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eidotrrio!

Love Machine: Kickin’ Ass and Takin’ Names – Teil 1

mit 13 Kommentaren

Love Machine war keine Person mit philosophischen Allüren, ganz im Gegenteil. Die meisten Menschen schätzten ihn auch deswegen, sie sagten, man wisse bei ihm immer woran man sei. Er war mehr so der Mann des Ramba-Zamba. Morgens: Exciter-Shirt an! Cornfalkes rein! Zur Schule, sich danach über die Gedächtnislücke wundern – in amerikanischen Comics nennt man das „missing time“; das ist, wenn die Fächer wie Laster auf der Autobahn träge an dir vorbeiziehen, um vergessen zu werden. Mittags bis Abends: In der Spielhalle abhängen, eigene Highscores schlagen, irgendwas mit Titten zum besteigen suchen. Wenn man hat nur drei Buchstaben zur Verfügung hat und sich dennoch bei Zaxxon verewigen will und auch noch Love Machine ist, dann muss man SEX schreiben.

Also, noch einmal: Obwohl Love Machine keine intelektuellen Allüren hatte, faszinierte ihn ausgerechnet an diesem Abend das Phänomen der mise en abyme – der Verfielfachung der Relität ins Unendliche. Ich muss das erklären, nicht wahr? Kein Problem, passt auf:

Ihr schaut euch ein Kinderbuch an. Darin ist ein Bild auf dem man euch sehen kann, wie ihr euch ein Kinderbuch anschaut. Auf dem Kinderbuch, das sich eure Abbildung anschaut kann man sehen, wie sich eine weitere eurer Abbildungen ein Kinderbuch anschaut – in die Unendlichkeit.

Diese Vervielfachung faszinierte Love Machine aus folgendem Grund: er spielte Double Dragon mit einem Mädchen, das er sehr interessant fand. Als ich oben sagte, er besteige regelmäßig Mädchen hinter der Halfpipe, habe ich nicht gelogen. Aber diese Dinger waren inzwischenzur lästigen Pflicht eines streng reglementierten Daseins als Sexmaschine geworden, oh ja. Denn Love Machine war verflucht.

Die Geschichte seines Fluches ist schnell erzählt: Love Machine hatte eine Wette gegen einen Klassenkameraden gewonnen und dieser Sieg wurde schließlich gegen ihn gekehrt. Das ist alles, was ich euch soweit darüber erzählen werde – es wird euch im Laufe der Zeit klar werden wieso. Nun, der gekehrte Sieg resultierte in einem Fluch, der gewährleistete, dass Love Machine sterben würde, wenn er es nicht schaffte, in einem Jahr, in jeder Arcade der Stadt auf jedem Spielautomaten, den Highscore zu erobern und als Signatur – wenn möglich – SEX zu hinterlassen. Allerdings ging der Fluch mit einer Belohnung einher – solange ihm das wiederholte Highscoren gelänge, würde er auf Frauen denen er begegnete eine unwiderstehliche Wirkung entfalten. Da sieht man es wieder: Herr Tanatos brigt stets seinen Freund Eros als Ko-Piloten mit.

Zurück zur mise en abyme-Situation unseres Protagonisten: Er spielte Double Dragon mit einem Mädchen, das überhaupt nicht auf ihn reagierte. Wenn ihr denkt, dass er sie stereotyperweise gerade deswegen anziehend finden musste, irrt ihr euch; sie war ein alter Schulschwarm. Sie im Arcade anzutreffen war nicht ungewöhnlich, denn sie verbrachte mit ihren Freundinnen viel Zeit an den Automaten – allerdings hatte Love Machine mehrere Monate des anonymen Kopulierens unter dem rosa Himmel der wahrgewordenen pubertären Sehnsucht unter dem Richtschwert gebraucht, um die Schwelle zu überwinden, die einst zwischen ihm, dem Dickerchen und ihr, der Rothaarigen bestanden hatte. Aber nun war er soweit; seine Moves waren soweit. Nur sie reagierte nicht.

Wieso nun mise en abyme, fragt ihr euch. Wo spiegelt sich was hier, fragt ihr euch. Passt auf: Love Machine versucht es, aber sie reagiert nicht; soll heißen: Sie kämpfen gerade nach dem Willy-Beatdown (der Kerl mit dem Maschinengewehr) gegeneinander,  aber sie kämpfen auch auf dieser erotischen Ebene gegeneinander. Die unterschwellige Erotik wird offensichtlich als sie ihn besiegt, das entführte Mädchen zu Boden fällt und ihr, Jimmy, einen Kuss gibt, bei dem ihr Höschen zum Vorschein kommt. Japaner kennen sich mit erotischen Momenten aus. Außerdem heißt sie Marian. Das Mädchen mit dem er spielt, sowie das entführte Mädchen des Spiels; Marian küsst also Marian – und sie beide ignorieren den Besiegten.

„Irgendwas stimmt nicht mehr und es beängstigt mich.“ denkt er sich.

Fortsetzung folgt…

dd

Geschrieben von balkantoni

April 19, 2009 um 10:20

Veröffentlicht in Fiktion

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13 Antworten

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  1. I love Love Machine. Wie gehts wohl weiter?

    marc

    April 20, 2009 um 2:23

  2. Spannung!

    balkantoni

    April 20, 2009 um 8:01

  3. Ich hoffe wir müssen jetzt nicht zwei Gewinnspiele und 2 Umfragen auf eine Fortsetzung warten… ich will wissen ob Toni… ahem… Lovemachine Marian ebenfalls hinter der Halfpipe „besiegt“ hat, oder ob hier mehr draus wird… 8-Bit Soap Opera Whoo!

    Aulbath

    April 20, 2009 um 5:15

  4. Es ist alles fickti… ich meine fiktiv! (höhö!)

    balkantoni

    April 20, 2009 um 7:06

  5. third grade humor upgrade!

    marc

    April 20, 2009 um 9:04

  6. Hihihihi!

    balkantoni

    April 20, 2009 um 10:04

  7. WTF?!

    HomiSite

    April 24, 2009 um 5:49

  8. Was denn?

    balkantoni

    April 24, 2009 um 9:11

  9. homisite wundert sich nur darüber, dass er heute fast deinen geburtstag vergessen hätte. kommt vor, homi…

    marc

    April 24, 2009 um 11:54

  10. Wir verzeihen.

    balkantoni

    April 25, 2009 um 1:00

  11. lol, der traum eines jeden nerd. sex für highscores.lol, wer denk sich sowas aus.

    Zamzung

    April 29, 2009 um 9:46

  12. Wann gehts weiter? Moar!!!!

    K4ZUY4

    Mai 13, 2009 um 12:03

  13. [...] a comment » Little Hate ist Love Machines kleiner Bruder. Er ist 7 Jahre jünger und in keiner Weise mit der überragenden Coolness gesegnet, [...]


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