These nerds are made for zockin'

7/10

Archiv für April 2007

Videospiele und Völkerverständigung

ohne Kommentare

Heute habe ich eine Tagung zum Thema „Neue Medien im Deutschunterricht“ besucht – es ging vor allem um Internet. Die Tagung fand im Computerraum eines Gymnasiums statt und vor diesem Raum waren – relativ schmucklos – ein paar Relikte aus dem vorletzten Jahrzent ausgestellt: Es waren drei bis vier alte Rechner der Commodore PET-Seriecommodore_4032.jpg, die zu ihrer Zeit ein Vermögen gekostet hatten. Sie waren auf ein paar vollgeschmierten Schultischen aufgereiht und die Tastaturenkabel hingen passenderweise traurig über den Tischkanten – ein richtig elaboriertes Bild, das Ganze. In der Pause musste ich es mir natürlich näher ansehen! Ich war jedoch nicht der Einzige mit diesem Wunsch; eine meiner Kolleginnen, die übrigens aus Vietnam stammt, fand sich ebenfalls schnell im Friedhof. Das Gespräch verlief dann folgendermaßen:

Sie: „Ich hatte auch einen Commodore.“

Ich: „Einen 64er?“

Sie: „Ja. Und einen Amiga hatte ich auch.“

Ich: „Was hast du denn am liebsten Gespielt?“

Sie: „Summer Games. Winter Games.“

Ich: „California Games?“

Sie: „California Games. Das waren noch Zeiten. title_opwolf.pngDie Kids heutzutage wissen gar nicht, was old school ist! Die denken Counter Strike ist old school!“

Ich: „Die Kids denken, Half Life sei old school.“

Sie: „Die haben keine Ahnung. Die haben nie in einem Wrestling-Spiel einen Joystick kaputt gemacht.“

Ich: „Verdammt richtig. Ich habe meine ganze Kindheit in Spielhallen verbracht. In Jugoslavien durfte jeder in Spielhallen zocken. Es gab keine Altersbeschränkung.“

Sie: „Genau wie in Vietnam! Ich war auch immer in Spielhallen.“

Ich: „Wir haben immer um den Operation Wolf-Automat gekämpft. Das haben die Kids heutzutage nie gemacht.“

Sie: „Die haben keine Ahnung.“

Meine Erkenntnisse für heute:

1) Ich bin ein geistig inkontinenter alter Mann, der mit Operation Wolf und Hippodrome aufgewachsen ist.

2) We are the world.

Geschrieben von balkantoni

April 25, 2007 um 7:05

Veröffentlicht in Gegenwas, Washamwagelacht

Happy Birthday!!

mit einem Kommentar

Balkan Toni hat heute Geburtstag. Bitte bringt keine Geschenke mit.

Oder doch.

Er würde sich sehr über einen Spiegelpalast freuen.

Alles Gute, Toni!

Geschrieben von marc

April 24, 2007 um 4:14

Veröffentlicht in News

Die Spielidee zum Montag

mit 13 Kommentaren

Du beginnst das Spiel mit dem Endkampf. Der letzte Gegner, ein harter Brocken, ein Kampf, an den du noch lange denken wirst. Er hat dir alles abverlangt.

Nein.

Du beginnst noch davor. Du hast diesen Gegner besiegt. Tot liegt er dir zu Füßen. Um dich herum explodiert die Welt. Du hast gewonnen, aber du siehst nicht glücklich aus. Im Gegenteil. Die Tränen laufen dir nur so herunter, während du auf dieses menschenähnliche Wesen siehst, das du in deinem härtesten Kampf gerade so bezwingen konntest.

Das Spiel wird mit der Zeit-wie jedes anständige Rollenspiel- immer schwerer (guck nicht so blöd, Oblivion!!). In diesem Spiel liegt das aber daran, dass du deine Fähigkeiten nach und nach einbüßt. Du wirst immer unerfahrener, je weiter du kommst. Du verlierst liebgewonne Spells und Special Moves. Kein Wunder- die Geschichte wird rückwärts erzählt.

Es gibt nur Levelabstiege. Dafür entfaltet sich vor deinen Augen eine zauberhafte Geschichte, die dich bis in deine Jugend zurück führt. Du wirst das Ende der Geschichte erst durch den Anfang der Geschichte wirklich verstehen. Denn derselbe Endgegner, gegen den du Blut, Schweiß und Tränen vergossen hast…er ist dein bester Freund. Seit ihr in die Schule gegangen seid. Etwas geschieht mit ihm.

Der Endkampf, der am narrativen Ende des Spiels stehen wird: Ihr kämpft um eine Raupe oder einen Schmetterling, den ihr beide zuerst gesehen haben wollt. Aber spielerisch, in diesem Kampf liegt keine Aggression. Danach liegt ihr zu zweit auf einer Wiese. Es ist Sommer. Kopf an Kopf auf dem Boden. Ihr schaut in den Himmel. Ihr atmet beide noch heftig nach dieser freundschaftlichen, kindlichen Auseinandersetzung.

Du sagst:“ Du wirst immer mein bester Freund sein.“

Abspann.

Geschrieben von marc

April 23, 2007 um 1:48

Veröffentlicht in Fiktion

Der Shivering Isles-Bug und Balkan Tonis Erinnerungen

mit 6 Kommentaren

Mann, bin ich froh noch nicht so viel von der Oblivion-Erweiterung The Shivering Isles gespielt zu haben! Warum? Darum:

„Bethesda Softworks has confirmed that a major glitch in The Elder Scrolls IV: The Shivering Isles exists and that it is working to fix the problem. The bug apparently starts affecting the game as soon as the expansion pack is installed for the PC version of Shivering Isles. The problem arises because the game generates a huge number of identification numbers internally for objects, and once the allotted space for those numbers becomes exhausted, newly created objects will disappear from the gameworld and the game could simply crash.

Depending on the number of frames per second generated on a user’s PC, the game will be „rendered unplayable“ from between 50 to 120 hours of gameplay, according to reports in the official forums and the game’s Wiki. It appears that the more frames per second the game runs at, the faster that space of identification numbers fills up.“

Quelle: Gamespot

Das Coole an diesem Bug ist, dass er mich an die gute alte Zeit erinnert, als Spiele nocht richtige, existentielle Fehler hatten. Mann, heutzutage geraten die Jungspunde in helle Aufregung, wenn Sachen passieren, für die wir Mitte der 90er DANKBAR gewesen wären. Dankbar, hört ihr?

Lasst mich euch dazu eine Geschichte erzählen:

1995 bekam ich meinen ersten SoundBlaster. Davor hatte ich in meinen Spielen stets nur Beeper-Geräusche gehabt. Für alle, die nicht wissen, wovon ich reden (weil sie selbst erst 1994 zur Welt gekommen sind): Ein PC macht all diese coolen Sounds nicht von alleine. Er braucht dazu eine Soundkarte, denn OHNE Soundkarte hört man nur „Beep“ und „Blop“ beim Spielen. Ich bekam meine erste Soundkarte 1995. Davor war ich also ein ziemlich unglücklicher Junge. Das erste Spiel, das ich damit spielen wollte war natürlich Jagged Alliance, eines der besten Spiele aller Zeiten übrigens. Jagged Alliance hat eine zeitlos gute Sprachausgabe und ich hatte damals in Rezensionen so viel davon gelesen, dass für mich schon lange vor dem Kauf der Soundkarte fest stand: Jagged Alliance würde das erste Spiel sein, das ich zu hören bekam. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war, als es dann soweit war.

Als der Introscreen bei der ersten Explosion einfror und die Lautsprecher ein heulendes, unnachgiebiges „WHEEEEEEE“ zu plärren anfingen, brach ein Welt für mich zusammen. Als sich dann herausstellte, dass der PC gar nicht mehr ausgehen wollte, wurde Enttäuschung durch Angst ersetzt. Zu Recht: Der PC musste nach dem Crash formattiert werden und mein Vater – der den gleichen PC für seine Arbeit nutzte – brauchte eine ganze Woche, bis er bereit war mich wieder anzuschauen, ohne „J’accuse…!“ (jeder, der das jetzt googeln muss, ist ein Loser) zu rufen.

Das waren noch Bugs. Coole Sache Bethesda! Ihr wisst noch wo ihr herkommt!

Balkan Toni

Geschrieben von balkantoni

April 21, 2007 um 5:18

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ohne Kommentare

Heute ist bekannt geworden, dass Sega of America die Computerspiele mehrerer Superhelden aus dem Hause der Marvel Comicsmarvel.jpg produzieren wird. Ein Spiel zum Iron Man (einher gehend mit dem Robert Downey Jr.-Streifen) soll im nächsten Jahr erscheinen. Hulk (einher gehend mit dem Edward Norton-Streifen) kommt ebenfalls in 2008. Thor und Captain America haben noch keine festen Erscheinungsdaten bekommen, wobei ich finde, dass ein Thor-Spiel irgendwie cool wäre. Und mit Vivendis Hulk: Ultimate Destruction hatten mein Bruder und ich ebenfalls viel Spaß.

Es scheint jedoch, dass es sich bei Segas Spielen – im Gegensatz zum Ultimate Destruction eben – durchgehend um Film-Ramsch handeln wird und wir wissen alle, dass das nichts gutes bedeutet. Das coolste Spiel hätte man sowieso mit den Fantastic Four machen können. Wenn man bereit gewesen wäre sich nach Jack Kirby zu orientieren. Überlegt euch das – ein Spiel, das die ersten 50 FF-Ausgaben zusammenfasst! Ich erinnere mich, als ich Irrational Games’ Freedom Force-Teile gespielt hatte, gelegentlich das Gefühl gehabt zu haben, das Entwickler-Team hätte versucht Elemente von Kirbys grafischem Wahnsinn ins Spiel zu übertragen – nur leider mit wenig Erfolg. Das ist allerdings nichts katastrophales, denn Freedom Force 1 und 2 sind dennoch großartige Spiele. Vielleicht braucht man eben mehr als zwei Anläufe für so ein Wagnis? Vielleicht bringen Irrational Games daher ja einen dritten Freedom Force-Teil heraus? Oder Bioware trauen sich und machen ein Avengers-Epos. DAS wäre cool.

Quelle.

Geschrieben von balkantoni

April 18, 2007 um 7:38

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Sega lizenziert mehrere Charaktere aus dem Marvel Comics-Universum

ohne Kommentare

Heute ist bekannt geworden, dass Sega of America die Computerspiele mehrerer Superhelden aus dem Hause der Marvel Comicsmarvel.jpg produzieren wird. Ein Spiel zum Iron Man (einher gehend mit dem Robert Downey Jr.-Streifen) soll im nächsten Jahr erscheinen. Hulk (einher gehend mit dem Edward Norton-Streifen) kommt ebenfalls in 2008. Thor und Captain America haben noch keine festen Erscheinungsdaten bekommen, wobei ich finde, dass ein Thor-Spiel irgendwie cool wäre. Und mit Vivendis Hulk: Ultimate Destruction hatten mein Bruder und ich ebenfalls viel Spaß.

Es scheint jedoch, dass es sich bei Segas Spielen – im Gegensatz zum Ultimate Destruction eben – durchgehend um Film-Ramsch handeln wird und wir wissen alle, dass das nichts gutes bedeutet. Das coolste Spiel hätte man sowieso mit den Fantastic Four machen können. Wenn man bereit gewesen wäre sich nach Jack Kirby zu orientieren. Überlegt euch das – ein Spiel, das die ersten 50 FF-Ausgaben zusammenfasst! Ich erinnere mich, als ich Irrational Games’ Freedom Force-Teile gespielt hatte, gelegentlich das Gefühl gehabt zu haben, das Entwickler-Team hätte versucht Elemente von Kirbys grafischem Wahnsinn ins Spiel zu übertragen – nur leider mit wenig Erfolg. Das ist allerdings nichts katastrophales, denn Freedom Force 1 und 2 sind dennoch großartige Spiele. Vielleicht braucht man eben mehr als zwei Anläufe für so ein Wagnis? Vielleicht bringen Irrational Games daher ja einen dritten Freedom Force-Teil heraus? Oder Bioware trauen sich und machen ein Avengers-Epos. DAS wäre cool.

Quelle.

Geschrieben von balkantoni

April 18, 2007 um 7:38

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ohne Kommentare

Mann, die Gamestar. Meistens ist sie einfach eine Samlung von Artikeln, die in diesem seltsamen „dicke Wummen, fetziger Soundtrack“-Jargon verfasst sind, der seinerseits irgendwie kaufberatend wirken soll (keine Ahnung wie er das schafft). Aber manchmal, ja manchmal sorgt die Gamestar für diese seltsamen Twilight Zone-Momente. Etwa in der aktuellen Ausgabe (5/2007).

So wird auf der Seite 22 die vermeintliche Zukunft der Computerspielegrafik, das Raytracing, besprochen. Und was lese ich da? Folgendes: „Bisher unmögliche Spielelemente wie etwa ein Spiegelpalast in Ego-Shootern werden dann Realität.“ (Italics von mir.) Auf Seite 139 kommt es dann aber wieder – es wird das „Spielen in Kinoqualität“ als freudiges Zukunftsereignis bejubelt und da steht dann: „Mit aktuellen 3D-Verfahren ist es bis heute unmöglich, einen Spiegelpalast oder ähnlich aufwändige Effekte darzustellen.“ (Italics wieder vin mir.)

Jetzt mal ganz ehrlich. Wenn ich nur ein einziges Mal über die Zukunft der PC-Spiele reden dürfte, würden mir dennoch ca. 100 coolere Sachen als ein saublöder Spielgelpalast einfallen. Wenn ich jetzt aber gleich zwei Mal, darüber reden könnte, tja… dann wären es etwa 10 000 coole Sachen. Und keine einzige davon wäre ein Spiegelpalast.

Um das Stattgefundene in Sprache der Gamestar-Redaktion zu resümieren: „Bei so einer spekulativen Pracht geht wohl manch ein Geist in die Knie. Das Nachdenken verkommt dann zur Diashow.“

Balkan Toni

Geschrieben von balkantoni

April 11, 2007 um 8:26

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Gamestar prophezeit… einen Spiegelpalast!

mit 2 Kommentaren

Mann, die Gamestar. Meistens ist sie einfach eine Samlung von Artikeln, die in diesem seltsamen „dicke Wummen, fetziger Soundtrack“-Jargon verfasst sind, der seinerseits irgendwie kaufberatend wirken soll (keine Ahnung wie er das schafft). Aber manchmal, ja manchmal sorgt die Gamestar für diese seltsamen Twilight Zone-Momente. Etwa in der aktuellen Ausgabe (5/2007).

So wird auf der Seite 22 die vermeintliche Zukunft der Computerspielegrafik, das Raytracing, besprochen. Und was lese ich da? Folgendes: „Bisher unmögliche Spielelemente wie etwa ein Spiegelpalast in Ego-Shootern werden dann Realität.“ (Italics von mir.) Auf Seite 139 kommt es dann aber wieder – es wird das „Spielen in Kinoqualität“ als freudiges Zukunftsereignis bejubelt und da steht dann: „Mit aktuellen 3D-Verfahren ist es bis heute unmöglich, einen Spiegelpalast oder ähnlich aufwändige Effekte darzustellen.“ (Italics wieder vin mir.)

Jetzt mal ganz ehrlich. Wenn ich nur ein einziges Mal über die Zukunft der PC-Spiele reden dürfte, würden mir dennoch ca. 100 coolere Sachen als ein saublöder Spielgelpalast einfallen. Wenn ich jetzt aber gleich zwei Mal, darüber reden könnte, tja… dann wären es etwa 10 000 coole Sachen. Und keine einzige davon wäre ein Spiegelpalast.

Um das Stattgefundene in Sprache der Gamestar-Redaktion zu resümieren: „Bei so einer spekulativen Pracht geht wohl manch ein Geist in die Knie. Das Nachdenken verkommt dann zur Diashow.“

Balkan Toni

Geschrieben von balkantoni

April 11, 2007 um 8:26

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Ich weiss ja auch nicht was ich will. In meinem vorgestrigen Eintrag setze ich mich für hermetischere Spiele, die erobert werden möchten, ein und heute verbringe ich mehrere Stunden damit ein Freeware-Spiel zu spielen, das nicht mehr als ein gecoketes Asteroids ist. Es handelt sich um Echoes, das neue Spiel des Freeware-Entwicklerteams Binary Zoo. Echoes ist ein Spiel, dessen Simplizität sich bereits in der Spieleanleitung ankündigt. Die besteht nämlich aus ganzen vier Worten: 10 Shoot Stuff; 20 Die; 30 Goto 10. Und man kann wirklich nicht sagen, dass das Spielprinzip damit ungenügend erklärt wäre.

Echoes potentiert das Prinzip hinter Asteroids mit grellen Vektoren und dem Steuerungskonzept von Geometry Wars, welches auf dem PC jedoch nicht auf zwei Analogsticks eines Joypads angewiesen ist, sondern genausogut (oder eigentlich noch viel besser) mit der Kombination Maus und wasd echoes_3.jpgfunktioniert – Echoes funktioniert jedoch auch mit einem Joypad. Ich persönlich finde jedoch, dass man am PC den grössten Spass mit der automatisch zielenden Kanone aus Neon Wars hat. Die vorhin erwähnte grelle Vektorengrafik ist übrigens ein Stilmerkmal von Binary Zoo und nicht bloß eine Anbiederung an den Trend, der mit dem Erfolg von Geometry Wars einherging. Sieht auch total schick aus! Wieso gibt es eigentlich keinen Roguelike in fröhlicher und bunter Vektorengrafik? Upsa, ich habe das gefühl gerade etwas außerordentlich frevelhaftes geäußert zu haben.

Das Spielerlebnis selbst lässt sich am besten als epilleptischer Wahnsinn beschreiben. Das Tempo des Spiels ist bereits nach einer Minute enorm hoch und irgendwann tritt auch der Zeitpunkt ein, ab dem alles viel zu unübersichtlich wird, als dass der Spieler irgend etwas anderes tun könnte als das Spielen völlig seinen Reflexen zu überlassen. Ich habe nur zwei Kritikpunkte. Der erste betrifft die Musik von Echoes und die ist nicht einmal wirklich schlecht. FKD Reality liefern mit Particle Illusions wieder einmal einen guten, eingängigen Track, der allerdings unter dem Niveau ihrer Tracks für Duo (coolere Knüppelsnare) und DuoTris (dynamischer und aufregender) bleibt. Dabei klingt er an manchen Stellen so als stamme er aus irgend einem Agentenfilm. Naja, ich hätte zudem noch gerne etwas mehr Programmatik gehabt: Wenn das Spiel Echoes heisst, wären doch psychedelische Echo- und Halleffekte im Soundtrack selbst cool gewesen, oder nicht? Zweiter Kritikpunkt: Die Spielerwaffe erreicht viel zu schnell die höchste Stufe, was der Balance nicht gut tut. Und: nur drei Power-Ups (Energie, Waffe, Smartbomb) sind einfach faule Scheiße. Da hätte man eigentlich deutlich mehr bieten können. Eine kleine Drone, zum Beispiel. Oder eine Zauberflöte. Neon Wars hat jedenfalls hier deutlich mehr Saft. Naja, dafür kostet es auch was.

Es bleibt also nur noch meine Ursprüngliche Frage danach, in welchem Verhältnis komplexe Spiele („Brocken“ im Gamestar-Slang) zu ganz einfachen Spieleatavisten wie Echoes stehen. Vielleicht können wir das so auflösen: Während komplexe Spiele – wie ich in meinem letzten Artikel anmerkte – für mich zum Teil auch eine intelektuelle Erfahrung darstellen, lässt sich die Erfahrung solcher Spiele wie Echoes am ehesten mit meinem Boxtraining vergleichen: Sie sind anstrengend, brutal und auf eine ursprüngliche Art aufregend. Ich mag jedenfalls beides.

Link: www.binaryzoo.com

Balkan Toni

Geschrieben von balkantoni

April 10, 2007 um 11:18

Veröffentlicht in Freeware

Echoes von Binary Zoo – A Game of Mass Destruction

ohne Kommentare

Ich weiss ja auch nicht was ich will. In meinem vorgestrigen Eintrag setze ich mich für hermetischere Spiele, die erobert werden möchten, ein und heute verbringe ich mehrere Stunden damit ein Freeware-Spiel zu spielen, das nicht mehr als ein gecoketes Asteroids ist. Es handelt sich um Echoes, das neue Spiel des Freeware-Entwicklerteams Binary Zoo. Echoes ist ein Spiel, dessen Simplizität sich bereits in der Spieleanleitung ankündigt. Die besteht nämlich aus ganzen vier Worten: 10 Shoot Stuff; 20 Die; 30 Goto 10. Und man kann wirklich nicht sagen, dass das Spielprinzip damit ungenügend erklärt wäre.

Echoes potentiert das Prinzip hinter Asteroids mit grellen Vektoren und dem Steuerungskonzept von Geometry Wars, welches auf dem PC jedoch nicht auf zwei Analogsticks eines Joypads angewiesen ist, sondern genausogut (oder eigentlich noch viel besser) mit der Kombination Maus und wasd echoes_3.jpgfunktioniert – Echoes funktioniert jedoch auch mit einem Joypad. Ich persönlich finde jedoch, dass man am PC den grössten Spass mit der automatisch zielenden Kanone aus Neon Wars hat. Die vorhin erwähnte grelle Vektorengrafik ist übrigens ein Stilmerkmal von Binary Zoo und nicht bloß eine Anbiederung an den Trend, der mit dem Erfolg von Geometry Wars einherging. Sieht auch total schick aus! Wieso gibt es eigentlich keinen Roguelike in fröhlicher und bunter Vektorengrafik? Upsa, ich habe das gefühl gerade etwas außerordentlich frevelhaftes geäußert zu haben.

Das Spielerlebnis selbst lässt sich am besten als epilleptischer Wahnsinn beschreiben. Das Tempo des Spiels ist bereits nach einer Minute enorm hoch und irgendwann tritt auch der Zeitpunkt ein, ab dem alles viel zu unübersichtlich wird, als dass der Spieler irgend etwas anderes tun könnte als das Spielen völlig seinen Reflexen zu überlassen. Ich habe nur zwei Kritikpunkte. Der erste betrifft die Musik von Echoes und die ist nicht einmal wirklich schlecht. FKD Reality liefern mit Particle Illusions wieder einmal einen guten, eingängigen Track, der allerdings unter dem Niveau ihrer Tracks für Duo (coolere Knüppelsnare) und DuoTris (dynamischer und aufregender) bleibt. Dabei klingt er an manchen Stellen so als stamme er aus irgend einem Agentenfilm. Naja, ich hätte zudem noch gerne etwas mehr Programmatik gehabt: Wenn das Spiel Echoes heisst, wären doch psychedelische Echo- und Halleffekte im Soundtrack selbst cool gewesen, oder nicht? Zweiter Kritikpunkt: Die Spielerwaffe erreicht viel zu schnell die höchste Stufe, was der Balance nicht gut tut. Und: nur drei Power-Ups (Energie, Waffe, Smartbomb) sind einfach faule Scheiße. Da hätte man eigentlich deutlich mehr bieten können. Eine kleine Drone, zum Beispiel. Oder eine Zauberflöte. Neon Wars hat jedenfalls hier deutlich mehr Saft. Naja, dafür kostet es auch was.

Es bleibt also nur noch meine Ursprüngliche Frage danach, in welchem Verhältnis komplexe Spiele („Brocken“ im Gamestar-Slang) zu ganz einfachen Spieleatavisten wie Echoes stehen. Vielleicht können wir das so auflösen: Während komplexe Spiele – wie ich in meinem letzten Artikel anmerkte – für mich zum Teil auch eine intelektuelle Erfahrung darstellen, lässt sich die Erfahrung solcher Spiele wie Echoes am ehesten mit meinem Boxtraining vergleichen: Sie sind anstrengend, brutal und auf eine ursprüngliche Art aufregend. Ich mag jedenfalls beides.

Link: www.binaryzoo.com

Balkan Toni

Geschrieben von balkantoni

April 10, 2007 um 11:18

Veröffentlicht in Freeware