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Sind Computerspiele Kunst?

mit 15 Kommentaren

Diese Ausstellung sagt klipp und klar: ja, jawoll und yippie!

Laßt euch sagen: Da wird nicht goutiert, sonder gleich mit richtig großen Kanonen geschossen. Es fehlt mir aber dieses berühmte Werk computerspieleverwandten Feinsinns – sollte genau richtig sein für alle Freunde schöner Bilder:

warrior

Da bei mir außer der Naiven nix ins Haus kommt, was keine Muckis und Testoüberschwang hat, sehe ich das „Into the Pixel“ eher so Scott Vogel-mäßig! Also so, in etwa:

Geschrieben von balkantoni

Dezember 29, 2008 um 9:14

Veröffentlicht in Washamwagelacht

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15 Antworten

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  1. Ha, ich war schneller:
    http://www.endoflevelboss.de/?p=1368

    …und vor uns die GEE… :-/

    Christian

    Dezember 29, 2008 um 2:09

  2. Artworks finde ich klasse. Nicht nur weil sie gut aussehen (oft jedenfalls), sie zeigen einem wie das Spiel ursprünglich mal aussehen sollte, oder welche Vorstellung man am Anfang der Entwicklung eines Spiels hatte.

    Adi

    Dezember 29, 2008 um 4:24

  3. @ Christian: Ich habe das Thema von dir. Ich habe dich sogar zitiert, höhö.

    Keiner kapiert meine Witze! Es ist ein Elend… Ich meine: Schaut euch den Typen auf dem Ast an! Hahaha!

    balkantoni

    Dezember 29, 2008 um 6:31

  4. Verdammt, ich bin so gut, ich erkenne nichtmal meine eigenen Texte ;-)

    Christian

    Dezember 29, 2008 um 7:22

  5. Konzeptzeichnungen und Illustrationen – wo genau ist da Kunst? Bzw. hui, dann mache ich ja den ganzen Tag Kunst… nicht.

    Aulbath

    Dezember 29, 2008 um 10:28

  6. Wollte ich seit Ewigkeiten fragen: Was machst du eigentlich beruflich? Du bist, wenn ich deine Seite richtig verstanden habe, so etwas wie ein Grafikdesigner, oder nicht? Wo würdest du sagen, verläuft die Trennlinie zwischen dem was du machst – kreative Arbeit – und dem was du als Kunst bezeichnen würdest (das Bild mit dem Barbaren und dem Kerl auf dem Ast! HA!)? Würde mich mal interessieren. :)

    balkantoni

    Dezember 29, 2008 um 10:41

  7. Grafikdesigner, jepp. Momentan in einem Verlag tätig, aber mehr Layout als Illustration.

    Kunst ist etwas nicht greifbares in meinen Augen, das kann allen Sinn der Welt beinhalten muß es aber nicht, läßt sich nicht klar definieren, ist irgendwie greifbar und dann geht man einen Schritt nach links oder rechts und plötzlich kann alles ganz anders sein und nichts greift mehr, Kunst passiert im Kopf, Kunst hat kein System und ist nicht messbar… 9 Leute können es Scheiße finden, und ein Zehnter versteht es. Kunst kommt aus dem Inneren, egal ob Jackson Pollock, Helmut Netwon oder Michelangelo. Wenn ich definieren könnte was Kunst ist, ich wäre ein sehr reicher, sehr schlauer Mann… aber allein der Versuch das ganze zu definieren ist zum Scheitern verurteilt, weil es im wahrsten Sinne des Wortes eine Gefühlssache ist.

    Kreative Arbeit ist nur eine Abbildung der Wirklichkeit bzw. eine Kopie unserer Wirklichkeit transferiert in die Wirklichkeit des Bezugssystems (also zum Beispiel Guild Wars). Kein einziges der Bilder auf „Into the Pixel“ hat Substanz, alle stellen bloß ihre Wirklichkeit da… egal ob seltsamer Palastkomplex oder Ekelmonster. Da ist einfach keine Tiefe. Nur Handwerk, keine Seele.

    Das Barbarenbild ist zum Beispiel absoluter Dreck… mal von technischen Mängeln abgesehen (warum ist der recht Fuß von dem Herrn links kleiner und krüppeliger als der linke!?) steckt da einfach nichts hinter. Jemand hat zwei alberne 80ies D&D Charaktere gezeichnet / gemalt die sich auf die Mütze geben, während der LowLevel-Barde im Hintergrund Flöte spielt, weil es der einzige Skill ist bei dem er sich nicht selber verletzt… nicht wirklich Louvre-Material.

    Auch die ganzen Boris, Frazetta usw. Sachen sind technisch hochwertiger „Müll“ aber sicherlich keine Kunst.

    Das heißt aber nicht das man das nicht gut finden kann oder soll – ähnlich verhält es sich in meinen Augen auch mit Spielen, die sind so auf einem Level mit den schwarz/weißen Tittenbildchen um die Jahrhundert-Wende im Vergleich zur Mona Lisa. Irgendwie gleiche Thematik, und irgendwer hat auch kreative Energie aufgebracht… aber das Endergebnis könnte unterschiedlicher nicht sein.

    Also ich kann von mir behaupten noch nie Kunst gemacht zu haben, ich schummele immer meinen Arbeiten „Tiefe“ zu geben – sei es durch Worte oder ausufernde Beschreibungen, aber im Endeffekt verkaufe ich dem Kunden bzw. Betrachter bloß gezielt ein Produkt. Kunst hat das nicht nötig.

    Hilft dir das jetzt irgendwie weiter?

    Aulbath

    Dezember 29, 2008 um 11:10

  8. Auf jeden Fall – ich wollte nur die Meinung von jemandem, der durch seine Arbeit einen näheren Bezug zur bildenden Künsten hat als ich – schließlich werden viele ähnliche Werkzeuge eingesetzt – und bin erstaunt wie sehr sich unsere Meinungen hier überschneiden. Kunst kann ich ebensowenig definieren, allerdings bin ich ziemlich gut darin, etwas zu erkennen, dass ganz und gar kunsLOS ist. Das war auch meine Aussage in diesem Artikel: „Into the Pixel“ ist für mich ebensowenig Kunst wie das Barbarenbild und es ging mir darum zu unterstreichen, dass dem Großteil jener, die diese fruchtlose „sind Spiele Kunst“-Diskussion führen gar nicht klar ist, wie wenig sie alle imstande sind Kunst zu definieren.

    Eins steht jedenfalls fest: Kunst ist sehr, sehr, sehr selten das nebensächliche Ergebnis anderer Bemühungen. Kunst ist etwas Gewolltes. Spiele verstehen sich in der Regel nicht als Kunst und der Anteil des Kunstvollen ist meistens äußerst karg. Spiele, die Kunst sein wollen, hingegen, sind in der Regel schundige scheiße, meistens furschtbarer Kitsch – sihe Braid. So was wird nur als Kunst von Leuten verstanden, die sich noch nie mit Giacometti oder Goya beschäftigt haben und glauben dieses Wage Konzept des schwer Fassbaren würde ausreichen, damit etwas zur Kunst wird.

    Was mich zu dem Video führt: Ich will keine Kunst bei Spielen, so naiv bin ich nicht mehr. Ich will das rohe Spiel – so roh und energetisch wie die Musik im video -, wie in den 90ern, ein Spiel ohne Prätensionen bei dem es einzig darum geht mich intensiv und bis zur Selbstvergessenheit mit dem Programm interagieren zu lassen. Ich will „Gears of War 2″. Es ist kunstlos, aber technisch makellos. Es ist eines dieser D&D-Aquarelle, die mich als Kind begeistert haben: technisch enwandfrei, zweckdienlich, kunstlos, durchdacht, unprätentiös, effektiv – und dadurch schon für mich sehr wertvoll. Ich weiß nicht wieso ich bei Spielen bereit bin eine usnahme zu machen – Kunst ist mir sonst ziemlich wichtig eigentlich. Vielleicht glaube ich nicht, dass man beides so vereinen könnte, dass ich jemals mit dem Ergebnis zufrieden wäre.

    Das ist jetzt alles vielleicht ein bisschen zu kryptisch.

    balkantoni

    Dezember 30, 2008 um 12:16

  9. Ist nicht kryptisch… da ich aber morgen wieder früh raus muß gibt’s meine ausufernde Zustimmung dazu morgen.

    Aulbath

    Dezember 30, 2008 um 12:40

  10. ich glaube auch nicht, dass videospiele kunst sind. aber ich bin davon überzeugt, dass sie kulturelle artefakte sind. sie sind etwas von menschenhand gefertigtes und damit in jedem fall zumindest in der lage, kultur (im weitesten sinne das, was menschen bewegt) zu transportieren. leider liegt die betonung hier auf „sind in der lage“, denn die wenigsten tun es ja tatsächlich, schaffen es also, mich als fühlendes wesen zu bewegen.

    felix.

    Dezember 30, 2008 um 2:39

  11. @ Felix: Agreed.

    balkantoni

    Dezember 30, 2008 um 3:37

  12. >Auf jeden Fall – ich wollte nur die Meinung von jemandem, der durch seine Arbeit einen >näheren Bezug zur bildenden Künsten hat als ich – schließlich werden viele ähnliche >Werkzeuge eingesetzt – und bin erstaunt wie sehr sich unsere Meinungen hier überschneiden.

    Ich glaube, wir haben generell ähnliche Meinungen zumindest was Kunst und Kultur angeht, zumindest erinnere ich mich dich schon das eine oder andere Mal „überrascht“ zu haben ;)
    Wichtig ist allerdings ein Grafiker ist eigentlich nichts weiter als ein Handwerker, Grafikdesign ist im alltäglichen Gebrauch auch nur das abarbeiten von verschiedenen Grundregeln – die Projekte die ansatzweise soetwas wie Kreativität und künstlerische Betätigung erfordern kann man mit der Lupe suchen. Wobei Rostock bzw. ganz MV natürlich nicht gerade die Grafik-Hochburgen sind…

    >“Into the Pixel” ist für mich ebensowenig Kunst wie das Barbarenbild und es ging mir >darum zu unterstreichen, dass dem Großteil jener, die diese fruchtlose “sind Spiele Kunst”-
    >Diskussion führen gar nicht klar ist, wie wenig sie alle imstande sind Kunst zu definieren.

    Diese Diskussion ist ja auch bloß wieder so ein NewGamesJournalism- und GEE-Ding. Und die haben ja schon keinen konkreten Plan von Spielen, wie soll das erst mit Kunst gehen!?
    Zumal das Ganze sowieso komplett am Thema vorbei ist, da ich kein Spiel kenne was einen derartigen Ansatz gewollt verfolgt hätte… selbst Shadow of the Colossus oder ähnliches sind bloß stilsicher erzählte Geschichten.

    >Eins steht jedenfalls fest: Kunst ist sehr, sehr, sehr selten das nebensächliche Ergebnis >anderer Bemühungen. Kunst ist etwas Gewolltes.

    Das würde ich so unterschreiben.

    >Spiele, die Kunst sein wollen, hingegen, sind in der Regel schundige scheiße, meistens >furschtbarer Kitsch – sihe Braid.

    Mit Braid habe ich mich nicht sonderlich beschäftigt, deine Zitate im Podcast erinnerten mich so an das übliche Gruftie-Geeier, bescheurte Metaphern die den ganzen Weltschmerz ausdrücken… *ArmRitz* Aber behauptet Braid von sich das es Kunst ist, oder ist es die „Fanbase“ die es dazu erhoben hat? Letzteres wäre dann wieder die NewGamesJournalism-Klientel.

    >Goya

    Ist zwar komplett am Thema vorbei, aber der eine Herr im weißen Hemd auf „Erschießung der Aufständigen“ erinnert mich schon seit jeher an Largo LaGrande aus Monkey Island 2… keine Ahnung wieso.

    >Ich will keine Kunst bei Spielen

    Was ja auch per Definition gar nicht möglich ist, heute noch viel weniger als früher… es geht ums Handwerk. Und Geld verdienen… nach Möglichkeit mit wenig Aufwand viel Geld verdienen. Daraus kann NICHTS entstehen was in irgendeiner Form wertvoll im Sinne der Kunst wäre.

    >Ich will das rohe Spiel – so roh und energetisch wie die Musik im video -, wie in den 90ern, >ein Spiel ohne Prätensionen bei dem es einzig darum geht mich intensiv und bis zur >Selbstvergessenheit mit dem Programm interagieren zu lassen.

    Tja, das will ich auch… aber ich bezweifle das es sowas, zumindest in der näheren Zeit, geben wird. Früher war zumindest was diesen Aspekt angeht tatsächlich alles besser. Zumindest ehrlicher!

    >Ich will “Gears of War 2″. Es ist kunstlos, aber technisch makellos. Es ist eines dieser >D&D-Aquarelle, die mich als Kind begeistert haben: technisch enwandfrei, zweckdienlich, >kunstlos, durchdacht, unprätentiös, effektiv – und dadurch schon für mich sehr wertvoll.

    Ich weiß wie du es meinst, aber GoW2? Wirklich?
    Ich habe weder den Vorgänger noch das aktuelle Sequel gespielt, aber mich langweilt was man auf Gametrailers und Co. sieht schon nach wenigen Minuten (der Gewaltgehalt stimmt allerdings :) ). Kann das über 6 Stunden fesseln, wenn ich auch etwas… nun, Sinnvolles tun könnte? Wenn die Spiele wieder das sinnfreie Fastfood von früher sind… anschmeißen, Ärsche treten, ausmachen – dann werde ich vielleicht auch wieder mit der NewSchool warm, momentan ist mir das alles „zuviel des Guten“.

    >Ich weiß nicht wieso ich bei Spielen bereit bin eine usnahme zu machen – Kunst ist mir >sonst ziemlich wichtig eigentlich. Vielleicht glaube ich nicht, dass man beides so vereinen >könnte, dass ich jemals mit dem Ergebnis zufrieden wäre.

    Ein Spiel das Kunst ist, würde sämtliche VideospielMagazin-Redakteure in den Wahnsinn treiben… es wäre 0% und 100% gleichzeitig. Praktisch Godzilla Generations meets Ocarina of Time… (wer errät welches mein 100% Kandidat ist?).
    Ich würde auch behaupten das ein Kunstspiel nicht spielbar wäre… mehr dazu später, kriege jetzt gerade Besuch.

    Aulbath

    Dezember 30, 2008 um 7:17

  13. Ich empfinde die gesamte Computerespiele=Kunst? Diskussion unheimlich mühselig. Das wird immer Definitionssache bleiben… Naja, außer jemand buddelt in 500 Jahren eine Big Daddy Figur aus und verscherbelt Sie für immens viel Latinum.

    Computerspiele sind genau so sehr Kunst wie eine Zeitung oder ein Auto Kunst sein kann.

    siro

    Januar 9, 2009 um 4:17

  14. Ich mag ja ungern Leichenfledderung betreiben, aber in diesem Fall möchte ich mich dann doch noch nachträglich zu Wort melden:
    Kunst, wie sie heute verstanden wird, ist etwas völlig anderes, als die großen klassischen Werke, die wir so kennen. Diese haben nämlich vor allem durch eines an Ruhm gewonnen: Handwerkliche Meisterschaft. Das meiste hat nicht mal echte Schönheit, sondern lediglich einen Versuch der Perfektion inne. Diese Werke haben ursprünglich nicht den Zweck gehabt, Kunst zu sein, sondern einen weiteren: Prahlerei, Imponiererei, Protzerei zum Beispiel. Und dann find es aber irgendwann an, das Kunst um der Kunst Willen geschaffen wurde. Man fertigte keine Auftrags- oder Zweckarbeiten mehr an, sondern malte oder schrieb um vielleicht Aufsehen zu erregen, und möglicherweise auch zu verkaufen.
    Nur ist die Klammer aus der modernen Sicht eben, dass man trotzdem beides als Kunst bezeichnet – und ich behaupte an dieser Stelle, dass genau das auch Kunst erst zu Kunst macht. Wenn jemand eine fotocollage vom Schmieren eines Leberwurstbrotes in eine Galerie bringt, dann wird es dadurch Kunst. Es wird Kunst, wenn es im Sinnkontext des Begriffs genannt wird. Was genau zwischen dem Schaffen und dem ‘zur Kunst erklären’ von anderen passiert ist, kann ich auch nicht sagen. Aber erst durch das Publikum wird es zur Kunst, wird es wertvoll, gewinnt es an Wert, der über das Handwerk hinaus geht.
    Und eben dies ist mit Beispielsweise Braid passiert. Es ist nicht so, als wenn das Spiel einfach ein zusammengerührtes Best-of-Emo-klischees-2006-2008 wäre. Der Typ hat sich einiges Einfallen lassen, was man so noch nicht gesehen hat. Und zu behaupten es sei eine platte und gefühlsduselige Geschichte, halte ich auch für etwas weit hergeholt, denn mir kommt es eigentlich wie ein recht kluges Teil vor. Vor allen Dingen ist es vielschichtig, und: es bezieht das Gameplay in die Bedeutungsebene mit ein. Davon abgesehen, dass es ja eigentlich ziemlich deutlich wird, dass anhand dieser „Gruftie-Geeier, bescheurte Metaphern“-Geschichte doch noch ganz andere Ebenen gezeigt werden. Und noch viel davon abgesehener, dass es für viele einfach auch Poesie-Träger ist.
    Ob es Kunst ist, sei dahingestellt, denn, wie ihr ja so treffend dargestellt habt: Was ist denn Kunst? Aber das Spiel hat ein durchdachtes Konzept, und ich kenne wenige bis gar keine Titel, die so viel Wert auf Bedeutung legen, wie dieser.
    Oh: Und es macht echt Spaß.

    Macheath

    Februar 22, 2009 um 10:23

  15. Danke für den Beitrag.

    Deine Definition klassischer Kunst erklärt immer noch nicht, wieso Goya Kunst ist, während zahllose Auftragsmaler seiner Zeit als eben dies – kunstlose Handwerker – gelten. Offenbar hatten seine Werke eine Qualität inne, die einzigartig war, oder nicht?

    Ansonsten: Braid geht mir nicht rein!

    balkantoni

    Februar 22, 2009 um 10:52


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