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Archiv für Juni 2008

Erstaunliche Feststellungen, Teil 1: Diablo 3

mit 48 Kommentaren

Diablo 3 ist in einer dieser Promoaktionen für den Übergewichtigen und/oder Mediokren so was wie angekündigt worden; man könnte fast sagen, das Spiel ist einzig und allein angekündigt worden, damit jene enthusiastisch sein können, die halt nichts anderes im Leben haben, das sie so extatisch werden lassen könnte. Die nächsten Wochen, ja Monate, werden vom Jauchzen jener bestimmt, die sich über Diablo 3 freuen. Kaum hat man die EM mit ihrer Legitimation, eigene Belanglosigkeit zu feieren, überstanden, kommt die nächste Herausforderung. Schlimmer als Silvester.

Aber das soll jetzt Mal egal sein. Mir ist nämlich etwas aufgefallen: Keiner macht so viele uninspirierte Fortsetzungen wie Blizzard. Keiner traut sich so wenig wie Blizzard. Keiner hat vorhersehbarere Spiele als Blizzard. Keine schlachtet langweilige Konzepte so oft aus wie Blizzard. Keiner wird dafür so gefeiert wie Blizzard.

Wieso?

Geschrieben von balkantoni

Juni 28, 2008 um 6:10

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Grow up already!

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Lasst uns über den Begriff des Erwachsenseins sprechen. Was bedeutet es für euch, liebe Leser, erwachsen zu sein? Betrachtet ihr euch überhaupt als erwachsen?

Für mich ist das Erwachsensein nämlich ein Feld aus Verpflichtung und Tragödie, Bürde und Scheitern, Sorge und Arbeit. Auch aus Unabhängigkeit und tiefer Freundschaft, Liebe und Zukunftsfreude, Ambition und Errungenschaft, Selbstachtung und Reflexion. Ich hasse es und ich liebe es. Egal wie: Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich meine Wahrnehmung des Erwachsenseins von jener der Gamestar divergiert. Hört euch das an:

„Auch in Sachen Gewaltdastellung richtet sich das Actionspiel klar an Erwachsene. Menschen werden mit Sägen traktiert oder durchs Auge in den Kopf geschossen. (sic)“ (Gamestar 07/2008, S. 83)

Das zum Thema GTA IV. Zu dem Spiel Age of Conan sagt Fabian Sigismund, dass das Spiel ihm genau das böte, was er sich wünscht – „ein erwachsenes Szenario„. Es handelt sich wohlgemerkt um ein Spiel, bei dem man als „Käufer der Pre-Order-Version (…) ein Mammut oder Nashorn als Reittier“ erhält. Immerhin: „Wie sich das für ein Erwachsenenspiel gehört, sehen die Boss-Monster teils recht eklig aus.“ (Gamestar 07/2008, S. 84/85)

Wer hat jetzt eine seltsamere Wahrnehmung des Daseins als Erwachsener: Die Gamestar oder ich? Ich empfinde das Erwachsensein als ambivalente Herausforderung. Die empfinden das Erwachsensein als den Zeitpunkt im Leben, ab dem man endlich Spiele spielen darf, in denen „eklige“ Monster Vorkommen. Was ist das eigentlich? Das Erwachsensein ist für die Gamestar und ihr zugeneigte das Alter ab dem endlich all’ die Verbote der Adolsezenzzeit aufgehoben werden und der pubertäre Geist sich in die Unendlichkeit weiterentwickeln darf. Denn genau das, was von der Gamestar als „erwachsen“ oder „als für den Erwachsenen konzipiert“ präsentiert wird, ist eigentlich unglaublich pubertär und einzig und alleine auf den aknevernarbten Teil der Käuferpopulation zugeschnitten. Teenager wollen eklige Spinnenmonster bekämpfen, Leute mit einer Kettensäge zerteilen, ein Mammut reiten oder Barbarinnennippel sehen. Erwachsene machen sich lieber Sorgen, ob ihr Kind sicher von der Schule kommt, der Kredit abbezahlt werden kann und die alternden Eltern bei guter Gesundheit bleiben.

Mein Erklärungsversuch: Im vollen Bewusstsein darum, wie entsetzlich peinlich und stigmatisierend es eigentlich ist, sich ein Mammut als Reittier zu wünschen, hat man sich in der Geekster-Schanze ganz einfach einen eigenen Erwachsenenbegriff erstellt: Erwachsen ist man, wenn man gesetzlich Gewaltpornos spielen darf. So einfach ist das. Alter, Desatellisierung und Verpflichtungen haben damit nichts zu tun. Man ist erst erwachsen, wenn man „mit einem Satz auf die Schultern seines Widersachers“ springen und ihm „seinen Hammer in die Visage“ „schmettern“ darf (Gamestar 07 / 2008, S. 36). Und kann.

Moment. Das will ich jetzt so nicht stehen lassen. Petra Schmitz, die Melete der Gamestar-Redaktion, umreisst in ihrer Rezension des Spiels Goin’ Downtown ein etwas differenzierters Feld von erwachsenen Themen„. Es sind vor allem „exotische sexuelle Vorlieben, Verzweiflung und Einsamkeit“ (Gamestar 07 / 2008, S. 108). Mann. Dann sind manche Leute vor allem mit 14 erwachsen.

Geschrieben von balkantoni

Juni 21, 2008 um 8:05

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Geschrieben von marc

Juni 18, 2008 um 6:06

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