Welche zukünftigen Titel sorgen bei Toni für ehrfürchtige Hibbeligkeit?

Lieber Leser, du fragst zu Recht: Wo bleiben die Texte? Nun, mein Superhelden-Text wird immer fertiger (in zwei-Zeilen-Schritten, wohlgemerkt, da ich zur Zeit in den Halbjahresgeschäften meiner Schule gefangen bin). Was meine beiden Homeboys angeht, so sind die beiden auch fleißig: Bei Aule stelle ich mir vor, dass er sich gerade seine Inspiration an den Sanddünen der Ostsee holt, bevor er nackend ins kalte Meeresewasser hineinrennt, um so sein Imunsystem zu stählen. Marc, wiederum, ist ein Avantgardist und kettet sich als solcher an die schönen Säulen des neuen Bahnhofs in Stuttgart, um ihn vor wütenden Sozialkundelehrern zu schützen – deswegen kommt er nicht zum Schreiben! Ihr habt aber mich und ich will, bevor ich diese Woche ganze ZWEI richtige Artikel veröffentliche, euch sagen, dass ich auf ein 2012 hoffe, dessen Zockage sich mit jener des Vorgängerjahres messen kann, denn wie wir alle wissen: 2011 war ganz schön heiß! Es sprechen ja auch einige Kandidaten dafür, dass es so wird!

Longa! Io, Agent 47 und ich – we go way back! Ich habe jeden Hitman-Teil durchgespielt und weiß Ios unprätentiöse Versuche „filmisch“ zu arbeiten zu schätzen. Ich bin mir sicher, lieber Leser, dass du einige Twitter-Philosophen kennst, die mit strengem Blick verlangen, dass Spiele endlich „eine eigene Sprache“ entwickeln, statt ihre Stilmittel ständig beim Film zu borgen. Mir ist so was egal – als alter Genrehase möchte ich schlichtweg, dass ein Spiel Grafikprotzedness. viele Wummen, Bobbs und br00dl hat und Hitman: Absolution verspricht all dies. Yeah, Longa!

Solchen Twitter-Philosophen wie ich sie eben beschrieben habe dürften auch bei diesem Trailer Kapillare platzen (mit Karacho!), spricht doch der fetzige Werbestimmenmann von „cineastischer Qualität“ dieses „Föhrd-Pöhrs’n-Shooters“. Uh-huh! Yeah! Uga! Bis auf Boobs – die aber sicherlich in kommenden Trailern noch offenbart werden – scheint aber Max Payne 3 auch alle wichtigen Kriterien echter Genrehasigkeit zu erfüllen. Und diese smoothen Animationen? Ich sage dazu:

Yeah, Bwoy! Next:

Ich sage es dir am liebsten ehrlich, Leser-Longa: Ich bin ein Lara-Fanboy erster Stunde. Wieso? Boobarama. Schaut euch den Trailer oben bitte an – das verspricht mehr Ingame-Gebounce als ein Mai Shiranui und Resi 5-Allnighter! Hell, yeah! Ansonsten mag ich diesen forciert poshen Akzent Laras – er erinnert mich an all jene britischen Chicks, die sich während meiner Studienzeit in England um mich zu prügeln pflegten. Süße unschuld der Jugend, wo biste hin?

Es ist ein neues Resi! What’s not to love? Aule hat sich schon skeptisch geäußert, aber der wird auch ganz begeistert sein, wenn es erst einmal so weit ist – da bin ich mir sischer! Die Entwickler sprechen nicht mehr von „survival horror“, sondern von „dramatic horror“ – also letzendlich bloß ein Versuch jenen Wandel zu kategorisieren, den sie mit Resi 4 selbst herbeigeführt haben und dessen Einfluss für solche Überhämmer wie die beiden Dead Space-Smasher gesorgt hat. Ich bin jedenfalls so what from heiß!

Schlussendlich will ich unbedingt das firax’sche X-Com-Remake spielen (von dem ich noch keine Trailer finden konnte), weil sich mit diesen Dudes endlich ein kompetentes Team an den einzigartigen generischen Cluster, den die Serie darstellt, versuchen würde – sonst waren es immer irgendwelche Modder-Dilettanten, die einen unglücklich machten, yearning for unschuldige Jugendtage! Änder’ das, Sid! Das neue Jagged Alliance-Teil fasse ich jedenfalls nicht einmal mit der Klobürste an – es ist in Echtzeit.

Liebe Leser, nun ihr: Worauf freut ihr euch? Machen euch die obigen Spiele so heiß wie mich? Können wir Aule überzeugen, dass Resi 6 supergut wird? Discuss!

Polygon 2011

These (humble) Nerds tun es!  Nach erfolgreicher Verweigerung des Mainstreams, dissen eurer Lieblingsspiele, schamloser Unterstützung des Kapitalismus, Äußerungen moralischen Bedenkens gegenüber einigen Spielinhalten und Tonis Adelung zum Blogger-Könich wird 2011 mit diesem Artikel endgültig beerdigt. Es ist Zeit für den POLYGON 2011!

UND AULBATH SO:

Runner-Up: SPACE MARINE

Dass ich Warhammer 40,000-Fanboy bin dürfte sich spätestens seit diesem Jahr rumgesprochen haben. Egal ob bei uns im eigenen Podcast oder bei den Leuten von der Frühstückstruppe, ich stehe nachwievor dazu „Space Marine“ ist geil. Meine Begeisterung (die soweit mir bekannt nur Stammleser Holmes teilte) war lediglich getrübt vom beschissenen Online-Modus, der direkt nach Release nicht so recht laufen wollte und dem Nachliefern eines Spielmodus der, endlich verfügbar, recht sinnfrei war. Dank Steamsale nun auch endlich auf meinem PC, werde ich mich noch einmal in die grimme Dunkelheit des 41. Jahrtausends begeben in welchem nur ewiger Krieg tobt. Doch nach über 50 Stunden auf der PS3 ist der Lack etwas ab (und sich erneut im Multiplayer hochzuballern ist etwas ermüdend) und so segelt Space Marine knapp an meiner GOTY-Liste vorbei.

Platz 3: OUTLAND

Zu Outland schrieb’ ich den letzten Text auf InsertDiskII bevor ich den Blog aufgab und bei These Nerds anheuerte (wofür ich den Kollegen Marc und Toni wirklich dankbar bin). Insofern bringt das Spiel auch einen gewissen emotionalen Faktor mit, nicht das es den brauchen würde. Fantastische Optiken, frische Spielidee und eine Atmosphäre die mich zurückversetzte in die Tage von Psygnosis und dem Amiga 500. Ich liebe dieses Spiel, und stehe auch nachwievor zu meinem Tweet aus der Zeit als ich es spielte. Eine fantastische Reise, die auf eine Art verzauberte die ich längst verloren glaubte und ich die jederzeit wieder unternehmen würde. Wunderbarer Titel.

Platz 2: MORTAL KOMBAT

Mortal Kombat kann nicht oft genug erwähnt und gelobt werden. Nach Street Fighter IV das zweite Vollpreisspiel das ich für die aktuelle Konsolengeneration zum Release kaufte und wo mich der Hype so dermaßen bei den Eiern hatte, dass ich mich wieder wie zwölf Jahre alt fühlte. Als Mortal Kombat II-Fan war die Rückkehr von MK in seiner ganzen Pracht eine Offenbarung. Vorbei die Tage der bescheidenen Spin-Offs und schlechten 3D-Prügeleien vorangeganger Teile. Mortal Kombat fand wieder zu seinen Wurzeln zurück und ließ mich Super Street Fighter IV in kürzester Zeit vergessen. Ein grandioser Storymodus (der beste MK-Film ever!), hochmotivierender Challenge-Tower, eine geile Fightengine die recht ordentliches Balancing aufweist, Style und Musik – alles FLAWLESS VICTORY! Und ohne Mortal Kombat wäre ich nie Teil der Behrudy Nation geworden, hätte mir nicht die diesjährigen EVO-Finals live angetan (inklusive völliger Erschöpfung am nächsten Arbeitstag) und hätte vermutlich auch nicht meine Bemup-Historie geschrieben. Danke Ed Boon!

Platz 1: DARK SOULS

Ich glaube dazu muss ich hier nichts mehr schreiben, oder? Falls doch, ich empfehle meine Diskussion mit Anjin Anhut bei howtonotsuckatgamedesign und den großartigen Text von Jan bei kackreiz (absoluter Lesebefehl!). Nicht unerwähnt bleiben sollen natürlich auch die verschiedenen Texte anderer Kollegen wie spielereins, spielerdrei und das völlige derailing bei uns selbst. Wir spielten alle das gleiche, andere Spiel. Und soviel Emotion, dass kann nur Liebe sein – aller Makel und Schönheitsfehler zum Trotz.

Als Ausblick für 2012 erhoffe ich mir mehr Steamsales, mehr hochkarätige Beat’em Ups (wie King of Fighters 13, yeah buddy!)das Armored Core V ungefähr so einschlägt wie Dark Souls und das 2D auch außerhalb von Indie-Titeln endlich wieder als ernstzunehmend betrachtet wird. Vorallem aber das wir uns auch im neuen Jahr im Kommentarbereich austoben wie 2011. These Nerds wäre nämlich ohne unsere Fuckbuddies in den comments mal so gar nichts wert!

Weiter im Text mit Marc und Toni.

TONEZ SACHT:

Ich will das alles ja nicht, aber Aule und Marc haben Fotos von mir und Michael Trier beim Friseur unserer Wahl – sie haben mich in der Hand, Longa! Dann mal so:

Runner Up: SKYRIM

Kein Spiel ruft solche Emotionen hervor und zwar nicht unbedingt im Spielgeschehen selbst, denn da findet gar kein Versuch statt, Emotionen anzusprechen – doch in der Rezeption. Ich mag daran: Streunen, Entdecken, auf verschiedene Weisen spielen. Es hat Schwächen: Nicht nur das Szenario ist eisig, sondern auch die Wechselwirkung zwischen Spiel und Spieler – Skyrim bleibt immer durchschaubar und konstruiert. Inwiefern man diese gewisse Sprödigkeit ignorieren kann, scheint darüber zu entscheiden, ob man das Spiel mag oder nicht.

Platz 3: TERRARIA

So unfair es scheint: Man kann Terraria scheinbar am leichtesten durch Minecraft-Vergleiche rezensieren. Minecraft klickt bei mir nicht, Terraria jedoch sehr; und zwar, weil es zwei Dimensionen hat. Dies macht mir sowohl basteln wie kämpfen vergnüglicher vergnüglicher. Das Spiel sorgt sogar für wilde Fieberträume!

Platz 2: DUNGEONS OF DREDMOR

Die Wirkung von Roguelikes auf heutige Spiele wird gerne übersehen – dabei ist sie von Diablo bis hin zu Dark Souls recht offensichtlich. Mit DoD hat man es dann mit dem Destillat dieses Konzepts zu tun. Es ist zugänglicher als es dessen Ascii-Brüder üblicherweise sind, jedoch nicht weniger tight und komplex: Die Kerker sind gefährlich und Permadeath an.

Platz 1: BATMAN: ARKHAM CITY

Ich liebe Superhelden und fnde, dass Rocksteady die Figur Batmans sehr gut erfasst haben. All jene, die beteuern, dass sie das Spiel mögen „obwohl Superhelden gar nicht so ihre Sache“ sind, deuten schon darauf hin: Einem vollendeten Superhelden kann  niemand widerstehen! Alles weitere bald in einem längeren Text.

Marc

Platz 1: League of Legends

Das beste, reinste E-Crack der ganzen Stadt. Nur die anderen Junkies nerven manchmal.

Platz 2: DeusEx 3

Cyberpunk’s not dead und Deus Ex ist der überzeugendste Vertreter des Genres seit langem, der die Kernthemen des Cyberpunk
mit Traditionsbewusstsein und Modernität gleichzeitig transportiert. Abzüge gibts für die Matrixsonnenbrillen.

Platz 3 :  Amnesia : The Dark Descent

Das einzige Spiel dieses Jahres, das mir das längst vergessene Herzrasen eines mit CherryCoke hochgeputschten, übernächtigten 13-jährigen, der an den unbarmherzigen Dämonenhorden der späten Level von Doom 2 verzweifelt, wiederbeschert hat. Tausche Liebe gegen Angst.

100 Miles…

…AND STILL RUNNIN’, LONGA!

Ich wollte nur kurz und mit selbstherrlicher Pose (Fingerspitzen treffen sich unter der Nase, jobsianischer Intensivblick darüber zielt in deine Richtung, lieber Leser) bemerken, dass Christian Schmidt mir und uns im Interview dicke Gangstaprops gegeben hat. Auf die Frage, welche Autoren und Magazine er zu empfehlen hatte, antwortete er:

Ich mag schlaue Leute, ich mag meinungsstarke Leute, und ich mag Leute mit Sprachwitz, und das alles vereint Balkantoni in seinem Blog „These Nerds“, das zu lesen in etwa so ist, wie mit Marcel Prousts abgetrenntem Bein verdroschen zu werden: tut weh und ist vage beunruhigend, aber man fühlt sich doch privilegiert und um eine Erfahrung bereichert, mit der man später vielleicht mal angeben kann.

Ich kannte dieses krawall.de soweit nicht, hoffe jedoch, dass mir dort bald wieder gehuldigt werden wird. Nicht dass unsere Steilness für dich etwas Neues wäre, lieber Leser – denn wenn du regelmäßig hier bist, bist du ein alter Genrehase. Die Leute in deiner Arcade machen Platz an den Cabs, wenn du kommst. Sie lassen dich ihre Credits fertigspielen. Sie halten eine Coke-Dose stets so bereit, dass du aus dem Strohalm trinken kannst, ohne von deiner Metal Slug-Session wegblicken zu müssen; sie wissen nämlich, dass jedes verlorene Leben dafür sorgen wird, dass du in achillischem Zorn den nächstbesten Tanzspielotaku mit einem Barhocker angreifst. Fetz nei, Longa! Ich schreibe jetzt weiter an meinem Text über Superhelden.

Noch ein Round-Up!

1) Red Faction: Armageddon

Volition waren als Studio immer kurz davor, dicke Gangsta-Props von alten Genrehasen zu bekommen; diese Dudes haben als Parallax schließlich an den Descent-Spielen gearbeitet, die in den 90ern der heiße Scheiß zu sein versprachen: totale Dreidimensionalität! Nur Virtual Reality konnte aufregender werden. Im Ernst, erinnert euch: die Möglichkeit, um jede Achse zu rotieren garantierte in den 90ern 90er-Wertungen – bis man mit Forsaken die Schublade schloss. Oder kam noch etwas Vergleichbares, das ich verpasst habe? Volition haben außerdem mit den Freespace-Spielen einige der letzten wirklich tighten Laserkrieg-Simulationen geschaffen – oder fand jemand Darkstar: One gut? Dachte ich mir. Aber das Studio hat auch problematische Momente: Mir ist in Saints Row: The Third zu viel Jackassery im Spiel (haha) und ich finde Witzchen über sexuelle Nötigung und Zwangsprostitution scheußlich genug, um ein Spiel nicht zu kaufen. Ich empöre mich da sogar: Auf dem Balkan sieht man grün und blau geprügelte, zu Heroin-Ghoulen ruinierte (und zudem häufig minderjährige) moldawische Mädchen, die einem mit viel zu gedehnten Vokalen Dienste anbieten, die man nur als vollends verkommenes Arschloch in Anspruch nehmen würde. Ja, ja, ich mache gerade den Moralischen. Sue me.

Außerdem haben die meisten Red Faction-Spiele gestunken. Nein, präziser: Ich finde, dass alle bis auf Armageddon gestunken haben. Sie alle wurden monomanisch mit zerstörbarer Umgebung beworben; als sich nach dem ersten Teil aber herausstellte, dass die Umgebung gar nicht sooo zerstörbar war, so versprach man mit jeder Fortsetzung nun endlich das zu bieten, was zuvor versäumt oder viel zu zurückhaltend implementiert worden war. Guerilla war dann der erste Teil der es dank des neuen Jahzehnts und Havok-Engine erlaubte, dass man Sachen in Einzelteile zerdeppert, Gebäude und Schornsteine pulverisiert, stank aber, weil der Flow stank. Armageddon, aber, flowt. Oh ja.Es ist ein simpler, straighter Shooter, der ein Alleinstellungsmerkmal hat – die besagte Zerstörungslizenz des Spielers – dieses aber mit so einer enthemmten Steilness in den Vordergrund des Geschehens schiebt, so dass zu weit mehr Distinktion verhilft als jeder saublöde „grimmige“ Protagonistentod der COD-Teile. Fuck that, Longa! Hier gibt es pro Level etwa 10 000 mikrokatastrophische Ereignisse: Man desintegriert Obdach und Hausrat. Marsianer sitzen nackend und ohne Schutz vor kosmischen Winden in der Wüste, weil ich mit der Gravitationskanone durch ihre Siedlung marschiert bin. YEAH!

2) Homefront

John Milius hat immer noch Angst vor dem Kommunismus – einfach unglaublich. Versteht mich nicht falsch: Ich digge Milius fett. Das ist ein Dude mit einem richtig coolen popkulturellen Impact: Von Dirty Harry-Einzeilern, über Conan bis hin zum UFC-Oktagon – dieser Milius hat richtig coole Sachen erschaffen, im Gegensatz zu euerem Steve Jobs, dessen „erleuchtetes Niederstarren der Zukunft“ man nun in jedem Buchladen ertragen muss. Milius ist ein Cooler!

ABER: Homefront ist null cool. Zwar wird das Szenario eines sozialistisch geknechteten Amerikas (ich jizze beim bloßen Gedanken Hämmer und Sicheln, Genossen!) schön und mit dem gesamten Inventar exploitativer Darstellung der Tyrannei – Massengrab und Arbeitslager sind jedenfalls am Stizzle – inszeniert, doch bleibt das Spiel dem Gedanken des Guerilla-Kampfes nicht treu und wandert irgendwann ins COD’sche niederschießen millionenfach herbeigescripteter Nordkoreaner. BORING! Nettes Gunplay usw, aber vollkommene Unterforderung des echten, alten Genrehasen und krasse Abzüge für die Verschwendung eines Szenarios, das so viel steiler hätte sein können!

3) Hard Reset

Leute Lügen, wenn sie so was sagen wie „they don’t make them like this anymore“. They do! Und zwar in Polen, dem hehren Land, das nicht nur Marc hervorgebracht und Pirogge perfektioniert hat, sondern auch richtig gute Zockage in Richtung eines feindseligen, immer noch vom „Ostblock-Schrott“ faselnden Westens katapultiert.

Und Longaz: Hard Reset ist richtig geil. Man spielt es und merkt wie einfach heutige Shooter eigentlich sind (etwa die obigen Zwei). Schuld daran ist diese abscheuliche automatische Heilung des Spielers, die es in Hard Reset nicht gibt. Es gibt Med-Packs. Longa! So wie es sein muss! Dafür entfällt im Gegenzug das lästige Nachladen der vorbildlich ungewöhnlichen Monsterwummen. Ein XP-System, das neue Waffen und Feuermodi freischalten lässt macht das ganze zu einem noch feuchtfröhlicheren Spaß als er es ohnehin ist. Yeah!

Man ist selbst auf den mittleren Schwierigkeitsgraden schnell tot, wenn man sich nicht rührt. Und zwar: ständig rührt. Man rennt, schießt, weicht aus und lässt explodieren. Nach jedem Kampf muss ich eine kalte Dose Coke zur Beruhigung des ins Kolibrihafte aufgepeitschten Pulses herunterzischen. YEAH! Seit ich Hard Reset spiele werde ich im Gym von noch mehr Frauen mit Begierde angestarrt – jetzt sind nämlich auch die Grannies aus der Rückenschule dabei. So old school ist dieser Shizzle!

Spreche ich also eine Kaufempfehlung aus? Alter! ICH SPRECHE ALLEN EHERNEN SOLDATEN DES REALZOCKALISMUSSES EINEN KAUFBEFEHL AUS! Und zwar einen von der neurobiologischen Zwangsorte, gegen die nicht einmal die Piratenpartei helfen kann! Wer sich den einmaligen Orden des Lepus Antiquus Generibums verdienen will, der muss dieses genrethronbesteigende Meisterwerk dickwummiger Krawummaction kaufen!

Und zwar: Mit Karacho! (Das bedeutet, dass man beim anklicken des steam’schen „kaufen“-Buttons laut johlen muss. Musikalische Hilfe dafür:)

4) Limbo

Ja, ja – ich komme viel zu spät mit meinen fiddy cent. Will es aber trotzdem sagen: Limbo hätte großartig sein können, wenn da nicht mitten im Spiel diese bescheuerte Zäsur stattfände, ab der offenbar irgend ein Rätselmongo das Design übernimmt und das  Abenteuer des Anfangs vollkommen getilgt wird: Statt des Waldes und seiner unheimlichen Bewohner rennt man durch Fabriken und Lagerhallen, zieht an Ketten und schiebt Kisten. Ich kann den Letdown gar nicht beschreiben. Zulezt fühlte ich mich so, als ich anerkennen musste, dass ich es als Berufsschullehrer nie zu einem Maserati* und einer mit Pistolen, Granaten und Maschinengewehren bewaffneten Bodyguard-Blondine im Stars and Stripes-Bikini schaffen würde. Hier kommt der paradoxe Twist, y’all: Nach meiner Erkenntnis wurde mein Leben monoconhrom. Limbo hätte aber nach der Zäsur genau so gut bunt werden können.

* Selbst ein Biturbo würde mir reichen. Just sayin’!

Billich-billich No. 1

Noch schnell ein paar günschtiche Angebote droppen.

PC
http://www.zavvi.com/games/platforms/pc/latest-releases.list
Saint’s Row, Sonic Generations, Deus Ex und Rage dürften preislich ganz interessant sein.

PS3
http://www.zavvi.com/games/platforms/ps3/latest-releases.list
Auch hier Deus Ex, und einige andere nette Titel. Wer sucht findet auch Rayman Origins für schlanke Dreiundzwanzichnochwas.

360
http://www.zavvi.com/games/platforms/xbox-360/latest-releases.list
Xbox 360 steht dem natürlich nicht nach, und auch hier gibt es ein günstiges Rayman Origins abzustauben.

Desweiteren recht günstig Space Marine nebst Collector’s Edition und natürlich Dark Souls in allen Geschmacksrichtungen sowie der dazugehörige Guide (falls jemand alles aus dem Spiel rausholen möchte)!

Und falls jemand den Steam Holidaysale verschlafen hat, es ist Steam Holidaysale. Und GOG.com haut auch massiv Oldschool-shizznitch raus. Kräftig kaufen Leude, nächstes Jahr gibt’s keine Spiele mehr!

Einen habe ich dann doch noch, bei HEM gibt es diese Woche die Wii Version von NBA Jam für 5 Euro. Kann das jemand bestätigen?

BUY ALL THE GAMES!

…but then I took an arrow in the knee (spoilerific!)

Bevor ich mich über Skyrim auslasse, wollen wir doch mal kurz schauen was das Ding so bei Metacritic abgesahnt hat. 94%, hmm? In diesem Moment der Klarheit klatscht meine Hand mit voller Wucht auf meine Stirn – offensichtlich bekomme ich immer andere Versionen von den Spielen als die restliche Welt.

Dabei war ich weder dem Skyrim-Hype erlegen noch habe ich nach Oblivion irgendwas erwartet. Diese eher ungünstige Ausgangslage wurde nur noch verstärkt durch den Genuss von Dark Souls, ein Thema was wir ja hier schon desöfteren erörtert haben.

Aber wenn es so vielen gefällt und selbst unser Toni davon schwärmt wird schon irgendwas dran sein. Immerhin, Daggerfall und Morrowind fand ich recht gut. Das skandinavische Setting von Skyrim kann was und Römerlinge kloppen klingt vernünftig. Es gibt einfach zu wenig Spiele mit Wikingersetting (und die vorhanden sind recht durchwachsen)!

Lo and behold, trotz anfänglicher Bedenken ist der Anfang ganz gelungen. Könnte allerdings an meiner Bereitschaft gelegen haben mich trotz offensichtlicher Scripting-Achterbahn und Gruselkampfsystem auf Skyrim einzulassen. Stets in der Hoffnung mir offenbart sich der 94%-Megaspielspaß!

Und so stehe ich erstmal in einem verschneiten Wald und lasse die Natur auf mich wirken. Das Wasser sieht wirklich toll aus, einige der Witterungseffekte sind klasse (gerade die Schneewehen haben es mir angetan) und Nebelschwaden in den entfernt liegenden Gebirgszügen versprechen ungeahnte Gefahren und Abenteuer bis zum Abwinken. Das Potenzial scheint enorm!

Zu diesem Zeitpunkt habe ich weder das Menü verstanden noch weiß ich wirklich worauf es in der Spielwelt ankommt. Noch immer offen für das Spielerlebnis lande ich in Riverwood und habe den ersten Kontakt mit den Bewohnern von Skyrim. Ein uriger Schmied bringt mir die Grundlagen der Schmiedekunst bei, verschweigt mir allerdings das ich in den knapp 10 Minuten des Tutorials bereits alles erlebt habe was „Schmieden“ in Skyrim bedeutet – doch dazu später mehr.

Einige Meter weiter lerne ich einen Waldelfen kennen, offensichtlich Jäger, der mir neben Bogenschießen vorallem auch meine erste Aufgabe gibt. Der Dorfbarde will mit der Tochter des örtlichen Krämers in die Kiste, unser spitzohriger Freund aber auch. Wissend das seine zerbrechliche Gestalt niemals mit der attraktiven Physis eines stattlichen Nords mithalten kann, und auch seine poetischen Fähigkeiten eher begrenzt sind steckt er mir einen peinlichen Brief zu. Inhalt des Briefes ist die schriftlichen Aufforderung des Barden an die holde Maid doch für immer für ihn zu kochen und zu putzen. Ein irrer Plan, ein gefälschter Brief soll die Holde direkt in die Arme unseres Jägermannes treiben.

In diesem Moment nehme ich mir die Packung von Skyrim und lese nochmal die Rückseite. „EPIC FANTASY REBORN“ steht da markant thronend über allem. Stirnrunzelnd lege ich die DVD-Hülle bei Seite. Episch.

Ende der Quest ist eine tolle JA / NEIN Entscheidung. Entweder kriegt der Barde sieh oder der Jägersmann. Wie wäre es mit Lösung 3, ich knatter’ mit der Maid und nehme sie mit auf meine epische Abenteuerreise die mindestens das SCHICKSAL DER WELT entscheiden wird? Oder vielleicht was ganz anderes? Ich verpfeife also den Elf (getreu meines „Charakterkonzeptes“ als TRVER than TRVE Nordmann (inkl. „24/7″ Corpsepaint) der niemals einen Kinsman verraten würde). Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe spreche ich nochmal mit dem Spitzohr.

Er so: „NACH ALLEM WAS DU GETAN HAST WILLST DU JETZT NOCH MIT MIR SPRECHEN *emo* – DENKPAUSE – Soll ich dir Bogenschießen beibringen?“

Ich so:  „. . .“

Und plötzlich wurde mir klar wie wenig ich von Skyrim erwarten durfte.

Zeitsprung: 10-15 Stunden vorrangeschrittene Spielzeit. Skyrim hat die gesenkte Erwartungshaltung noch untertroffen. Wissend um die Kürze der Hauptquest wollte ich mich erstmal mit Kleinkram beschäftigen. Nach endlosen und nie wirklich cleveren Bring-Service-Aufgaben, Kill-Quests und anderen Belanglosigkeiten ist die Luft das erste Mal raus (das wird noch mehrmals passieren, aber ich wollte bei dem Spiel möglichst viele Aspekte abklappern bevor ich mich wieder im Internet unbeliebt mache).

Ich möchte gerne das mein digitaler Norwegen-Urlaub endlich spannend und ergreifend wird. Doch davon das sich das Land im Bürgerkrieg befindet merkt man wenig. Jeden Tag spuhlt sich die alte Leier ab, die Leute ziehen ihr Ding durch als ob nichts wäre. Wirkt die Welt in den ersten Spielstunden noch lebendig zerbricht die Fassade mit jeder verstrichenen Spielstunde, wenn die eigenen Taten anfangen nicht mehr mit den Reaktionen der Bewohner zusammen zu passen, Dialoge sich wiederholen und sich alles nach immer wiederkehrendem Murmeltiertag anfühlt.

Vielleicht sollte sich Bethesda noch einmal das originale Shenmue reinziehen, eines der wenigen Spiele dem ich eine lebendige Stadt abkaufe – weil sie nicht darauf wartet das ich vorbeikomme und für alle vorgesehenen Ereignisse der Startknopf bin. Wobei die dann statt findenen Ergebnisse nur die jeweilige Fraktion oder Örtlichkeit betreffen. Meine Taten haben keinerlei Einfluss auf die Geschicke der Welt. Von der häufigen Widersprüchlichkeit vollkommen abgesehen – eben noch der gute Samariter, eine Dialog-Option später schon schlimmer als Hitler. Und das immer im munteren Wechsel. Auch verweigert mir das Spiel nie eine noch so absurde Entscheidung, es gibt praktisch nichts was ich tun kann um mir Wege und Möglichkeiten zu verbauen. Daraus resultiert, dass es im Endeffekt scheissegal ist was ich mache – es interessiert niemanden. Es bewegt sich nichts. Die Leute haben nur ihre Wehwehchen im Kopf und überhaupt keinen Blick für die weltverändernden Ereignisse um sie herum. Da erobert man Landstriche, nimmt Festungen ein und verheert das Land – doch bis auf angepasste Ausrüstung der Stadtwachen ändert sich nichts. Das man maßgeblich an diesen Schlachten beteiligt ist und im Alleingang eine Hunderschaft geköpft hat wird auch kommentarlos hingenommen.

Wem das noch nicht reicht, als 2h-schwingender Überwikinger der sich vorallem um Muckies und Bartwuchs kümmert, bin ich natürlich eine bewanderte Instanz in allen Fragen des Übernatürlichen und der Magie. Zumindest muss ich es sein, schließlich bin ich irgendwie Erzmagier der örtlichen Magierschule geworden. Gut, so besonders ist das nicht – schließlich kriege ich immernoch Sprüche wie „so you can cast a few spells, don’t think I am impressed“ zu hören. Das ich nebenbei schon einmal Skyrim und vermutlich die Welt vor dem magischen Holocaust gerettet habe scheint selbst meine Magierkollegen wenig beeindruckt zu haben.

Vielleicht sagt jetzt jemand das man aber doch soviel in Skyrim machen kann – allein die Optionen und Freiheiten! O RLY? Vielleicht bin ich zu verwöhnt von alten C-RPGs oder habe die totale Verklärung was diese angeht, aber Skyrim ist bestenfalls ein Offline-MMORPG. Die Freiheit besteht nur darin wo ich mich entscheide zuerst zu langweilen. Wie eingangs erwähnt, das crafting ist das reine Zusammenklicken von Gegenständen, immer und immer wieder. Hat man einen Gegenstand gefertigt hat man alles erlebt was diese Fähigkeiten zu bieten haben. Auch sind sie völlig sinnfrei gestaltet – ein Meisterschmied braucht nur eine gefühlte Bazillionen Eisendolche schmieden um gottgleiche Schmiedefertigkeiten zu erlangen. Der altschulige Rollenspieler mag denken, sicherlich macht es Sinn schwerer herzustellende Gegenstände zu fertigen. Nein, macht es nicht. Der Erfahrungsgewinn bei Eisendolch und deadrischer Dämonenklinge ist zumindest sehr ähnlich. Es gibt auch keine seltenen oder besonderen Baupläne, alles ist durch Perks vorgegeben. Und so ähnlich verhält es sich mit Alchemie und Verzauberungen auch. Nach kurzer Zeit wirkt alles so sinnlos und artet in stumpfes Abarbeiten aus.

Über das nahezu vollständig spaßbefreite Kampfsystem will ich mich da gar nicht mehr auslassen – schon lange habe ich kein 3D Spiel gespielt welches so schlecht die eigene Körperlichkeit vermittelt. Egal ob in First- oder Third-Person. Kollisionsabfragen sind überbewertet, genauso wie eine Umsetzung des Waffengefühls. Damit überhaupt Kurzweil aufkam habe ich nach 30h den Schwierigkeitsgrad auf „Kinderkacke“ runtergesetzt und die Wahrscheinlichkeit der Enthauptungen rauf – das machte die knapp 40-50 Untoten-Dungeons die ich zwecks Beschaffung mächtiger Zaubersilben besuchte halbwegs erträglich. Es wirkte dann ein bisschen wie Hexen oder Heretic – mit Affenzahn durch Gänge jagen und ein paar Abziehbildchengegner vermöbeln.

Die Dungeons selbst sind auch so ein Thema für sich. Ich war in 3 Orten wo scripting-technisch was passierte, davon war nur einer wirklich gut (vorletzte Mission beim Magecollege) weil tatsächlich so etwas wie Stimmung und ein Gefühl für die Spielwelt aufkam. Der Rest sind die immer gleichen Kryptas und Sarglager mit den immergleichen 4 Untotenmodellen (wobei immerhin die Deathlords wenigstens ganz cool aussehen) die man zu hunderten verkloppt. Manchmal ein Schalterrätsel (dessen Lösung direkt in der Umgebung zu finden ist, teilweise fühlte ich mich schon wirklich beleidigt wie offensichtlich das Ganze ist) oder ein versteckter Öffnungsmechanismus. Das war’s. Dungeon-Design auf dem Niveau von Eye of the Beholder 1. Und das mit einer Automap die einfach nur beschämend ist.

Ihr merkt, viel bleibt nicht übrig. Selbst wenn das Spiel mal optische Abwechslung raushaut (Blackreach – welches wirklich erfrischend anders und SEHR High-Fantasy mit einem Schuß Lovecraft ist) – es sind trotzdem nur leere Gänge und Hallen ohne erkennbaren Sinn, unglaubwürdige Gebilde bei dem ich mich Frage welche Zweck sie erfüllt haben sollen und wie wohl die Bewohner beschaffen waren die hier lebten? Generell leidet Skyrim sehr an mangelnder Abwechslung und an einer glaubwürdigen Welt. Die Welt ist viel zu groß für das eigentlich Wenige was in ihr passiert. Hat man sich erstmal an Felsen und Wäldern satt gesehen (und das ging bei mir schneller als gedacht) passiert einfach nichts mehr. Selbst die Monumentalbauten wirken im Vergleich mit anderen Spielen (World of WarCraft, God of War) lächerlich.

Es gibt  einige positive Ausnahmen, doch verpufft deren Wirkung an Stunden von Füllermaterial. In Kombination mit den schwachen Nebenquests, den mehr als dürftigen script-Bewohnern (es gibt nicht einmal irgendwelche besonderes herausgearbeiteten Charaktere) und belanglosen „aktiven“ gameplay-Elementen (Kampf, Crafting, Magie) hat man ein Spiel mit ein paar schönen Fleckchen die sich als Desktophintergrund gut machen – aber ansonsten überhaupt keine nennenswerte Substanz, episch und „memorable“ geht anders. Beschäftigungstherapie für MMO-Suchtis?

Die Hauptstory unterstreicht leider den Gesamteindruck noch, bzw. sorgt dafür das einige Mängel noch stärker auffallen. Das Spiel wartet nämlich nicht lange bis es dir den Stempel „WAS GANZ BESONDERES!“ aufdrückt, und das ist der Punkt an dem Skyrim an seiner eigenen Großkotzigkeit vollkommen zerbricht. Ich bin von den Göttern gesegnet, kann Dinge die niemand sonst kann, ein Naturtalent in Fähigkeiten von denen andere nicht mal wissen das sie existieren. Warum nervt mich die Welt mit ihren Belanglosigkeiten? Dann hat die Alte eben keine Frostsalze, das ist mir doch egal! Und dieser Scheißbrief? Bringe ihn doch selber zur Post, Du Bauer! Und mit dir Rotzgör spiele ich sicherlich nicht fangen.

„FUS ROH DAH!“

Und dann kehre ich geschafft vom höchsten Berg in Tamriel zurück, nach den wenigen wirklich guten Minuten die ansatzweise dem vollmundigen Packungstext gerecht werden und mir kommt ein Zitat aus Blade Runner in den Sinn: „I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Orion. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhauser gate. All those moments will be lost in time… like tears in rain… Time to die.“

Und die erste Wache die mir in Whiterun begegnet sagt zu mir: „Let me guess, someone stole your sweetroll?“

Skyrim, Du kannst mich mal!

LA Noire, noch mehr Genre und warum man Adventures hassen sollte.

LA Noire – das dachte ich mir bei Spielen nach der ersten Stunde schon – ist ein Spiel, das in den Magazinen meines Vertrauens (Gamestar, denn das ist die beste Zeitschrift auf der ganzen Welt und das schon immer), eine mittige 70er-Wertung bekommen wird. Dies dachte ich, weil Spiele mit offensichtlichen Schwächen ja diese Wertung bekommen sollen und mir am Ende dann sehr gut und langfristig gefallen: Jagged Alliance (76%), Heroes of Might and Magic (75%), Xcom (74%)*.

Das war dann fast so; LA Noire bekam in der neuen GS ganze 81% und die zu erwartenden Schwächen wurden natürlich angesprochen.

Ich will aber mal für das Spiel sprechen und diesmal nicht auf die sonst dafür aufgebrachten Argumente (Story und “Atmosphäre“) zurückgreifen, sondern lieber wieder über den Genre-Begriff sprechen: LA Noire ist seit Loom das erste grob als Adventure kategorisierbare Spiel, das mir Spaß gemacht hat – und dies, weil es dem feindseligsten aller Spielkonzepte endlich die Zähne gezogen hat. Endlich kann man – wie in besagtem Loom – rätseln, ohne dabei irgendwelche obskuren Scherzlein erraten zu müssen, die sich die entsprechenden Designer mit vorwitzigem Dummkopfgekicher ausgedacht haben.

Bei LA Noire kommt man zumeist durch Beobachten weiter. Die meisten Zusammenhänge sind offensichtlich und das Raten ist sehr spannend, weil man bei Befragungen nur eine Chance auf eine richtige Intervention hat – dies Kontrastiert auch mit meiner Erfahrung mit Adventures, bei denen jede Sackgasse zu blindwütigem Querkombinieren des gesamten Inventars führte. Ungelogen: Meine verhasstesten Momente als Spieler fanden stets bei Versuchen statt, idiotische Dilemmata wie Bleistifte in Pirhana-Aquarien zu überstehen.

Bei dem Schritt, der sich von einem Monkey Island hin zu einem LA Noire vollzieht, lässt sich eine Spiegelung der Zäsur zwischen dem Golden Age-Krimi à la Christie und der Hard Boiled/Noire-Fiktion entdecken. Bei klassischen Krimi-Romanen sollte der Rezipient einen Erkenntniskitzel erfahren, weil das zu Errätselnde stets so angelegt war, dass alle zur Entwirrung notwendigen Elemente in der Erzählung zu irgend einem Zeitpunkt genannt wurden und der Leser auch der Detektiv hätte sein können, wenn er sie bloß zu durchschauen in der Lage gewesen wäre. Er war es natürlich zu keinem Zeitpunkt, dafür waren die Fälle zu verschachtelt und bizarr. Adventures bauten auf diesem Fundament auf und ließen ihre Rezipienten tatsächlich zu Detektiven werden, jedoch wurde der erzählerische Rahmen eines Falls durch zahllose Instanzen einzelner Rätsel, bei denen es letztendlich um die gleiche Sensation ging (Ah, so war das also gemeint!) in den Hintergrund geschoben. Das klassische Adventure ermöglichte, was der Golden Age-Krimi sich zu verweigern bemühte – die unwahrscheinliche Leistung, den (in diesem Falle besonders) verknoteten Gedankengang einer wildfremden Person erraten zu haben.

Eins der revolutionären Momente der hard boiled detective fiction war, dass man die Wichtigkeit der Rekonstruktion des Falls neu verhandelte: Ging es bei Agatha Christie und Doyle um die beruhigende Versicherung, dass ein besonders geschärfter Intellekt jedes Grauen überwinden kann und daher die Prüfung des Leserintellekts jederzeit möglich sein musste, fing man fortan lieber die Verbrechen in verruchte Milieus (deren „Authentizität“ ein ganz neuer Problemfall ist) anzusiedeln und statt um Beruhigung ging es nun um Safari – einen Ausflug in Gossen, den nur abgebrühte Detektive zu unternehmen wagten, da sie sich auskannten: Sie sprachen die Sprache. Keiner erwartete vom Leser, der Herausforderung gewachsen zu sein und er hörte auf faux-gleichberechtigt zu sein. Man löste sich vom Kriminalfall als Rätsel. Morde wurden nicht mehr mit „Curare und tropischen Fischen“ begangen, sondern mit gerade „zur Verfügung stehenden“ (Chandler) Werkzeugen.

LA Noire folgt diesem generischen Muster und löst sich ebenfalls vom Rätsel; es begegnet außerdem – der namensgebendem Famile von Werken treu – Morden als emotionalen Katastrophen. Wo der Spieler bei klassischen Adventures jedoch die Möglichkeit bekam, sich endlich als Sherlock zu versuchen, bekommt er hier parallel die Erlaubnis, aktiv an der Safari teilzunehmen und zu befragen: Der Noir-Dialog, eine feindselige Machtprobe, ist nun der Kern des Spiels.

Man bewegt sich mit dem Fortschritt des Spiels unausweichlich auf „Lösungen“ hin, aber die sind häufig sehr problematisch und man quält sich mit der Überlegung, welchen der Verdächtigen man anzuklagen hat. Scheitern wird nicht mit einem death screen signalisiert, ist jedoch jederzeit spürbar: Manchmal sogar als moralisches Versagen, was ebenfalls ein Noir-Topos ist. Der Vorwurf, dass LA Noire kein „echtes Spiel“ ist, trifft daher nicht zu. Es ist schlichtweg ein Adventure mit der dazu gehörigen generischen Einschränkung von Handlungsmöglichkeiten. Es ist nicht „weniger“ spiel-y als King’s Quest oder was man sonst früher abzufeiern pflegte, macht jedoch so ziemlich alles besser (wenn auch nicht neu: Phoenix Wright war wohl zuerst da). Lassen wir also Chandler zum Schluss Worte sagen, die auch auf LA Noire zu gelten scheinen:

Hammett gave murder back to the kind of people that commit it for reasons, not just to provide a corpse; and with the means at hand, not with hand-wrought duelling pistols, curare, and tropical fish. He put these people down on paper as they are, and he made them talk and think in the language they customarily used for these purposes. He had style, but his audience didn’t know it, because it was in a language not supposed to be capable of such refinements.

Ah ja: Ich finde das Gunplay auch ganz geil. Und der Score ist unglaublich gut!

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Du willst noch mehr über Krimis lesen, Longa? Fetz’ des hia mo nai!

Lee Horsley - 20th Century Crime Fiction

Lee Horsley - 20th Century Crime Fiction

Auf welchen steilgeilen Patch / superduperöse Zockage freut ihr euch?

Also ich freue mich auf den 1.1-Patch des zockköpfigsten Überhits dieses Jahres: Terraria! Ich kann euch sagen, Longaz: Wenn die Zeit für den Jahresabschlusspodcast kommt, wird es schwer für mich werden, meinen Sieger zu finden! Skyrim oder Terraria oder Dungeons of Dredmore oder doch was vollkommen anderes (Dark Souls scheidet leider wegen des Unfalltods meiner Xbox aus)? 2011 brachte einfach supergute Zockage und jeder, der etwas anderes behauptet ist kein Mensch, das ist ein Schwein (und natürlich darf gelolfailt werden)!

Männer, I implore thee! Spielt Terraria! Jene von euch, die Terraria meiden, wissen nicht, was sie verpassen. Ich bin nun mit dem Programm soweit durch – dies heißt: Ich habe mir eine new money crib à la Masta P gebaut, habe jeden Obermotz gebügelt, besitze den dopeassedsten Bling (dicke Schwerter, glänzende Rüstungen – that’s how Toni rolls!), kurzum: Ich habe alles! Der Patch verspricht den bisherigen Content mit neuen Bossen, Crafting, 40 neuen Monstern, zahllosen Gegenständen, Grafik-Updates ohne Ende ZU DOPPELN! HURRA! Genau das, was ein Playa wie isch braucht, wenn sein Hustle trocken zu werden droht, weischwieischmein? Daher: Klare Kaufempfehlung, butterweiche Steuerung – ALTE GENREHASEN GREIFEN ZU, MASAFAGGAS!

Welche angekündigte Zockage macht euch hibbelig? Share!

Bestrafe mich!

Via Twitter las ich heute zum Mittag im Büro diesen Text. Erstaunlicherweise lässt sich viel vom geschriebenen vortrefflich auf die aktuelle Videospielsituation ummünzen. Da ich sowieso einen (kleinen) Text zu Schwierigkeitsgraden schreiben wollte, habe ich hier also endlich meinen Aufhänger gefunden – denn die Medaille für jeden gibt es mittlerweile bei fast jedem Spiel inklusive teils haarsträubender Bevormundung des Spielers durch das Spiel (Hallo, Skyward Sword!). Es geht beinahe ein Aufschrei durch die Videospielwelt wenn mal ein Spiel kommt was seine Belohnungen nicht verschleudert.

Natürlich wird dieser kleine Texte ein allzu offensichtliche, indirekte Lobpreisung an Dark Souls (ES SEI GEPRIESEN!) aber ich frage ernsthaft ob die seltsamen Verhaltensweisen denen die Shodannews-Army im League of Legends begegnet mit einer verweichlichten Jugend zu tun hat die nie den Geschmack des Staubes kennenlernte als sie von höheren Personen nach Strich und Faden fertig gemacht worden ist? Dabei gibt es keinen größeren Motivator als das Scheitern! Wer scheitert schon gerne? Niemand! Und wer lässt sich dabei wohlmöglich noch gerne verhöhnen? Ebenfalls niemand! Warum haben wir oder die Spieler nach uns verlernt Scheitern als das anzuerkennen was es letztlich ist – die Möglichkeit es beim nächsten Mal besser zu machen! Etwas aus unseren Fehlern zu Lernen und beim nächsten Mal zu dominieren. Warum fällt es so schwer zu akzeptieren das man nicht gut genug ist? Beziehungsweise warum zieht man daraus falsche Schlüsse und zieht sich in seine comfort-zone zurück, anstatt aktiv gegen die eigene Schwäche vorzugehen? In allen anderen Bereichen des Lebens führt das auf kurz oder lang zu gar nichts, schlimmstenfalls zu einer gesamten Verschlechterung. Warum nehmen also die sogenannten „gamer“ es hin das ihr „lifestyle“ das Trostpflaster für Versager wird?

All das Gewäsch von „ich spiele nur wegen der Story“ bis „ich spiele nur auf easy weil ich unterhalten werden und nicht arbeiten will“ sind doch nur Ausflüchte. Angst das einem das Spiel oder bessere Spieler den Arsch versohlen. Sich wohl möglich tiefgreifender mit etwas auseinander zusetzen (müssen). Was alle dabei vergessen, so werdet ihr niemals besser! Von nichts kommt nichts.

Dabei wird niemand als der Beste in irgendwas geboren, manche haben vielleicht Talent, aber anstatt das wir das akzeptieren wird auf dümmliche Art und Weise geradezu gefordert man möge gefälligst auch eine Medaille bekommen. Man hat schließlich dafür bezahlt und möchte dafür belohnt werden. Wie sonst sind diverse Sinnlos-Achievements zu bewerten? Wenn selbst für den eignen Tod und schlechtes spielen Auszeichnungen verteilt werden? Da langweilen sich die Spieler und lechzen nach Innovationen, merken aber gar nicht das wenn sie sich ausgiebig mit ihren piles of shame beschäftigen würden dort durchaus Titel dabei sind die nach einer gewissen Einarbeitungszeit oder auf einem höheren Schwiergkeitsgrad Tiefen entfalten die bei einem EasyMode-run nie zum Tragen kommen. In gewisser Weise sind sie sogar Schuld am Niedergang der Herausforderung. Das Ziel sollte sein ein zockender Junggott zu werden und nicht eine Liste von Titeln abzuarbeiten damit diese geschrankt oder verhökert werden können für das nächste Ding welches nur lieblos abgespielt wird.

Wer sich dann gar erdreistet strenge Spielregeln und harte Bestrafungen begeistert aufzunehmen, aus dem Wunsch „against all odds“ zu bestehen wird als elitär, Masochist oder Ewiggestriger bezeichnet. Seit wann ist es cool sich an denen zu orientieren die es nicht draufhaben? Aim for the top! Wo soll das hinführen wenn wir uns nach unten orientieren? En Spiel das Rücksicht auf alles und jeden nimmt kann nur fürchterlich sein – eine Rückbesinnung auf jüngste Kindheitstage wo man im wahrsten Sinne zum Scheißen zu dämlich war. Das kann doch niemand ernsthaft wollen?
Und warum muss jeder in allem besonders sein? Der Trick sollte sein herauszufinden worin DU richtig gut bist und das durchzuziehen. Dann ist es Dark Souls vielleicht nicht, sowas passiert. Ehrlich, das ist okay. Aber nimm es wie ein Mann und suche keine Ausflüchte in Unfairness oder Steuerungsproblemen. Ihr verderbt euch und uns nur den Spaß am besser werden, am Begreifen von Zusammenhängen und am Lernen wenn ihr bei der kleinsten Schwierigkeit zum Weichspüler greift. Wenn wir erst die spielerischen Äquivalente zu Mario Barth haben ist es vielleicht schon zu spät. Zocken auf dem größten gemeinsamen Nenner kann nicht funktionieren und sollte nicht passieren.

Wenn mir Spiele nur eine Sache beigebracht haben die für das wirkliche Leben auch was taugt, dann ist es die das man niemals aufgeben sollte, aber an manchen Tagen einfach verliert. Doch wer am Ball bleibt und sich nicht einschüchtern lässt kehrt vielleicht bald als Eroberer zurück. Dieses Gefühl dann ist besser als alles andere und macht alle Mühen schlagartig vergessen. Mir scheint jedoch das sich wenige trauen diesem Hochgefühl nachzujagen und stattdessen mit (geschummelter) Annerkennung und Allerweltsschulterklopfern zufrieden geben. Traut euch, ihr werdet überrascht sein welch ungeahnten Fähigkeiten in euch schlummern.

Weihnachten steht vor der Tür. Entscheidet euch richtig. Kauft Dark Souls (oder repariert eure Xbox).

So, Ich gehe jetzt solange Banshees kloppen bis diese eine Ghost Blade fallen lassen.
Wünsche einen schönen, guten Abend.

PS: Dieser Text ist nicht Korrekturgelesen – LOOK AT ME NOT GIVING A DAMN!

PPS: Würde gerne einige Zitate der letzten Wochen einfügen, befürchte aber das die Zitierten das nicht cool finden würden. Lasse es deshalb.

Memorable Moments in Schkairim

Eine unserer Top-Suchen ist (so unser Dashboard): „Mega Titten Natur“ und ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass andere Blogs so etwas Cooles nicht behaupten können. Somit ist klar, dass ich alles schreiben darf und diese Sachen auch immer „mega“ sind. Sie ballern mit ihrem enormen Matronenbusen alle anderen Meinungen weg! Zack!

Deswegen ist Folgendes auch kein Nachtrag zum Podcast, sondern eine authorative “Mega Titten“-Tatsache: Skyrim ist super. Als ich in meinem Text zur Fantasy schrieb, behauptete ich, dass eine wichtige Restriktion dieses Genres die Inszenierung des Kampfs mit kalten Waffen sei. Erlaubt mir nun anzumerken, dass Skyrim meiner Meinung nach dies beispielhaft gut macht – weniger durch die formale gestaltung des Kampfes (= „Kampfsystem“ auf Gamestarisch), welches same ‘ol klick ‘em dead stuff ist, das uns seit Daggerfall schon Spaß macht, sondern durch die Möglichkeiten, die sich in den jeweiligen Instanzen so ergeben – man kann Gegner erst zu Eiszapfen erstarren lassen und sie dann von Klippen herabshouten oder Drachen zu Riesen locken und damit ein richtiges Battle Royale auslösen (mit Mammuts und Säbelzahntigern in the midst of the fray, wenn’s gut läuft, weeschwieischmään!). Da geht einiges!

Ich wunderte mich nämlich früher immer über jene „kreativen“ Erlebnisbericht-Rezensionen, bei denen einem die Unmittelbarkeit des Spielgefühls vermittelt werden sollte. Es sollte sich wie „hui, aufregend!“ lesen, kam letzlich bei immer als „ui, bescheuert!“ an, denn mir schienen die eskapistischen Mühen zu offensichtlich, als dass ich jemandem so was abkaufte. Spielen ist bei mir – wenn es gut läuft – letztlich eine Sammlung weniger denkwürdiger Momente und nebst der Frage, ob das Spiel jemals (wenn möglich) „abgeschlossen“ wurde, beruht mein rückblickendes Urteil auch immer darauf, ob ich mich denn an besondere Momente des Spiels erinnere. Die TES-Reihe biete viele solche Erinnerungen.

Manchmal kann die Welt so einfach und unempirisch sein. Ich sollte Chefredakteur der Gamestar werden; es gäbe eine ganz schön fetzige Konferenz zum Thema Wertungssystem, das kann ich euch sagen!

Ausgeglichene Grüße,

Mega Titten Toni

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