Videospiele und Völkerverständigung
Heute habe ich eine Tagung zum Thema “Neue Medien im Deutschunterricht” besucht – es ging vor allem um Internet. Die Tagung fand im Computerraum eines Gymnasiums statt und vor diesem Raum waren – relativ schmucklos – ein paar Relikte aus dem vorletzten Jahrzent ausgestellt: Es waren drei bis vier alte Rechner der Commodore PET-Serie
, die zu ihrer Zeit ein Vermögen gekostet hatten. Sie waren auf ein paar vollgeschmierten Schultischen aufgereiht und die Tastaturenkabel hingen passenderweise traurig über den Tischkanten – ein richtig elaboriertes Bild, das Ganze. In der Pause musste ich es mir natürlich näher ansehen! Ich war jedoch nicht der Einzige mit diesem Wunsch; eine meiner Kolleginnen, die übrigens aus Vietnam stammt, fand sich ebenfalls schnell im Friedhof. Das Gespräch verlief dann folgendermaßen:
Sie: “Ich hatte auch einen Commodore.”
Ich: “Einen 64er?”
Sie: “Ja. Und einen Amiga hatte ich auch.”
Ich: “Was hast du denn am liebsten Gespielt?”
Sie: “Summer Games. Winter Games.”
Ich: “California Games?”
Sie: “California Games. Das waren noch Zeiten.
Die Kids heutzutage wissen gar nicht, was old school ist! Die denken Counter Strike ist old school!”
Ich: “Die Kids denken, Half Life sei old school.”
Sie: “Die haben keine Ahnung. Die haben nie in einem Wrestling-Spiel einen Joystick kaputt gemacht.”
Ich: “Verdammt richtig. Ich habe meine ganze Kindheit in Spielhallen verbracht. In Jugoslavien durfte jeder in Spielhallen zocken. Es gab keine Altersbeschränkung.”
Sie: “Genau wie in Vietnam! Ich war auch immer in Spielhallen.”
Ich: “Wir haben immer um den Operation Wolf-Automat gekämpft. Das haben die Kids heutzutage nie gemacht.”
Sie: “Die haben keine Ahnung.”
Meine Erkenntnisse für heute:
1) Ich bin ein geistig inkontinenter alter Mann, der mit Operation Wolf und Hippodrome aufgewachsen ist.
2) We are the world.