These nerds are made for zockin'

ein blog namens bernd

Archiv für April 2008

Freiheit für Balkan Toni!

mit 16 Kommentaren

Ich habe während meiner Pausenaufsicht bemerkt, dass die Schüler der Schule an der ich arbeite ein eigenes Spiel erfunden haben – kein Computerspiel, sondern so ein normales und altmodisches Ball-fangen-und-sich-jagen-Spiel.

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist der Folgende: die Schule hat beschlossen, den Schuülern während der Hofpausen Spielkisten zur Verfügung zu stellen. Diese sind total cool! Sie sind vollgestopft mit Schaumstoffbällen, Jonglierkegeln, Sprungseilen und anderen Spielsachen. Vor allem die Schüler der Unter- und (unglaublicherweise) Mittelstufe finden sehr großen gefallen an diesen Spielkisten und holen sie bei einigermaßen gutem Wetter immer ‘raus, um damit dann irgend einen Blödsinn anzustellen. Man bewirft sich mit Bällen, macht in der Gruppe Seilspringen, solche Sachen.

Das vorhin erwähnte Spiel macht sich auch den Schulhof zunutze, der in den 70ern entstand und mit post-Kollwitz’schen Betonquadraten dekoriert ist. Die Grundregeln des Spiels legen weitgehend fest, dass bestimmte Schüler auf diesen Quadraten stehen, während anderen einander zwischen diesen jagen und sich dabei die ganze Zeit einen Ball zuwerfen. Wenn jemand einen Ball hat, darf er einen Schüler von seinem Betonpodest schubsen und selbst Platz darauf nehmen. Darüber hinaus gibt es eine Regelmargine, die ständigem Wandel unterliegt – während man sich letzte Woche noch gegen einen Schubser wehren durfte, darf man das inzwischen nicht mehr. Letzte Woche durfte man den Ball dessen Besitzer nicht gewaltsam entreissen – inzwischen ist dass erlaubt und wird vor allem von Mädchen genutzt, die in diesem Alter Jungs körperlich überlegen sind.

Jedes Mal, wenn ich die Schüler nach dem Namen des Spiels frage, bekomme ich so einen verwirrten Blick, denn das Spiel hat keinen Namen. Es heißt manchmal „fangen“ und manchmal „schubsen“. Und es hat mich an meine eigene Jugend erinnert. Wir haben zwar alle viel Computer gespielt, waren allerdings von unseren Eltern so programmiert, diese Art des Zeitvertriebs als minderwertig gegenüber dem „echten“ Spielen an der freien Luft und mit Freunden zu empfinden. Das ist übrigens ein eindruck von dem ich mich nie befreit habe – ich kompensiere inzwischen das Computerspielen jedes Mal mit Sport oder einem Spaziergang, insbesonder seit meinem Spiele-Burnout. Nicht, dass ich das jetzt irgendwie weitermpfehlen möchte. Zurück zum Thema: Während meiner Kindheit, war es für mich und meine Freunde stets ein großer Spaß, neue Spiele zu erfinden oder an den Regelwerken bereits vorhandener Spiele herumzufummeln. Ich glaube, dass war ein ziemlich natürlicher Ausdruck sowohl des Spieltreibes als auch des Bedürfnisses, kreativ zu sein.

Ich fände es daher cool, wenn es mehr Spiele gäbe, die dem Spieler absolut kein festes Ziel vorgeben, sondern bloß ein Arsenal an Mitteln und Möglichkeiten. So wie die Sims. Ich glaube, dass mir so ein Spiel sehr viel Spass machen würde.

Die Frage ist nur: Wo gibt es solche Spiele? Mir fallen jetzt die ganzen Will Wright-Sachen ein (und deren Derivate), allen voran die Sims. Dann wären da noch die Elder Scrolls-Spiele. Dann die Flatspace-Spiele. Und ansonsten? Hm… Ich bin jedenfalls für jede Empfehlung dankbar.

Was mir ansonsten zu diesem Thema eifällt: Ich scheine ziemlich diametrale Spieleerfahrungen zu mögen – ich will entweder auf Gleisen durch einen Tunnel fahren und schießen (ja, mir gefällt Timeshift irgendwie) oder sehr viel Gestaltungsfreiheit bezüglich meiner Spieleerfahrung haben. Spiele, die zwischen den Stühle sitzen gefallen mir meistens nicht – die GTA-Spiele etwa. Da hat man zwar eine große Welt, kann aber darin nicht viel mehr machen als 100 Buchstaben einzusammeln.

Hier ist meine Vorstellung eines Idealen Spiels: Man ist eine Katze (ja, da ist eine meiner Obsessionen), die in einem Dorf lebt. Man kann mit jeder Person und jedem Gegenstand des Dorfes irgendwie interagieren. Abhängig davon was man macht, ändert sich der Verlauf einzelner Schicksale der Bewohner. Wenn man jemanden auf die Wäsche strullert, kann er nicht zum Dorffest und bleibt alleine, weil seine Angebetete einen anderen kennen lernt. Es müsste so was wie einen festen Verlaufsblan geben – das Grundschema der Dorfleben. Und dieses Schema könnte man auf unzählige Weisen verändern und hätte ebensoviele unterschiedliche Ergebnisse. Das wäre cool.

Geschrieben von balkantoni

April 29, 2008 um 3:26

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Thesenerds jetzt mit kostenloser Vollversion!!!!

mit 16 Kommentaren

Es gibt nämlich was zu gewinnen: 1 x Jade Empire für den PC.

Wer alle Zitate bis zum 1. Mai korrekt zuordnet und mir die Antwort an biker(ät)bluebikeboy.de mailt, kriegt das Spiel zugeschickt. Bei mehreren richtigen Antworten entscheidet entweder das Los oder BalkanToni. Das wiederum entscheidet das Los.

1. „Oh my god! We’re having a fire….sale!“

2. „Schöne Schürze! Sind Sie Koch?“ – „Nein, ich bin Schreiner.“

3. „If he was poor, we’d call him crazy, but since he’s rich, we just call him Sir.“

4. “ I don’t think it’s a gay drink.“

5. “ Look at you, hacker.“

6. “ It wasn’t my idea. It was Jeff’s idea!“

7. “ I don’t like Catherina. She smells like soup.“

8. “ Whatever happens in the end, I don’t wanna lose you as a friend.“ „I promise, I will never be your friend.“

9. „Stop! Stay away from the cookie jar!“

10. „„IT’S DANGEROUS TO GO ALONE! TAKE THIS.“

P.S: Es sind nicht ausschließlich Zitate aus Videospielen…

P.P.S: Gevatter Google hilft euch nur bis 80 %. Viel Glück.

Geschrieben von marc

April 28, 2008 um 9:12

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Sie wünschen, wir schreiben

mit 17 Kommentaren

Ich habe momentan 3 Ideen für meinen nächsten Post, aber nur Zeit und Lust, eine davon umzusetzen. Welche davon bis Ende der Woche die meisten Stimmen in den Comments bekommt, erblickt bis zum Ende des Monats das Licht der Welt. Die Leitungen sind *jetzt* freigeschaltet, am Ende des Abstimmungszeitraums werden wir uns das Ergebnis von Dr. Fleischhauer notariell bestätigen lassen.

1. Schwule Videospiele

2. Die Geschichte der Zigarette im Videospiel

3. Ein Song über Monkey Island

Geschrieben von marc

April 24, 2008 um 6:40

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Alle Jahre wieder

mit 5 Kommentaren

Vor einem Jahr hatte Balkan Toni Geburstag. Leider hat er bis heute keinen Spiegelpalast bekommen. Einziger Trost: Die Gamestar auch nicht.

Alles gute, alter Knabe!

Geschrieben von marc

April 24, 2008 um 6:30

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True ’till Megadeth

mit 10 Kommentaren

Ich habe eine coole Spielidee.

Man spielt eine Band. Aber nicht im Sinne von diesem Rock Band-Schund, der einem plastische Gimmicks in die Hand drückt und damit das Gefühl vermitteln möchte, das sei das worum es in einer Band ginge. Geschicklichkeit und ‘rumspielen – das ist eine dieser Annahmen, die nur von jemandem stammen können, der nie in einer richtigen Band war und kein bisschen getourt hat.

Wie man aus dem selbstherrlichen Absatz oben bereits herauslesen kann: Ich war in einer Band. Es war keine gute Band, es gab so gut wie niemandem, der sich für uns interessiert hätte aber wir waren sehr enthusiastisch, hatten unheimlich viel Spaß, spielten ein paar Konzerte, tourten zwei Mal kurz, nahmen eine Demo auf, veröffentlichten eine Single und nahmen eine weitere – sogar ziemlich coole – Single auf, die leider nie veröffentlicht wurde. Daher: Glaubt mir, wenn man in einer Band ist, die rockverwandte Musik macht, geht es nicht darum Skills am Instrument zu haben. Oder erfolgreich zu sein (das ist was für Schwachstruller).

Es geht um Spirit. Es geht darum zu fünft und mitten im Winter in einem unbeheizten Ford Fiesta aus der Südpfalz nach Potsdam zu fahren, um dort vor 10 Punks zu spielen – dabei sitzt man mehr aufeinander als nebeneinander und der Schlagzeiger hämmert die ganze Zeit auf der Snare herum. Es geht darum, wer während der Fahrt am lautesten und stinkigsten furzen kann. Es geht darum, weniger Geld für das Konzert zu bekommen, als man in den Sprit investiert hat. Es geht darum von Neonazis auf der Autobahn, die mitten durch scheiß-fucking-Jena fährt verfolgt zu werden. Es geht darum eigenes Equipment vor der miesesten Black-Metal-Band der Slowakei zu beschützen – Satanist sein, heißt nicht unbedingt eine gute Snare zu haben. Es geht darum in dem dunklen Kerker einems besetzten Hauses in Sachsen, der „Bandraum“ genannt wird, zu schlafen und dabei die Blutflecken auf den Matratzen zu ignorieren. Es geht dabei, auf dem Boden zu schlafen, während in gleichem Raum gefeiert wird. Es geht dabei, mitten im Winter und mitten im Nowhere mit dem Auto liegen zu bleiben und 5 Stunden lang den vorbeifahrenden Truckern das Hup-Zeichen zu geben. Es geht darum neue Freunde zu finden, sich zu streiten und die Sorgen seiner Bandfreunde zu teilen. Es geht darum dämliche Dschungelgeräusche zu machen, wenn sie während der Reise von ihren Freundinnen angerufen werden. Es geht darum, sich so, ich Rousseau – du Voltaire, so ich Camus – dur Sartre zu trennen und sich immer wehmütig an die gute Zeit zu erninnern, als das Leben ein einziger, langer Schulausflug war und man diese unwirklichen Tage an der Uni damit verbracht hat dem Summen in den eigenen Ohren zuzuhören – einfach weil die Probe mal wieder viel zu laut war.

Es geht darum:

Es geht darum, dieser privilegierten Zeit für immer hinterherzutrauern. Ich sage es also nochmal: ES GEHT UM SPIRIT!

Und was weiß EA bitte von Spirit? Hä? Nix! Ich weiß vom Spirit! Darum auch meine geniale Spielidee:

Das Spiel stelle ich mir wie eine Mischung aus Princess Maker 2, alten Rollenspielen (ich denke jetzt etwa an die Das Schwarze Auge-Spiele der 90er) und den Weltraumstrategien des letzten Jahrzehnts vor – eine Mischung aus Strategie und Rollenspiel also (was Genres angeht, bin ich ein Schubladenbauer).

Es geht darum eine Band zu haben. Der Spieleablauf ist in Runden eingeteilt. Man erstellt am Anfang die Bandmitglieder und zwar genau so, wie man früher bei Eye of the Beholder seine Party erstellt hat. Wieso denn auch nicht? Mein Spiel soll ja in wahrstem Sinne des Wortes ein Rollenspiel sein. Die Klassen eines Rollenspiels werden durch die jeweilige Rolle in der Band ersetzt (Sänger / Gitarre(n) / Bass / Schlagzeug), die Stats und Skills entsprechend angepasst. Der Spieleablauf hat kein festes Ziel – es geht bloß darum in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren (ein Jahr = 36 Runden) so viele Konzerte wie möglich zu spielen und so viel Material wie nur möglich zu veröffentlichen. Jedes Konzert und jede Veröffentlichung werden am Ende, ebenso wie verschiedene Ereignisse (dazu später), mit Punkten belohnt und dann zu einem groben Synopsis-Ende (dazu ebenfalls später) zusammengefasst.

Der Planungsteil des Spieleablaufs würde auf der Karte eines fiktiven Landes stattfinden – auf dieser müsste man die Touren, Einzelshows und Abstecher in die Studios planen und mitverfolgen. Die Planung dieser wäre stark strategisch gelagert – so müsste man durch erreichen bestimmter Ziele nach und nach immer coolere Venues freischalten. Das verdiente Geld müsste in Equipment, Merch (welches man rudimentär selbst gestalten dürfen sollte) und Aufnahmen investiert werden. Das Equipment könnte verschieden Bonuseigenschaft mit sich bringen – schließlich ist nichts authentischer als eine Thrash-Metal-Band mit Delta AirForces und Flying-Vs!

Jede Aktion müsste eins von Hunderten verschiedener Zufallsereignisse nach sich ziehen – Armbruch beim Drummer, Überfälle, Diebstahl der Instrumente, Geschlechtskrankheiten durch Groupies, Stromschläge, brennende Tops, Durchsuchungen durch die Polizei, fremdgehende Freundinnen, aufdringliche Punks und vieles, vieles Mehr. Jede Situation würde Rollenspielgerecht durch die Skills der Bandmitglieder gelöst werden müssen. Eine Spielesession würde dann die bereits genannten paar Jahre umfassen und dürfte nicht länger als zwei Stunden dauern – live hard, die young und so.

Kämpfe würden durch Konzerte oder Aufnahmen ersetzt werden. Der Vorteil dabei wäre, dass es nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um das Ausmaß des Erfolges ginge. Man könnte diese Spielbereiche, dann durch Jump n’ Run-Einlagen abstrahieren. Je nach dem vor dem Konzert ausgewählten Mitglied und Lied, gäbe es dann einen anderen tonalen Parcours zu bestehen. Liederkomposition und Proben stelle ich mir ähnlich vor, wie den Verwaltungsteil von Princess Maker und genau so wie bei diesem Spiel würde die Summe der Erfolge, Ereignisse und Abenteuer eins von etwa 100 Enden ergeben: Shredmasters, Barn-Burners, On the Rampage – das alles wären Auszeichnungen, die es zu erreichen gäbe. Das Spiel sollte kurz, schnell und aufregend sein und zu Experimenten einladen, da verschiedene Entscheidungen und Spieleansätze.

Man befände sich während des gesamten Spieleverlaufs in einer Rivalität mit drei bis fünf anderen Bands. Mit diesen könnte man Bündnisse (= Split-Singles und gemeinsame Touren) eingehen, aber man hätte natürlich auch die Möglichkeit, sie zu vernichten (= Label bestechen, damit sie gedroppt werden, Equipment stehlen lassen etc…). Es wäre stets wichtig, dafür zu sorgen, innerhalb einer Spielrunde die besseren konzertmöglichkeiten zu bekommen und die cooleren Shows zu spielen, um die Oberhand zu behalten.

Dieses Spiel sollte im Stil der 90er wirklich aus völlig verschiedenen Elementen zusammengesetzt sein – in etwa so wie Pirates!, Merits Reunion, oder David Perrys seminalem Frühwerk Supremacy / Overlord – einerseits, um dem Spieler erneut dieses ehemals geliebte Gefühl heterogener Herausforderungen zu vermitteln und andeerseits, um die Vielfalt der Erfahrungswelt so eines Bandlebens zu vemitteln.

Ich weiß, dass es in meiner Planung noch viele Lücken gibt (von denen die Größte wohl meine völlige Unfähigkeit ist, so ein spiel zu entwickeln…), aber, hey, als Konzept finde ich das Ganze ziemlich cool. Was denkt ihr? Könntet ihr euch vorstellen so ein Spiel gerne zu spielen? Gibt es Sachen, die euch an dem Konzept stören? Oder gar welche die Fehlen? Let’s Rock!

Geschrieben von balkantoni

April 19, 2008 um 8:55

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100 Jahre alt!

mit 8 Kommentaren

Das ist Post nr. 100. Da Marc und ich es burnoutbedingt vergessen hatten, uns zum einjährigen Bestehen zu äußern, will ich hier ein paar Worte über uns und dieses Blog loswerden: Wir sind super!

In den ersten Monaten unseres Bestehens waren Marc und ich eigentlich primär unsere eigenen Leser. Einen großen Popularitätssprung erlebten wir, nachdem man bei Grind That Authority einen meiner Artikel zitiert und entsprechend verlinkt hatte – davor kannte uns wirklich niemand und wir hatten es auch nicht übers Herz bringen können, in den Kommentarspalten beliebterer Blogs genügend herumzuhuren . Im Irrglauben, man würde schon unser Talent erkennen, haben wir einfach fast ein Jahr lang gewartet und geschrieben. Da sich diese Situation inzwischen geändert hat und wir tatsächlich so etwas wie eine drei- bis vierköpfige Stammleserschaft zu haben scheinen, will ich diesen Eintrag nutzen, um auf ein paar richtig gute Artikel von uns aufmerksam zu machen, die noch niemand gelesen hat. Here goes im Rückwärtsgang:

Ansonsten kann ich nur sagen: Es kommen noch viele tolle Artikel. Nehmt euch in Acht, liebe Gamestar und Blog-Konkurenz! Grr.

Geschrieben von balkantoni

April 17, 2008 um 10:56

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World of Warcraft: Keltenkitsch-Sweatshop

mit 16 Kommentaren

Ja, ich weiß – es wird Zeit, dass ich Word of Warcraft mehr als nur ein bisschen abfälligen Sarkasmus widme. Dass sich in erster Linie eine Chance dazu ergibt, habt ihr meinem Bruder zu verdanken, der mich überredet hat, mit ihm zu spielen. Also habe ich World of Warcraft gekauft, die wohl längste Installation meines Lebens durchgemacht (NOCH länger als jene von Schleichfahrt, die etwa eine Woche zu dauern schien) und dann angefangen zu spielen.

WOW bleibt ein Mysterium für mich. Einerseits hat es ein tolles Skill- und Ausrüstungssystem und eine schöne große Welt, die alle erschlossen und erforscht werden möchten, andererseits wird man von hunderten eigentlich identischer „Töte 15 Knöchehauer von Pimmeldorn“-Quests erdrückt. Man macht bei jeder Session das Gleiche, in der Hoffnung, bald gut genug zu sein, um eine der infamen Instanzen zu spielen. Diese Instanzen sind wiederum unvernünftig langwierig und zeitintensiv. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, jemals (wie mein Bruder) 7 Stunden in ein Raid zu investieren. Das sind 7 Stunden in denen ich im Fitnessstudio pumpen, Gitarre spielen, Freunde treffen und noch nebenbei ein bisschen Computer spielen könnte. Ich finde diese implizite strukturelle Forderung der Selbstaufgabe an / für das Spiel seitens Blizzard jedenfalls wirklich verstörend.

Mein Interesse an WOW ergibt sich daher vor allem aus der Tatsache, dass ich mit meinem Bruder gemeinsam spielen kann – letztens hat er mir geholfen, einen Ort namens „Die Todesminen“ (sehr originell, Mr. Blizzard) zu plündern und wir haben dabei einen Typ getötet, der so heißt wie ein Westernschauspieler. Das war eigentlich ganz cool – nur Schade, dass ich danach erst einmal „leveln“ musste, weil mein Bruder sagte, dass ich stärker werden müsse, um die richtig tollen Instanzen zu erleben – dabei fand ich die odesminen schon ganz gut. Es gab ein Piratenschiff! Aber nun zum „leveln“: Das ist ein Wort, das für mich fast Synonym ist mit der brutalen Arbeit, die chinesische Immigranten an der Nähmaschine in irgendeinem kalifornischen Sweatshop verrichten müssen. Man macht IMMER. WIEDER. DAS. GLEICHE. Man drückt IMMER. WIEDER. DIE. GLEICHEN. KNÖPFE. Es ist eigentlich entsetzlich – es fehlt wirklich nur noch ein Triade, der mich von hinten anschreit, wenn ich mal umkomme und zwei minuten lang zu meiner Leiche laufen muss, um wiederbelebt zu werden. Überhaupt: Dafür dass man in WOW immer wieder das Gleiche tun muss, dauert dieses „das Gleiche“ – ob es nun das Töten oben genannter „Knöchelhauer“ oder das Sammeln von Weizen für ein hungriges Pferd (sehr aufregend, Mr. Blizzard) – sehr, sehr lange. World of Warcraft ist druchaus auch eine unglaublich übergewichtige, langsame und unangenehme Erfahrung. Wie Knutschen mit einer Opernsängerin (fragt nicht). Ich würde fast sagen, dass man sich in einem Saint Vitus-Song gefangen glaubt, aber diese sind zumindest hypnotisch und faszinierend. WOW ist in schlimmsten Momenten einfach nur saulangweilig und repetitiv. Jetzt mal ehrlich: Wie sehr muss einem die Welt die Sensibilitäten erodiert haben, damit man von World of Warcraft süchtig wird? Das kann doch nur Leuten passieren, die nie etwas anderes als Robert Jordan gelesen haben und glauben, Geisteswissenschaften seien „Laberfächer“. Das kann doch nur jemandem passieren, der ebenfalls bereit wäre von der Arbeit am Fließband süchtig zu werden – insbesondere wenn er für diese mit Erdnüssen belohnt worden wäre. Und einmal – stellt euch das mal vor – alle paar Wochen, wäre unter den Erdnüssen eine grüne Erdnuss gewesen. Und unser insensitiver Junkie wäre der König des Fließbandes gewesen, weil kein anderer die GRÜNE ERDNUSS DES FLIEßBANDS gehabt hätte.

Kein Wunder, dass man da eine Sucht entwickelt.

Abschließend will ich sagen: Auch wenn es bei meinem Spielepensum noch ein paar Jahre dauern wird, bis ich stark genug bin, um mit meinem Bruder irgendwelche richtig aufregenden Kerker zu plündern, werde ich WOW nicht so intensiv spielen wie ich müsste. Ich habe nicht die Zeit und dafür ist das Spiel auch nicht aufregend genug. Jedenfalls finde ich es persönlich aufregender UNTERSCHIEDLICHE Sachen zu machen. Und nicht nur immer das Gleiche. Wenn ihr allerdings Tipps habt, wie man die eigene Spieleerfahrung aufpeppen kann, dann bitte her damit.

Oh ja – noch ein note to self: Auf keinem Fall um 14:00 spielen. Da kommen die ganzen Kids aus der Schule. Das Zeug, das sie erzählen ist so behämmert, das es fast schon eine psychedelische Erfahrung ist. Originalzitat aus Sturmwind heute: „lol, gibt keine schlechten pornozzz ^^!!1!“ Tja. Jetzt wisst ihr es. Noch ein Grund WOW nicht zu oft zu spielen – wer will schon seine Zeit mit solchen Imbezilen verbringen?

Geschrieben von balkantoni

April 11, 2008 um 9:25

Veröffentlicht in Rezension

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Noch mehr Audiosurf (Angeber-Content)

mit 25 Kommentaren

Ich bin die Nummer 1 auf der heiß umkämpften Audiosurf-Highscore-Liste für Cypress Hills „Hits from the Bong“. (Mein User-Name ist Yugosport)

Macht mir mal das nach.

I dare you.

Geschrieben von balkantoni

April 7, 2008 um 11:15

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Audiosurf (und zwar für THOSE ABOUT TO ROCK!)

mit 7 Kommentaren

Ich finde Audiosurf so gut, dass mir nicht einmal das begeistert-parataktische Gebrabbel der ganzen REZ-Hipster den Spaß daran vergiften kann. Ich finde wirklich, dass es ein durch und durch tolles Spiel ist – es ist einerseits dynamisch und aufregend, andererseits aber sehr persönlich, da der Spieler durch seine Songwahl bestimmt, wie sich die nächste Runde spielen wird. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich selbst hatte noch nie so einen starken Einfluss auf mein Spielen.

Einhergehend mit dieser Individualität jeder einzelnen Runde offenbart sich allerdings schnell, dass nicht unbedingt jedes Lied, so gern man es auch hat, zu einem befriedigenden Spieleerlebnis führt. Audiosurf hat ein riesiges Problem mit Thrash- und Speed-Metal. Die daraus entstehenden Strecken sind oftmals einfach viel zu hektisch und schnell und, was noch schlimmer ist, im Gegensatz zu anderen Musikrichtungen kommt es bei diesen beiden Genres nicht unbedingt zu einer harmonischen Synästhesie, da die Musik vom Programm oftmals irgendwie falsch interpretiert wird – so führt Doublebass-Gehämmer gelegentlich dazu, dass der Highway holpert, anstatt wie vom Musiker beabsichtigt, zu rasen und Shredding-Solos sorgen für furchtbar undynamischen und epilleptischen Farbausschlag auf der Straße. Die mangelnde Synästhesie ist der weitaus schwerwiegendere Kritikpunkt, weil es ja bestimmt leute gibt, die es so schnell und schwierig wie nur möglich haben wollen. Wer also wenig Spaß mit Audiosurf haben will, sollte testweise versuchen mit einem der folgenden Songs zu spielen:

KREATOR – Tormentor (yeah!)

ACCEPT – Fast as a Shark (Udo, du bist ein Gott!)

Scheint sich also der bereits geäußerte Verdacht, Audiosurf funktioniere besser mit elektronischer Musik, zu bewahrheiten? Nun… nicht ganz. Während elektronische Musik meiner Erfahrung nach dafür sorgt, dass die Strecken in Audiosurf abwechslungsreicher und leichter zu bewältigen sind, kann man den Geschwindigkeitsvorteil echter Männermusik bei guter Songwahl dafür nutzen, ein deutlich aufregenderes Fahrerlebnis zu konstruieren. Die oben genannte Einschränkung hinsichtlich der Geschwindigkeit des jeweiligen Songs gilt dabei für jedes Musikgenre – sobald es zu schnell wird, wird Audiosurf unvergnüglich. Also Finger weg von Napalm Death und Terrorizer, Kids!

Ich möchte im Folgenden drei Rocker vorstellen – jeden für einen Kurven- bzw. Streckentyp – mit denen ich in Audiosurf viel Spass habe. Das erste Lied weist den seltenen Fall einer steten Aufwärtskurve vor – langsam und, nun ja, heavy, muss man sich in diesem Klassiker seinen weg durch den Sommer kämpfen! Beobachtet bloß den Schlagzeuger – was für ein cooler Typ! Sehr vergnüglich, wenn man schon sehr müde ist, aber dennoch ein bisschen Audiosurf vor dem Schlafen spielen möchte:

BLUE CHEER – Summertime Blues

Bei diesem Lied geht es zunächst einmal hoch und dann wieder runter. Das symbolische auf und ab sexuell geladener Teenager-Liebe, wie sie ja vom Ozzie in dem Lied besungen wird, wird auch von Audiosurf auf struktureller Ebene festgehalten! Ist das nicht super? So viel Synästhesie kann man sonst nur haben, wenn man zu viel UHU-Kleber schnüffelt, habe ich mir sagen lassen. Der psychedelische Mittelpart des Liedes ist dabei besonders reizvoll zu spielen – wärmste Empfehlungen also für:

BLACK SABBATH – Sabra Cadabra

Und mit diesem letzten Lied geht es nur ABWÄRTS. DOWN, DOWN, DOWN und so. Es handelt sich dabei natürlich um Motörhead - eine dieser Bands „you heard of but you never heard“ (laut eigener Angaben) und mit „you“ sind all diese Schwachstruller gemeint, die aus hipper Ironie das ganze Rocker-Image „irgendwie cool“ finden und sich auf Brütal Legend (ein Spiel, welches ich schon jetzt aus den tiefen meines Herzens verachte) freuen, ohne jemals zu „The Wolf“ gebangt zu haben oder nach einer schlimmen persönlichen Niederlage in den weisen Lyrics von „Don’t let them Grind you Down“ Trost gefunden zu haben. Schämt euch, ihr 8-Bit-Musik-hörenden Memmen! Und schämt euch auch dafür, dass ihr so tut als sei was-weiß-ich-was damit vollbracht worden, dass Lemmy in Brütal Legend (ein Spiel, das ich… oh, ich wiederhole mich) vorkommen wird – der Mann hatte schon 1992 auf der Amiga sein eigenes Spiel! Es hieß Motörhead und war ein sidescrollendes Beat ‘Em Up. So. Jetzt habt ihr auch noch was von mir gelernt. Mit „Going to Brazil“ bekommt man eine kurze, dynamische Strecke, deren einziges Problem eben die Tatsache ist, dass man in der kurzen Zeit keine Überladungen zulassen darf und mit bestimmten Fahrzeugmodellen (wie etwa dem „Vegas“) seine Schulterfahrten gut timen muss. Ein do-or-die-Ding, das dem sorgenfreien Inhalt des Liedes dann leider doch ziemlich widerspricht. Und ab dafür:

MOTÖRHEAD – Going to Brazil

So, das war’s, liebe Freunde. Was sind eure Audiosurf-Empfehlungen? Bei welchen Liedern habt ihr schon Highscores aufgesetzt (ich bin bei in der Pro-Top 10 für Metallicas „Seek & Destroy“! Wenn das nix ist!)?

Geschrieben von balkantoni

April 5, 2008 um 5:14

April, April!

mit einem Kommentar

Eigentlich finden wir die Gamestar gar nicht so übel.

Geschrieben von marc

April 1, 2008 um 9:54

Veröffentlicht in Washamwagelacht

Getaggt mit