Die PCGames und Monika Griefahn argumentieren differenziert
Zitat aus dem Editorial der aktuellen PCGames zum Thema Killerspiel - Debatte : “Deutlich differenzierter und erfrischend sachkundig argumentierte da schon Monika Griefahn[...]. Sie ist Mitglied des Deutschen Bundestages und stellte gleich zu Beginn der Diskussion klar: ‘ Verbote sind nie gut, denn sie machen im Zweifel das Verbotene noch interessanter.’”
Ach, wenn das so ist, dann kann der Fritzl ja eigentlich gar nichts dafür.
Mai 11, 2008 um 5:25 Uhr nachmittags
ey due brauchst net so sarakastish zu sein du n00b ich bin eine erwaxene person und kann alle games daddeln wo mir gefallen und wenn brutal ist find ich geil oder will man auchalle filme verbieten bloß weul da blut fließt du n00b geh doch barbies ponyhof spielen ich bin eine erwaxene person du n00b ist nemlich voll die entmündigung von vollmundigen leutz. und weißtu wenn du zensyerst dann ist die gewalt eigentlich voll verharmlost und auchso unrelativistisch. da bekomme ich weniger fürs geld du n00b, weil da weniger von brutal ist aber ich will rellatistisch und ich verherrliche nix sondern ist voll das kasteite game.
(Das ist eine freie Transkription von solchen Texten wie diesem hier: http://www.zockblog.org/archives/80-No-More-Heroes-kommt-noch-spaeter.html )
Mai 11, 2008 um 7:17 Uhr nachmittags
Du bist so gemein, andere immer zu dissen. Mobbing ist doch nicht fein :-).
PS: Muss zugeben, dass ich das ZockBlog (noch?) in meinem RSS-Reader habe.
PPS: Da hat wohl jemand eine andere Auffassung des Wortes “differenziert”.
Mai 11, 2008 um 7:22 Uhr nachmittags
Das ist kein Mobbing. I call ‘em as I see ‘em.
Mai 11, 2008 um 9:43 Uhr nachmittags
Zugegeben, dieses recht zusammenhanglose Textfragment ist durchaus als wertend anzusehen. Aber den Vergleich zwischen der Einschränkung einer Freiheit die man beschneidet, weil einem nicht gefällt was andere damit machen und einer Freiheit die beschnitten wird, weil sonst die Freiheit anderer massiv beeinträchtigt wird würde ich auch nicht unbedingt als differenziert bezeichnen.
@balkantoni: Die verharmlosende Wirkung die die Darstellung von Gewalt entfaltet, wenn ihre Folgen beschönigt werden ist kein vorgeschobenes Argument. Tatsächlich ist mir erst in vollem Maße bewusst geworden wie verharmlosend Gewalt in den Medien dargestellt wird, als mir bei der Bundeswehr die Wirkung von Kriegswaffen anhand ungeschönter Fotos demonstriert wurde.
Ich habe kein Problem damit dieses Thema zu diskutieren, aber doch bitte nicht auf diesem Niveau. Außerdem lasse ich mich ungern implizit zum Vollidioten erklären.
Mai 11, 2008 um 10:55 Uhr nachmittags
Ahe, ich erkläre dich nicht zum Vollidioten, muss aber zugeben, dass ich die Argumentation in deinem Text äußerst blöd fand. Du sagst, dass du weniger für dein Geld bekommst, weil in einem Spiel Gewaltszenen entfernt werden. Dabei argumentierst du, dass dieses “weniger” vor allem ein “weniger” an Realismus bedeutet, wodurch auch die - wenn ich dich jetzt richtig verstehe - erzieherische Wirkung dieses Spiels verloren geht. Hört sich gut an.
Bis man sich überlegt, über was für ein Spiel wir da eigentlich sprechen.
Es geht um “No More Heroes”. Ein Spiel, das sich vor allem als Hommage an diese entsetzliche Otaku-Kultur in Japan versteht. Der Held liebt Pornographie und Wrestling, lebt in einer Stadt namens “Santa Destroy” und möchte der beste Profikiller dieser Stadt werden, weil er erst dann Sex mit seiner Auftragsgeberin haben darf - hört sich das für dich nach einem Szenario an, das sich für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt und ihre Folgen eignet? Jetzt mal ehrlich?
Schau’ dir das Video, das du gepostet hast, an - da kämpft einer mit einem Schwert, das so viel wiegt, wie ein zusammengerechnetes Powerliftertraining! Hört sich das nach einem Szenario an, das sich “realistisch” (wie du sagst) mit dem Thema auseinandersetzen will? Und wieso scheint sich für dich der Realismus einer Gewaltdarstellung im Fehlen völlig übertriebener Blutfontänen zu erschöpfen und nicht bereits in der Tatsache, dass einer der beiden Kontrahenten mit einem gigantischen zwei-Tonnen-Schwert kämpft (ja, die japaner und ihre phallische Überkompensation), während der andere ein Laserschwert hält?
Worauf ich mit den Fragen hinaus will: Die Gewalt in diesem Spiel ist in höchstem Maße unrealistisch - sie ist extrem stilisiert (die Riesenwaffen, die Riesenblutfontänen, die Riesenzeitlupen) und als solche ja bereits außerordentlich verharmlosend. Finde ich jetzt nicht katastrophal - eher pubertär und unreflektiert. Ebenso pubertär und unreflektiert wie dein Verharmlosungsargument, verzeih’ mir bitte die harten Worte. Du sprichst einem hinsichtlich seiner Gewaltdarstellung absolut verharmlosenden (wenn nicht verherrlichenden) Produkt eine Qualität zu, die es nicht hat. “No More Heroes” kann gar nicht verharmlosender werden, was Gewaltdarstellung angeht, denn Gewalt als bloßes popkulturelles Ereignis zu versinnlichen bedeutet, sie nie erfahren oder verstanden zu haben.
(Anmerkung: “Kane & Lynch” - DAS war ein Spiel über Gewalt. Lies’ meinen Artikel dazu.)
Mai 11, 2008 um 11:49 Uhr nachmittags
Ich muss sagen es ging mir hier nicht nur um “No More Heros”, sondern auch und in erster Linie um diese bei vielen Spielen ausgeübten Praktiken von Zensur und Selbstzensur und die Art und Weise wie man hier schnell abgestempelt wird, wenn man dagegen argumentiert.
Was die Sache mit dem Wert des Spiels angeht, so möchte ich eben das Spiel so spielen, wie es von seinen Designern erdacht wurde und nicht eine an die Befindlichkeiten lokaler Politiker angepasste Version. Ansonten fühle mich eben betrogen, zumal ich ohnehin mehr bezahle als man in den USA für die richtige Version bezahlt. Zumal man wissen muss (und das hätte ich vielleicht auch verlinken sollen), dass Suda 51 selbst einmal zugegeben hat, dass er die blutige US-Version als die beste Version des Spiels betrachtet und sie am ehesten das Spiel repräsentiert, das er eigentlich machen wollte. Und als Kunde lege ich eben nur dann mein Geld auf die Theke, wenn ich das bekomme was ich will.
Was die Szene in dem Video angeht: Natürlich ist “No More Heros” ein Spiel, das Gewalt in höchstem Maße stilisiert. Da die Gewalt dort so comichaft wirkt ist es nach meinem Empfinden allerdings alles andere als gewaltverherrlichend, da man es zumindest als erwachsener Mensch einfach nicht ernst nehmen kann. Aber dennoch erscheint mir die Szene in dem Video enorm lächerlich, denn eine Enthauptung ist nun mal kein völlig unblutiges Ereignis. Entweder man stellt sowas dar oder man lässt es ganz bleiben. Aber es ohne Blut darzustellen, weil dies weniger gewalttätig erscheint ist meiner Meinung nach einfach nur lächerlich. Wäre das Spiel von Anfang an so erdacht worden, dann hätte ich in diesem Fall auch nichts dagegen. Aber der Designer hat eben etwas anderes gesagt. So ging es mir (zumindest was dieses spezielle Spiel angeht) dann auch eher darum, dass das Weglassen von Blut in diesem Land aufgefasst wird, als ob es etwas “besser” machen würde wo es meiner Meinung nach alles schlimmer macht.
Darüberhinaus geht es mir auch in realistischeren Spielen nicht um eine “erzieherische Wirkung”. Ich finde es nach meiner persönlichen Erfahrung einfach nur bedenklich, dass die Medien ganz allgemein ein verharmlosendes Bild von Gewalt zeichnen. Natürlich wusste ich zumindest unterschwellig, dass dies nicht der Realität entspricht. Aber dennoch war ich mehr als erschrocken darüber, in wie weit mich diese tausendfach wiederholten falschen Bilder dann doch in die Irre geleitet haben.
Letztlich war ich zu dem Zeitpunkt, als ich diesen Beitrag geschrieben habe, in erster Linie einfach nur wütend, dass schon wieder ein Spiel verhunzt wurde und ich diesmal nichtmal über das europäische Ausland an eine “authentische” Version des Spiels kommen kann und das ganze war auch nicht als erschöpfender Artikel zum Thema gedacht. Wir hätten das aber auch gerne in den Kommentaren zum eigentlichen Artikel genauer diskutieren können
Mai 12, 2008 um 9:23 Uhr vormittags
“Aber den Vergleich zwischen der Einschränkung einer Freiheit die man beschneidet, weil einem nicht gefällt was andere damit machen und einer Freiheit die beschnitten wird, weil sonst die Freiheit anderer massiv beeinträchtigt wird würde ich auch nicht unbedingt als differenziert bezeichnen.”
Exakt! Aber damit paraphrasiere ich ja letzendlich nur das, was Frau Griefahn sagt
Mai 12, 2008 um 11:35 Uhr vormittags
“Zumal man wissen muss (und das hätte ich vielleicht auch verlinken sollen), dass Suda 51 selbst einmal zugegeben hat, dass er die blutige US-Version als die beste Version des Spiels betrachtet und sie am ehesten das Spiel repräsentiert, das er eigentlich machen wollte.”
Ich wiederum hab auch mal gelesen, dass das Blut nur für die Amis eingebaut wurde, und das Spiel eigentlich ohne konzipiert wurde^^.
Mai 13, 2008 um 11:46 Uhr vormittags
Zu verschiedenen Punkten deines letzten Kommentars haben sich Marc und Ness bereits geäußert - ich will abschließend nur noch vermerken, dass “reale” Gewalt nicht nur durch das Ausblenden physischer Folgen verharmlost wird, sondern auch (und viel Stärker) durch das Ausblenden jeglicher nicht unmittelbar physischer Folgen. Gewalt zerstört Familien, die Psyche des Individuums, Kindheit und Zukunft. Gewalt ist so viel mehr als bloße Gore. Eine Vergewaltigung ist mehr als erzwungener Geschlechtsverkehr, die Querschnittslähmung eines Angeschossenen strahlt auf dessen familiäres Umfeld aus und bestimmt es langfristig.
Daher haben 99,9% der Spiele auf dem Markt absolut keinen Anspruch darauf, Gewalt auf irgend eine als die allerdümmste aller Möglichkeiten, zu thematisieren: durch Verkürzung, Abstrahierung und Stilisierung. Unser liebes Medium hat leider weder die Eier, noch die Inspiration oder notwendige Sophistizierung, um sich angemessen mit Gewalt auseinanderzusetzen. Wenn daher jemand, so wie du, “wütend” wird, weil (offenbar nachträglich für den amerikanischen Markt eingefügte) Blutfontänen fehlen, so einzig und allein, weil ihm die Gewalt um ihrer selbst willen fehlt und nicht, weil das Spiel dabei scheitert Gewalt angemessen zu thematisieren. Daher auch dein Verweis auf die Absichten des Designers, vermute ich: Es ist der einfachste Weg, den eigenen Wunsch nach Gore irgendwie zu rationalisieren.