Ursel Flott / Flipper-Action

Mein Buddy Marzipan war hackedicht und torkelte mir schreiend die Treppe seines Elternhauses entgegen:

„HEEEA! SCHDIMMT ES, DASS DU DIE URSEL GETROFFE HOSCH?“

Seine Eltern sahen beschämt zu Boden. Ihr Sohn war nun seit vier Wochen nicht mehr im Gefängnis und hatte jeden Tag damit verbracht, sich Busenhefte anzuschauen, billige Weinschorle zu trinken und nachts die Straße zusammenzuschreien.

„HEEEEA! DIE URSEL! SACHÄMOL! DIE URSEL… WIE HIESS SIE…“

Sie hieß Ursel Flott and let me tell you something about Ursel Flott: Sie hat mir das Herz gebrochen. Weiterlesen

THE AMAZING COMIC PODCAST

Schlachtenbrüder und Kriegerprinzessinnen der Shodanarmee! 100 Minuten Comicgelaber mit unserem Mann aus Stahl vom Planeten Balkan und seinem Sidekick A. Stammelhammel – direkt rein in eure Ohren!

Unglaubliche Themen:

  • Spieleflaute
  • Comicempfehlungen aus dem Kommentarbereich – Gott oder Schrott
  • Frazetta disst Danzig – Death Dealer
  • SCHWERMETALL
  • Ma-Ma-Mangas! (Shamo, Dragonhead usw.)
  • Robert Labs kann nix
  • Mangafans
  • Jugendliche (Brony-content)
  • Serien zwischendrin abbrechen ist doof
  • Image Comics und R. ofl Liefield
  • Superhelden und warum Spandex voll wichtig ist!
  • SUPERMAN!
  • GRATIS COMIC TAG 2013
  • Comicentwicklungsland Mecklenburg-Vorpommern (DDR-content)
  • JAN TENNER!!!1!!!1!elf!!
  • und vieles mehr …

GET IT WHILE IT’S HOT:

COMICPODCAST


Round-Up Nr. 3529 + hibbelige Vorfreude

1. Don’t Starve

Auf dieses Spiel hatte ich ja mit Vorfreude gewartet – um dann enttäuscht zu werden. “Don’t Starve” ist letztendlich ein “Terraria”, ohne all die Sachen, die “Terraria” so unterhaltsam machen: Erforschen und Basteln. Hier muss man eine Karte auf und ab laufen, um Sachen aufzusammeln, die zum Erstellen anderer Sachen genutzt werden, welche wiederum das Überleben sichern sollen – da aber im Gegensatz zu “Terraria” alles hier durch Verwendung abgenutzt wird, muss man dieses Absuchen immer wieder machen, was letztendlich im schrecklichen Grind endet. Die eigenständigen Aspekte von “Don’t Starve” reichen dann auch nicht aus, um das Spiel aufzuheben: Verbündete Schweinemenschen sind nicht wirklich allzu aufregend. Keine Kaufempfelhung.

2. Tomb Raider

Dieses Spiel sollte meiner Meinung nach museal verwendet werden, um den medienbestimmenden Kontrast zwischen Spielemechanik und Erzählung zu verdeutlichen. Während die Mechanik meistens spaßig und gelungen ist, wird die Erzählung von einer unglücklichen Hand für Pathos, schreckliche Dialoge und zu offensichtliche Versuche der Spielersteuerung bestimmt. Beispiel? Das Spiel bemüht sich um eine Neu-Evaluation von Lara Croft: Die stereotype “harte Frau” der 90er soll durch ein humaneres “normales” Mädchen ersetzt werden, das über sich selbst hinauswachsen muss, um zu überleben. Um zu verdeutlichen wie verletzlich diese neue Figur ist, wird neben ausführlichen Sterbesequenzen auch eine Szene ins Spiel implementiert, in der ein Bösewicht Lara zu vergewaltigen Versucht – dank der unglücklichen Rolle der QTEs in diesem Spiel, musste ich diese Szene mehr als fünf Mal erleben, bevor es endlich weiterging, doch fortan ging jede Szene, in der Lara in Gefangenschaft geriet (was ihr in diesem Spiel ständig passiert), mit der unasgesprochenen Drohung einer Vergewaltigung einher. Kurzum: Dieses Spiel strampelt sich ganz schön um Härte ab und garniert dazugehörige Geschmacklosigkeiten mit ebenso unappetitlichem Kitsch: Die “You’re a Croft, your father would have been proud of ye!”-Dialoge sind krass mongo.

Davon abgesehen macht das Spiel aber Spaß. Alle hnadwerklichen Aspekte wie Grafik, Steuerung oder Sound sind fantastisch, das Gunplay gelungen – kann man spielen (auch wenn sich das letzte Drittel des Spiels so anfühlt, als hätte man seinen Kopf in den Schleudergang einer Waschmaschine gesteckt). Wenn jemand nun Lust auf eine Orthodoxiediskussion darüber hat, ob das Spiel denn noch ein echtes Tomb Raider ist oder nicht, so verweise ich an die Gesprächskreise eurer Kirchen. Danke Schön! Kaufempfehlung: Im nächsten Steam-Sale gerne.

3. Rayman Origins

Ich hatte ewig einen Riesenbock auf dieses Spiel, bloß um es dann aus welchem Grund auch immer uninstalliert in der Steam-Liste glimmen zu lassen. Nun spiele ich es gerade und muss folgende zwei Fragen stellen:

  • Wieso haben Jump ‘n Runs aufgehört populär zu sein?
  • Wer hatte die idiotische Idee, dass dieses Genre die dritte Dimension brauchte?

Also: Rayman Origins ist ein Riesenspaß. Es hat Elemente, die in dieser Form nur aus Frankreich stammen können (Spielefiguren, die “Youpi!” sagen und dabei dem Spieler das Victory-Zeichen mit Zeige- und Mittelfinger entgegenhalten) und eine fantastische Supergrafik. Die Steuerung klappt selbst mit Tastatur gut. Es ist außerdem wohltuend, mal keine Indie-Schnoddrigkeit à la Meatboy zu haben. Die war mir ja voll auf den Sack gegangen.

Ich weiß nicht, ob “Rayman Origins” am PC etwas an der marginalen Marktposition von Jump ‘n Runs ändern wird. Meine Frau, die mit Sonic aufgewachsen war und deswegen nichts lieber als Jump and Runs spielt, war in den Nuller-Jahren gezwungen, sich irgendwelche Shareware-Spiele aus dem Internet zu kaufen, wenn sie zweidimensionale Hüpfgoodness haben wollte und mir scheint, als würde nach Rayman auch lange erst einmal nichts vergleichbares erscheinen – was ungerecht ist, das das JnR-Genre in vielerlei Hinsicht das Beste am Spielemedium destilliert: Unschuldige Freude, flowinduzierte Verschmelzung zwischen Spieler und Level, Abstraktion usw… Nun ja. Was willste machen.

***

Und worauf freut sich Toni zur Zeit:

“Rambo – the Game”

http://www.gamestar.de/spiele/rambo-the-video-game/news/rambo_the_video_game,47195,3011881.html

Kaum ein popkulturelles Franchise hat so eine witzige Entwicklung und Wirkungsgeschichte wie Rambo und, ja, mir geht euer ganzes “Blood Dragon”-Geseier auf den Sack: Klar habt ihr alle Van Damme-Filme geschaut, das haben Millionen getan. Ihr seid dadurch nicht die Besitzer eines Geheimwissens, die nun durch ein Spiel schulterklopfende Anerkennung und Hipness-Gratifikation erfahren und da gibt es nun wirklich nichts zum Abgeilen und man muss ein richtiges Schwein sein (und kein Mensch), um da abzugeilen. Aber “Rambo” als Spiel? Ein Spiel, das die Entwicklung von Kriegskritik hin zu Cold-War-Trash nachzeichnet? Ich bin dabei.

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Disclaimer: In diesem Text geht es um die Comicserie “Akira” – das Anime ist zwar auch toll, spielt aber hier erst einmal keine Rolle.

***

Das Wichtigste gleich vorweg: Akira hat für mich Mangas ruiniert.

Ich möchte das erklären.

Also, es waren die 90er und ich war ein Mongohipster. Mongohipster sind uncoole Nerds, die aber gerne bei den Leidenschaften dieses Milieus als Erste dabei und dadurch tonangebend sein wollen – und als ich erfuhr, dass sich mit der Öffnung des angeblich riesigen und vollkommen fremdartigen japanischen Comicmarktes etwas GANZ GROSSES anbahnte, wollte ich als trver, im Comicladen arbeitender Mongohipster natürlich dabei sein. Und dabei sein, das wurde mir von älteren Mongohipstern gesagt, fing mit der Lektüre von Akira an.

Wir wollen gar nicht darüber reden wie schwierig diese aufgrund der damals im Westen gewählten Veröffentlichungsart gewesen ist. Und eine Diskussion darüber, ob Oliffs Farben mongo oder überflüssig waren? Auch langweilig! Wir wollen lieber darüber reden, dass das „vollkommen Fremdartige“ bei Akira schwer zu finden war. Es war eigentlich eine Comicserie, die nicht westlicher hätte sein können und sich von all den Serien meiner Jugend vor allem durch ihr ganz und gar anderes Gefühl fürs Tempo unterschied (und den damit einhergehenden Überfluss an Speedlines).

Akira zelebrierte den Kampf und zwar in Sequenzen, die ungewöhnlich lang waren – aber nie zu lang. Bei allen Gefechten, Verfolgungsjagden, Duellen bis zum Tod und Staredowns zählte jedes einzelne Panel. In ihrer Summe, aber, flowten die Panels in einem Rhythmus, den ich so nie gehört hatte. Ich hatte nie ein Comic gelesen, das den Begriff der „Action“ so erfolgreich destillierte; dies war einem Artwork zu verdanken, dessen Gefühl für Perspektive, Bewegung, Architektur, Pausen, Dynamik, Zorn und Zerstörung tadellos war. Es gibt wenige Comics, die mich grafisch so beeindrucken wie es „Akira“ bei der 1000. Lektüre tut.

Was mich aber schon als Teenager ebenso stark beeindruckte, war das soziale Moment der Erzählung „Akiras“, welches selbst nach der kataklysmischen Zäsur in der groben Mitte der Serie erhalten bleibt. Es ist eine Serie, die ihre Figuren in Milieus mit klaren Abgrenzungen einteilt, um dann mit der Überschreitung dieser Abgrenzungen ein Spektakel zu veranstalten. Tokio wird zerstört und Millionen sterben wegen der renitenten Anwandlung eines Berufsschülers aus zerrütteten Familienverhältnissen. Das Militär putscht, dann herrscht Anarchie und gegenkulturelle Aktivisten verzweifeln an den Zuständen postakiralen Tokios. Ôtomo verlor in Akira nie das Gefühl für eine Anbindung der Erzählung an die Realitäten seiner Leserschaft und auch wenn sich ihre Details bei genauer Analyse sicherlich besonders gut an japanische Phänomene beziehen lassen, so sind Themen wie jugendliche Rebellion, Autorität und Kollisionen von Weltanschauungen universell genug, um auch von westlichen Lesern ohne nennenswerten „Culture Clash“ als spannend empfunden zu werden.

Es gibt noch ein weiteres wesentliches Element, das die Serie für mich geradezu perfekt und vorbildlich macht: Ihr Gefühl für Figuren. „Akira“ hat keinen klaren Protagonisten, sondern vielmehr das große Personal eines Theaterstücks. Kennt ihr diese schrecklichen Rezensionszitate auf den Covern britischer Bücher, die jedem Regionalkrimi „shakespearean scope and ambition“ bescheinigen? Nun, bei Akira wäre dieses Lob tatsächlich gerechtfertigt. Auch wenn sie in groben, schnellen Strichen charakterisiert werden, sind die Figuren Akiras nie Karikaturen; die Sensibilität der Serie bezüglich sozialer Kontexte setzt sich natürlich in ihren Figuren fort. Diese stammen aus unterschiedlichsten Milieus und haben ebenso breit gefächerte Perspektiven auf die Ereignisse der Serie. Ihre einzige Gemeinsamkeit ist ihr Wagemut und ihre todesmutige Bereitschaft, bis zum bitteren Ende für ihr Anliegen zu kämpfen. In dieser Serie gibt es nämlich keine halben Sachen: Für jede einzelne Figur geht es um Leben oder Tod und selbst Nebenfiguren wie Nezus Fahrer oder Mutter Miyakos Dreierteam von paranormal begabten Mädchen beeindrucken durch einen spröden, stillen Heroismus. Für Feiglinge ist in „Akira“ kein Platz.

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Ahnt ihr schon, wieso Akira Mangas für mich ruiniert hat? Nein? Ich will in Form einer Frage antworten:

Wie soll man die Tatsache verkraften, dass es trotz „Akira“ in diesem Land Jugendliche gibt, die sich Spitznamen wie Horst-Chan geben und statt “Akira” irgendwelche homophoben Shonen-Ai- und spastoiden Magical Girl-Serien abfeiern? Diese Frage überfordert mich und sie sollte auch dich überfordern, lieber Leser. Jeder Versuch, sie zu beantworten endet in der schlichteren Form gleicher Frage: Was ist schief gelaufen? Das dürfte es doch gar nicht geben, nicht nach “Akira”. Ich möchte gar nicht ins Kulturchauvinistische, denn ich weiß, dass es in Japan einen rechten Ozean an Genres, Titeln und Stilen gibt, so wie überall sonst auch, wo Comics gerne gelesen werden – es ist bloß so, dass coole japanische Serien wie „Shamo“, „Dragon Head“ und „20th Century Boys“ in Deutschland so wenig Beachtung fanden, dass sie entweder eingestellt wurden oder in der „print on demand“-Ecke verschwanden.

Was sorgte also dafür, dass „Sailor Moon“ unter hiesigen Jugendlichen heftiger abgekultet wird als „Akira“? Was hat zum derzeitigem Manga-Angebot Carlsens geführt, welches fast ausschließlich aus astreinem Grauen besteht? Wie konnte so etwas wie Robert Labs passieren? Was stimmt mit der Jugend nicht? Wer hat dafür gesorgt, dass man unter Mangas nunmehr Comics für Jugendliche versteht, die sich extra infantil geben? (Gebt mir seine Adresse und ein Foto.) Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass wenn es unbedingt einen Comic-Kanon geben müsste (und ich bin ja der Idee vom Kanon intensiv feindlich gesonnen), “Akira” darin einen sicheren Platz hätte – als die Comicserie der unermesslichen Bereitschaft zur Zerstörung wie zur Liebe. Ride on, Kaneda!

 

Obiges Logo ist von König Aulbart, natürlich. Ihr wisst bescheid!

Toni: Jung, hypegeil und kaufwillig! (+ Die große Comic-Beratung für Einsteiger)

Shodanisten, wir müssen uns wieder über hibbelinduzierende anstehende Zockage unterhalten. Einige der großen Titel, auf die wir uns alles gefreut haben (“Bioshock Infinite”, “XCOM”, “Far Cry 3″, “Dead Space 3″ usw…) sind erschienen und das bevorstehende Jahr scheint mir noch ein Vakuum. Ich habe jedenfalls keine Übersicht – allerdings bereits ein paar Titel, die meinen Bock spiken lassen. Let’s check ‘em out:

Nr. 1

“God Mode”

Cooler Name, Pickelhumor, Mongo-Gore, Co-Op, Epilleptico-Action: Dieses Spiel könnte was werden. Vielleicht sogar etwas, das wir Shodanisten an lauen Sommerabenden zusammen spielen (während all die normalen Kinder im Freien Spaß haben – fuck that!). Von “Saber Interactive” (denen der “Old School Games”-Unterbrand gehört) kenne ich nur “Timeshift” und das war ja einigermaßen kompetent. Wird gekauf0rt!

Nr. 2

“Don’t Starve”

Auf dieses Spiel habe ich schon seit längerem einen Hibbel. Ich weiß nicht genau wieso – es scheint ja einfach eine weitere Variante dieses “Terraria” (geil!) / “Minecraft” (Huso!) Dinges zu sein, von dem ich nur ein semi-Fan bin. Aber manchmal besitzen Spiele einen schwer fassbaren Reiz. Es ist wie mit Chicks, wenn ihr wisst, was ich meine: Man verliebt sich in sie, auch wenn sie ihren Alltag NICHT damit verbringen in einem Stars & Stripes-Bikini mit einer Armsel Striker auf Terroristen zu ballern. Unerklärlich, ist aber so.

Nr. 3

“Dead Island: Riptide”

Die “Dead Island”-Spiele wurden hart gehatet. Das erste galt als sperrig und grindlastig – und ich habe es geliebt – während das Zweite mit dieser Torso-Aktion für empörtes Getwitter sorgte. “Dead Island” machte die Mischung aus Perspektive und Genre für mich besser als “Borderlands” und den Nahkampf steilofonischer als “Condemned” – es war einfach eins dieser Spiele, das ich passioniert liebte, obwohl ich wusste, dass es nicht gut für mich war. Das ist ja wie mit Chicks, wenn ihr wisst, was ich meine: Das Herz entscheidet sich für eine und man muss dem Herzen folgen – selbst wenn das Mädchen als Carnie arbeitet, Damenbart und nur ein Auge hat, ihre Augenklappe beim Backseat Boogie verrutscht und sie Jeden, der gemein zu ihrem Boyfriend ist, mit einem Schraubenschlüssel verprügelt. Komisch, ist aber so. Man liebtse!

Also dann, Shodanisten: Auf welche Zockage seid ihr heiß?

Feldpost #2

+ + + 50 GIGABYTE IN 50 TAGEN + + +

Keine Sorge, ich lass das mit dem trashigen Soldierboy-Sprech. Wirklich.

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