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wir triumphieren

Audiosurf (und zwar für THOSE ABOUT TO ROCK!)

mit 7 Kommentaren

Ich finde Audiosurf so gut, dass mir nicht einmal das begeistert-parataktische Gebrabbel der ganzen REZ-Hipster den Spaß daran vergiften kann. Ich finde wirklich, dass es ein durch und durch tolles Spiel ist – es ist einerseits dynamisch und aufregend, andererseits aber sehr persönlich, da der Spieler durch seine Songwahl bestimmt, wie sich die nächste Runde spielen wird. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich selbst hatte noch nie so einen starken Einfluss auf mein Spielen.

Einhergehend mit dieser Individualität jeder einzelnen Runde offenbart sich allerdings schnell, dass nicht unbedingt jedes Lied, so gern man es auch hat, zu einem befriedigenden Spieleerlebnis führt. Audiosurf hat ein riesiges Problem mit Thrash- und Speed-Metal. Die daraus entstehenden Strecken sind oftmals einfach viel zu hektisch und schnell und, was noch schlimmer ist, im Gegensatz zu anderen Musikrichtungen kommt es bei diesen beiden Genres nicht unbedingt zu einer harmonischen Synästhesie, da die Musik vom Programm oftmals irgendwie falsch interpretiert wird – so führt Doublebass-Gehämmer gelegentlich dazu, dass der Highway holpert, anstatt wie vom Musiker beabsichtigt, zu rasen und Shredding-Solos sorgen für furchtbar undynamischen und epilleptischen Farbausschlag auf der Straße. Die mangelnde Synästhesie ist der weitaus schwerwiegendere Kritikpunkt, weil es ja bestimmt leute gibt, die es so schnell und schwierig wie nur möglich haben wollen. Wer also wenig Spaß mit Audiosurf haben will, sollte testweise versuchen mit einem der folgenden Songs zu spielen:

KREATOR – Tormentor (yeah!)

ACCEPT – Fast as a Shark (Udo, du bist ein Gott!)

Scheint sich also der bereits geäußerte Verdacht, Audiosurf funktioniere besser mit elektronischer Musik, zu bewahrheiten? Nun… nicht ganz. Während elektronische Musik meiner Erfahrung nach dafür sorgt, dass die Strecken in Audiosurf abwechslungsreicher und leichter zu bewältigen sind, kann man den Geschwindigkeitsvorteil echter Männermusik bei guter Songwahl dafür nutzen, ein deutlich aufregenderes Fahrerlebnis zu konstruieren. Die oben genannte Einschränkung hinsichtlich der Geschwindigkeit des jeweiligen Songs gilt dabei für jedes Musikgenre – sobald es zu schnell wird, wird Audiosurf unvergnüglich. Also Finger weg von Napalm Death und Terrorizer, Kids!

Ich möchte im Folgenden drei Rocker vorstellen – jeden für einen Kurven- bzw. Streckentyp – mit denen ich in Audiosurf viel Spass habe. Das erste Lied weist den seltenen Fall einer steten Aufwärtskurve vor – langsam und, nun ja, heavy, muss man sich in diesem Klassiker seinen weg durch den Sommer kämpfen! Beobachtet bloß den Schlagzeuger – was für ein cooler Typ! Sehr vergnüglich, wenn man schon sehr müde ist, aber dennoch ein bisschen Audiosurf vor dem Schlafen spielen möchte:

BLUE CHEER – Summertime Blues

Bei diesem Lied geht es zunächst einmal hoch und dann wieder runter. Das symbolische auf und ab sexuell geladener Teenager-Liebe, wie sie ja vom Ozzie in dem Lied besungen wird, wird auch von Audiosurf auf struktureller Ebene festgehalten! Ist das nicht super? So viel Synästhesie kann man sonst nur haben, wenn man zu viel UHU-Kleber schnüffelt, habe ich mir sagen lassen. Der psychedelische Mittelpart des Liedes ist dabei besonders reizvoll zu spielen – wärmste Empfehlungen also für:

BLACK SABBATH – Sabra Cadabra

Und mit diesem letzten Lied geht es nur ABWÄRTS. DOWN, DOWN, DOWN und so. Es handelt sich dabei natürlich um Motörhead - eine dieser Bands „you heard of but you never heard“ (laut eigener Angaben) und mit „you“ sind all diese Schwachstruller gemeint, die aus hipper Ironie das ganze Rocker-Image „irgendwie cool“ finden und sich auf Brütal Legend (ein Spiel, welches ich schon jetzt aus den tiefen meines Herzens verachte) freuen, ohne jemals zu „The Wolf“ gebangt zu haben oder nach einer schlimmen persönlichen Niederlage in den weisen Lyrics von „Don’t let them Grind you Down“ Trost gefunden zu haben. Schämt euch, ihr 8-Bit-Musik-hörenden Memmen! Und schämt euch auch dafür, dass ihr so tut als sei was-weiß-ich-was damit vollbracht worden, dass Lemmy in Brütal Legend (ein Spiel, das ich… oh, ich wiederhole mich) vorkommen wird – der Mann hatte schon 1992 auf der Amiga sein eigenes Spiel! Es hieß Motörhead und war ein sidescrollendes Beat ‘Em Up. So. Jetzt habt ihr auch noch was von mir gelernt. Mit „Going to Brazil“ bekommt man eine kurze, dynamische Strecke, deren einziges Problem eben die Tatsache ist, dass man in der kurzen Zeit keine Überladungen zulassen darf und mit bestimmten Fahrzeugmodellen (wie etwa dem „Vegas“) seine Schulterfahrten gut timen muss. Ein do-or-die-Ding, das dem sorgenfreien Inhalt des Liedes dann leider doch ziemlich widerspricht. Und ab dafür:

MOTÖRHEAD – Going to Brazil

So, das war’s, liebe Freunde. Was sind eure Audiosurf-Empfehlungen? Bei welchen Liedern habt ihr schon Highscores aufgesetzt (ich bin bei in der Pro-Top 10 für Metallicas „Seek & Destroy“! Wenn das nix ist!)?

Geschrieben von balkantoni

April 5, 2008 um 5:14

7 Antworten

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  1. Bestimmt müssen die noch an den Algorithmen feilen, aber perfekt wird es wohl kaum funzen. Hatte Vib-Ribbon nicht ähnliche Probleme? Hm, Audiosurf ist gar nicht kostenlos. Diese Guitar-Hero-Klon Frets on Fire hatte mich übrigens nicht so überzeugt.

    U.D.O., geiler Bandname. Bisher keine Songs von denen gehört.
    Kommt Audiosurf mit komplexem Metal wie Dream Theater, Blind Guardian, Nevermore oder Communic klar?

    PS: An das Motörhead-Spiel erinnere ich mich, in der PlayTime hatte esl gaaanz schlecht abgeschnitten. Und diese Riesenköpfe…

    HomiSite

    April 6, 2008 um 12:50

  2. Ich bin nicht so der Tech- und Prog-Metal-Fan, weshalb ich Audiosurf nicht mit „Dream Theater“ und Ähnlichem gespielt habe – allerdings kam es mit klassischem Prog-Rock wie etwa „Captain Beyond“ sehr gut zurecht. Und auch die ganzen Space-Rock/Psychedelia-Sachen wie „Hawkwind“ oder „Black Mountain“ spielen sich richtig gut. Prinzipiell ist es sehr cool ein Lied zu spielen, das abwechslungsreiche Songstrukturen hat (siehe mein Sabbath-Beispiel), da dies für ebenso abwechslungsreiche Strecken sorgt. Wie gesagt, Ärger gibt es stets mit der Doublebass und zuviel Tempo.

    Was „U.D.O.“ angeht… Tja, ich würde bei „ACCEPT“ bleiben.

    balkantoni

    April 6, 2008 um 9:14

  3. Der allerallergeilste Song für dieses Spiel ist Ultra Motion von Annihilator, fast die gesamte Strecke ist knallrot, total krass.

    PropheT

    April 6, 2008 um 10:42

  4. Yahaha! ANNIHILATOR! Auch cool ist: EXODUS – Cajun Hell. Danach braucht man erst einmal eine Dusche.

    balkantoni

    April 6, 2008 um 11:02

  5. Schade eigentlich das du Brütal Legend verachtest, wo es doch das beste Spiel aller Zeiten wird…

    Ich mag übrigens deine Arroganz die sich so durch alle deine Texte zieht – zu Schade das es hier keine Bilder von dir gibt, wüßte doch gerne ob meine „Imagination“ dicht an der Wirklichkeit liegt.

    Aulbath

    Juni 30, 2008 um 5:25

  6. Lies meinen Artikel zu Wii-Fit und gestalte dann deinen AOC-Barbaren. Es dürfte dir helfen.

    balkantoni

    Juni 30, 2008 um 7:20

  7. Ich spiele gar kein AOC, Bellic :D

    Davon abgesehen, ich bin der lange, dünne Typ von Kacknerd, also weitere Dickie-Kommentare zünden nich so recht.

    Aulbath

    Juni 30, 2008 um 7:42


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