These nerds are made for zockin'

SEX vs H8

Tuff enuff?

mit 12 Kommentaren

Ich bin ein richtiger Streber. Ich mag sehr viele Sachen und habe nur wenig Talent. Also bin ich fleißig. Beispiel? Beispiel: Metallicas “Blackened” auf der Gitarre spielen. Ich habe es geübt wie bescheuert. Tagelang, nein, monatelang. Und irgendwann hat’s geklappt. Es gibt Menschen, die das Lied an einem Wochenende lernen aber sie sind begabter als ich. Skateboard? Gleiche Geschichte: Bis ich einen Ollie konnte, konnten andere Casper Flips. Sie sind nun mal begabter.

Ich habe gelernt meinen Talentmangel als einen Vorteil zu betrachten. Für mich ist nichts ein Geschenk und wenn ich etwas will, dann bin ich bereit mich dafür wie ein Fremdenlegionär zu quälen. So richtig zu QUÄLEN, Alter!

Ähnlich war es früher mit Computerspielen. Ich war im örtlichen Arcade früher der Oberloser. Nur meine besten Freunde wollten mit mir zu zweit Double Dragon spielen, weil sie wussten, wie schnell ich unter die Bandana-Räder komme. Mit wehenden Jeansfransen untergehe, ALTER, nicht schon wieder! Ich habe ein Jahr lang mein Taschengeld in diesen Automat geblasen, bis ich Double Dragon beherrschte, wie der Schwan Leda beherrscht hat. Andere wanderten zu neueren Automaten, ich blieb bei Jimmy und Johnny (oder wie auch immer die beiden Retards hießen) bis es klappte, bis ich BIFF-BIFF-BIFF Cindy (oder wie auch immer die Ho hieß) befreite.

Vorspulen bitte.

Space Hulk ist ein unfaires, bösartiges Spiel. Die Genestealers gewinnen immer. BUDDA-BUDDA-BUDDA tot. Noch mal. Ich spiele es wie verrückt und spiele es und spiele es. Ich habe einen Klassenkameraden, der ist fast fertig mit dem Spiel und wenn er spielt, dann geht ihm alles ganz leicht von der Hand. Er sagt, es läge daran, dass er Chinese ist. Ich spiele monatelang, bis es klappt.

Zurückspulen bitte.

Ghosts ‘n Goblins auf dem C64. Ein Spiel, dessen putzige, lebhafte Grafik krass mit der BRUTALEN Schwierigkeit kontrastiert. Hier geht nichts ohne – sprechen wir mit der GameStar – stupides Auswendiglernen. Also lerne ich Ghosts and scheiß Goblins auswendig, wochenlang, bis es klappt. Stirb Einhorn-Zyklop, stirb Drache!

Stop. wir sind im Jetzt angekommen. (Regie: Hier bitte Farbenwirbel und Flanger-Solo.)

Ich bin nicht mehr bereit, zu schwere Spiele zu spielen. Und dieser Unwillen ist auf Spiele beschränkt, denn auf der Gitarre, zum Beispiel, übe ich gerade ein Captain Beyond-Lied und dieses ist sehr, sehr schwer. Schwerer als Slayers “Raining Blood” (welches gar nicht so schwer ist – da hat euch Guitar Hero einen Blödsinn erzählt), schwer ALTER! Ich übe alle möglichen Sachen, in eintöniger monastischer Wiederholung und es macht mir Spaß. Nur bei Spielen nicht mehr. Was ist passiert?

Ist mir das Ergebnis meiner Mühen bei Spielen nicht materiell genug? Bin ich inzwischen nicht mehr so sehr daran interessiert ein Spiel zu schaffen und erwarte ich daher etwas anderes von Spielen? Bin ich einfach eine Sissy? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins: Etrian Odyssey, du kannst mich mal.

Written by balkantoni

Juli 24, 2008 um 9:12

Veröffentlicht in Flow, Washamwagelacht

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12 Antworten

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  1. um mein talent einschätzen zu können, sollte man wissen, dass Toni mich immer ausgelacht hat, wenn er gesehen hat, wie ich egoshooter spiele

    marc

    Juli 24, 2008 um 9:44

  2. Es war aber ein freundschaftliches Auslachen.

    balkantoni

    Juli 24, 2008 um 9:53

  3. “ich blieb bei Jimmy und Johnny (oder wie auch immer die beiden Retards hießen)”

    Bimmy & Jimmy ^^

    http://www.youtube.com/watch?v=kMg6_IXCjo4

    bei ~2:45

    Adi

    Juli 25, 2008 um 5:31

  4. Ich weiß noch als ich in Tekken die Special Moves bis zum geht nicht mehr Trainiert habe. Ich hab mir einen beachtlichen Skill antrainiert mit dem ich in Duellen so richtig gerockt habe. Mich hat der Ehrgeiz gepackt richtig gut zu werden. Und das nicht nur weil ich es meinen Freunden zeigen wollte, nein das war’s nicht. Es war mehr ein ausloten meiner Grenzen.

    Vieleicht kennt man irgendwann seine Grenzen gut genug und muß diesen Porzess nicht unbedingt andauern wiederholen.

    Ich glaube so war es bei mir, ich kann mit Tekken nicht mehr viel anfangen.

    Adi

    Juli 25, 2008 um 5:58

  5. Ich habe den von dir beschriebenen Punkt auch erreicht. Vor 2 Jahren oder so. Warum das so ist, habe ich noch immer nicht rausgefunden. Ich vermute allerdings, dass der Zeitfaktor eine wichtige Rolle spielt. Man hat einfach nicht mehr so viel Zeit wie früher. Und man kommt deshalb auch weniger zum spielen. Wenn man dann mal Zeit hat, um sich mit Spielen zu befassen, möchte man nicht gerne die ganze Zeit dasselbe sehen, sondern …. einfach mehr.

    Vielleicht hat sich aber auch die Herangehensweise an Spiele komplette geändert. Man hat im Berufsleben genug Stress (der ein oder andere ist vielleicht sogar gefrustet) und spielt dann zur Entspannung/Ablenkung. Da passt es dann natürlich gar nicht, sich von dieser Tätigkeit noch mehr frusten zu lassen. Nur ne Theorie, die bei mir garantiert nicht zutrifft. Aber vielleicht bei anderen.

    Falls es wen interessiert, hier meine Beichte
    http://vierfaeuste.de/2005/11/24/von-bareknuckle-zu-fausthandschuh/

    Holger

    Juli 25, 2008 um 9:26

  6. Bei Adi erkenne ich meine ursprüngliche Motivation, während ich bei Holger vieles erkenne, das zum jetzigen Zustand geführt hat. Der Eintritt ins Berufsleben hat auf jedem Fall meine Zeit stark beschnitten und in der wenigeren Freizeit muss ich nun all meine Hobbys unterbringen. Viel stärker als früher will ich also das Gefühl haben, meine Zeit SINNVOLL genutzt zu haben, ob nun zum Entspannen oder zum Kreativsein. Und wenn ich widerholt versuche ein Spiel zu spielen, das mich einfach nur fertig machen will ist dieses Gefühl nicht da.

    Mein Gefühl ab wann eine Tätigkeit sinnvoll ist, ist stark daran geknüpft, ob ich am Ende irgend eine Art des Ergebnisses vorweisen kann: Bessere Skills an der Gitarre, ein neuer Text in diesem Blog – irgend was. Wenn das einzige Ergebnis Frustration ist, finde ich, dass ich meine Zeit verschwende. Ich will von Spielen inzwischen unterhalten werden. Sie können mich gerne ein bisschen Fordern aber ich will nie mehr dieses altmodische “das Spiel ist härter als ich”-Gefühl haben. Dazu ist meine Zeit inzwischen zu kostbar.

    Insofern hat es definitiv mit dem Alter und den neuen Lebensumständen zu tun.

    balkantoni

    Juli 25, 2008 um 9:53

  7. Bei mir ist das ganz ähnlich. Ich will meine Zeit sinnvoll nutzen und am Ende etwas vorweisen können, egal wie lächerlich das ist. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, dass das schon mal anders war. Zumindest nicht so extrem wie bei Dir. Ich hätte zumindest nie Geld in einen dieser Teuefelsautomaten versenkt – zumindest nicht meins ;-) Dafür habe das orginale POP ziemlich ausdauernd gespielt (und trotzdem nicht geschafft).

    Vermutlich gefallen mir die Achievements auf der 360 deswegen auch so gut, obwohl ich mich schwer damit tue, dass zuzugegeben. Dagegen kann ich mit solch sinnlos unschaffbaren oder endlosen Spielen wie Geometry Wars, MMOs, Tetris und ähnliches Puzzlezeug nichts anfangen (obwohl es dafür noch viel schwerwiegendere Gründe gibt.) Oft ertappe ich mich auch wie ich Spiele nur noch spiele, damit ich sie als geschafft abhaken kann ohne das sie mir noch soviel Spaß wie am Anfang machen – OK, teilweise liegts auch daran, dass ich wissen will wie der ganze Schmus ausgeht. Beispiel: Dragon Quest VIII, FFX.
    Viva Pinata ist auch so ein Kandidat, am Anfang genial und nach 100+ Stunden nervt es mich nur noch, dass ich immer noch nicht alle Viecher gezüchtet habe. Aber machen werde ich es trotzdem.

    Dennoch ist das Gefühl z.B. endlich eine Tabletop-Mini fertig bemalt zu haben wesentlich erfüllender als bei Guitar Hero überall 5 Sterne zu haben.

    Noch was zu den Beat’em’ups. Früher konnte ich ja noch verstehen wie man sich da reinknien kann. Da gab es auch nur ein Dutzend Moves. Aber heute? Da braucht man doch Wochen um auch nur eine Figur annähernd zu beherschen. Von dem ganzen Timing zum Blocken, Gegenblocken usw. ganz zu schweigen, zudem ich eh nie fähig sein werde. Kann das wirklich Spaß machen?

    jorl

    Juli 25, 2008 um 11:34

  8. Gut dass du Achievements ansprichst! Ich finde sie super! Sie erlauben es mir, kleine Erfolge zu erzielen und ein befriedigendes Gefühl zu haben, ohne dafür erst einmal tagelang spielen zu müssen. Ich LIEBE Achievements und versuche auch bei Kongregate.com so viele wie möglich zu bekommen.

    Früher habe ich, so wie du, aus Prinzip alles bis zum Ende gespielt. Inzwischen dürfen sich Spiele von mir geadelt fühlen, wenn ich sie beende – die meisten verlieren mein Interesse im letzten Drittel, weil sie einfach voraussetzen, dass der Groove, den sie soweit aufgebaut haben, reichen wird, um mich bis zum Schluss zu beschäftigen. Ist aber meistens nicht so, wie “Mass Effect” schmerzlich erfahren durfte. Das erste BioWare Spiel, das mich irgendwann gelangweilt hat. Meine Freizeit scheint mir einfach zu kostbar für langweilige Sachen.

    balkantoni

    Juli 25, 2008 um 1:05

  9. @Holger + Jorl + Balkantoni: Vollste Zustimmung! Und hier greift eben wieder die Genialität von Retrospielen, die sind in der Regel “schnell” erledigt, und die Frequenz in der neue Dinge (und seien es nur palette swaps oder noch fiesere Angriffsformationen usw. usf.) auftauchen ist einfach viel höher, und meistens gibt es an jedem Levelende dann auch noch einen ordentlichen Höhepunkt in Form bildschirmfüllender Ungetüme oder dergleichen. Der Wahnsinn mit 20h+ Spielen MUSS ENDLICH AUFHÖREN… wenn man mal überlegt das da 2 1/2 Arbeitstage drauf gehen (ohne Mittagspause) dann ist das einfach zu viel, besonders dann wenn man am Schluß dieses Gefühl der Leere und Zeitverschwendung in sich trägt.

    Metal Slug 7 rockt übrigens die Hütte. Bester Teil seit Nr. 3 :D

    Aulbath

    Juli 25, 2008 um 4:17

  10. Mmmh… Ich habe irgendwie Lust auf Metal Slug. (”UADADADADA!”)

    Später mehr, bin aufm Sprung.

    balkantoni

    Juli 25, 2008 um 7:17

  11. Text erinnert mich irgendwie an “Begeisterungsunfähigkeit.

    Zu den Spielumfängen:
    Waren Spiele “früher” (= early 90s) eigentlich wirklich kürzer? Zumindest gab’s da auch schon umfangreiche Epen wie Ultima. Und heutzutage sind doch die Spiele auch eher kürzer, so maximal 8 Std. Stimme aber Balkan Toni in Sachen “Groove” zu: Viele Spiele geht auch in meiner Wahrnehmung nach 3/5 bis 3/4 :-) die Puste aus. Da breche ich dann fast unbemerkt ab (spiele das Game immer seltener weiter) oder”quäle” mich aus jorls genannten Gründen (einfach durchzocken oder Ende wissen) durch.

    Um Grenzen ausloten wie bei Adi ging’s mir eigentlich kaum; bei Ninja Gaiden für NES habe ich mich richtig reingekniet, aber weil eben ein Kumpel es mit Stolz durchhatte.
    Wie Holger spiele ich – und wohl fast jeder außer Adicts und ProGamer – zur Entspannung/Ablenkung. Balkan Tonis “Sinnhaftigkeit” ist mir eher zweitrangig.

    PS: Bin eigentlich auch im Urlaub.

    HomiSite

    Juli 27, 2008 um 10:30

  12. @Homisite: Von Rollenspielepen oder irgendwelchen Manager-Sachen, (Wi)Sims und dergleichen abgesehen (das waren damals halt die Spiele wenn man sich länger beschäftigen wollte und was zum lesen / für den Kopf brauchte) schafft man eigentlich alle Spiele von früher innerhalb eines Nachmittages.

    Selbst umfangreiche Actionspiele wie Super Metroid lassen sich in 3 Stunden bewältigen. Dafür kann man aber an so manchem Might & Magic Teil oder Fate: Gates of Dawn auch schon mal 3 Monate hängen.

    Aulbath

    Juli 28, 2008 um 8:58


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