Nach dir bin isch
1)
Zu meiner Zeit als Schüler der Mittelstufe war es ein Brauch, nach dem Unterricht in eins der großen Kaufhäuser zu gehen und dort an den ausgestellten Konsolen zu spielen. Diese Ausflüge waren für mich oftmals der Höhepunkt eines Tages, der vor allem durch pubertäre Tristesse gekennzeichet war und das Desinteresse an allem, das nicht Balkan Toni war oder Brüste hatte. Ja, die Teenagerjahre.
Diese Ausflüge unternahm ich oft mit Marc, da wir zu jener Zeit noch Klassenkameraden waren. Die verschiedenen Kaufhäuser unterschieden sich in ihrer Aktualität. Während der Kaufhof die Cartridges in den MegaDrives und Super Nintendos alle zwei bis drei Wochen wechselte (außer bei Donkey Kong County, welches mehrere Monate lang auf Heavy Rotation war), bot der Hertie bei meiner Ankunft nach Deutschland Rock n‘ Roll Racing und wechselte das Spiel bis zu seiner Schließung ein paar Jahre später nicht. Ein besonderer Parameter bei unseren Ausflügen in die Kaufhäuser waren andere Schüler. Man fand selten eine freie Konsole vor, insbesondere nach der sechsten Unterrichtsstunde, weshalb Absprachen mit den bereits Spielenden notwendig waren – meistens einigte man sich darauf, dass man dran war, wenn der gerade Spielende alle Leben verlor oder das Level beendete.
Aber es gab auch Asis (wir ordneten sie den Hauptschulen der Umgebung zu), die nicht mit sich reden ließen. Wenn sie dran waren, hörten sie erst auf, wenn ein noch fieserer und größerer Asi kam. Wenn man selbst dran war, legten sie einem die schwere Hand an die Schulter und erklärten den Plan:
„Nach dir bin isch. Nach dem Leben bin isch. In zwei Minuten bin isch.“
Da ich zu jener Zeit noch ein furchtsmes Streichholz war, verlor ich dieses Leben dann meistens auch noch absichtlich, weil ich mich der Intensität dieser Situation nich gewachsen fühlte: Das Angestarrtwerden, die Ungeduld, die Schubser, die einsetzten, wenn man sich zu viel Zeit mit dem Sterben ließ, all das machte mich total fertig.
Doch das eigentlich besondere an dieser Situation fiel mir damals nicht auf. Diese Typen waren nicht wie ich.
Seht ihr, bereits mit 14 oder 15 empfand ich mein Interesse an Computerspielen als etwas Herausragendes, Elitäres, ebenso wie mein großes Interesse für Comics. Diese Überzeugung entstand, so viel wird mir rückblickend klar, den Identitäts- und Abgrenzungsprozessen einer turbulenten Pubertät – sie entbehrten natürlich jeder empirischen Grundlage. Im Vorkriegsjugoslavien las buchstäblich jeder Comics und jeder einzelne meiner Freunde besaß eine Konsole (2600) oder einen Computer (64). Aber ihr wisst wie das in der Pubertät läuft: Man braucht verzweifelt etwas, das einem die Illusion vermittelt, einzigartig zu sein. Und ich dachte ich sei ein einzigartiger Nerd.
Und diese Asis, die alles andere als Nerds waren, spielten ebenfalls Konsolenspiele, was mein Hobby ebenso uneinzigartig machte wie die Tatsache, dass diese Konsolen in Kaufhäusern ausgestellt waren. Man würde meinen, ich hätte das Reflexionsvermögen haben müssen, um das zu erkennen aber wir sprechen von einer Zeit in der ich auch dache, Ice-T und Wu-Tang Clan seine obskure Untergrundphänomene, die keiner außer mir kennt. Oder versteht. Ah, die Jugend.
Ich erzähle das um ein wichtiges Faktotum klar zu stellen: Computer- und Videospiele sind nichts Exklusives und waren es auch noch nie. Sie sind durch und durch komerzielle Phänomene. Der komerzielle Charakter dieses Mediums ist bereits in seiner frühesten Phase offensichtlich gewesen: die ersten Videospiele hatten Münzschlitze. Und bis auf den Tod ist in unserer okzidentalen Welt nichts weniger Exklusiv als Kommerzialität, die im Grunde außer Zahlungsfähigkeit keinerlei Ansprüche an Menschen stellt. Jeder, der zahlen kann, kann spielen und Menschen spielen gerne. Ich hätte wissen müssen, dass ich nicht so einsam bin, wie ich es mir immer eingebildet hatte.
2)
Ich erzähle das alles, weil SpielerZwei (SZ for short) vor kurzem auf Polyneux einen Text veröffentlicht hat, der etwas ausgelöst hat, das zu klein für das Wort „Kontroverse“ ist und doch groß genug ist, um Aufmerksamkeit zu erregen. Der Text heißt „Die Anderen“ und der Titel bezieht sich auf die große Anzahl der Menschen, die Video- und Computerspiele nutzen, ohne über sie zu reflektieren. Es geht um den Kontrast zwischen dem einsamen sophistizierten Blogger, der sich intensiv mit seinem Hobby beschäftigt und der wesentlich größeren Anzahl jener, die eben nur spielen um zu spielen. Das problematische an dem Text ist nicht diese Feststellung des Offensichtlichen, sondern die Tatsache, dass die unreflektiert spielende Masse sozial bestimmt und dann auch noch bewertet wird: Dem gebildeten Blogger stehen bildungsferne Haushalte, bestehende aus „Leuten ohne jedwede Medienkompetenz (von sonstiger Bildung mal gar nicht zu reden)“ in deren Händen „Spiele ein ebenso fragwürdiges Medium wie auch das Fernsehen“ würden. Was genau die Problematik ist, die entsteht, wenn das offenbar so verpönte Proletarieat zu spielen anfängt, wird jedoch nicht klar. Die Antwort lässt sich am besten als eine Summe unbestimmter Ängste beschreiben: Online-Spielesucht, Brutalität in Spielen, die sich SZ zwar nicht „nehmen lassen“ möchte, die jedoch wohl aus den Händen jener, die „keine Bücher“ haben, genommen werden sollten – vielleicht weil sie zur Verrohung oder gar zum Amoklauf führen. Oder weil sie ein ästhetisches Ärgernis sind. SpielerZwei sagt es nicht.
Der Autor wehrt sich gegen die Kritik an den menschenverachtenden Standpunkten seines Textes mit der Behauptung, diese seien eine politisch korrekte Ausflucht jener, die sich den harten Tatsachen des Lebens nicht stellen möchten und pocht darauf, dass sich keiner mit der eigentlichen Aussage seines Textes befassen will: Dass Blogger nicht repräsentativ für die Spielenden sind und gerne die Massen verrohter Zocker der Unterschicht übersehen, ebenso die Auswirkungen, die diese Massen auf Spiele haben, was unser Schreiben ad absurdum führe – es ist ja, so wird impliziert, Zocken im Elfenbeinturm.
Dieser Text hier wird sich mit der Frage befassen, welche Rolle jene spielen, die nur spielen und wird dabei auf Polemik verzichten.
3)
Einer der auffälligsten Fehler des Polyneux-Textes ist dessen Konnotation der breiten Käuferschichten unseres Mediums mit sozial Unterprivilegierten. Nach SpielerZwei sind die weiten Massen jener, die unreflektiert Spielen Klassenwiederholer und Langzeitarbeitslose.
Es ist recht offensichtlich, dass sich diese Behauptung schlecht halten lässt. Das unreflektierte Spielen ist kein Privileg der Unterprivilegierten: Zwei Personen, die in diesem Blog oft erwähnt wurden, nämlich mein Dude Joe und meine Freundin spielen beide äußerst unreflekiert: Meine Freundin spielt Sims 2 einzig und allein, weil es ihr so Spaß macht, während Joe nur Spiele spielt, in denen er Nazis „abknallen“ darf. Beide beenden gerade ihr Studium, das ausschließlich aus Reflexion besteht. Beide haben überdurchschnittliche Intelligenzquotienten. Beide sind nicht daran interessiert, ihr Spielen mit dieser Intelligenz zu analysieren. Sie spielen um des Spielens willen und Joe ergibt sich dabei all den niederen Trieben (O-Ton: „Brenn‘ du Nazisau!“), die SpielerZwei für einen Shibboleth des Unterschichtsspielers hält. Meine Oberstufenschüler sind ohne Ausnahme unreflektierte Ego-Shooter-Konsumenten und zugleich Gymnasiasten mit ziemlich durchschnittlichen Problemen wie den Landesmeisterschaften im Turnen oder dem Liebeskummer – sie weisen keine Spur dieser Slackjaw-Verwahrlosung, die SpielerZwei überall zu entdecken glaubt und sie stammen zum Großteil auch nicht aus bildungsfernen Haushalten.
Während SpielerZweis Behauptung, die Masse der Spieler bestünde aus dem „Proll von Nebenan“ jeder empirischen Grundlage entbehrt, lässt sich das Gegenteil recht einfach empirisch überprüfen: Nehmt die Anzahl der verkauften Sims 2 Exemplare – wenn ein Spiel massenhaft konsumiert wird, so dieses – und versucht ernsthaft diese, der statistischen Anzahl der Arbeitslosen oder an der Armutsgrenze Lebenden zuzuordnen. Sagt mir, ob es euch glaubhaft gelingt, davon auszugehen, dass die Menschenmassen, die Sims 2 gekauft haben, weitgehend aus „Asozialen“ bestehen.
Der Eindruck, Spiele würden weitgehend von unerwünschten Subjekten gespielt werden ist vielmehr eine Aussage über SpielerZweis Selbst- und Weltsicht als ein empirisches Faktotum, wodurch die gesamte Aussage seines Textes eigentlich in Frage zu stellen ist. Wir werden uns hier dennoch weiter mit ihr Beschäftigen.
4)
Blogger stellen in der Tat eine Minderheit dar, allerdings ist dies nicht überraschend. Jedes Medium weist eine Minderheit auf, die sich analytisch mit diesem befasst und eine Mehrheit, die das Medium einfach genießt. Der Schrecken dieser Aussage sollte durch die obige relativierung des Kontrastes „sanftmütiger, introspektiver Blogger vs. verrohter, gewaltgeiler Hauptschüler“ gemildert sein. Es gibt jedoch noch einen wesentlichen Gedanken an dem SpielerZweis Text krankt:
„Wollen wir wirklich, dass der 12jährige Kevin aus der Plattenbausiedlung beim Kiffen den ganzen Tag Counterstrike, GoW oder Manhunt zockt, anstatt in die Schule zu gehen? Der hat auch so schon Probleme genug. Der braucht nicht unbedingt noch Gewaltspiele, die ihm suggerieren, dass Gewalt auch außerhalb seiner Familie, seines Ghettos als Lösung für alles funktioniert.“
Zusammengefasst kann man hier lesen: Spiele gehören in die Hände jener, die gebildet genug sind, um mit ihren Implikationen umgehen zu können. Und das ist natürlich ein volkommener Unsinn, der im krassesten Kontrast zu dem oben bereits erwähnten kommerziellen Charakter der Computerspiele steht. Spiele sollen von so vielen wie nur möglich, am besten von jedem auf dieser Welt, konsumiert werden, damit neue Spiele entstehen können. Das ist das Hakuna-Matata, der Kreislauf des Lebens unserer Nerd-Welt. Ethische Komponenten in Spielen sind sehr selten und Spiele fordern keine Transzendenzsuche ein. Sie wollen einzig und allein gegen Geld konsumiert werden.
Der immer wieder erbrachte Vorwurf, ein Blogger (= ich) überinterpretiere ein Spiel, entstammt aus dieser inhaltlichen Kargheit. Spiele sind immer noch entsetzlich unterentwickelt und wenn Besonderes und Symbolisches in ihnen zu finden ist, so meistens weil sie das Produkt einer kulturellen Umgebung sind (siehe meinen Text über SWAT 4) und als solches bereits interpretierbar und nicht etwa, weil die Autoren dies beabsichtigt hätten (Kane & Lynch ist hierbei eine Ausnahme, glaube ich). Die Behauptung, man müsse Spiele von jenen fernhalten, die sie nicht verstehen ist Bollocks, weil Spiele nicht verstanden, sondern konsumiert werden sollen.
Man könnte jetzt natürlich entgegnen, dass dieser traurige Zustand, in dem sich Spiele beinden, ein Ergebnis der Käuferinteressen sei. Mag sein. Es ist einfach mit Gewaltspielen, Dominanzfantasien zu bedienen, einfach weil das Bedürfnis danach so riesig ist. Das ist nicht schlimm.
Schlimm ist es zu vergessen, dass es eine Besserung der Zustände, eine Sophistizierung der Spiele, nur auf dem Rücken dieser zahlenden Massen stattfinden kann. Neuerungen entstehen selten auf Anfragen der Konsumentenbasis hin, sondern sind das Ergebnis eines Versuchs vorhandene Käuferschichten für Neues oder Vergessenes zu interessieren. Die Sims sind ein Beispiel hierfür. Baldur’s Gate ebenso. Die Unterentwicklung der Spiele ist also nicht die Schuld einer vermeintlich ungebildeten Käuferschicht, sondern einer Produktionsphilosophie, die sich verweigert ihre Käufer zu Anspruchsvollerem zu erziehen (alle anderen Medien, vom Buch bis zum Comic machen dies und ich bin bereit in Kommentaren Beispiele zu nennen) und ihre Themenwelt sukzessive für anspruchsvollere Inhalte zu öffnen. Wenn der Konsument keine brauchbare Alternative zu seiner Gewaltpornographie hat, wird er immer wieder zur Gewaltpornographie greifen. Die Käuferschicht ist im Bezug auf Spiele nicht aufgrund ihrer sozialen Herkunft ungebildet, sonder weil Spiele immer noch nicht als etwas wahrgenommen werden, worüber es sich zu reflektieren lohnen würde – ein Eindruck, den Spiele häufig mit ihrer ungebremsten Dummheit fördern – und es immer noch zu wenige Menschen gibt, die bereit sind Spiele zu produzieren, die sich so einer simplifizierten Einordnung verwehren.
Wichtig ist hierbei zu bemerken, dass Spiele wie Psychonaus und Beyond good and Evil (beide übrigens aus der Mediokrität einzig durch ebenso mediokre Blogger erhoben) keine brauchbare Alternative zu einem Spiel wie Manhunt sind. Glaubt mir als Pädagogen, wenn ich sage, dass man von jungen Menschen nicht erwarten kann, ihre Obsessionen und Prozesse (zu denen auch nun Mal die Auseinandersetzung mit Gewalt gehört) so abrupt zu verlassen. Man braucht Spiele, die sich mit Gewalt befassen, dabei aber deutlich sophistizierter sind als COD 4; Spiele die Entmenschlichung durch Gewalt, das Leiden, das nach dem Stattfinden der Gewalt einsetzt ebenso thematisieren wie sie die Möglichkeit zum kathartischen Ballern bieten. Wenn man Western mag, so ist Bennys Video keine Alternative zu Shane. Wild Bunch, Das Wiegenlied vom Totschlag und Little Big Man sind es jedoch.
Okay, Text ist einleuchtender als S2s zu harsche Polemik. Beim Lektorat dann bissl weniger Sophistizierung u.ä. und “Faktotum” gegen “Faktum” austauschen.
Zum zentralen Zitat kann man einwenden, dass hierbei auch bzw. nur das Alter Kevins wichtig ist. Die restliche Charakterisierung dort kann man weglassen, trotzdem würde ich sagen: Nein, ich will nicht, dass der ZWÖLFjährige Kevin Manhunt spielt.
HomiSite
Juli 17, 2008 um 6:16
Ich mag Joe
Aulbath
Juli 17, 2008 um 7:02
Zum kathartischen Ballern möchte ich nur mal kurz anmerken, dass diese Theorie seit längerem in der Psychologie nicht mehr empirisch haltbar ist.
Flux
Juli 17, 2008 um 7:48
Aulbath: Ha! Das glaub’ ich! Du musst ihn beim “Metal Slug”-Spielen erleben (Er schreit dann 10 Minuten am Stück, bis die Stimme versagt: “UADADADADADAUAAADADADA!” Das soll wie ein Maschinengewehr klingen.)
Homisite: Allerdings sorgt die Charakterisierung dafür, dass man das Zitat so liest, als könne Tristan aus der Altstadt (im Gegensatz zu Kevin aus dem Plattenbau) irgendwie doch Manhunt spielen, weil er einer anderen Schicht entstammt. Ich bin übrigens in einem kommunisitschen Plattenbau aufgewachsen. Kein Witz. Außerdem habe ich mich bei Fremdwörtern diesemal so was von zusammengerissen!
Flux: Ich weiß. Ich bin allerdings immer wieder überrascht, wie häufig gerade die Katharsis von den Spielenden selbst als Motivation genannt wird. Frag unseren Aulbath hier. Daher habe ich es eingefügt. Hast du eventuell Links mit Details zur Studie und dem Thema? Ich wäre dir wirklich dankbar dafür.
Übirgens: Dieser Text stellt bloginterne Rekorde auf, was Hits angeht.
Frage an alle: Sollten Spiele den Konsumenten zum Anspruchsvolleren erziehen? (Ich weiß schon, was Aulbath sagen wird.)
balkantoni
Juli 17, 2008 um 8:02
@balkantoni: Genau das ist doch der Grund warum wir (ich ;D) spielen – und warum die Arcade so geil ist. Es ist laut, es ist überzogen gewalttätig, es ist Adrenalin… inklusive UADADADADADADA! Münzen reinschmeißen, und gut ist. Mittlerweile bin ich leider schon zu alt um noch solchen Biss und Begeisterung aufkommen zu lassen – Joe sollte sich das bewahren.
Was die Frage angeht – (ich seh deinen Nachsatz als subtile Aufforderung mich vor der intellenten Leserschaft deines Blogs einmal mal als der Spacke zu outen der ich nun mal bin) – nicht alle Spiele sollten das tun. Von einem B-Movie oder einem Kaiju-Streifen würde ich es auch nicht erwarten oder verlangen, gleiches gilt für Fantasy-Romane oder Bahnhofskrimis – wenn es integriert ist, funktioniert und mich im Ausleben meiner niederen Triebe / Machtfantasien usw. nicht stört, dann bitte – aber wenn die Folge von dieser Erziehung bedeuten würde das mir beispielsweise das Abfackeln eines Dorfes verweigert wird (warum auch immer ich das Dorf abfackeln will sei dahingestellt) weil es doch eine barbarische Tat wäre, unehrenhaft und so gar nicht kulturell vertretbar… dann würde mich das massiv stören. Das Schöne an diesem Medium ist ja IMO das es mich halt Dinge tun läßt die in der Wirklichkeit nicht möglich werden, oder die solche Folgen nach sich ziehen, das es unratsam ist diese Dinge zu tun.
Und da sich diese Diskussion leider immer mit dem Schatten der Killerspieldebatte im Hintergrund beschäftigen muß, wäre genau dieser Einschnitt in meine Freiheit im Spiel etwas das definitiv kommen wird und mir halt gehörig auf die Eier gehen würde.
Was ich damit sagen möchte, unter Anspruch sollte das “Spiel” nicht leiden (im Sinne von Dinge ausprobieren, mal was “böses” tun usw. usf) und auch sollte der Anspruch nicht der Grund sein mich innerhalb des Spiels einzuschränken. Wie schon beim anderen Topic “was würdet ihr anders machen” ist für mich die Lösung das reizvolle am Spielen, ein Spiel mit Anspruch wird mir auf kurz oder lang meine Lösungen verbieten weil sie unmenschlich, nicht rational oder verrückt sein würden.
Außerdem möchte ich sogar behaupten würde das sehr viele (alte) Spiele ihre Spieler zum Anspruchsvollen erziehen, nur nicht auf intellektueller Ebene. Wer sich mal durch die hunderte Seiten eines Falcon 3.0 Handbuchs geackert hat, weiß was ich meine. Das war freaky, und irgendwo cool – aber sowas möchte ich nicht bei jedem Titel.
Und dort ging es nur um anspruchsvolles Gameplay – wie sollte das dann auf intellektueller Ebene laufen? Und wo möchte ich bei einem Super Mario Bros. diese Ebene mit dem Gameplay verbinden?
Die Fragen die ich mir bei sowas immer stelle… muß Spielen einen Sinn haben? Hat Spielen einen Sinn? Sollte bei Spielen nicht der Weg das Ziel sein, also mit einer begrenzten Anzahl an Werkzeugen eine Aufgabe gelöst werden (sei es nun Levelende erreichen oder den großen Foozle besiegen) – ist dies nicht die Stelle wo wir lernen, wo uns das Spiel erzieht – im Spiel selbst, und wo wir dann entnervt ausmachen wenn wir bemerken das Gears of War nach den ersten 2 Abschnitten nichts Neues zum Lernen mehr bereit hält egal was die Story ist oder ob der philosophische Diskurs dahinter nun anspruchsvoll ist? Warum müßen Spiele eine Equivalent zu “So sprach Zarathustra” bieten? Was wollen wir von unseren Spielen? Tötet diese Verbindung zwischen Emotionen und Geschichte erzählen, zum Nachdenken anregen nicht den Grundgedanken des Spiel(en)s ansich, sollten diese Dinge soviel Gewichtung bekommen, wie sie bei all den hippen Bloggern gefordert wird?
Ich sehe das nun ja häufiger beim Miniaturenspiel, prinzipiell entscheiden die Generäle dort über Menschenleben – doch begreift kaum jemand die Spiele auf dieser Wellenlänge – die taktische Ebene, das Ausmänöverieren und Kontern des Gegners bringt den Spaß und fordert die volle Aufmerksamkeit des Spielers. Ein Spiel das mich erziehen möchte, müßte also auch sicherstellen das ich zum Zeitpunkt der “Erziehung” bereit für Anspruchsvolles bin – wenn aber meine ganze Aufmerksamkeit in der Gameplayebene hängt, bleibt keine Kapazität aufzunehmen das die drei Hanseln die man gerade erschossen hat noch im Bett lagen oder sonstwas – das waren 3 rote Punkte für das Erfüllen des abstrakten Problems, Problem gelöst fertig – Message, wie, was noch mal?
In meiner Erinnerung hat auch noch kein Spiel mit toller Story oder irgendwelchen Messages punkten können, wenn das Spiel selbst Mist war – siehe dazu auch die Polyneux-Debatte um das Darfur-Spiel. Story und Message sind IMO Bonus die ein gutes Spiel noch zusätzlich aufwerten, aber niemals die Spielebene aufheben oder zur Nebensächlichkeit verkommen werden lassen. Dann sind es zumindest keine klassischen Spiele mehr sondern irgendwelche Computer-Erzählspiel-Chatclient-Hybriden mit künstlichen Intelligenzen ~ da ist dann aber nix mehr mit “I press jump to get high”.
Im Übrigen, ich habe jetzt mal die CoD4 Sequenz gesehen mit der Atombombe… und ich muß sagen, diese Szene ist purer Heavy Metal, ich finde daran nichts Grausames oder Nachdenkliches (ich kann erahnen was man damit erreichen wollte – aber Filme wie Terminator 2 haben das wesentlich besser hinbekommen). Im Gegenteil, die Inszenierung ist so reißerisch und KickAss, da kann man nur sitzen und sagen: GEIL! Und ich würde behaupten ich bin doch irgendwo beyond Plattenbau-Kevin – also, was ist da kaputt?
Und zum Abschluß, ein Satz geklaut von den Peanuts der aber bei solchen Debatten immer gerne vergessen wird: ENJOY THE SIMPLE THINGS IN LIFE!
Aulbath
Juli 17, 2008 um 9:06
Sehr sympathischer Artikel, der als Antwort auf SZ-Beitrag durchaus geeignet ist.
Allerdings ist es immer ein wenig einfacher einen vorhanden Text zu interpretieren bzw. zu korrigieren, als selbst zu entwickeln. Gut ist vor allem die Beziehung zwischen Dir und dem Rest der Spieler dargestellt. Wie sieht eigentlich heute aus – versuchst Du noch immer einzigartiger Nerd zu sein oder bist Du es einfach, ohne groß zu reflektieren oder auf andere zu hören?
Ich stimme Dir aber zu, dass die Reaktionen von SZ nicht gerade galant sind.
Spiele sollten vor allem alles dürfen, aber nichts müssen.
Aber: Die Kommentare in Deinem Blog sollten 1em größer sein.
Cartman
Juli 17, 2008 um 9:18
@ Aulbath: Ich wollte dich nicht bloßstellen, ich WUßTE halt einfach was kommt. Ich kann einige deiner Punkte nachvollziehen auch wenn ich persönlich einen anderen Geschmack habe. Sehr wischi-waschi, ich weiß.
Das Spielen um des Spiels willen ist… ok. Wenn man es so will. Ich mag aber zusätzliches Content, Sachen, die mich zum Nachdenken anregen. Das perfekte Spiel böte uns beiden etwas – dir den bloßen Mechanismus, mir noch irgendwas zum Bedenken. So wie bei “Kane & Lynch”. Ich nenne im Text nicht ohne Grund “Wild Bunch” – der Film ist einfach perfekt. Man kann ihn schauen und die völlig exzessive Zerstörung genießen oder sich zusätzlich noch Gedanken über untergehende Epochen und den dazugehörigen Kodex machen. Das Zusätzliche in diesem Film ist unprätentiös aber dennoch präsent. Ähnlich ist es mit dem Dostojevskis “Schuld und Sühne” – man kann es als amoralische Verbrechensgeschichte lesen (wie ein Jim Thompson-Buch also), oder sich mit dem Freiheitsdiskurs im Hintergrund beschäftigen. Ähnliche Möglichkeiten wünsche ich mir für Spiele, wobei ich selbst zugeben muss, dass ich mir noch nicht genau vorstellen kann, ob ALLE Spiele so sein können. Ich weiß aber, dass sie es gar nicht müssen – es würde mir ja reichen, wenn es einfach mehr davon gäbe.
Das mit dem Dorf sehe ich ebenso: Ich würde diese Option nicht wählen, aber ich möchte nicht die ethische Entscheidung in den Rachen geschoben bekommen. vielleicht möchte ich sogar die Möglichkeit mich bewusst für das “richtige” zu entscheiden.
Und ja, die Nuke-Szene in COD 4 war so was von “just for kicks” – Heavy Metal ist richtig. Das musikalische Äquivalent dieser Szene wäre “Metal Militia”.
Und was die Simple Things angeht: RIGHT ON! Ich komme gerade aus der Muckibude, wo ich so pumpe wie du spielst – als Selbstzweck. Und das meine ich absolut ohne Hintergedanken.
@ Cartman: Du wirst in diesem Blog noch viele Texte finden, die dir zeigen werden, dass wir sehr fähig sind, unere eigenen Ideen zu entwickeln, hoffe ich. Ich befürchte, ich reflektiere viel über die Sachen, die ich spiele. Vielleicht ist das so eine Alterserscheinung und ich kann nicht mehr, so wie Aulbath, einfach “nur” spielen (Anführungszeichen, damit es nicht abwertend verstanden wird). Ich finde jedoch, dass mir diese Reflexionen meine Spielerfahrung inzwischen Bereichern. wie ist es bei dir?
balkantoni
Juli 17, 2008 um 11:02
Sympathisch ist der Artikel aber leider auch PC Einheitsbrei. Ich finde außerdem dein Sims Verkaufschlager Beispiel hinkt, ist doch Sims eher spezielles Phänomenen als die Massenware. Sicherlich wurde es gut an die Masse verkauft, aber das ist eher wie das Auffinden frischer Weidegründe als das kultuvieren der Vorhandenen, in diesem Falle Spieleserien wie FIFA und NFS.
Und naja, hinterher meckern und es vermeintlich besser machen ist leicht.
ElClowno
Juli 18, 2008 um 10:50
Ist mit PC Political Correctness oder Personal Computer gemeint?
Falls Erstes: Was ändert das an meiner Argumentation?
Falls Zweites: Von mir aus.
“Ich finde außerdem dein Sims Verkaufschlager Beispiel hinkt, ist doch Sims eher spezielles Phänomenen als die Massenware.”
Wir sprechen hier von DEM Bestseller, dem best sold game überhaupt, über eine MILLION in der ersten Woche und danach erst… Und das soll ein “spezielles Phänomen” sein. Ist doch totaler Quatsch – ein Massenphänomen vielleicht, aber das spricht nur für mein Argument.
“Sicherlich wurde es gut an die Masse verkauft, aber das ist eher wie das Auffinden frischer Weidegründe als das kultuvieren der Vorhandenen, in diesem Falle Spieleserien wie FIFA und NFS.”
Ich habe keine Ahnung worauf du hinauswillst. Dein ganzes Argument scheint eher ein Schutzreflex für SZ zu sein als ein gut strukturierter Gedanke. Kein Pflegen des Vorhandenen? Sims 2 ist ein EA-Spiel und der Vorgänger ist fast 10 Jahre alt! Was zum Teufel faselst du hier, Mann?
“Und naja, hinterher meckern und es vermeintlich besser machen ist leicht.”
Insbesondere, wenn der erste Text so misslungen und schlecht war wie der von SpielerZwei. Das vermeintlich kannst du übrigens streichen. Nochmal die Frage: Was ändert das an meinr Argumentation? Noch eine Frage: Wenn bemeckern harter Arbeit so leicht sein soll, wieso verschwendest du meine Zeit mit deinem schlecht formulierten Mecker-Posting? Troll’ dich.
balkantoni
Juli 18, 2008 um 11:23
*gähn*
balkanmoni
Juli 18, 2008 um 11:31
Geh’ an die frische Luft.
Für alle anderen: Hier ist SpielerZweis Antwort auf meinen Text (aus der Polyneux-Kommentarleiste):
Im wesentlichen scheitert die Diskussion an zwei Dingen:
Erstens möchte sich Toni hier ganz offensichtlich auf meinem Rücken profilieren. “Guckt mal, was ich für ein toller Intellektueller bin! Ich habe es dem SpielerZwei aber mal so richtig gezeigt!”
Da nimmt jemand meinen Text mit dem Skalpell auseinander und ignoriert jede meiner Erklärungen bzw. dreht sie einfach um und legt mir Aussagen in den Mund, die ich so niemals getroffen habe. Das macht jemand, der seine Texte exzessiv und affektiert mit Fremdwörtern spickt, nur um sich abzugrenzen und der Welt zu zeigen, was für ein intelligentes Kerlchen er ist. Er prangert meine verwendete Polemik als “menschenverachtend” an und schiebt mir Eva Herman-Vergleiche unter. Anscheinend gibt es für Toni zweierlei Maß: Für sich selbst und für die Anderen (lol). Was er mir ankreidet, ist für seine Texte vollkommen ok.
Mein lieber Toni, wenn ich wollte, könnte ich das gleiche Spiel mit Dir und Deinen Texten ebenfalls spielen. Nehmen wir mal die Tatsache, dass Du keine Gelegenheit ausläßt, den Leuten unter die Nase zu reiben, dass Du in die Muckibude gehst und auch sonst ganz sicher kein Klischee-Nerd, sonder ein echt cooler Typ bist. Das legt, zusammen mit den Fremdwortorgasmen (so redest Du doch nicht wirklich mit Deinen Freunden, oder?!) und dem allgemeinen Umgang mit Deinen Lesern/Kommentatoren (die Vokabeln “arrogant” und “menschenverachtend” fielen ja bereits…), die Vermutung nahe, dass es mit Deinem Selbstbewußtsein in Wirklichkeit nicht so gut bestellt ist und Du das Internet nur zu reinen Profilierungszwecken nutzt. Und das vermutet jemand, der u.a. Psychologie studiert hat (Oh, ich liebe diese Internet-Killer-Phrasen!)…
Und, Tataaaa, hier ist sie! Die ultimative Gelegenheit, SpielerZwei intellektuell zu besiegen und aller Welt zu zeigen, wie toll Du bist. Für Toni ist intellektueller Austausch ein Wettbewerb, bei dem es immer einen Gewinner und einen Verlierer geben muss. Und Toni verliert nicht gerne…
Sorry, dass ich darauf nicht einsteige, Toni, aber warum sollte ich noch einmal auf einen Text eingehen, der nur eine ausformulierte Version Deiner Kommentare hier ist, auf welche ich ja bereits geantwortet habe? Weitere Antworten meinerseits werden nur weitere vermeintliche Angriffspunkte für weiteren Bullshit eröffnen…
Und da sind wir dann auch schon beim zweiten Punkt, warum dies mit Sicherheit mein letzter Kommentar zu diesem Artikel sein wird:
Die Meute mit dem Popcorn hat sich bereits eingefunden (Nicht wahr, Fosey und 3ba?) und versucht hier, ganz in Tonis Interesse, eine Eskalation der Diskussion zu provozieren. Da werden Antworten von mir gefordert, die ich weiter oben schon gegeben habe. Da ich diese Punkte nicht immer wieder wiederholen möchte, wird mir als nächstes vorgeworfen, ich stelle micht nicht der Kritik. Usw., usf.
Dabei geht es doch schon lange nicht mehr um den Inhalt meines Artikels, sondern darum, hier eine 1A-Schlammschlacht zu erleben. Tut mir leid, Jungs, aber das wird hier nichts…
Sollte wider Erwarten doch noch jemand darüber diskutieren wollen, ob in unserer “Szene” vielleicht zu sehr am Massenmarkt vorbei gedacht und diskutiert wird, oder ob das ganze auf einer gewissen Ebene vielleicht doch legitim ist, bin ich gerne bereit, zu antworten.
(Es ging in meinem Artikel übrigens nicht um die Frage, in wie weit der Massenmarkt die gesamte Industrie am leben hält. Das ist unstrittig und bei Musik- und Filmindustrie genau das Gleiche. Es ging viel mehr darum, wie viel Beachtung der Rest des Marktes bei unseren Diskussionen im kleinen Kreise wirklich findet bzw. finden sollte…!)
Aber ich denke, es wird eher weitere Kommentare aus der anderen Richtung geben. Und da ich auf diese nicht mehr eingehen werde, wird sich Toni am Ende als “Sieger” feiern können, da die Meinung, wer das letzte Wort hat, hat auch automatisch Recht, ja immer noch weit verbreitet ist…
Und hier ist meine Antwort darauf:
Ich wollte ja eigentlich hier nichts mehr posten, aber wenn du es schon so einforderst:
Klar bin ich in meinen Texten oftmals arrogant und herablassend. Ich finde vor allem die milde Aufregung, die dieses Benehmen auslöst sehr witzig – aber hast du bemerkt, dass die Reaktionen auf MEIN Benehmen nie so heftig waren, wie die Reaktionen auf diesen Text. Meine Erklärung: Bei mir erahnen die meisten Leser den Monty-Python-Charakter des Ganzen (Christian und du waren eigentlich die einzigen, die sich jemals darüber beschwert haben, fällt mir gerade auf) bei dir vermuten sie, dass du den Text oben ernst meinst. Deine Analyse meiner Person ist also nicht ganz zutreffend, denn meine Arroganz ist ein einziger, kruder Witz.
Es gab einen Fall: Ich hatte in einem Text den Witz über die Synchronisation eines Spieles gemacht und dabei gesagt, ein Charakter würde klingen als litte er am Down-Syndrom. Ich fand das witzig – bis sich der Vater eines Down-Kindes bei mir darüber beschwert hat. Ich änderte den Text und habe mich entschuldigt. Ich fühle mich noch heute deswegen schlecht. Was ich damit sagen will: Ich weiß, wie weit ich in meiner Party-Hybris gehen darf. Ich würde nie wieder jemanden verletzen wollen. Ärgern? Immer. Das sorgt für gute Diskussionen. Verachten? Niemals.
Die Fremdwörter benutze ich, weil ich es mir während meiner Studiengänge (Germanistik / Anglistik) antrainiert hatte – es muss dir nicht gefallen, aber ändert es was an meinen Argumenten?
Das ist nämlich etwas, das du – mal wieder – mit dieser “ich bin zu gut für diese Diskussion”-Allüre zu verbregen versuchst. Ich habe nicht an deinem Text vorbeigeredet. Ich bin sehr genau auf deine Gedanken, auch jene, die du jetzt nennst, eingegangen. Selbst Leute, die dich in unseren Kommentaren verteidigen, werfen mir nicht vor, deinen Text missverstanden zu haben.
Ich habe bewusst darauf verzichtet, dich in meinem Text zu beleidigen, weil ich die Eskalation ebenso vermeiden wollte. Diese hat übrigens mit deinem letzten Posting stattgefunden – ich glaube zu keinem Zeitpunkt so persönlich geworden zu sein. Versteh’ mich nicht falsch: Ich bin nicht beleidigt. Ich teile aus und stecke ein – aber letztendlich sind deine persönlichen Anfeindungen für mich nur ein weiterer Beweis deiner Feigheit davor, dich einer Diskussion zu stellen. Das ist jetzt das vierte Mal, das du einer Auseinandersetzung mit mir aus dem Wege gehst. Du hast Schiss.
Diskussionen mit mir sind zwar tough, finden aber immer wieder auch Kompromisse als Endpunkte. Ich selbst will ja nicht unbedingt immer recht haben, so kompetitiv ich sein mag. Schau’ dir unsere Seite an: Selbst mit Aulbath, der zockmäßig das mir entgegengesetzte Ende der Skala vertritt, erreiche ich immer wieder Konsens. Und: Wenn ich einen Text schreibe stehe ich IMMER dafür gerade und stelle mich JEDER Kritik, ob ich die nun für wichtig halte oder nicht. Du nicht. Was sagt das denn nun über mein Selbstbewusstsein? Was sagt es über dein Selbstbewusstsein?
Wenn du schon einen so heiklen Text veröffentlichst, kannst du dich nicht verstecken und so tun, als seien all die Elemente, die ihn so semi-kontrovers machen auf einmal unwichtig. Stell’ dich der Kritik. Denn: “Sollte wider Erwarten doch noch jemand darüber diskutieren wollen, ob in unserer “Szene” vielleicht zu sehr am Massenmarkt vorbei gedacht und diskutiert wird, oder ob das ganze auf einer gewissen Ebene vielleicht doch legitim ist, bin ich gerne bereit, zu antworten.” habe ich in meinem Text durchaus angesprochen und dabei gesagt – wir sind irrelevant, die Industrie bestimmt.
balkantoni
Juli 18, 2008 um 11:50
Personal Computer natürlich. Du wirst ganz schön bissig wenn man deine Arbeit kritisiert, genau was du anderen selbst ankreidest.
Und worauf ich hinaus will, kann ich versuchen dir zu erklären:
Für mich ist Die Sims kein Spiel im konventionellen Sinne. Es ist eher eine Art der Beschäftigung für Leute die sonst nicht spielen, ein bisschen wie eine riesige Randgruppe auf Grund der Verkaufszahlen. Wenn man also über Spiele schreibt, so sollte man meiner Meinung nach als Beispiel doch eher Spiele benutzen, deren Konsumenten auch Spieler im koventionellen Sinn sind.
Die Sims hat auch vom Stil her auch was mit der Wii gemein. Sie ist aus der aktuellen Generation die bestverkaufteste Konsole, dennoch geht ein Großteil der Verkäufe auf das Konto von Leute die sich mehr oder weniger ausschließlich auf das Balance Board stellen um Wii fit zu werden. Diese Leute würde ich jedoch nicht als Spieler bezeichnen.
Und das “vermeintlich” müsstest du dann schon streichen, ich habs nicht vor.
ElClowno
Juli 18, 2008 um 1:47
“Du wirst ganz schön bissig wenn man deine Arbeit kritisiert, genau was du anderen selbst ankreidest.”
Um mit Popeye zu sprechen: I yam wot I yam und angekreidet habe ich bisher nur die Angst der Leute, die sich der Kritik anderer nicht stellen.
Zu dem Rest deines Argumentes: Ich verstehe jetzt worauf du hinauswillst, stimme dir aber nicht zu. Nur weil die Sims anders sind, müssen sie nicht unbedingt weniger Spiel sein – die Unterscheidung, die du triffst, ist jene zwischen Hardcore-Gamern und Casual-Kunden, glaube ich. Müssen wir jedoch nicht umdenken und die großen Zahlen anerkennen: Keiner von uns hat die Autorität, zu bestimmen, wer ein Spieler ist und wer nicht – erst recht nicht, wenn die Zahlen so eine deutliche Sprache sprechen. Jedes Unterscheidungskriterium wäre da letztendlich willkürlich und künstlich, finde ich.
Die Welt der Video- und Computerspiele ist dabei sich zu ändern und zu öffnen. Das ist etwas, das wir akzeptieren oder begrüssen müssen. Ignorieren lassen sich diese Leute jedenfalls nicht.
balkantoni
Juli 18, 2008 um 1:54
Ich stimme dir zu und ein Umdenken ist ja, wie an den Verkaufszahlen ersichtlich, in vollem Gange und gut so. Ich spiele viel zu gern, als dass ich eine breitere Akzeptanz dieses Medium verteufeln würde. Nur denke ich, dass es eben diese Unterscheidung immernoch gibt und die meisten Spieleblogs, deiner eingeschlossen, doch eher diese (Harcore-)Spieler als Klientel haben. Wenn ich meine Freundin als Beispiel heran ziehe, sie spielt Sims 2 und manchmal Solitär, so würde ich sie dennoch nicht als Spielerin bezeichnen. Nur weil ich hin und wieder Kuchen nach Familenrezept backe, bin ich noch lange kein Bäcker.
Übrigens: “Nach dir bin isch” kenn ich noch sehr gut aus einem kleinen Spielwarenladen den es heute leider nicht mehr gibt. Das weckt Erinnerungen.
ElClowno
Juli 18, 2008 um 2:08
Deine Freundin ist also mit meiner vergleichbar, auch wenn sich meine in letzter Zeit immer mehr für solche Sachen wie Peggle oder Bejeweled begeistern lässt. Ich glaube weder du noch ich können da von Spielerinnen sprechen, weil wir dieses alte (vielleicht sogar veraltete) Verständnis davon haben: Spieler sind jene, die ihr Hobby intensiv lieben und fast zum bestimmenden Lebensinhalt machen. So war ich zumindest früher: Ich habe oftmals meinen Tag um das Spielen herumgebaut. Unsere Freundinnen würden das nie machen, da für sie Spielen eher eine Lebensbereicherung ist und mehr nicht. Wie man sieht wird auch die Definition von Spieler einem Wandel unterworfen.
“Nach dir bin isch” kennen viele, die in Städten aufgewachsen sind: “Ey, nach dir bin isch Donkey Kong!”
balkantoni
Juli 18, 2008 um 2:19
“Das Spielen um des Spiels willen ist… ok. Wenn man es so will. Ich mag aber zusätzliches Content, Sachen, die mich zum Nachdenken anregen. Das perfekte Spiel böte uns beiden etwas – dir den bloßen Mechanismus, mir noch irgendwas zum Bedenken.”
Wie gesagt, darf gerne sein – nur darf der Mechanismus nicht drunter leiden.
Aber mal eine andere Frage, gab es bislang schon ein Spiel was dich wirklich zum Nachdenken angeregt hat?
Und ab wann zählt etwas als der zusätzliche Content, reicht es wenn einen die Geschichte “flasht” – wenn also ein Final Fantasy (insert random japanese rpg here) der Grund für massive Fanarts und Fanfiction ist, heißt das es hat diese zusätzliche Ebene schon oder muß da mehr sein?
Reicht es vielleicht auch schon viel Verrücktes zusammenzustopfen und Killer 7 draufzuschreiben? Wie sieht das Metal Gear oder Silent Hill (2) aus? Beides Titel die viel Wert auf diese Extracontent-Sache legen, denke ich.
Und bei den genannten Spielen frage ich ernsthaft ob der mindfuck-Anteil nicht einfach nur zum Selbstzweck diente und Substanz vorgaukelt, die eigentlich gar nicht da ist. Und Leute wie deinereiner beispielsweise Sachen reininterpretieren die ursprünglich eigentlich bedeutungslos waren oder durch Zufall entstanden sind.
Als Arcade-Fan und oldschooliger CRPGler kann ich diesen Begriff des “zusätzlichen Contents” nur schwer fassen, und mir auch nicht so recht vorstellen das es bislang viele Titel gab, die sowas angeboten haben. Also sollte diese Begrifflichkeit vielleicht erstmal genauer definiert werden – also ab wann ein Spiel “anspruchsvoll” wäre/ist und was genau es dafür tun muß (obwohl ich mir vorstellen kann das dies wieder eine sehr “mechanische” Herangehensweise ist).
Aulbath
Juli 18, 2008 um 5:12
“Aber mal eine andere Frage, gab es bislang schon ein Spiel was dich wirklich zum Nachdenken angeregt hat?”
Wenn du damit Spiele meinst, bei denen ich davon ausgehen kann, dass sie es “bewusst” versucht haben: Soweit definitiv “Kane & Lynch”, “Half-Life 2″ und Infocoms “Planetfall”. Hm. Sehr wenig, nicht wahr?
Viele Spiele schaffen das jedoch unbeabsichtigt, so wie eben SWAT 4.
“Und ab wann zählt etwas als der zusätzliche Content, reicht es wenn einen die Geschichte “flasht” – wenn also ein Final Fantasy (insert random japanese rpg here) der Grund für massive Fanarts und Fanfiction ist, heißt das es hat diese zusätzliche Ebene schon oder muß da mehr sein?”
Gute Frage. Ich muss noch ein bisschen nachdenken, bevor ich definitiv antworten kann, sage jetzt aber aus dem Bauchgefühl heraus mal, dass es mir persönlich reicht, wenn ein Spiel – ob unbewusst oder bewusst – eine starke Reaktion bei mir auslöst. Ob emotional oder intelektuell ist mir eigentlich egal, im Idealfall beides. Hast du bereits Spiele gehabt, die dich irgendwie emotional gekickt haben? Das ist doch was ganz besonderes, finde ich!
“Und bei den genannten Spielen frage ich ernsthaft ob der mindfuck-Anteil nicht einfach nur zum Selbstzweck diente und Substanz vorgaukelt, die eigentlich gar nicht da ist. Und Leute wie deinereiner beispielsweise Sachen reininterpretieren die ursprünglich eigentlich bedeutungslos waren oder durch Zufall entstanden sind.”
Bei Silent Hill habe ich definitiv dieses Gefühl. Die Spiele überzeugen mich nicht ganz als “psychoanalytische Reisen ins Unterbewusste” oder so. Vielleicht müsste jemand einen Text darüber schreiben, der mir das Ganze näher bringt – ich weiß nur, dass ich die meisten “Silent Hill” Teile als gewollt “weird” empfand.
“Also sollte diese Begrifflichkeit vielleicht erstmal genauer definiert werden – also ab wann ein Spiel “anspruchsvoll” wäre/ist und was genau es dafür tun muß (obwohl ich mir vorstellen kann das dies wieder eine sehr “mechanische” Herangehensweise ist).”
Ich stimme dir zu. Ich muss noch darüber nachdenken und werde wohl oder übel irgendwann einen Text schreiben müssen in dem ich diesen Begriff näher zu umreißen versuchen werde.
balkantoni
Juli 18, 2008 um 10:46
Ein fortgesetzter Fehler hier:
“intellektuell” schreit man wirklich mit zwei “l” – bin mir selber manchmal nicht sicher.
Hinweis
Juli 19, 2008 um 8:08
-“Kane & Lynch”, “Half-Life 2″ und Infocoms “Planetfall”.
Ich hatte fest damit gerechnet, das wenigstens ein Infocom-Titel darunter ist
Leider war das vor meiner Zeit bzw. konnte ein Maniac Mansion / Zak McKracken doch wesentlich mehr punkten – schlicht weil es Grafik hatte, und einen sehr feinen Humor
HL2 und K&L verwundern mich etwas, wie kommt’s?
-sage jetzt aber aus dem Bauchgefühl heraus mal, dass es mir persönlich reicht, wenn ein Spiel – ob unbewusst oder bewusst – eine starke Reaktion bei mir auslöst.
Aber ist dann nicht das UADADADADADA gröhlen nicht auch schon eine sehr starke Form der Reaktion?
-Ob emotional oder intelektuell ist mir eigentlich egal, im Idealfall beides. Hast du bereits Spiele gehabt, die dich irgendwie emotional gekickt haben?
Tja… hmm… Shenmue ging in die Richtung, einfach weil das Stadtleben sehr gut kam, und ich irgendwo traurig war als das Spiel zu Ende ging – ansonsten war das Ende vom ersten Lunar Silver Star Story etwas “touchy”. Was daran lag das Working Arts es wirklich gut verstanden hat den Figuren ein bisschen Seifenopern-Flair zu geben, wodurch sie etwas menschlicher waren (zumindest wesentlich menschlicher/emotionaler als vieles was es sonst zu der Zeit gab)
Ansonsten verbinde ich mit einigen Spielen eigentlich nur Angst. Und das ist zeitgleich auch das einzige was ich nach dem Spielen mit in die Wirklichkeit genommen habe – da man ja doch häufiger in die Nacht hinein gespielt hat und das Spiel definitiv noch “nacharbeitet” wenn es auch schon lange abgeschaltet ist.
Insgesamt gesehen würde ich aber behaupten das kaum ein Spiel mir jemals emotional etwas anhaben konnte, was vielerlei Gründe hatte – sei es weil die Identifizierung mit den Figuren nicht passte, weil das Drehbuch Handlungen vorgab die einfach unsinnig waren bzw. mir aufgezwungen worden sind, oder weil einfach die grundlegenden Mechaniken des Spiels mir ein tieferes Eintauchen in Welt und Figuren verwehrten. Und natürlich geben Beat’em Ups, Weltraumshooter oder 2D-Monsterballereien nicht gerade viel Spielraum für Emotionalität. Aber auch alte Rollenspiele sind in dem Bezug sehr dürftig, weil der Fokus ja auch dort mehr auf der Mechanik des Auflevelns und Kästchenkarte abgrasen liegt.
Bin auf jeden Fall auf den Text gespannt.
Aulbath
Juli 19, 2008 um 10:44
Danke für den Hinweis, Hinweis. Du hast definitiv recht und ich werde es im Laufe des Tages korrigieren.
“HL2 und K&L verwundern mich etwas, wie kommt’s?”
Zu K&L gibt’s hier einen Text, der das erklärt, zu HL” gab es mal einen, der von der Seite irgendwie verschwunden war und der nun wiedergefunden wurde. Ich werde ihn überarbeiten und nochmals veröffentlichen.
“Aber ist dann nicht das UADADADADADA gröhlen nicht auch schon eine sehr starke Form der Reaktion?”
Doch das ist es auf jeden Fall – Aggression. Das ist cool aber ich hätte gerne auch andere Formen der emotionalen Ansprache. Es ist gut, dass du “Shenmue” nennst, das ist nämlich ein Spiel, das mich sehr stark berührt und zum nachdenken gebracht hatte und ich habe es vorhin leider vergessen – beide Teile sogar. Ich war am Ende auch traurig und wollte zurück in diese Welt zu all den netten Leuten, die ich dort kennengelernt hatte. Und dann noch diese bittersüße Liebesoffenbarung in “Shenmue 2″ (hab’ vergessen wie die Spielfigur hieß) – das war so cool! Ah, “Shenmue 1 + 2″ sind nicht ohne Grund zwei meiner absoluten Lieblingsspiele.
“Ansonsten verbinde ich mit einigen Spielen eigentlich nur Angst. Und das ist zeitgleich auch das einzige was ich nach dem Spielen mit in die Wirklichkeit genommen habe – da man ja doch häufiger in die Nacht hinein gespielt hat und das Spiel definitiv noch “nacharbeitet” wenn es auch schon lange abgeschaltet ist.”
Genau. Spiele sind inzwischen sehr gut darin, Angst oder Aggression zu erzeugen. Man könnte dieses Repertoire nun erweitern. Und zu Spiele in denen ich mir die Hose vollgemacht Habe sage ich nur: “Forbidden Siren”. Das war hart.
“Insgesamt gesehen würde ich aber behaupten das kaum ein Spiel mir jemals emotional etwas anhaben konnte, was vielerlei Gründe hatte – sei es weil die Identifizierung mit den Figuren nicht passte, weil das Drehbuch Handlungen vorgab die einfach unsinnig waren bzw. mir aufgezwungen worden sind, oder weil einfach die grundlegenden Mechaniken des Spiels mir ein tieferes Eintauchen in Welt und Figuren verwehrten. Und natürlich geben Beat’em Ups, Weltraumshooter oder 2D-Monsterballereien nicht gerade viel Spielraum für Emotionalität. Aber auch alte Rollenspiele sind in dem Bezug sehr dürftig, weil der Fokus ja auch dort mehr auf der Mechanik des Auflevelns und Kästchenkarte abgrasen liegt.”
Stimme allem zu. “Baldur’s Gate” war je so wichtig, weil es ein betont emotionales Rollenspiel war, das endlich das einigermaßen geschafft hatte, das man sonst nur bei P&P haben kann – eine emotionale Teilnahme an der Geschichte. Bei “Death Knights of Krynn” habe ich jedenfalls nicht allzusehr mitgezittert.
balkantoni
Juli 19, 2008 um 11:19
Also auf den HL2-Text bin ich gespannt; ich fand das Spiel nicht so brilliant wie die meisten Medien meinten.
Shenmue war super wegen dieser Spielwelt und des brillianten Stadtdesigns und -atmosphäre. Diese Felsstadt (?) im zweiten Teil, geil! Und auch dieser für viele sicher endlos öde Marsch durch die Natur – ich hab jeden Dialog mitgenommen. Aber ob es mich von der Geschichte berührt hat, kann ich nicht mehr genau sagen.
Und wird wohl langsam Zeit, dass ich endlich mal BG spiele…
PS: “Faktotum” ist doch falsch, oder? Du meinst sicher “Faktum”
.
HomiSite
Juli 19, 2008 um 4:03
Faktotum ist auch definitiv falsch – ich kann den Fehler aber auch erklären, damit ich noch behämmerter erscheine: Während ich schrieb, stutzte ich und dachte “Hmmm, Faktum klingt irgendwie falsch. Das muss doch Faktotum heißen.” Und schon war das “niedere Dienstpersonal” (laut Wiki) im Text. Immerhin zeigt’s, dass ich Bukowski gelesen habe.
Ich werd’s ändern…
BG musst du unbedingt spielen. Ich kann es verstehen, wenn man HL2 nicht so großartig findet wie der Rest der Welt, auch wenn ich selbst viel von dem Spiel halte. Bei “Baldur’s Gate” (insbesondere bei dem zweiten Teil) denke ich aber, dass es sich um Spiele handelt, deren Größe eigentlich kaum Raum für Geschmacksurteile lässt. “Baldur’s Gate 1 + 2″ gehören zum absolut besten, das unser Medium zu bieten hat. Dagegen ist auch “Planescape Torment” auch “nur” noch gut.
Und “Shenmue”… Ah, war das schön. Wie du sagst: Das war eins dieser Spiele aus denen ich ALLES mitzunehmen versucht habe. Im zweiten Teil gab es eine japanische Studentin, die in so einem Fast Food-Laden gearbeitet hat. Das Spiel schaffte es, mir eine Bindung zu ihr zu ermöglichen- so nach dem Muster “Landsleute in der Fremde” und ich habe sie folglich JEDEN TAG besucht. Einzigartig!
balkantoni
Juli 19, 2008 um 4:26
und der eine pole an den docks…ein traum!
marc
Juli 19, 2008 um 8:16
Ja. Er sang immer wehmütig das polnische Volkslied “Pisda Gwisda”.
Mit einer tollen Baritonstimme.
balkantoni
Juli 19, 2008 um 9:10
Rollenspielmäßig hat mich Anchronox oder auch Fallout/Arkanum gefühlsmäßig wesentlich mehr beeindruckt als BG (BG2 habe ich nicht gespielt). Bei BG hatte ich das Gefühl das die Story, die im Spiel erzählt wird nicht die meiner Heldengruppe ist und hatte sie nach einer kleinen Spielpause dann leider auch vergessen, was dazu führte das ich das Spiel zu meiner Schande nie beendet habe.
Anchronox war wohl bisher das einzige Spiel das mich durch die Geschichte überrascht hat. Vielleicht lag das zu einem guten Teil auch daren, dass ich sowas Spielen nicht zugetraut habe. Bei Filmen rieche ich ja auch den Twist meist eine Stunde im Vorraus.
Ein Spiel der großen Gefühle war für mich auch Homeworld. Der Sound und die Storyschnipsel eines ums Überleben kämpdenden Volk haben mich richtig in seinen Bann gezogen und ich war keineswegs froh als ich HW1 oder auch Cataclysm durch hatte. Ich wollte mehr – auch gern als Roman (ich hätte wahrscheinlich alles gekauft).
Auch finde ich das Spiele nicht wirklich Angst verursachen – das ist eher sowas wie Schock. Also Schlitzerhorror statt Lovecraft. Da das absolut nicht mein Fall ist, verzichte ich damit (leider) auf recht viele Shooter, Schleicher und wasauchimmer. Aber auf Herzattacke habe ich keinen Bock – erst Recht nicht beim Zocken.
jorl
Juli 21, 2008 um 12:24
@Jorl: Ich möchte da bzgl. Angst und Schock doch widersprechen… ein Penumbra oder Dark Corners of the Earth verursacht schon durchaus soetwas wie Angst vor allem dann wenn keine Monster zu sehen sind und auch nichts Schockierendes passiert – bei beiden Titeln merkt man sehr viel Lovecraft und weitaus weniger Schlitzerhorror als bspw. bei Resident Evil. Silent Hill würde ich ebenfalls attestieren das es in seinen ruhigen, kampflosen Momenten soviel Atmosphäre aufbaut das man diese praktisch aus der Luft schneiden kann…
Aulbath
Juli 21, 2008 um 12:55
@Aulbath
OK, kann sein. Die Titel kenne ich nicht. Wie gesagt mach ich um die meisten so gearteten Spiele einen Bogen. Die durchs Fenster kommenden Hunde bei Resident Evil 1 haben mir schon genügt. Da spiel ich lieber Viva Pinata.
Also meine Aussagen diesbezüglich bitte mit Vorsicht genießen.
jorl
Juli 21, 2008 um 2:08
ich werde auch langsam zu alt für solche schocker, im ernst. aber ich hatte ja auch schon bei monkey island 2 angst.
marc
Juli 21, 2008 um 2:09