Archiv für Februar 2007
3 Spiele, die ich schon jetzt hasse
Oh ja, alle freuen sich auf irgend welche Spiele. Schaut euch jedes beleibige Spielemagazin an:
„Ich freue mich besonders auf BlaBlaBla, weil es die Messlatte für Grafikpracht nochmal deutlich nach oben schrauben wird. Fette Wummen, fetziger Soundtrack – da geht mir glatt das Messer in der Tasche auf. Auch wenn ältere Rechner dabei in die Knie gehen – alle Achtung vor BlaBlaSoft für den Mut zur technischen Innovation.“
Und so weiter.
Wen interessiert dieser Rotz? Hier kommt die dunkle Seite des Mondes für all jene, die schon immer fanden, dass Shadow of the Colossus was für Leute war, die bei E.T. weinen und Marylin Manson irgendwie sinnlich finden. Spiele, die noch nicht erschienen sind und dennoch jedes bisschen Verachtung verdienen, die sie bekommen können:
1. Flow: Prätentiöser arty-farty-Dreck. Was für Studierende der Medienwissenschaften. Und alle anderen, die zu weich für Germanistik waren. Wir beobachten euch, ihr Honks.
2. Crysis: Faux-bellizistische Gülle, für all jene, die sich anfassen während sie Tom Clancys Bücher lesen. Ein meidokres Spiel ohne Charakter – wie geschaffen für all jene, die zwar keine Freundin haben, aber sich dennoch eine mit Silikonbrüsten wünschen. Was ziemlich gut ist: In der neuen GEE-Ausgabe stand, dass der Nano-Anzug (kotz) ein innovatives Feature sei, da er es dem Spieler erlaubt sich schneller zu bewegen. Tja, so was passiert, wenn man es Menschen, die erst durch die PlayStation zum Spielen kamen, erlaubt, über Computerspiele zu schreiben: Blödsinn. Liebe GEE-Mitarbeiter: Man konnte sich in ca. 100 anderen Spielen aufgrund von irgendwelchen Implantaten (Chrome), göttlichen Kräften (Requiem) oder hormonellen Störungen schneller bewegen. Zu behaupten, dass dies innovativ sei, weil es durch einen ANZUG ermöglicht wird ist zwar tapfer, aber nicht besonders clever. Obwohl: In ihrem neuen Film benutzt Charlize Theron zum ersten Mal gefakte Wimpern von Rimmel. Das ist auch irgendwie innovativ.
3. Herr der Ringe Online: Man kann immer tiefer sinken. Dieses Spiel, tja, that’s as deep as it gets.
Das einzige Spiel auf das ich mich freue ist übrigens der Resident Evil 4-Port für den PC.
Balkan Tonis einsamer Traum von der Zauberflöte
Ich habe heute den allergrössten Hit der 80er gehört: Welcome to the Jungle! Das Lied fängt mit einem fantastischen Intro an und steigert sich danach – ein unglaublicher Katalyst. Nach 30 Sekunden habe ich mich bereits in ein Paralleluniversum wegfantasiert. Es gibt sehr wenige Spiele, die es schaffen mir auf eine vergleichbare Art als Katapult zu dienen oder überhaupt mit mir auf einer emotionalen Ebene zu kommunizieren, die über Polygonbrüste und Wummen (ich versuche gerade mich an unsere Geek-Leserschaft anzubiedern) hinausgeht. Die beiden Teile der Shenmue-Serie fallen mir ein (ich bin übrigens die einzige Person auf dieser Welt, die es bereut, dass Shenmue Online eingestellt wurde), System Shock 2 ebenso. Dann vielleicht noch Morrowind und dessen Maßlosigkeit. Oh ja, Vampire Masquerade schaffte es einen einzigartigen, sanften Sog zu entwickeln.
Da habt ihr es, es sind nur 5 Spiele. Man müsste dirngend etwas für die Sophistizierung von Computerspielen tun. Computerspieledesigner sollten aufhören das Wort „Atmosphäre“ automatisch mit den Begriffsfeldern Angst und Agression zu asoziieren. Hallo! Wo bleibt der Geist des Abenteuers? Ich hätte gern so eine Zauberflöte, die es mir erlauben würde ein 30 Mio. $-Budget (fett Monetos also!) von einem Publisher zu bekommen, um ein Spiel für den denkenden Menschen zu designen! Es hätte wahrscheinlich voll die miese Steuerung. Und keine Original-Lizenzen. Aber es würde in einer post-kommunistischen Wohnsiedlung spielen und man wäre ein Junge oder ein Mädchen, der/das versucht ein Tierheim zu errichten. Und, nein, es wäre kein Adventure. Sondern so was wie Shenmue, Morrowind oder eben Vampire Masquerade.
Ich warte immer noch auf diese Zauberflöte.
Man muss schon ein außerordentlicher Klugscheißer sein, um an Oblivion herumzunörgeln. Es gibt allerdings viele Klugscheißer. Sie finden Oblivion steril und geifern wütend wegen der miesen Lokalisation. So ein Internet-Forum ist ein Zoo und es gibt in manchen dieser Zoos Schimpansen, die schon die Schnellreise-Funktion schlecht finden. Sie ärgern sich darüber und werfen dann mit ihrer Kacke nach Leuten, die vor den Käfigen stehen. Oder sie gehen Rainbow Six: Vegas spielen, je nach Laune.
Ich selbst kann nur ein einziges Defizit an Oblivion feststellen und dieses Defizit offenbart sich wirklich nur im direkten Vergleich mit dem Vorgängerspiel Morrowind: das Setting. Während man in Morrowind einer verwüsteten Sumpfinsel ausgeliefert war, ist Oblivion ein einziger angelsächsischer locus amoenus. Ich habe mich jedenfalls ab einem bestimmten Level fröhlich pfeifend in jedes Höllentor gestürzt, nur um der erdrückenden Idylle zu entkommen! Umso cooler ist die Tatsache, dass Bethesda mit Shivering Isles im März ein großes, ganz und gar in der besonderen und privaten Welt des Daedra-Fürsten Sheogorath angesiedeltes Expansion Pack veröffentlichen wird. Sheogorath ist, wie wir alles wissen, der Fürst des Wahnsinns! Entsprechend wird sich das Setting des Spiels an Morrowind orientieren. Dies behauptet zumindest Bethesdas Lead Artist Carofano in der Video-Ankündigung der Erweiterung. Wie super!
Knights of the Nine ist weniger super. Es ist die Sammlung der von Bethesda soweit zum kostenpflichtigen Download angebotenen Items und Quests. Diese sind völlig unterschiedlichen Charakters. Während die Pferde-Rüstungen zwar cool aussehen, aber irgendwie blöd sind und der Zaubererturm was für Goth-Geeks ist, sind das Vampirversteck und die Diebeshöhle eigentlich ziemlich cool und bereichern das Spielerlebnis mit entsprechenden Charakteren auf jeden Fall. Die Quests um Mehrunes Waffe und die herumpilgernden Ritter sind ebenfalls ok. Dennoch: Ich habe nicht das Gefühl 25€ sinnvoll investiert zu haben. Die meisten der Updates sind nicht mehr als cool gemachte Gimmicks, die zwar alle genug Raum bieten, damit Bethesdas Künstlerteam die Muskeln spielen lassen kann, aber nicht genug Substanz, um mich als Spieler sinnvoll zu beschäftigen. Die beiden Questreihen sind gut gemacht – sie werden allerdings in ein Spiel implementiert, das soweit ausschließlich ausgezeichnete Questreihen hatte. Der entsprechende Kontrast lässt Gutes dann schnell schäbig erscheinen. Ich fühle mich wie ein Kind, das im Kinderhort irgendeines Einkaufszentrums Playmobil zum Spielen bekommt. Kein Kind, das Lego in den Fingern hatte, braucht Playmobil. Kein Balkan Toni, der Tribunal und Bloodmoon gespielt hat, braucht diesen Blödsinn! Es ist digitales Burgerbrot – nichts als Kohlenhydrate. Ich will meine 25€ zurück, um mir im März Shivering Isles kaufen zu können! Wann kommt endlich der Frühling? Und, am allerwichtigsten: Bin ich jetzt irgendwie auch so ein Klugscheißer?
Oblivion – Knights of the Nine
Man muss schon ein außerordentlicher Klugscheißer sein, um an Oblivion herumzunörgeln. Es gibt allerdings viele Klugscheißer. Sie finden Oblivion steril und geifern wütend wegen der miesen Lokalisation. So ein Internet-Forum ist ein Zoo und es gibt in manchen dieser Zoos Schimpansen, die schon die Schnellreise-Funktion schlecht finden. Sie ärgern sich darüber und werfen dann mit ihrer Kacke nach Leuten, die vor den Käfigen stehen. Oder sie gehen Rainbow Six: Vegas spielen, je nach Laune.
Ich selbst kann nur ein einziges Defizit an Oblivion feststellen und dieses Defizit offenbart sich wirklich nur im direkten Vergleich mit dem Vorgängerspiel Morrowind: das Setting. Während man in Morrowind einer verwüsteten Sumpfinsel ausgeliefert war, ist Oblivion ein einziger angelsächsischer locus amoenus. Ich habe mich jedenfalls ab einem bestimmten Level fröhlich pfeifend in jedes Höllentor gestürzt, nur um der erdrückenden Idylle zu entkommen! Umso cooler ist die Tatsache, dass Bethesda mit Shivering Isles im März ein großes, ganz und gar in der besonderen und privaten Welt des Daedra-Fürsten Sheogorath angesiedeltes Expansion Pack veröffentlichen wird. Sheogorath ist, wie wir alles wissen, der Fürst des Wahnsinns! Entsprechend wird sich das Setting des Spiels an Morrowind orientieren. Dies behauptet zumindest Bethesdas Lead Artist Carofano in der Video-Ankündigung der Erweiterung. Wie super!
Knights of the Nine ist weniger super. Es ist die Sammlung der von Bethesda soweit zum kostenpflichtigen Download angebotenen Items und Quests. Diese sind völlig unterschiedlichen Charakters. Während die Pferde-Rüstungen zwar cool aussehen, aber irgendwie blöd sind und der Zaubererturm was für Goth-Geeks ist, sind das Vampirversteck und die Diebeshöhle eigentlich ziemlich cool und bereichern das Spielerlebnis mit entsprechenden Charakteren auf jeden Fall. Die Quests um Mehrunes Waffe und die herumpilgernden Ritter sind ebenfalls ok. Dennoch: Ich habe nicht das Gefühl 25€ sinnvoll investiert zu haben. Die meisten der Updates sind nicht mehr als cool gemachte Gimmicks, die zwar alle genug Raum bieten, damit Bethesdas Künstlerteam die Muskeln spielen lassen kann, aber nicht genug Substanz, um mich als Spieler sinnvoll zu beschäftigen. Die beiden Questreihen sind gut gemacht – sie werden allerdings in ein Spiel implementiert, das soweit ausschließlich ausgezeichnete Questreihen hatte. Der entsprechende Kontrast lässt Gutes dann schnell schäbig erscheinen. Ich fühle mich wie ein Kind, das im Kinderhort irgendeines Einkaufszentrums Playmobil zum Spielen bekommt. Kein Kind, das Lego in den Fingern hatte, braucht Playmobil. Kein Balkan Toni, der Tribunal und Bloodmoon gespielt hat, braucht diesen Blödsinn! Es ist digitales Burgerbrot – nichts als Kohlenhydrate. Ich will meine 25€ zurück, um mir im März Shivering Isles kaufen zu können! Wann kommt endlich der Frühling? Und, am allerwichtigsten: Bin ich jetzt irgendwie auch so ein Klugscheißer?
Wer auch immer das unsägliche Wort „Wummen“ als leider viel zu gebräuchliche Vokabel in den Spielejournalismus importiert hat, dessen Leben soll verdammt noch mal „zur Diashow verkommen“.
No Wummen, No Cry
Wer auch immer das unsägliche Wort „Wummen“ als leider viel zu gebräuchliche Vokabel in den Spielejournalismus importiert hat, dessen Leben soll verdammt noch mal „zur Diashow verkommen“.
