber gleich MEHRMALS die Bibel auspacken. Ich will mich hier ein bisschen wehren: Ich finde, dass unsere Texte immer besser werden. Wir entwickeln uns stilistisch: Die Texte sind verständlicher, die Pointen konziser, die Witze witziger. Unsere Aussagen sind nicht mehr – wie in unserer Anfangszeit – undurchdacht und prätentiös. Wir geben uns mehr Mühe mit den Meinungen unserer Leser und der Steuerung der Diskussionen. Wir beschimpfen niemanden mehr, bloß weil er ein bisschen anders ist. Kurz: Wir werden immer besser. Und ich wage sogar zu behaupten, dass die immer höheren Comment-Zahlen auch davon zeugen, da immer mehr Menschen unsere Texte interessant finden.

    Aber ich glaube, die Texte selbst sind auch nicht der Ort an dem du deinen Niveauverfall festgestellt haben willst. Es geht dir um meine Vulgarität. Dazu kann ich dir nur sagen:

    Hoch den Rock
    Rein den Pflock
    [Ecclesiasticus 7,36]

    Ich bin halt mehr so der alttestamentarische Typ.

  56. Flocker

    Sorry, aber ich bin hier der Experte in Sachen Flock, das scheiß p brauch niemand.
    Hier wird ernsthaft die Bibel zitiert? Mann, Mann, Mann.
    Die gute Seite hat immerhin mit “Allo Allo” mal richtig einen rausgeholt,
    da geh ich gleich mal bei youtube Fawlty Towers gucken,
    der Experte wird ahnen, welche Folgen genau.

    zum Thema: Ich kaufe nur, was ich auch supporten möchte. Bei jeglichem Medium.
    Bei manchen Filmen und Spielen ist es mir einfach scheißegal, da fühl ich mich sogar gut dabei, wenn ich geistiges Eigentum stehle, ich kleiner Revoluzzer ich.
    Ich kaufe selektiv, nach Geschmack und Qualität. Ich muss nicht, wie der Junge im balkan’schen Beispiel alles spielen, was der HYPE!-Markt hervorbringt. Aber ich war auch mal wie der Junge. Damals hatte ich Hype, aber kein Geld. Heute habe ich Geld, aber nur noch meinen eigenen Hype. Deutlich bessere Kombi.
    Ergo, wer mir seelenlose Scheiße andrehen will, und ja, sowas gucken und spielen und hören wir alle gerne ab und an mal (außer den Avantgarde-Affen, ich weiß…), dem klau ich auch sein geistiges Eigentum gern, er hat’s nämlich durch das produzieren eben jener seelenlosen, anspruchsbefreiten Scheiße nicht besser verdient. Und von DRM fang ich in dem Zusammenhang gar nicht erst an. Und wer mir da jetzt mit der tragedy of the commons kommt, kann mich mal.

  57. Aulbath

    Eine Sache die ich nicht verstehe… es ist seelenlose Scheiße die du nicht willst, aber du klaust sie doch um was damit zu machen? Was genau ist der Sinn dahinter?

    Oder nutzt du die seelenlose Scheiße dann doch irgendwie? Dann muss sie ja soweit interessant/wichtig sein das du dafür klaust.

    Ich habe noch nie was runtergeladen was mich nicht interessiert hat!?

  58. balkantoni

    So sieht’s aus.

    Wieso scheint es so schwer zu sein, einfach zu sagen: “Ich habe nicht genug Kohle dafür.” Oder: “Ich hebe mir das Geld für Sachen auf, die mir wertvoller erscheinen und Spiele sind nun mal so leicht zu klauen.”

    Diese ganze Nummer mit der Rebellion des feingeistigen Konsumenten ist furchtbar künstlich.

  59. marc

    eben….mich interessiert aber wirklich, ob jemand glaubt, raubkopieren würde “auf lange sicht” die kulturlandschaft verbessern und die produzierenden “erziehen”

  60. balkantoni

    Die Piratenpartei?

    Mal im Ernst: Was wäre die pädagogische Botschaft dabei? “Ich würde es mir kaufen, wenn es meiner willkürlichen Vorstellung von Authentizität und Maßarbeit entspräche, aber SO NICHT!”

  61. Flocker

    Ich vertrete da beide Positionen. Ich habe nicht genug Geld für alles was mich interessiert,
    und ich glaube, dass man mit Raubkopien und DRM-Umgehung auf lange Sicht was ändern kann. Das kann man für Naivität halten, muss man aber nicht. Ich halte es für idealistisch, den das bin ich.
    Zu der Frage, warum ich “seelenlose Scheiße” konsumiere, wenn sie mich eigentlich gar nicht interessiert: Sie interessiert halt eben nicht so stark wie andere Sachen, die man als wertvoller am eigenen Anspruch gemessen einstuft. Un d jeder von uns kennt das, ein Spiel, eine Platte, ein Film, der/das/die irgendwie nicht ganz so geil ist, nicht ganz oder auch nur ganz wenig ins eigene Raster passt, aber man guckt halt mal rein, hört oder spielt es an. Wenn es gefällt, wirds vielleicht sogar noch legal erworben (is mir schon öfter passiert) oder eben halt nicht.
    Mal abgesehen davon, dass wir hier über meine persönlichen Fallzahlen sprechen,
    die im letzten Jahr drei Alben, drei Filme und kein Spiel waren. Alle von mir konsumierten Spiele des letzten Jahres waren Vollpreistitel, gebraucht oder eh kostenlos. Und von den 3 Filmen hab ich mir zwei nachträglich nochmal im Kino angesehen. Ich bin hier nicht der Böse!

  62. Aulbath

    Und jetzt ist die Frage, die Zeit die du am vollen Produkt austestest müsste doch eigentlich Entlohnung für die Entwickler bedeuten. Ich fresse mich ja auch nicht durch den halben Bäcker und sage dann “Nee, doch keinen Hunger”.

    Immerhin die Chance das der Titel doch gekauft wird, ist ja schonmal gut. Ich kenne genug Leute die das gar nicht einsehen, weil sie den Kram ja schon haben.

  63. HomiSite

    85 Kommentare, WTF!? Na ja, einfach mal ein paar unsortierte Gedanken:

    - Spielepreise: Ich denke schon, dass Spiele günstiger werden müssen. Der Extremweg iPhone ist natürlich kein Weg, aber Konsolengames sollten schon auf das PC-Niveau sinken (ca. 45,-); bei Darkstalkers ging Amazon ja schon diesen Weg. Wobei es ja eher um PC-Games geht… Da weiß ich gar nicht, wie sehr sich PC-Spiele über die Budget-Verwertung amortisieren. Man braucht doch meist nur 2 Monate oder so warten, da gibt’s die Spiele schon zum halben Preis oder gleich in der Unter-10-Euro-Ecke von Green Pepper und wie sie alle heißen. Ansonsten vielleicht den Preis irgendwie an Spielzeit oder so koppeln? Ist natürlich schwer bis unmöglich, aber vielleicht kaufen manche kurze Blockbuster zum Launch, wenn sie 30 kosten *achselzucken*.

    - Multiplayer und langfristige Produktpflege (= Aufbau eines Image) waren ja lange Zeit die Non-DRM-Mittel für Verkäufe. Während ersteres wohl immer noch praktiziert wird, so aber der Markt mit endlos Multiplayer-Games überschwemmt wird, die gar nicht jeder spielen kann (zocke gerade Section 8 auf 360, wo ich abend mit Glück 12 Leute in einem Game finde…), ist Produktpflege wohl nicht mehr so wichtig:
    Kein Support mehr für “Operation Flashpoint: Dragon Rising” (Release: 10/2009)
    – EA Server Shutdowns (RPS; ganze Liste)
    “Ah, altes Spiel reingeschmissen, schön. Mal Online-Modus probieren – wie, geht nicht mehr [am PC umschiffbar]? Von wem ist das Game, ah, Hersteller XY – in Zukunft meiden.”

    - Die “Personalisierung” von Spielen halte ich für wünschenswert und könnte auch funktionieren, wenn man bedenkt, wie Regisseure bei Filmen ziehen. Die meisten heute bekannten Spielemacher haben aber noch ihren Ruhm in den 90ern begründet. Vielleicht muss auch die Mainstream-Spielepresse mehr auf die Spieldesigner und -produzenten hinweisen. @Ben: Dass man nun die die Personalisierung größere künstlerische Ambitionen bei Spielen entwickeln muss, halte ich nicht für zwingend (Hollywood anyone?).

    - Ich kaufe selten Spiele, aus Geld-, aber auch aus Zeitgründen. Ich habe allein durch die vielen Magazinvollversionen so viele ungespielte Games, dazu dutzend unbeendete, sodass ich mir eine zeitnahe Neuanschaffung überlege. Einfach aus Sammeltrieb schlage ich aber regelmäßig bei den Budgetreihen zu; ein “alles haben wollen” gibt’s bei mir nicht mehr, vielleicht auch, weil mein PC hoffnungslos veraltet ist. Und auf der 360 sind halt aktuelle Games (in Dtld.) nicht billig. Hinzu kommt der WoW-Effekt: ich spiele viel Modern Warfare 2 (dazu momentan BF:BC2-Demo und Section 8), da zocke ich kaum was anderes.

    Man ist IMO kein Dieb, wenn man immaterielle Güter illegal erwirbt, aber ein Betrüger. Mit der geistigen Reife sollte die Wertschätzung von kreativen Leistungen einhergehen (“kauft geniale Originale” ;-). Ist die Frage, ob aber nicht durch die Allgegenwärtigkeit von Downloads nicht längst ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Kostenpflichtige Tageszeitungen im Netz o.ä. werden ja wohl nie wieder funktionieren…

    Mnemonic schrieb ganz weit oben von “Achievementhuren”. Ist ja generell ein spannendes Thema: Sammel’ ich Gamerscore, könnte ich ja auch Spiele ausführlicher zocken. Einfacher ist es natürlich, sich alle Games schnell auszuleihen und die billigen Erfolge erledigen. Andererseits könnte man auch dazu bewogen werden, mal ein älteres Spiel wieder spielen zu wollen, weil der GS so niedrig ist.

    Aulbath sprach von Games als Konsumgütern, aber ist das bei anderen Medienprodukten anders?

    PS: Jade Raymond ist ‘ne geile Sau :-)

  64. balkantoni

    @Homisite: Weitgehende Zustimmung.

    @Predo: Nö. Ich habe einen Billy in meinem Arbeitszimmer, den ich nur für Computer- und Konsolenspiele Reserviert habe. Na gut, die unterste Regalfläche beherbergt Zeitschriften…

  65. Flocker

    @Aulbath: Komm, die Nummer mit dem Bäcker is Quatsch, Ware ist nicht gleich Ware. Bestes Beispiel sind die von Homi angesprochenen Internetzeitungen. Kommodifizierung funktioniert einfach nicht grundsätzlich (gleichartig).

    @all: ‘Tölich hab ich ne Sammlung hier rumstehen, wie geil waren denn bitte früher die Spielverpackungen, so richtig mit Karton etc. Deswegen finde ich auch die Wand vom AVGN frevelhaft, weil er die ganzen NES-Spiele ohne Verpackung einfach ins Regal geklatscht hat.

  66. Aulbath

    @Homisite: Vielleicht zu idealistisch, aber ich hoffe eigentlich das nicht jeder Hersteller von Medienprodukten diese als “Wegwerf-Produkte” herstellt und der eine oder andere tatsächlich ein wertiges Produkt für die Ewigkeit erschaffen möchte. Etwas Besonderes eben.

    @Flocker: Das Bäckerbeispiel war extrem überzogen, aber der Kern ist doch wichtig – hat der Hersteller nicht für die Probezeit wenigstens Entlohnung verdient, bzw. tut es dann nicht auch die Demo eines Spieles (sofern vorhanden)?

  67. Flocker

    @toni: wo denn in deinem blog? welcher artikel? nix gefunden…

    @aulbath: Wenn ich für mich nicht erkennen kann, dass ein (mediales!) KonsumProdukt mit einem Mindestmass an Liebe und Hingabe erschaffen wurde, sondern nur und auschließlich zur kapitalistischen Verwertung, dann hat der Erschaffer dieses Konsumgutes von mir keine Entlohnung verdient. my tuppence, like it or not.

  68. balkantoni

    Hier ein interessanter Link:

    http://www.charliesgames.com/wordpress/?page_id=399

    Irukandji ist ein Score-SHMUP und man kann es zu einem selbstbestimmten Preis kaufen. Mindestzahlung dabei ist ein schäbiger Dollar. Ich zocke gerade die sehr spassige Demo und würde mir das Spiel sofort kaufen, wenn ich über eine Kreditkarte verfügen würde. Muss endlich bei der Bank eine beantragen…

    Mit Charlie Knight, dem Entwickler, gibt es in der letzten Retro Gamer ein nettes Interview.

  69. Aulbath

    @Flocker: Aber Du nutzt es trotzdem? Dann müsstest Du doch eigentlich drüber stehen und drauf verzichten können? Wie gesagt, was ich nicht verstehe “Ich find’s scheiße, zock’s aber trotzdem und mache mich dabei auch noch strafbar”.

  70. predo

    ich find den teil schön mit “kapitalistischer verwertung”. wie kann man nur ein massenprodukt anbieten und damit geld verdienen wollen. noch schlimmer: mir gefällt das produkt nicht, aber ich nutze es trotzdem weil ich…ja…warum eigentlich? weil ich es scheiße finde, mich dem ganzen aber nicht entziehen kann, und weil ich das nicht einsehe, phantasiere ich ein bisschen von von liebe und hingabe beim entwicklungsprozess.

    ansonsten: zock die demo…aber komm nicht mit diesen 80er Jahre Anti-kapi-Sprüchen (oder warens die 60er?)

  71. marc

    Flocker, ich nehme an, dass du nicht in der kreativen Branche tätig bist…die analogie von aulbath ist absolut stimmig. es gibt keinen wertunterschied zwischen einem medialen und einem materiellem produkt.

  72. Flocker

    Ihr mögt Kapitalismuskritik für anachronistisch halten, aber wenn ich die Zeitung morgens aufschlage, sehe ich, dass sie mehr denn je notwendig ist. Und es ist eine Hauptimplikation des Kapitalismus, dass man konsumieren muss. Und ich bin da nicht frei von, sonst würde ich ja nicht auch auf illegalem Weg konsumieren. Ich konsumiere gerne, aber eben manchmal nicht so, wie Staat,Industrie [insert personal Feindbild here] das gerne hätten.
    Und wenn ihr glaubt, dass das mit dem Kapitalismus und so alles so richtig und gut und wichtig ist, dann finde ich es armselig, sich über DRM und böse Publisherspielchen aufzuregen. Damit schützen die Pubs nämlich ihre Verwertungsmechanismen. Ihr müsst dann auch gegen den Gebrauchtmarkt sein, und Preissenkungen dürften auch nicht sein, denn damit wollen die Entwickler dieses geistigen Eigentums ja nur die Entlohnung abholen, die sie verdienen. Dann kauft bitte schön alle immer die neueste EA-Version, ist ja okay, dass da nach einem Jahr die Server und der Support dichtgemacht werden, schließlich haben die ja neue Arbeit geleistet ud die muss ja wieder entlohnt werden. Beschissene Doppelmoral ist das, sonst nix.
    Und tatsächlich bin ich wirklich in der “kreativen Branche” tätig.

  73. marc

    Warum muss man gegen den Gebrauchtmarkt und Preissenkungen sein, wenn man es nicht schafft, raubkopieren als subversiven Akt gegen den Kapitalismus umzudeuten? Das müsstest du nochmal erklären.

  74. Flocker

    Muss man nicht. Aber man kann nicht einerseits sagen, Kapitalismuskritik ist anachronistisch, die wollen einfach nur entlohnt werden für ihre Arbeit,
    und andererseits Mechanismen verteufeln, die genau diese Entlohnung sicherstellen sollen.
    Ob diese Mechanismen funktionieren, ist eine ganz andere Frage.
    Und natürlich geht es hier nicht um den kleinen Entwickler, der für 1200$/mth. Quellcode
    programmiert. Aber wenn ich jetzt mit shareholder value etc anfange, krieg ich hier ja endgültig den Stalin-Gedächtnis-Orden am Band.

  75. Aulbath

    “Dann kauft bitte schön alle immer die neueste EA-Version”

    Ich kaufe sie nicht, und downloade sie auch nicht und spiele auch nicht die Demo – weil ich weiß das es die “neueste EA-Version” ist, die ich nicht brauche.

    Deine Einstellung ist der Grund warum “free refills” in Deutschland nicht funktionieren.

    Und wie gesagt, du hast immernoch nicht erklärt warum du dir den Schrott saugst den du eigentlich Scheiße findest… ich meine, wenn ich schon klaue, dann klaue ich doch den guten Stoff und nicht das mit Rattengift gestreckte.

    Ich für meinen Teil rege mich übrigens nicht mehr über DRM und Publisherspielchen auf – ich kaufe einfach sowas nicht und habe auch kein Verlangen “es dem Entwickler zu zeigen indem ich den Krempel illegal doch spiele”. Das erinnert mich irgendwie an die krass-altenativen Mini-Revoluzzer aus meiner Gymnasiumszeit, alle so im Alter 15-17.

    Aber irgendwie dreht sich die Diskussion im Kreis, ich kann’s nicht nachvollziehen und klinke mich jetzt aus.

  76. Mnemonic

    @toni: meist bekommst du günstige Xbox-Live Abos von Ebay oder Amazon aus England. Okay, da spielt oft der Pfund ne gewichtige Rolle, aber es ist wirklich nicht verständlich, warum Abos aus anderen Ländern bei uns funktionieren. Ich nehme mal an, Microsoft ändert das irgendwann.

    Die Spiele der 360 laufen auch manchmal Regionsfrei. Ich hab mir mein Gears of War 2 bei Play-Asia bestellt, hab ne chinesische Packung, Spieltext und -sprache sind aber Multilingual. Musste aber ein wenig länger drauf warten. Witzig war auch, daß die Achievementhuren mit dem Spiel bereits fertig waren, als ich damit anfing. Also keine Mitspieler mehr fürn Coop. Grummel!

    @topic: Jeder hat schonmal irgendwas kopiert, man sollte halt nur nicht damit rumhausieren. Bei mir fing das erneut mit der ersten Playstation an. Irgendwann hatte ich dann soviele Kopien, daß ich nicht mehr wußte, was ich überhaupt spielen soll. Da hab ichs dann wieder gelassen und mir nur noch die Games gekauft, die ich spielen möchte. Ist bis heute so geblieben, mit dem einzigen Unterschied, dass ich immer weniger Spiele zum Releasetag haben möchte. Klar, mein Halo Reach wird am erscheinungstag hier rumliegen, doch grad die aktuellen folgetitel brauche ich erstmal nicht und spiele sie zu einem späteren Zeitpunkt (Bioshock2 und co).

    Das einzige gemoddete Gerät bei mir Zuhause ist die PSP. Das aber hauptsächlich wegen der Ladezeiten, die ich fürn Handheld so net akzeptieren kann.

  77. balkantoni

    @ Aulbath: Das fände ich schade, deswegen werfe ich als Frage (auch an dich) ein: Wieso ist Shareware gestorben? Es war doch eigentlich ein faires Modell an dem sich durchaus coole Firmen wie Id beteiligt haben. Das ist eine Frage über die ich seit längerem nachdenke.

    @ Flocker: Ich glaube die anderen haben bereits die wichtigsten Schwächen deiner Argumentation aufgezeigt. Ich halte es wie Aulbath für eine wesentlich stärkere Kritik einfach auf Produkte zu verzichten, die man schrecklich findet. Sie illegal zu konsumieren, obwohl man sie schrecklich findet ist nicht subversiv sondern paradigmatischer Kapitalismus: Das Streben nach höchstmöglichem persönlichem Gewinn bei minimalem Investment. Ich sehe nichts Kapitalismuskritisches an deinen Handlungen.

    Ein Bekannter von mir wohnt im Trailer und hat sein gesamtes (üppiges) Erbe für so ein bescheuertes Rollstühle-für-Afrika-Projekt verprasst. Er hat ein Musiklabel bei dem er nur draufzahlt aber er macht es gerne, weil er die Bands steil findet – er versucht also vollkommen aus den Mechanismen der Eigennützigkeit und Ausbeutung auszutreten. Wie erfolgreich er das macht oder wie sinnvoll das ist, tja, darüber ließe sich diskutieren (ich finde es affig, weil ich gerne Kohle ausgebe), aber es ist irgendwie auch auf eine naive Art liebenswert, weil nachvollziehbar und bis zur Selbstaufgabe konsequent. Du, hingegen, bist einfach nur ein Geizkragen, der so tut, als sei etwas Subversives im Konsumakt zu finden.

  78. Mnemonic

    Schön gesagt, toni! So ist es eben. Ich brauche kein Call of Duty (nur so als Beispiel), also kaufe ich mir das auch nicht. Nicht, daß dies irgendetwas ändern würde, aber der Wille zählt!

    Ich verstehe auch nicht, warum ein Blockbuster soviel schlechter dastehen sollte, wie ein nicht ganz so aufgeblasener Titel. Beide sind auf ihre Art ihr Geld wert. Hinter beiden steckt ne Menge Arbeit. Und das kann ruhig entlohnt werden. Heißt aber immer noch, dass die Produkte hier viel zu teuer sind. Ich denke Aulbarth hat das gut erkannt. Das Preisverhältnis ist im Vergleich zu einem Kinobesuch unglaublich hoch. Bei 40-45 Ocken als höchstpreis für Spiele sehe ich aber irgendwie kein Problem.

  79. Flocker

    @toni: Würdest Du meinen Kontoauszug kennen, wüsstest Du das der Geizkragen-Vorwurf Bullshit ist. Zumal ich schon sagte, dass es hier in meinem Fall um vielleicht ein Spiel, ein Album, und einen Film im Jahr geht. Und ich bin nachwievor der Meinung, dass es etwas subversives hat, von kontrollierenden Instanzen vorgegebene Wege und Abläufe zu umgehen. Und zu diesen Instanzen zählen eben auch Publisher, die Mittel wie DRM etc einsetzen. Ich weiß nicht, ob meine Maßnahmen dagegen was ändern, aber dieses ‘Innere Exil’ durch bloßen Boykott fand ich schon immer scheiße.
    Aber jetzt ist auch mal gut, wir haben alle unsere Meinung kundgetan, die der anderen gelesen, uns Gedanken drüber gemacht mit welchen Ergebnissen auch immer.
    Im RL würd ich euch jetzt auf’n Bier einladen.

  80. Flocker

    Da ich auf das Bier eingeladen hab, is’ nix mit Zeche prellen.
    Aber du kannst uns allen natürlich während des Biertrinkens gern den Abend mit zynischen
    One-Linern versüßen.

  81. balkantoni

    Das stimmt! Da ist der Klang NOCH ROHER! Und die Leute bemerken vielleicht nicht, dass der Schlagzeuger bei Blastbeats bescheißt und der Gitarrist sich ständig vergreift! TRVE!

  82. predo

    zynisch?
    zynisch ist es, einem programmierer seinen werkslohn vorzuenthalten (achtung sozialromantik: der vielleicht auch eine familie ernähren muss) mit der begründung:” dein produkt ist scheiße, aber damit du dich änderst und bessere machst, nutze ich es trotzdem”.
    aber egal. mir geht dabei nur die geschichte von den rentnern durch den kopf, die sich in ein pornokino setzen um danach ausführlich über den sittenverfall berichten zu können

    was metal angeht: ich bin n kind der 90er. da gabs nur noch CDs.
    btw. hab ich das nur gehört um meine eltern zu ärgern…glaub ich zumindest.

  83. Flocker

    @predo: “was metal angeht: ich bin n kind der 90er. da gabs nur noch CDs.”
    Sorry, aber spätestens damit hast du dich dann endgültig disqualifiziert.
    Und schön, dass die Nummer hier schon abgeschlossen war, du aber noch unbedingt einen draufsetzen musstest. Glückwunsch.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s