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Enemy Territory: Quake Wars

mit 4 Kommentaren

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Kampfroboter! Laserstrahlen!

Okay, ich muss ehrlich sein: Ich hatte ursprünglich nicht vor, Quake Wars zu kaufen, weil ich fand, dass es Battlefield 2142 ähnlich sein würde. Allerdings habe ich gestern meine Prüfung im Schul- und Beamtenrecht bestanden und fand, dass ich mir deswegen eine Belohnung verdient habe (ihr merkt, das ist so ein Thema bei mir…). Und da es in diesem Monat wirklich keine anderen für mich interessanten Neuerscheinungen gab (Overclocked hört sich overdone und Reprobates relativ langweilig an… Jetzt fällts mir ein: Ich habe völlig vergessen nach Mask of the Betrayer zu schauen!), musste es halt Quake Wars sein.

Ich weiß noch nicht, ob es eine lohnenswerte Investition war. Das Spielgefühl selbst könnte extrem cool sein – ein etwas schnelleres, seichteres Battlefield 2142, welches dank einer äußerst leistungsfähigen Engine nur so vor Energie knistert. Wenn da nur nicht die Tatsache wäre, dass das Spiel im Moment nur von Quake III-Bauern gespielt zu werden scheint, die zwar nicht zusammenarbeiten möchten (obwohl das Spiel es offensichtlich einfordert), dafür umso mehr nach jeder Runde das Bedürfnis haben, ihr unartikuliertes „gg / lol / huso spawncamper“-Gefasel einzutippen. Quake Wars ist also eins dieser Spiele, das den Wummenautismus erst einmal überwinden muss, um interessant zu werden. Ich werde nach ausgiebigem Spielen ein Update schreiben und hoffe wirklich, dass sich die Lage bis dahin geändert hat. Vielleicht besteht ja Grund zur Hoffnung: Schließlich spiele ich im Moment mit all jenen, die wirklich am ersten Verkaufstag in den Laden gerannt sind, um sich das Teil zu kaufen. Und ja, bei mir ist das anders, siehe erster Absatz.

Drei weitere Sachen, die mir aufgefallen sind: a) Online-Ballerspiele sind meiner Meinung nach das einzige, was online tatsächlih spielenswert ist, da MMORPGS eher Übungen in Phlegma und Kreislauf sind als Spiele. Online-Shooter besitzen hingegen diesen kindlichen Räuber und Gendarme / Cowboys und Indianer-Charme, den jeder Junge gut finden muss. b) Auf dem Rücken der Quake Wars-Box wird mit der Tatsache geworben, dass man optional auch die englische Sprachausgabe installieren kann. Ich finde das gut. Wirklich. Deutsche Spiele-Lokalisierungen waren bisher mit einer überwältigenden Mehrheit minderwertig und ich denke, dass ein Lernprozess, der in den letzten 20 Jahren nicht stattgefunden hat auch nicht mehr stattfinden wird, so dass man in Zukunft gänzlich auf deutsche Lokalisierungen verzichten sollte. Das eingesparte Geld könnte man in coole Sondereditionen investieren – was uns zu c) führt: Die Sonderedition von Quake Wars ist äußerst karg. Selbst mich kann man mit ein paar Karten und einer Making-of-DVD nicht erfreuen und ich bin ein wirklich schlichtes Gemüt.

Update 1: Nach einer ca. 6stündigen Session kann ich das folgende Urteil fällen: „Quake Wars“ ist sehr gut. Es ist „Battlefield 2142″ in vielerlei Hinsicht ähnlich, andererseits hat es auch viele Merkmale, die dem Spielerlebnis eine klare Eigenständigkeit verleihen. Das Tempo ist höher, die Rollenverteilung ist ein wenig anders und die Karten sind zwar fantastisch, wollen aber irgendwie anders gespielt werden als ihre „Battlefield 2142″-Äquivalente; ich kann noch nicht genau erkennen wieso. Außerdem: Auf englischen Servern sind die Spieler sehr nett, auf französischen hingegen scheint der gleiche Typus zu spielen wie auf deutschen, allerdings muss man hier anmerken, das ich jetzt auch ein paar angenehm geek- und kiddiefreie deutsche Server gefunden habe. Genaueres in 1 – 2 Tagen.

Update 2: Ich habe Quake Wars nun seit genau einer Woche und muss gestehen, dass mich das Spiel irgendwie enttäuscht. Ich finde es zu schnell. Ich weiß, dass genau das vielen gefallen dürfte, doch mir erscheint eine Quake Wars-Session immer wieder eher wie ein neuartiger Ansatz zur ADS-Therapie bei welchem die Kids in seltsame Kostüme gesteckt und bewaffnet werden. Es wird sehr wenig zusammengearbeitet, dafür aber während der Warm Up-Phase umso mehr auf die Teamkameraden geballert. Meine Enttäuschung ist aber nicht ausschließlich auf die unerträglichen Quake Wars-Spieler zurückzuführen, denn das Spiel steht sich selbst im Weg.

Splash Damage hat den Fehler begangen eigene Ambitionen nicht klar genug im Spieldesign artikuliert zu haben: Quake Wars hat weder den Kick von Unreal Tournaments Onslaught-Modus (dafür ist es zu überladen), noch den überimensionalen Schlachtengemälde-Charakter Battlefields (dafür ist das Spielgefühl nervös), trägt aber ein deutlich sichtbares Tatoo, das sagt: „Ich wäre gerne das beste beider Welten.“ Was Stattdessen herausgekommen ist, sollte vielmehr als eine Studie darüber, wie kleine Design-Entscheidungen zu großem Scheitern führen können, betrachtet werden: Quake Wars macht durch das zu schnelle Spielen UND Sterben die Medic-Klasse überflüssig. Quake Wars lässt nicht zu, dass sich die Geschwindigkeit der Kämpfe zu einem Onslaught-High entwickelt, weil man irgendwelche dämlichen Missionen erfüllen muss und für Abschüsse kaum belohnt wird – eine Entscheidung, die wohl den strategischen Charakter des Spiels betonen soll. Quake Wars hat zwar große Karten, bündelt aber meiner Meinung nach die Kampf-Hotspots nicht besonders gut, hier erlebt man sowohl bei Onslaught, als auch bei Battlefield 2142, als auch bei Joint Operations deutlich aufregendere Auseinandersetzungen. In Quake Wars stirbt man so schnell, dass man genauso gut Counter Strike spielen könnte – und vielleicht auch sollte, denn wenn man auf do-or-die Spiele steht, findet man bei Counterstrike eine wesentlich konzentriertere Formel.

Ich warte jetzt auf „Team Fortress 2″ und „Left 4 Dead“.

Geschrieben von balkantoni

September 28, 2007 um 9:12

Veröffentlicht in Rezension

4 Antworten

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  1. Beherrscht die Engine AA?

    Seit der Unreal 3-Engine muss man da ja aus Sicherheitsgründen bereits nachfragen.

    Chris

    September 28, 2007 um 10:30

  2. Tut sie, ich habe eben nachgeschaut.

    balkantoni

    September 28, 2007 um 11:37

  3. Hm, hast du Quake Wars eigentlich mit späteren Patches noch gespielt? Da soll ja durchaus einiges umgekrempelt worden sein; momentan wird wohl an v1.5 gearbeitet. Ich bleibe bei JointOps oder Savage – die laufen bei mir noch und für ein paar unregelmäßige Runden machen die Spaß.

    HomiSite

    Mai 4, 2008 um 3:16

  4. Ja, ich habe QW:ET vor zwei Wochen wieder installiert. Es war immer noch genauso idiotenverseucht und uncool.

    balkantoni

    Mai 4, 2008 um 5:37


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